Kolumne: Neid oder Arroganz?

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Neid oder Arroganz Musiker

Popstar-Bashing unter Musikern: Ist es Neid, Arroganz oder engstirnige Selbstüberschätzung?

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Die notorischen Besserwisser

Hast Du mal einem Musikergespräch gelauscht, als es um Super Bowl Shows ging, neue Plattenreleases von A-Künstlern oder um die Verteilung der Grammys? Dann hast Du sicher auch schon erlebt, wie international unbekannte Musiker ihre erfolgreicheren Kollegen in der Luft zerpflückt haben. Und ich rede nicht davon, dass manche einfach einen anderen Geschmack haben. Mich persönlich machen solche Aussagen wirklich müde. Immer wieder stellt sich mir die Frage, welche Mischung aus Arroganz, Neid und Naivität da ihren Höhepunkt erreicht hat.

Das Justin Bieber Bashing

Sicher, wir alle scherzen gerne über Justin Bieber. Aber ist er deshalb ein schlechter Künstler? Mal abgesehen von Anspuck-Eskapaden und anderen Aussetzern, tut er seit fast einem Jahrzehnt etwas, was andere Musiker nie schaffen werden: Er macht erfolgreich Musik!

Herzblut, Begeisterung und jede Menge Entertainment

Er füllt die größten Hallen, schafft es, seine Alben und Singles auf Anhieb in die vorderen Ränge der Charts zu platzieren und kann von seiner Musik leben. Natürlich identifiziert sich nicht jeder Musiker mit Popmusik oder möchte welche machen – aber Musik ist Musik. Es gibt anspruchsvolle Genres und es gibt einfachere Genres. Unterm Strich ist das alles Musik, die Menschen berühren soll.

Adele und zu viel Autotune

Zur Veröffentlichung der Single „Hello“ von Adele brach die sympathische Sängerin Rekorde in Sachen Klicks auf YouTube. Unter Musikern nachgefragt hört man viel Lob für ihre unverkennbare Stimmgewalt. Aber zwischen all der Begeisterung poppen Stimmen auf, die in der Produktion zu viel Autotune hören und es furchtbar finden.

Mal ehrlich: Adele wird ja nicht von Max Mustermann aus Wiedenborstel aufgenommen und abgemischt.

Weiterhin wird eine solche Produktion nicht nur von zwei Ohren geprüft. Wie kann man da als Nicht-Berufsmusiker auf die Idee kommen, dass da zu viel Autotune drauf ist und es furchtbar klingt?

Lady Gaga alias Egomania

Noch wilder geht es zu, wenn man sich die Stimmen zu Auftritten von Lady Gaga anhört. Von Entzauberung aller Tracks ist da die Rede.

Ihre Auftritte seien ausschließlich Selbstdarstellung. Und da könnte ich noch weitere Tiefschläge aufzählen. Fakt ist, dass Stefani Germanotta, wie Lady Gaga mit bürgerlichem Namen heißt, seit einem Jahrzehnt die kompetente Nachfolge von Madonna stellt.

Mit 17 fing sie an, an der Tisch School of Arts zu studieren. Das Songwriting übernimmt sie größtenteils selbst und sie spielt gleich mehrere Instrumente. Würde ich den Namen weglassen und nur über den Lebenslauf sprechen, wären sich alle einig: Hier geht es um einen Vollblut-Musiker. Hängt man allerdings das große Star-Etikett an die Erzählung, erntet man Augenrollen.

Dabei habe ich selten eine so ausdauernde Sängerin auf der Bühne erlebt, die in einem Moment Feuerwerk und im nächsten Buddha selbst sein kann. Und gerade für ihre Bühneninszenierungen und ihre fantastische Live-Performance wird sie sehr geschätzt – auch von mir. Denn anstelle von Selbstdarstellung sehe ich in ihren Performances Herzblut, Begeisterung und jede Menge Entertainment für die Zuschauer.

Falls dir ein Lady Gaga Kritiker über den Weg läuft, bitte ihn doch, mal 20 Minuten zu tanzen, sich dabei drei mal umzuziehen und nebenbei akkurat zu singen. Videobeweise nehme ich mit Kusshand entgegen!

Hier kommt die Vorlage:

Weitere leuchtende Anti-Vorbilder

Eine solche Liste mit bereits aufgeschnappten missgünstigen Äußerungen könnte ich noch eine Weile weiterführen. Rihanna, Beyonce, Jay Z, Eminem, Keith Richards, Ozzy Osbourne – um nur einige Namen in den Raum zu stellen, deren Anfeindungen ich aufschnappe. Aber was soll das? Konstruktive Kritik habe ich nur selten vernommen. Stattdessen Lästerei und Missgunst. Überschätzen sich viele Musiker schlichtweg in ihrem Können? Oder ist das der blanke Neid?

Schlussgedanken & plötzlich erfolgreich

Schließlich gibt es ja auch die immerwährende Diskussion zum Thema „Erfolg über Nacht“. Unter uns gesagt: So etwas gibt es nicht. Niemand klingelt einen morgens aus dem Bett und zerrt einen auf die großen Bühnen dieser Welt.

Alle Biebers, Gagas und Meyer-Landruts haben für ihren Erfolg hart gearbeitet. Da gibt es kein Rumgammeln am Wochenende, keine Ausreden dafür, wenn Songs nicht richtig sitzen, keinen Blumenstrauß für pünktliches Erscheinen zu Presseterminen, Konzerten, Recordings & Co. – da gibt es nur Durchhalten und Durchziehen.

Erfolg gibt es nicht geschenkt – für niemanden. Und statt in eigener Arroganz zu ertrinken oder grün vor Neid zu werden, sollte man sich vielleicht mal genauer anschauen, was die großen Musiker der Popkultur haben, was man selbst nicht hat – und daraus lernen.

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Lesermeinungen (16)

zu 'Kolumne: Neid oder Arroganz?'

  • Iwo Angelow   12. Mrz 2017   10:43 UhrAntworten

    manchmal ist es auch etwas chemisches und mag den Künstler einfach nicht, ist genervt von der musik die dieser mensch macht und findet subjektiv die eigene musik besser und hasst es, nicht die gleichen leute zu kennen und ist sich sicher mit den Beziehungen in der musikindustrie des gehassten gegenübers den gleichen, oder größeren Erfolg zu haben....

  • Simon Sohn des Alfred   12. Mrz 2017   12:16 UhrAntworten

    Das Argument mit dem Neid ist doch wirklich überholt. Es gibt reiche, berühmte Künstler die ich super finde und solche die ich nicht gut finde da muss es also noch andere Kriterien geben als "Neid"... Irgendwie auf einem Niveau mit "die Jugend taugt nichts mehr" oder "früher war alles besser".

    • delamar   13. Mrz 2017   09:51 UhrAntworten

      Es geht ja nicht um die Geschmacksfrage :) Steht auch sehr deutlich im Artikel!

  • Carlos San Segundo   12. Mrz 2017   12:30 UhrAntworten

    Ich sehe immer wieder Musiker, die ich zur Musikerpolizei zähle. Vielleicht mag ich nicht alle großen Stars bzw. deren Musik - aber ich respektiere den Weg, den sie gegangen sind.

  • John   12. Mrz 2017   13:08 UhrAntworten

    Das ist typisch Mensch, die können gar nicht anders als über irgendwas zu motzen was ihnen nicht passt. Ob das Neid oder Arroganz ist spielt dabei keine Rolle.
    Bei normalen Menschen interessiert mich das auch nicht, aber sobald ich andere Musiker motzen höre da krieg ich die Kriese. So ein Verhalten ist abstoßend und unprofessionel. Lady Gaga ist nicht so weit gekommen weil sie über Britney Spears hergezogen hat.
    Wir machen alle Musik, ob es Acoustic Pop oder Brutal Death Metal ist, wenn einem das andere nicht gefällt, einfach ignorieren. Wenn einer dem anderen den Erfolg neidet, arbeiten!

  • Marc Müller   12. Mrz 2017   13:42 UhrAntworten

    Hallo iwer muss doch die abgehobenen popsternchen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen :D

  • IchMalWieder   12. Mrz 2017   23:29 UhrAntworten

    Also ehrlich - ich finde die Argumentation nicht korrekt.
    Es ist zu unterscheiden, ob man von der Musik, dem Musiker oder dem Tänzer redet. Mag sein dass Lady Gaga eine Top Musikerin ist und (ich habs mir nie angeschaut also weiß ich es nicht) eine der besten Tänzerinen die jemals auf diesem Erdball gelebt haben, aber das ist nicht der Punkt.
    Egal wie gut ich bin ich werde niemals den Erfolg haben weil ich schon alleine bei Youtube nicht den Anschub habe über z.B. AdWords oder über gekaufte Songs ebensowenig. Es ist doch bekannt dass so die Promotion funktioniert. Wann habt ihr das letzte Mal einen neuen (Pop) Musiker gesehen der nicht gut aussieht und jung ist? Frauen müssen Sexy sein, Jungs müssen den jungen Mädels gefallen usw. Über die Musik sagt das nichts aus. Die Aufnahmen sind sicher perfekt, die Mischung super (wenn ich an den Lautheitswar denke stimmt das nicht einmal) etc. aber ehrlich die Musik finde ich furchtbar. Alles hört sich gleich an, die Instrumente im Hintergrund sind oft nur noch ein Matsch, jeder Titel Strophe-Refrain-Bridge und 2,5 Minuten lang. Die Titel selber wenn man sie auf die Melodie reduziert sind teilweise so anspruchsvoll wie Kinderlieder. Was haben diese Fakten mit Neid zu tun?
    Es gibt einen Unterschied zwischen kommerziell erfolgreich und gut. Das muss sich nicht wiedersprechen aber das tut es oft. Ich bin mir sicher das 90% dieser Leute besser spielen als ich und besser singen sowieso, das macht aber die Musik nicht bessser.

    Guter passender alter Spruch: 1.000.000 Filegen können sich nicht irren oder?

    • Katja Köhler (delamar)   13. Mrz 2017   09:47 UhrAntworten

      Hey IchMalWieder :)

      Zu deiner Argumentation habe ich folgende erste Gedanken:
      Adele entspricht nicht dem Schema sexy, Lady Gaga entspricht nicht dem Schema hübsch, Elton John ist für viele Menschen auch nicht der sexiest Man alive, Jay Z oder Eminem sicher auch nicht. Letztere sind auch schon jenseits der 40 und somit nicht mehr "jung".

      So wie ich dich verstehe gefallen dir moderne Pop-Produktionen einfach nicht. Und das liegt - wie ich am Anfang des Artikels erwähnt habe, einfach am persönlichen Geschmack. Der Artikel bezieht sich allerdings auf die Mecker-Fraktion, die stets behauptet das wir es hier nicht mit "echten" Musikern zu tun hat.

      Ich schätze also, dass wir aneinander vorbeigeschrieben haben.

      Danke für deinen Kommentar & liebe Grüße
      Katja

  • Beatific   13. Mrz 2017   07:18 UhrAntworten

    Ob die Autorin wohl diesen Delamar-Beitrag mitbekommen hat? http://www.delamar.de/fun/schnauze-voll-musiker-38219/

    • Katja Köhler (delamar)   13. Mrz 2017   09:43 UhrAntworten

      Natürlich. Diesen Artikel hat die Autorin sogar abgesegnet ;-)
      Kolumne ist aber eine persönliche Meinung oder Einstellung. Deshalb kann es da durchaus Diskrepanzen geben.

      Liebe Grüße :)

  • Aenima   13. Mrz 2017   11:42 UhrAntworten

    Das hat alles so gar nichts mit Musik-Stars zu an sich tun. Z.B. Menschen, die NICHT am Machtapparat teilhaben, werden über die schimpfen und alles vermeintlich besser wissen, als die, die Macht haben. Menschen die nicht auf der ganzen Welt bekannt sind, reden gerne schlecht über Weltbekannte. Denn diese Leute bekommen sehr viel Aufmerksamkeit. Und diese große Aufmerksamkeit ist es, was Neid und Missgunst erzeugt (die man dan hinter der Maske des Arguments "künstlerisch wertlos" versteckt. Denn wahrgenommen und anerkannt werden zu wollen, ist Teil der Natur des Menschen (siehe auch Erfolgsmodell Facebook).

    Wenn aber die Schimpfer, Besserwisser und Neider (im Verlangen nach Anerkennung und Aufmerksamkeit) selbst aufsteigen, würden sie schnell feststellen, dass sie kaum anders sind. Vielleicht sogar noch machtgieriger, noch weniger Künstler usw. als die, die man angeprangert hat.

    Neid, Missgunst und Schadenfreude sind extrem weit verbreitet. Fast jeder hat damit mehr oder weniger täglich damit zu kämpfen. Ohh, die, der ist hübscher, hat dies und das, Jauu!!, den hats jetzt richtig bös erwischt - verdient!! Das ist doch der letzte Dreck, ICH würde das eh besser machen und überhaupt, wenn man mich ran lassen würde, wäre ich totsicher der Allergrößte und die Welt sollte vor mir niederknien.

  • Mokka   16. Mrz 2017   00:28 UhrAntworten

    Ich frage mich um was es im Kern nun eigentlich geht ?
    Subjektive Abneigung gegen den Künstler und dessen Musik oder ganz einfach nur um die Frage, "warum hat die und der Erfolg aber nur ich nicht ?"

    Über letzteres könnte ich ein ganzes Buch verfassen, aber es reicht im Epilog zu erwähnen, das Erfolglosigkeit stark mit Wahrnehmung und Fehleinschätzungen zu tun hat.
    "ERFOLG IST PLANBAR - Misserfolg aber auch", könnte der Buchtitel lauten.

    Es spielt im Grunde gar keine Rolle, ob man ein erfolgreicher oder so ziemlich erfolgloser Mensch ist:
    Neid, Missgunst, Arroganz usw. kommt genauso bei erfolgreichen wie auch erfolglosen Menschen vor.

    Es ist die Natur des Menschen, ganz gleich ob Männlein oder Weiblein, sich in seinem eigenen Wert (Selbstwertgefühl) und Prestige gesteigert zu sehen, wenn wir andere scheitern sehen.
    Insbesondere wenn wir erfolgreiche(re) Menschen scheitern sehen !
    Das ist ganz einfach seit Urzeiten in unserem Wesen und (Fortpflanzungs)Genen verwurzelt.

    Das Scheitern eines bis dato erfolgreicheren Kontrahenten kann einen selbst zum Aufstieg und gehobenerer Stellung innerhalb einer Gruppe und demzufolge zu mehr Macht und Einfluss verhelfen (ohne das man die direkte Konfrontation mit Kontrahenten einzugehen hat).
    Mehr Macht und Einfluss macht bekanntlich attraktiver und lässt dementsprechend die Auswahl an Fortpflanzungspartner exponentiell steigen.

    Es liegt also tatsächlich in unserer (vom Trieb gesteuerten) Ur-Natur, wenn wir anderen Menschen ihren Erfolg nicht gönnen wollen und auch schadenfroh sind, weil wir uns unserer eigenen Rang niederen Position und Stellung in der Gruppe (Gesellschaft) zwar bewusst werden, aber uns in unserem Selbstwert (und Hoffnungen) doch gesteigert sehen.

    • Aenima   16. Mrz 2017   10:56 UhrAntworten

      Das ist genau, was ich oben auch sagen wollte. Der Artikel könnte auch heißen: "Der Mensch und seine niederen Instinkte", denn das meiste, was in diesem Artikel beschrieben wird, ist auf viele Lebensbereiche anwendbar, betrifft mehr oder minder uns alle im täglichen Umgang miteinander. Ich kenne niemanden, der mir nicht im vertrauten, stillen Kämmerlein eingestehen würde (mich natürlich nicht ausgeschlossen), dass gestern, heute etwas vorgefallen ist, wo Neid oder Missgunst hochgekommen ist, obwohl man diese Seiten an sich nicht mag, drängen sie sich immer wieder auf, weil unsere Natur hinsichtlich dieser Neigungen nunmal so angelegt ist. Sicherlich sollten wir stets daran arbeiten, da diese Neigungen uns unfrei machen, uns beschämen und ein ehrliches Miteinander behindern.

      Daher geht es in Wirklichkeit nicht darum, dass wir nicht sehen wollen/können wieviel Arbeit, Kunst und Kreativität hinter gewissen Künstlern steht, sondern meist darum, nicht selbst diesen Erfolg zu haben.

  • Alan   16. Mrz 2017   11:50 UhrAntworten

    Wenn man nicht gerade glühender Fan von Star X oder Y ist nervt es den Ottonormalverbraucher, von Omnipräsenzen mit belanglosesten Informationen, Schnipsel und vor allem massenhaften Selfies angesagter Stars und Sternchen regelrecht durch alle Medien und an jeder Ecke verfolgt zu werden.
    Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass diese Stars doch kaum noch etwas für ihren Erfolg tun müssen, außer nur noch selbstdarstellerisch aktiv zu sein und die Musik reines Mittel zum Zweck zu sein scheint.
    Das ist insoweit glaube ich eine allgemeine Auffassung.

    Tatsächlich möchte ich persönlich jedoch nicht meinen Job gegen den vollen Terminkalender eines Megastars und ihr Leben hinter der für die Öffentlichkeit erbauten Fassade eintauschen wollen.
    Mich persönlich stört es allerdings tatsächlich auch, wenn angesagte Stars sich eigentlich nicht wirklich mit ihrer Kunst identifizieren und für etwas in ihrer Musik stehen, so wie es in der guten alten Zeit noch war.
    Das trifft nicht auf alle zu, aber doch auf einige der heute angesagten Stars.

    Lady Gaga ist zum Beispiel eine solche Ausnahme und gutes Beispiel, auch wenn ich kein Fan ihrer Musik bin.
    Sie ist für mich eine Kunstform. Ihr ganzes Wirken, in der Musik und in der Öffentlichkeit, ist eng mit ihrer Kunst verknüpft.
    Sie identifiziert sich durch und durch mit ihrer Art von Kunst und umgekehrt.
    Sie ist ein echtes Original, wie man so schön sagt.
    Mit einem Justin Bieber oder Rihanna kann ich hingegen nichts anfangen.
    Ja, beide machen erfolgreich Musik, haben Millionen von Fans usw.
    Aber ich ersehe nicht, worin sie sich durch ihre Musik oder Kunst nun besonders ausdrücken und sind für mich nicht greifbar.
    Eine Beyoncé hingegen hat wiederum, wie eine Lady Gaga, ihren sehr eigentümlichen musikalischen Stil und unverwechselbare Identifikation und ist ebenfalls ein Original.
    Hinter Adele steckt eine Botschaft an die Popindustrie und der Wahrnehmung, das man gar kein Püppchen und strippendes Unterwäschemodell sein muss, um Erfolg im Geschäft zu haben und nur die Stimme, Talent und Musik zählt. Sie wirkt authentisch.

    Ich glaube Authentizität ist auch das Schlagwort.
    Stars die mit und durch ihre Kunst für viele nicht authentisch wirken, erfahren meiner Meinung nach auch das größte Bashing.
    Ob Zurecht oder zu Unrecht möchte ich eigentlich gar nicht beurteilen wollen.

  • Faltermayer   18. Mrz 2017   02:20 UhrAntworten

    Bin durch einen Kollegen auf euch, Delamar, aufmerksam geworden.
    Finde die Kolumnen sehr interessant, weil nicht abwegig.
    Straight.
    Grüße

  • Wellenstrom   18. Mrz 2017   21:44 UhrAntworten

    Harte Arbeit ist das Eine - Talent oder kreatives Potential ist das Andere. Dazu kommt noch, dass viele dieser o.g. "Stars" gesichtslos sind, für nichts wirklich stehen als für belanglose Unterhaltung (teilweise auch gern mit billiger Provokation) und Effekthascherei zu stehen. Pop hin oder her, mir reicht es einfach nicht, 'nem Song zu lauschen, bei dem ich mit dem Fuß mitwippen kann.
    Hat alles nix mit Neid zu tun - nur - irgendwann sollte man auch als Hörer 'nen gewissen Anspruch an die Musik - und an den Künstler stellen. Jut, ist aber auch alles wieder 'ne Frage des Alters, der Einstellung zum (Sub)Kulturbetrieb und zum Kommerz im Allgemeinen usw.
    Gönnen tue ich den o.g "Stars" viel, nur es wäre auch mal gut, wenn Sie als Identifikationsfiguren für junge Leute auch mal zur Abwechslung ein positives Bild vermitteln würden. Mich kotzt mittlerweile dieser ausschweifende Hang zum Hedonismus im Popzirkus extrem an. Das hat nichts mehr mit den Träumen und den Hoffnungen von halbwegs gesunden jungen Menschen zu tun, was da zelebriert und abgefeiert wird. Ich sehe da nur noch die Agenda des Neoliberalismus, ohne den geringsten Anspruch oder zumindest Anstrich, irgendwie auf reale Bedürfnisse der Hörer eingehen zu wollen.

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