MTV Video Music Awards: Alljährliches Drama

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Taylor Swift MTV Music Awards

Award-Sammler und Apple-Bekehrerin Taylor Swift darf natürlich auf keiner Preisverleihung fehlen. (Foto: CC flickr.com

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Knallbunte Miley Cyrus als Moderatorin

Ja die diesjährige Moderatorin war keine geringere als Skandalqueen Miley Cyrus. Das Outfit musste natürlich genau passend dafür gewählt sein und so bestand es aus vielen kleinen bunten Glitzerpailletten, die ihr knappes Kleid bildeten. Abgerundet wurde das Ganze mit unübersehbaren Neongelb, -grün und –pinken Kunstblumen in ihrem Haar. Kein Wunder, dass es wieder ständig lästerliche Bemerkungen bezüglich ihres Marihuana Konsums gab, einschließlich ihrer selbst, die darauf immer wieder anspielen musste.

Eröffnet wurde die Show mit einem fast ebenso bunten Auftritt Nicki Minajs. Die 32-jährige R&B-Sängerin und Rapperin, trat auch im auffälligen Kostüm an: Rot weiße Federn überall und eine riesen Dschungelparty, bei der sie von ihren zahlreichen Tänzern umwirbelt und umworben wurde.

Twitter Disput zwischen Minaj und Swift

Taylor Swift MTV Music Awards

Award-Sammler und Apple-Bekehrerin Taylor Swift darf natürlich auf keiner Preisverleihung fehlen. (Foto: CC flickr.com

Nicki Minaj holte Taylor Swift für ihren Opener mit auf die Bühne, um ihr Medley mit Swifts Song Bad Blood zu beenden. Doch Moment mal, gab es da nicht kurz zuvor einige Konflikte zwischen den Beiden?

Ohja die gab es, sie lieferten sich kurz zuvor einige Wortgefechte auf Twitter, aber scheinbar alles halb so schlimm, denn auf der Bühne wirkten sie wieder ganz harmonisch zusammen.

Der Abend wurde sogar zum großen Erfolg für alle beide: Nicki Minaj gewann für das Musikvideo „Anaconda“ den Preis in der Kategorie Hip Hop. Ihre Kollegin Taylor Swift räumte sogar gleich vier Auszeichnungen ab.

Diesjährige Performances: Von kunterbunt, schräg, turbulent bis routiniert

Auch in diesem Jahr gab es wieder äußerst interessante Auftritte in verschiedenster Richtung. Miley Cyrus, die nicht nur eine kunterbunte Moderatorin abgab, präsentierte sich auch bei ihrer musikalischen Performance zum Abschluss der Show farbenfroh, auffällig und provokant, wie wir sie kennen. Frei nach dem Motto: Hauptsache, ich breche alle Tabus und falle auf, zeigte sie sich so knapp bekleidet wie irgend möglich. Doch damit nicht genug: Um noch mehr Aufsehen zu erregen, rauchte sie sogar während der Show einen Joint.

Auch für den Bieber darf wieder gefiebert werden

Nach zweieinhalb Jahren Pause trat Justin Bieber bei den VMAs das erste Mal wieder auf und lieferte eine routinierte und mit guter Tanzeinlage geschmückte Performance des neuen Songs „What Do You Mean?“ ab. Am Ende des Songs musste er allerdings unerwartet zu weinen beginnen. Was war da denn los, hätte er vielleicht eine noch längere Auszeit gebraucht?

Im einen Moment wird er wie ein Heiliger im Lichtkegel gen Himmel gehoben, um dann bei seiner Wiederrückkehr nach Unten plötzlich und unerwartet in Tränen auszubrechen.

Doch es gab auch weit weniger dramatische Auftritte, wie den von Pharell Williams, der einfach nur für gute Laune und super Stimmung im Publikum sorgte oder Macklemore, der sich Huckepack über die Bühne tragen ließ.

The Weeknd überzeugte ebenfalls das Publikum mit einer starken Performance inmitten von Flammen und Licht.

Kanye West for President?!

Ein weiteres Highlight des Abends waren Kanye Wests Worte, nachdem er seinen Preis überreicht bekam.

Der Rapper und Produzent überschlug sich von Thema zu Thema: Von seiner Tochter, über Justin Timberlake, Award Shows und ihre Verlierer, kam er auf Meinungsfreiheit für Künstler. Dazwischen macht er einige nachdenkliche Pausen in denen er nach den nächsten uns zu verwirrenden Worten suchte. Zwei Mal rief er außerdem „listen to the kids bro!“ Doch wohin sollten uns all diese durcheinander gewürfelten Stichworte führen?

Natürlich, wir sollen auf die Kinder hören und wer bietet sich da besser an als ein größenwahnsinniger Rapper, der nie über seine Jugendphase hinaus kam. Und nun? Kanye West möchte Präsident werden. Das kündigte er nach Abschluss seiner Rede an und wurde unter schallendem Applaus der Zuschauer gefeiert.

Doch wofür wird President „Megalomaniac“ einstehen, was sollen seine Ziele sein und vor allem, wie soll sein Wahlprogramm aussehen? Eines ist jedoch sicher: Wenn Kanye sich so um die Bürger kümmert, wie er sich um sich selbst kümmert, leben wir alle bald im Paradies.

Peace Motherfuckers: Abschluss in Miley Manier

Beendet wurde der ganze Abend mit einer Showeinlage von Miley Cyrus. Sie präsentierte sich dort mindestens genauso bunt, schrill und provokant, wie seit Beginn der Show. Dabei durften die Songs natürlich nicht ihrem sonstigen Auftreten widersprechen und so sang sie unter anderem über Mariuhuana und Frieden.

Am Ende schließlich verabschiedete sie sich mit einer offensiven Friedensansage „Peace Motherfuckers. Do it!“ in Form ihres neuen Songs „Dooo it!“.

Lies dazu auch den Artikel: American Music Awards: Ist noch Musik übrig?

Nach Beendigung ihrer Performance und des gesamten Abends kündigte sie dann außerdem ihr neues Album „Miley Cyrus & Her Dead Petz“ an, welches sie gratis zum Download zur Verfügung stellt.

Hier einige Gewinner der MTV VMAs 2015:

  • Video of the Year: Taylor Swift feat. Kendrick Lamar – “Bad Blood”
  • Best Male Video: Mark Ronson feat. Bruno Mars – “Uptown Funk”
  • Best Female Video: Taylor Swift – “Blank Space”
  • Artist to Watch: Fetty Wap – “Trap Queen”
  • Best Pop Video: Taylor Swift – “Blank Space”
  • Best Rock Video: Fall Out Boy – “Uma Thurman”
  • Best Hip Hop Video: Nicki Minaj – “Anaconda”

Aufruhr und Skandale wichtiger als musikalische Leistung?

Neben der ganzen Show, die bei den VMAs gespielt wird, sollte es doch eigentlich primär um die Auszeichnung herausragender musikalischer Leistungen, die mit einem sehr gut realisierten Musikvideos perfektioniert werden, gehen. Lässt man allerdings die Geschehnisse des des Abends Revue passieren, erlangt man schnell die Erkenntnis, dass es bei der ganzen Sache eigentlich weniger um besondere Lieder, als eher um schockierende und Aufsehen erregende Momente ging.

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Lesermeinungen (1)

zu 'MTV Video Music Awards: Alljährliches Drama'

  • Alan   23. Sep 2015   13:00 UhrAntworten

    Im ganzen Musikbusiness geht es schon nicht mehr um MUSIK, sondern nur noch um den schnell gemachten Dollar.
    Der Künstler wird zum Produkt gemacht, der sich mit allerlei social media-fähigen Nippes (oder Nippel) und Tinnef ein Image und Aufmerksamkeit verschafft und die Musik lediglich Beiwerk seiner Aktivitäten ist und das Produkt "Musiker" auch ohne Musik möglichst langlebig funktionieren muss.

    Die Generation der Stars von Heute sind keine Künstler mehr, sondern Gladiatoren und das Musikgeschäft mit allem drum und dran und herum die Arena wie zu römischen Zeiten !

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