Gitarre am Computer aufnehmen: Gitarre richtig Einpegeln

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Gitarre am PC aufnehmen

Du willst deine Gitarre am Computer aufnehmen? Erfahre hier, wie das geht ...

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Gitarre richtig einpegeln: So geht’s

Nachdem die Gitarre am Computer bzw. dem Audio Interface angeschlossen wurde, geht es darum, sie richtig einzupegeln. In der digitalen Welt gilt es vor allem, unterhalb der 0-dB-Grenze zu arbeiten, um das sogenannte Hard Clipping zu vermeiden. Im Gegensatz zu Soft Clipping klingt es sehr unschön und kann später nicht rückgängig gemacht werden.

Lies mehr darüber im FAQ: Was ist Clipping »

Tipps zum Einpegeln der Gitarre vor der Aufnahme

Gitarre richtig einpegeln: Das ist besonders wichtig für deine Gitarrenaufnahme.

Tipps zur Vorbereitung

Ich pflege den Gitarristen zu bitten, richtig fest und laut in die Saiten seiner Gitarre zu hauen bzw. den lautesten Part des Songs und seiner Performance wiederzugeben. Währenddessen regle ich den Pegel am Vorverstärker kontinuierlich höher bis die ersten Warnleuchten an der Hard- oder Software angehen. Im Anschluss drehe ich den Regler der Vorverstärkung einfach wieder so weit zurück, dass keine digitalen Clippings mehr zu hören sind.

Die Erfahrung lehrt jedoch, dass man beim Zurückregeln lieber nicht zimperlich arbeiten, sondern sich lieber mehr Headroom gönnen sollte. Der Grund ist, dass so gut wie alle Künstler dazu neigen, während der eigentlichen Aufnahme fester in die Saiten zu hauen als im Vorfeld noch beim Einpegeln der Gitarre.

Clippings bei der Gitarrenaufnahme vermeiden

Je nach Song und Künstler drehe ich den Pegel am Vorverstärker meines Audio Interfaces um gut und gerne 6 – 8 dB zurück, um die dynamischen Peaks während der Aufnahme ohne digitale Clippings abfangen zu können. Wer sich jetzt um die Qualität seiner Aufnahme bei solch einem »niedrigen« Pegel fürchtet, dem sei versichert, dass die meisten handelsüblichen Audio Interfaces genügend Rauschabstand bieten, um hier keine qualitativen Einbussen in Kauf nehmen zu müssen.

FAQ: Was ist Gain Staging?

Anders sieht es allerdings aus, wenn man mit einer Auflösung von nur 16bit arbeitet, denn dann sollte man tunlichst darauf achten, ein möglichst lautes Signal aufzunehmen. Ein zu leises Signal wird bei einer 16bit-Wandlung qualitativ schlechter klingen als ein lautes Signal.

Cubase Artist 8 Testbericht

Cubase ist nur Beispiel für eine umfangreiche Mixersoftware.

Um den Aufnahmepegel bestimmen zu können, wären Anzeigen oder LEDs an der Hardware eine feine Sache. Jedoch sind die wenigsten Audio Interfaces aus dem Low- und Mid-Budget Sortiment mit eben solchen ausgestattet und wir müssen uns daher für die Messung des Eingangspegels und für das korrekte Einpegeln der Gitarre auf unsere Software verlassen. Erste Wahl ist hier natürlich die bei der Soundkarte mitgelieferte Mixersoftware, denn ein etwaiges digitales Clipping würde ja eben hier am Eingang des Audio Interfaces entstehen.

Leider bietet nicht jedes Audio Interface eine eigene Mixersoftware und so muss sich der ein oder andere eben auf den Pegel in seiner Recording-Software wie Cubase, Ableton oder Logic bzw. in der Amp-Simulations-Software verlassen (in der Abbildung ReValver MK II).

Merke: Wichtigste Regel für den Pegel bei der Aufnahme einer Gitarre ist, wie eingangs erwähnt, die 0 dB niemals zu überschreiten.

Den Sequencer für die Gitarrenaufnahme vorbereiten

Der nächste Schritt besteht darin, den Sequencer unserer Wahl für die Aufnahme der Gitarre zu konfigurieren. Da jeder Sequencer etwas anders gehandhabt werden muss und seine eigenen Einstellungen aufweist, kann ich hier nur auf einige basische und generelle Punkte eingehen, die allen Sequencern gemeinsam sind.

Zunächst müssen wir sicherstellen, dass der physikalische Eingang, an dem wir die Gitarre angeschlossen haben, auch in der Sequencer-Software aktiviert und verfügbar ist. In vielen Programmen und vor allem wenn unser Audio Interface mehr als einen Stereoeingang aufweist, müssen die Eingänge eingangs zusätzlich aktiviert werden.

Guitar Rig 4: Sequencer Gitarre aufnehmen

Guitar Rig ist eine beliebte Gitarrensoftware, die Du auch zur Aufnahme nutzen kannst.

Bevor wir die Gitarre aufnehmen können, müssen wir eine Spur für diese kreieren oder, falls Spuren bereits im Projekt vorhanden sein sollten, eine entsprechende Spur auswählen. Wenn die Gitarre direkt an die Soundkarte angeschlossen ist, reicht eine Mono-Spur völlig aus, da die Gitarre uns nur ein Monosignal liefern wird. Betreiben wir die Gitarre über ein externes Effektgerät, wählen wir eine Stereospur aus. Sollten wir sowohl cleanes Signal als auch das Signal aus dem externen Effekt aufnehmen wollen, so müssen wir jeweils eine Mono- und eine Stereospur auswählen. Achtet bei der Auswahl der Spuren, dass Ihr auch die richtigen Eingangskanäle ausgewählt habt.

In einigen Sequencern müssen die Spuren auch noch „geladen“ oder aktiviert werden, bevor man auf diesen aufnehmen kann. Sind diese Einstellungen alle getätigt, kannst Du überprüfen, ob das Signal ankommt. Die Pegelanzeigen der ausgewählten Spuren sollten den Eingangspegel des Audio Interfaces wiedergeben. Hier kannst Du im Übrigen ein weiteres Mal den Pegel checken und darauf achten, dass Du dem 0dB nicht zu nahe kommst.


Ausblick

Mit dem richtigen Einpegeln deiner Gitarre ist jetzt fast alles für die Aufnahme der Gitarre am Computer vorbereitet und theoretisch steht einer Aufnahme nichts im Wege. Im nächsten Teil von »Gitarre am Computer aufnehmen« werde ich abschließend auf einige Stolperfallen in Sachen Monitoring bei der Aufnahme eingehen.

Wir freuen uns auf deinen Kommentar und dein Feedback! Natürlich kannst Du auch jederzeit Fragen zum Thema loswerden oder von deinen eigenen Erfahrungen berichten.

Gitarre am Computer aufnehmen – Alle Teile

Teil 1: Grundlagen
Teil 2: DI-Box, Effektprozessor & Soundkarte
Teil 3: Richtig Einpegeln « Du bist hier
Teil 4: Monitoring Einstellungen

Mehr zum Thema:
              


Lesermeinungen (2)

zu 'Gitarre am Computer aufnehmen: Gitarre richtig Einpegeln'

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