In den letzten Tagen bin ich desöfteren nach dem Thema Vocal Recording gefragt worden und natürlich hängt sehr viel vom Sänger, dem Musikgenre und der Stimmung des Songs ab.

Aber auch beim Vocal Recording gibt es grundlegende Dinge, die man beachten kann – oder vielleicht sogar muss.

Vocal Recording: Vier grundlegende Tipps

Einige werden diese Tipps beim Vocal Recording als schrecklich offensichtlich empfinden und vielleicht sogar instinktiv richtig machen. Aber manchmal ist es von Vorteil, sich diese Vocal Basics einfach nochmal vor Augen zu führen.

 

  1. Im Zweifel nutze Dein bestes Mikrofon
    Keine Regel im Vocal Recording, die nicht nach gusto gebrochen werden dürfte. Aber tendenziell würde ich empfehlen, das beste verfügbare Mikrofon zu nutzen, insbesondere wenn die Mikrofone in ganz unterschiedlichen Preisklassen anzusiedeln sind. Großmembran-Kondensator-Mikrofone sind dynamischen vorzuziehen, da sie detaillierte Aufnahmen liefern.

     

  2. Nutze Deinen besten Mikrofonvorverstärker
    Überraschung! Stehen mehrere Mic PreAmps oder Channel Strips zur Verfügung, dann empfiehlt es sich, den best-klingenden zu nutzen. Es ist im Übrigen keine gute Idee, ein Mikrofon über einen Line-In am Audio Interface aufzunehmen, denn das würde wegen der falschen Eingangsimpedanz zu schlimmen Rauschen führen.

     

  3. Geschlossene Kopfhörer sind besser
    Beim Recording der Vocals sollten Nebengeräusche und so genanntes bleeding von anderen Spuren vermieden werden. Deswegen bieten sich Kopfhörer mit geschlossener Konstruktion an, die relativ wenig vom Playback ins Mikrofon abgeben.
    Übrigens kosten sehr gute, geschlossene Kopfhörer gerade mal um die EUR 100,-

     

  4. Kompression kann helfen
    Bei sehr dynamischen Sängern oder Rappern, die vor dem Mikrofon hin- und herturnen, hat es sich bewährt zwischen Audio Interface und Mic-Preamp noch etwas Kompression hinzuzufügen, um die Vocals konsistenter zu machen.
    Die Ratio hierbei sollte 3:1 nicht übersteigen und auch die Gain Reduction sollte 3-5dB nicht übersteigen.

     

Und bitte nicht vergessen, dass die goldene Regel in der Musikproduktion und im Recording immer lautet: Es gibt keine Regeln. Was gut in Deinen Ohren klingt, ist gut.