Kompressor beim Recording oder beim Mixing verwenden?

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Kompressor beim Recording

Kompressor beim Recording oder erst beim Mixing? Hier kommen die Vor- und Nachteile!

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Braucht man den Kompressor noch bei der Aufnahme?

Komprimieren auf dem Weg in die DAW (Digital Audio Workstation)? Oder doch erst später im Mix? Bei der technischen Reife der heute verwendeten Wandler in handelsüblichen Audio Interfaces scheint das Komprimieren der Schallquelle auf dem Weg in die DAW kaum mehr nötig. Und doch findet man immer wieder Toningenieure und Musikproduzenten die genau hierauf schwören.

Der eigene Geschmack ist entscheidend

Natürlich gibt es auch auf diese Frage keine immer gültige Antwort. Zu sehr hängt die Antwort von der jeweiligen Situation und letztlich auch dem eigenen Geschmack ab. Damit Du dir aber eine eigene Meinung darüber bilden kannst, werde ich hier alle Vor- und Nachteile auflisten, die mir dazu einfallen. Du bist gerne eingeladen, diese Liste mit deinen Gedanken zu vervollständigen und diese in den Kommentaren für alle zugänglich zu schreiben.

Passend dazu: Die richtigen Kompressor Einstellungen »

Ohne Kompressor beim Recording

  • Der Gesang bzw. das Instrument wird trocken aufgenommen, alles bleibt im Original erhalten.
  • Du bleibst also flexibel im Mixdown
  • Die Kompression wird beim Abmischen des Songs angewendet.
  • Du kannst jederzeit den verwendeten Kompressor oder die Einstellungen im Mix ändern.
  • Bei Aufnahmen in eine DAW mit 24-bit ist genug Platz, um alle leisen Passagen in optimaler Klangqualität aufzunehmen.
  • Benötigt keine Erfahrung im Umgang mit dem Kompressor.
  • Software-Kompressoren klingen meist nicht so gut wie ihre Hardware-Verwandten.

Mit Kompression bei der Aufnahme

  • Du reduzierst die Wahrscheinlichkeit von digitalem Clipping.
  • Schwankungen in der Positionierung des Sängers durch „Schunkeln“ vor dem Mikrofon werden ausgeglichen.
  • Ist die Aufnahme erst einmal falsch komprimiert, so gibt es selten Rettung.
  • Benötigt viel Erfahrung im Umgang mit dem Kompressor.

Kompression muss man ausprobieren

Du musst selbst entscheiden, ob Du Kompression bereits bei der Aufnahme von Gesang, Sprache oder Instrumenten anwenden willst. Wie so oft geht es darum, verschiedene Situationen zu testen, mit den Einstellungen und Möglichkeiten zu experimentieren und sich anzupassen.

Nicht zu vergessen ist auch das Ziel deiner Aufnahme und deine eigene Erfahrung. Rohmaterial lässt sich stärker formen und verändern, als eine Aufnahme auf die bereits ein Kompressor angewendet wurde. Natürlich kann man auch hier noch ordentlich im Mixdown arbeiten, aber eben etwas bedachter.

Unsere Kompressor Anwendung

Ich selbst verwende keine Kompression bei der Aufnahme, da ich mit exzellenten Wandlern in ein DAW aufnehme und somit genug Auflösung für alle Lautstärken habe. Um Clipping zu vermeiden, nehme ich das Signal bei -3 bis -6dB auf oder versuche die Lautstärkeschwankungen des Sängers mit der Hand während des Recordings auszugleichen.

Wer nicht auf die Wirkung einer prozessierten Stimme auf die Performance des Sängers verzichten will, der kann ja zusätzlich zum Hall im Monitorweg auch noch die Stimme komprimieren und die eigentliche Aufnahme trocken in die DAW leiten.

Tipp: Serielle Kompression – Zwei Kompressoren in Reihe

Alles über Serielle Kompression »

Setzt Du deinen Kompressor beim Recording ein?

Nutzt Du den Kompressor schon bei der Aufnahme? Und wenn ja, wie stellst Du ihn ein? Oder hast Du schlagkräftige Gründe für die Verwendung beim Mixing? Lass es uns wissen und teile deine Erfahrung mit anderen Lesern!

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Lesermeinungen (20)

zu 'Kompressor beim Recording oder beim Mixing verwenden?'

  • Olaf   15. Aug 2009   20:56 UhrAntworten

    Ich persönlich nehme auch ohne Kompression auf - man beraubt sich sonst einfach der Möglichkeit, das Original signal später entsprechend zu bearbeiten. Ist nämlich doch mal was bei der Kompression vermurkst, war es das. Schlecht, wenn man den Gastsänger dann noch einmal holen und evt. bezahlen muss...

  • dj Putin   15. Aug 2009   21:18 UhrAntworten

    ich würde den kompressor auch erst beim mix einsetzen und nicht zur aufnahme. man hat immer noch die volle kontrolle, auch wenn es sich nicht 100% so anhört wie mit einem hardware kompressor. es gibt aber schon echt gute kompressoren, siehe die waves reihe als beispiel.
    aber brauchen tu ich einen auf jeden fall- wenn wir aufnehmen ist alles zu leise und hat nicht genug druck. beim mischen gibts ne menge druck auf die backen, wenn man zb den Rvox benutzt. richtig eingestellt hört es sich auch gut an- zumindest für meine laien-ohren :D

  • olaf2   17. Aug 2009   09:53 UhrAntworten

    Wenn ich schon bei der Aufnahme komprimiere, dann höchstens mit einer Ratio im Bereich 1.5-2.0:1 bei mittleren Attack- und Releasezeiten und einer Pegel-Reduktion von max. 3 dB. Damit lassen sich kleinere Pegelschwankungen durch die Performance des Musikers/Sängers etwas abfedern, ohne zu viel an Dynamik und "Punch" zu verlieren.

    "Echte" Dynamikbearbeitung findet bei mir aber immer erst im Mix statt. Hier kann man auch mal richtig zupacken mit Ratios bis 10:1 und einer Pegel-Reduktion um 12 dB oder sogar noch mehr, je nach dem, was man erreichen will. Wer hierbei lieber Hardware-Kompressoren verwendet, kann das Signal, ähnlich dem Re-Amping von Gitarren-Aufnahmen, auch problemlos wieder aus der DAW in die reale Welt hinaus und nach der Kompression wieder hinein führen. Die zusätzliche DA/AD-Wandlung sollte bei modernen Wandlern kaum ein Problem darstellen.

  • da riddle   20. Aug 2009   03:57 UhrAntworten

    wenn ein/e sänger/in genau versteht,was es heisst,in einen c. hineinzusingen,dann
    soll sie/er das auch tun.
    es kommt auf die stimme an.
    manche stimmen haben sozusagen einen eigenen c.mit eingebaut.
    diesen zu verstärken ist sache der produktion und eine freude für den performer.

    mein cooler tontechniker andi melcher nutzt den c. für raumwelten,die ich nie für
    möglich gehalten hätte,allerdings zugegebenermassen nachträglich

  • Manuel   21. Aug 2009   10:24 UhrAntworten

    raumwelten?

  • da riddle   22. Aug 2009   02:11 UhrAntworten

    tatsächlich und wahr, aber das ist für mich noch ein geheimniss.

    ich werde andi bitten, das zu erklären.

    etwas geduld....

  • DJTrack77   11. Sep 2009   08:28 UhrAntworten

    Gerade bei Stimme, Gitarre (DI) und Bass (DI) bin ich ein großer Freund des gaaaaanz leichten Vorkomprimierens....nur damit man Pegelspitzen/-sprünge und etwas leiser gespielte/gesungene Passagen abfängt, vor allem hier hat man durch nen größeren SNR Vorteile.
    Es kommt aber auch immer darauf an welche Kompressoren zur Verfügung stehen, z.B. bei ner Neve 88RS kann man da ruhig machen, bei guten Channelstrips (LA610-MK2 mit schönem Opto LA2-A) auch...bei ner SSL sowieso....
    Vorkomprimieren mit Plugins würde ich lassen...

  • Sascha   02. Jan 2010   12:56 UhrAntworten

    Hallo,

    Habe im Netz und Zeitschriften viel von kurzen und mittleren Attack- und Releasezeiten gelesen. Kann mir vllt jemand verdeutlichen welche Zahlen das so in etwa sind?

    Vielen Dank

    Gruß

  • Doppelstrang   11. Nov 2010   11:02 UhrAntworten

    Trotz allem, was gegen die Vorkompression bei Recording spricht bin ich der Befürworter diesen aber nur wie es olaf2 auch erwähnt hat, mit einer ganz leichten Vorkomprimierung. Ich bin ein glücklicher Besitzer des Yamaha N8 digital Mischpultes da dieser Maßgeschneidert für Cubase 5 entwickelt wurde. Der N8 hat schon einen Kompressor am Board, welches ich nutze um nur eine ganz sanften Vorkomprimierung zur Reduzierung des digitalen Clippings zu erzeugen. Im Mischprozess werden dann plug- in Kompressoren eingesetzt.
    Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist es beseer keine Vorkompression zu nutzen um die höchstmögliche Dynamik beizubehalten, dazu muss man aber vielmehr Zeit investieren alles vernünftig einzupegeln.
    Der zweite Grund, warum ich Vorkomprimiere ist einfach die Bequemlichkeit die im Umkehrschluss zu mehr Sicherheit führt.

  • Frank touch   11. Apr 2011   18:04 UhrAntworten

    Also ich habe das bei einigen Sängern auch versucht, aber grade wenn deutsch gesungen wird, werden Wörter mit R undeutlich bzw. mit schlechten nebengeräusch. Es klingt kanntig nicht mehr rund. Setzte dafür lieber den Kompressor als erstes in die Kette ein damit ich erstmal alle Töne habe die ich dann mit dem Multiband EQ bearbeite. Sehe grade das thema kam schon 2009 jetzt ist 2011 hehe. Besser spät als nie

  • Die Seelen   29. Apr 2011   16:43 UhrAntworten

    Ich nehme die Vocals auch ganz gerne leicht ankomprimiert auf. Allerdings eher aus Faulheit. Dann muss ich mir nicht so viele Gedanken über Digitales Clipping machen.

    Außerdem habe ich bisher beim Mixen dann immer noch nen weiteren Kompressor auf die Vocals gelegt.

    Bisher habe ich diese Herangehensweise noch nie bereut.

    Von den Kommentaren her steht es 5:2 für "mit Kompressor aufnehmen"... ;-)

  • Bernd Lochschmidt   20. Okt 2012   08:42 UhrAntworten

    Ich nehme bei einem Sänger das unkomprimierte Signal Links und gleichzeitig das komprimierte Signal Rechts in einem Stereofile auf. Der Sänger hört das komprimierte Signal und kann mit dem Kompressor arbeiten. Wird was bei der Kompression vermurkst steht immer noch das unbearbeitete Signal zur Verfügung. Der Vorteil beim Stereofile besteht darin das man beim Schneiden immer beide Signale sauber mit bearbeitet.

  • David Solberg   11. Dez 2012   14:34 UhrAntworten

    fast jeder richtig bekannte produzent komprimiert bei der aufnahme. 1:1,5 oder 1:2, 2-3 db gain reduction kann man nicht wirklich was falsch machen ! wer den unterschied schon mal gehört hat wird sicher noch leichter zu überzeugen sein. und wenn man von 1,5 er oder 2 er ratio mehr dynamik braucht nimmt man etwas expander dazu. wird aber so gut wie nie vorkommen. hatte einen universal audio LA 610 mit U 87 ai - unschlagbare kombination, da gibts für die kompression auch nur einen drehregler, da kann man nur vieles richtig machen...

  • Philipp M. Jost   21. Mrz 2017   18:21 UhrAntworten

    ich nehme immer alles so auf wie ich es auch allfällig live spielen würde also nur kompression auf dem masterbus ;) auf den einzelnen spuren benutze ich, wenn überhaupt, nur eq...
    e-gitarre/e-bass kompressor vom pedal-/fx-board und sampler/keyboards anständig einstellen ;)
    braucht zwar immer scheiss viel zeit, aber am ende ist man so immer am portabelsten und unabhängigsten von lokalen systemen...

  • Bernd   21. Mrz 2017   18:39 UhrAntworten

    Ich benutze sehr gerne meinen Federal Limiter AM 864 Nachbau zum vorkomprimieren. Das Meter bewegt sich eigentlich gar nicht und trotzdem komprimiert der Bursche. Für einen Varimu kann der bei Pegelspitzen auch ganz schön zupacken und trotzdem klingt es stets sehr natürlich.

  • Mike Priester   21. Mrz 2017   19:42 UhrAntworten

    Gleich komprimieren!

  • Kazakh Kazakh   21. Mrz 2017   21:31 UhrAntworten

    Danach!

  • Patrick Zündel   21. Mrz 2017   22:07 UhrAntworten

    Danach. Woher soll ich wissen, was ich komprimiere, bevor ich nicht weiß, was im Endeeffekt bei der Aufnahme rauskommt?

  • Wolfgang Picher   21. Mrz 2017   22:38 UhrAntworten

    kommt ganz auf die situation an, pauschalieren kann man für Kompression bei der aufnahme gar nicht.
    Hab letztens ne death metal band bei mir im studio gehabt, da war ich beim vocal recording schon irrsinnig froh über meinen pro channel II, da ich mit dem optischen kompressor sehr gut gegen clipping angekommen bin!

  • oboe   23. Mrz 2017   10:47 UhrAntworten

    Im Broadcast-Bereich komprimiere ich sofort (z. B. mit einem Jünger...), ansonsten lieber ohne. -3 bis -6 dB wäre mir allerdings zu heiß, ich nehme mit deutlich mehr Headroom auf, bei 24 Bit und guten Wandlern halte ich das für unproblematisch. Ich will schließlich auch, dass sie die Musiker anstrengen, und die Dynamik und den Klang bestmöglich selbst einschätzen können.

  • fatman   15. Apr 2017   16:13 UhrAntworten

    Ich wundere mich wie pauschaliert von einigen Lesern über das Komprimieren kommentiert wird. Ob ich einen Kompressor nutzen will, kann sich doch nur aus der Situation und der Quelle ergeben.
    Vorkompression würde ich tendenziell bei der Stimme überlegen. Bei Soundmodulen, sowie elektr. (Tasten-)Instrumenten, verbietet sich das eigentlich. Beim Schlagzeug kann sein, kann auch nicht sein, hängt von Schlagzeuger ab. Bei elektr. Gitarren hängt es vor allem davon ab, ob ich per Mic. vom Verstärker abnehme oder direkt in das Interface einspiele. Usw., usw.
    Zusätzlich sollte man sich Gedanken machen, ob das Musikstück Dynamicsprünge vorschreibt oder ob ich wie in Heavy Metall totkomprimieren will.

Sag uns deine Meinung!

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