Gitarrensoftware: Vor- und Nachteile softwarebasierter Gitarreneffekte

Die Vor- und Nachteile von Gitarrensoftware und Gitarrenplugins

Gitarrensoftware: Vor- und Nachteile softwarebasierter Gitarreneffekte

Alles, was Du heute noch für einen fetten Gitarrensound benötigst, sind eine Gitarre (mit Kabel), ein passendes Audio Interface, ein Audio Computer und eine Gitarrensoftware zur Amp-Simulation. Die Möglichkeiten und die Flexibilität der Erstellung und des Editierens deines Gitarrenklangs sind überzeugend, aber es gibt nicht nur Vorteile beim Verwenden von Gitarrensoftware am Computer.

Beginnen wir zunächst mit den Vorteilen der Gitarrensoftware:

Pro Gitarrensoftware: Niedrige Anschaffungskosten

Allein dir einen Gitarrenverstärker als Stack zuzulegen kann locker an die 5.000 Euro herankommen. Und dann besitzt Du nur einen Verstärker und nur dessen einen Klang. Dazu müsstest Du nun auch noch diverse Effekte, die ein oder andere Gitarrenbox, einen Haufen abgefahrener Stompboxes (Bodeneffekte) und natürlich auch noch die notwendige Verkabelung anschaffen.

Ein Gitarren-Plugin kostet wenige hundert Euro und bietet dir eine ungeahnte Vielfalt an Gitarrenklängen, Effekten und Verstärkern. Dazu kommen noch die Emulationen unterschiedlicher Mikrofone, die ebenfalls ein Vermögen kosten.

Ein Audio Interface und ein Audio Computer sind in den meisten Fällen ja schon vorhanden. Aber selbst, wenn Du die Kosten zusammenrechnest liegst Du noch deutlich unter den Kosten für ein “echtes” Gitarrensetup.

Kurzum: Die Anschaffungskosten für echtes Musik Equipment für deine Gitarre würde dich ein Vermögen kosten.

 

Pro Gitarrensoftware: Flexibilität

Das Erstellen neuer Klänge, das Ändern von Einstellungen und das Austauschen der Effektreihenfolgen sind ein echter Traum bei der Verwendung von solcher Gitarrensoftware. Mit wenigen Klicks ist der Gitarrenverstärker getauscht, ein neuer Distorsion-Bodeneffekt eingebunden oder das virtuelle Mikrofon durch ein besseres ersetzt.

Mit echtem Gitarren Equipment kann jede einzelne dieser Aktionen bereits eine Menge Zeit in Anspruch nehmen und wäre deutlich unpraktischer zu handhaben.

 

Pro Gitarrensoftware: Keine Anschlusssorgen

Ist es bei echtem Gitarren Equipment noch ein echtes Problem manch Effekte miteinander zu verkoppeln, so fällt dies bei der Verwendung einer virtuellen Amp-Simulation gänzlich weg. Impedanzen, Pegel und dergleichen sind Probleme von gestern.

 

Pro Gitarrensoftware: Die Studioarbeit

Über die Flexibilität haben wir bereits etwas weiter oben gesprochen. Aber in der Studioarbeit kommen noch weitere Vorteile hinzu. So kann der Klang zu jedem Zeitpunkt in der Musikproduktion noch nachträglich geändert werden (sofern Du die Effekte nicht bereits in eine Datei gerechnet hast).

Hier kann die echte Hardware nicht mithalten. Denn einmal aufgenommen, kann der Klang nur noch geringfügig im Nachhinein geändert werden. Auf jeden Fall aber kannst Du den Klangcharakter nicht mehr ändern.

Dazu kommt, dass alle Einstellungen als Preset abgespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgerufen werden können – Total Recall. Klarer Pluspunkt für die Gitarren Plugins.

 

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Lesermeinungen (16)

zu 'Gitarrensoftware: Vor- und Nachteile softwarebasierter Gitarreneffekte'

  • finaltune
    21. Jun 2010 | 20:45 Uhr Antworten

    Danke für den Artikel, war sehr interessant deine Meinung zu dem Thema zu hören.

    Zum Thema Klang: Da ist mir die “niedrigere” Qualität (die eh im Mix kaum einer hört) es wert, dass ich tausende Euro gespart habe und auch noch ne Menge Möglichkeiten mehr habe, was das Ändern des Klanges im Nachhinein betrifft.

  • vanhold
    21. Jun 2010 | 21:09 Uhr Antworten

    Gute Artikel! Ich liebe Guitar-Software. Da ich nun seit ca 35 Jahren Musik mache, also die Vor- und Nachteile der verschiedenen Setups kenne, bin ich von den Dingen die heutzutage möglich sind, begeistert. Schon der Aufbau eines Verstärkers inclusive Effektpedalen, die folgende Mikrofonie und die Suche nach dem “richtigen” Sound haben mich in der Vergangenheit schon häufig abgenervt. Bin leider kein Superstar der sich einen Gitarrentechniker bzw. einen Roadie leisten kann. Heute stöpsel ich meine Gitarre oder ein Mikrofon ins Interface, wähle ein Preset (schön sortiert) und kann loslegen. Das fördert meine Kreativität! Da ich auch ein Freund von rohen, nicht zu überproduzierten Sounds bin, hat dies meine Arbeitsweise auch sehr beschleunigt und so liegt in relativ kurzer Zeit ein für mich brauchbares Ergebnis vor. Ich liebe es! Live ist natürlich etwas anderes aber da kann man auch was machen, obwohl die Einarbeitung bzw. die Einstellungen und Bedienung dort mehr Zeit brauchen als im “Studio”. Besser ist Amp auf 12 und gut.

  • Seppel
    22. Jun 2010 | 00:38 Uhr Antworten

    1. virGuitar kann jeder spielen der ein wenig von Harmonie Ahnung hat, Griffe+Akkorde muss man sich erst beibringen.
    2. Workflow: wer virGuitar nutzt kann simpel quantisieren und hat ein 1a Riff in weniger als 5 min, der Gitarrist brauch, wenn er kein Profi ist, wenigsten 5 takes um ein gutes Riff in Kombi. mit Timing zu zaubern.
    3. Man kann das origi. Signal der virGuitar auch durch ein hardware Röhren-Amp schicken und schon kann niemand mehr unterscheiden ob echt oder software, unabhängig von der spielerischen Leistung, ob mit Masterkeyboard oder Gitarre.

  • Ramon Smith
    22. Jun 2010 | 08:25 Uhr Antworten

    Als Randgruppenmusikproduzent werde ich mich in den nächsten 2 wochen in einer art selbsttest zu dem thema befinden. eine Junge band nimmt hier ihr demo bei mir auf und die jungs haben kleine test aufnahmen am heimischen labtop mit amplitube gemacht und waren schwer zufrieden. aber sehr einfache riffs.
    ma schaun, wie gut das zusammen mit dem rest klingt, wenn die ihre eigentlichen lieder einträllern.
    Der eigentliche beweggrund ist hierbei die nachträgliche flexibilität. Der sound kann einfach, wenns 2 wochen nachm mastern doch nervt, nochmal verändert werden. und wenns nur kleinigkeiten sind.
    Ich persönlich bin eher skeptisch, vor allem wegen der unterschiedlichen spielweise der gitarristen.
    Notfalls hinterher alles neu durchn Amp, haben wir abgemacht.
    Wobei Deathcore-Gitarrensounds auch nicht viel mit klassischem Gitarrenspiel zutun hat.

    Ich bin gespannt und werde gerne berichten, was (und warum) hinterher genommen wurde, wenn denn erwünscht ^.^

  • Klaus
    22. Jun 2010 | 11:46 Uhr Antworten

    @Seppel – hast du da auch mal ein Hörbeispiel?

  • docmidnite
    22. Jun 2010 | 17:09 Uhr Antworten

    Hatte über die Jahre hinweg so einiges zwischen Gitarre und Ohren. Das virtuelle Zeugs funktioniert einfach easy und klingt! Soll mir keiner erzählen er hört den Unterschied wenn er nicht wirklich bei einer Produktion anwesend war und von der Macht eines in die Sättigung gefahrenen Röhrenbollwerks schlicht beeindruckt war…
    Live allerdings geht erstmal lange nichts über einen guten Verstärker nebst dem Kram, den jeder nach seinem Geschmack dabei haben möchte.
    Nach Guitar Rig würde mich aber doch brennend der Vergleich zwischen den bek. stand-alone-Lösungen (AxeFX, Eleven Rack) interessieren.

  • r o m a n
    22. Jun 2010 | 17:53 Uhr Antworten

    Ich benutze mittlerweile nur noch Software, einfach wegen der Bequemlichkeit und auch wegen der begrenzten finanziellen Möglichkeiten im Homerecording, vor allem als Schüler. Dazu kommen noch Platzprobleme! Für Demos & co. find ich den “emulierten” Sound auch recht tauglich – gehts dann aber ans ‘richtige’ Recorden ist die Ampvariante denk ich schon besser. Zudem verbringt man m.M.n. lieber ewig Zeit mit der Suche nach dem richtigen Gitarrensound am Amp als nachher es wieder abzuändern/schummeln. Aber als Schüler ist die P/L vom Softareampmodeling einfach besser: einfach den Cubase interne Amp Modeler …taugt mir völlig

    @Seppel – wo ist im Artikel von Gitarrensampling die Rede? Außerdem kann ich mir schwer vorstellen, dass man mit Samples ein gefühlvoll eingespieltes Solo nachahmen kann.

  • Kurt aus b
    10. Nov 2011 | 10:33 Uhr Antworten

    An dieser Stelle mal einen Gruß an Carlos, ich finde doch hier beim Rumstöbern immer wieder Themen wo ich mich dann doch mal aufraffe meine Erfahrung kund zu tun (bin eigentlich mehr der Leser). Ich benutze seit einiger Zeit beides (Guitar rig mit zugehörigem Controller 3 und meinen alten Marshall). Langsam geht es aber immer mehr zur Software. Auch live benutze ich die Software immer öfter über 2 alte 450 Watt aktiv Lautsprecher. Sind noch aus meinen Orgelaktivitäten, sowas von analog, rauschen nach dem Einschalten unaufdringlich und machen Dampf ohne Ende. Meine Mitstreiter sind darüber nicht so glücklich da die Lautsprecher “tonnenschwer” und groß sind. Ich finde es wirklich praktisch einen Taster zu treten und mein Setup für einen Song steht. Erst hatte ich Bedenken wegen der Zuverlässigkeit aber da im Übungsraum nie Probleme auftraten habe ich mich dann auch live rangewagt. Es hat natürlich ziemlich lange gedauert die eigenen Setups zu basteln und immer wieder mal ändere ich etwas ab aber Fehler traten bisher nur durch eigenes Verschulden auf, falsches Setup gewählt, daß kennt aber wohl auch jeder beim benutzen von Hardware Tretern. Allerdings, je nach Setup, wird nicht immer jede kleine Fingerbewegung klar hörbar umgesetzt (gerade bei verzerrten Sounds) und somit behält bei vielen Songs mein “richtiger” Gitarrenverstärker seine Berechtigung. Also kurz und gut: Meiner Meinung nach hat beides seine Berechtigung, um zu Hause zu üben und homerecorden stellt sich für mich allerdings nicht mehr die Frage was ich benutze, ich kann mir meine Gitarre per Kopfhörer auf mein Ohr stöpseln, so laut spielen wie ich möchte und die Nachbarn grüßen mich wieder, also habt alle viel Spass beim Gitarre spielen egal mit was
    Gruß
    aus Berlin

    • Carlos San Segundo (delamar)
      10. Nov 2011 | 10:38 Uhr Antworten

      Gruß zurück und danke dir für deine Kommentare :)

  • docmidnite
    20. Dez 2011 | 11:30 Uhr Antworten

    Bin mittlerweile stolzer Besitzer des AXE Fx II und werd es nicht mehr hergeben ;-)
    @Ertul: Du hast vollkommen recht aber die meisten von uns haben weder die Räumlichkeiten, noch die Mikros geschweige denn verschiedene Boxen etc. und schon gar nicht die Zeit, das alles wie beschrieben auszuprobieren…

  • Ertul Celik
    20. Dez 2011 | 11:04 Uhr Antworten

    Ich meine, man sollte, wenn man die Möglichkeit hat, als Einarbeitung und Erfahrung sammlen, doch wie früher auch die Gitarren mit Mikrofonen aufnehmen. Am besten mehrere verschiedene Mikros mit verschiedenen Positionen aufnehmen, danach mal richtig reinhören und gegenvergleichen, analysieren. Erst wenn man das so technisch richtig verstanden hat, kann man auch dann manchmal mit einer Software sehr gute Ergebnisse erreichen. Allein, dass die Lautsprecher einer Gitarrenamp eine eigene Membran-Schwingungen haben, haben diese ganz andere Attack und Release Zeiten, als wie direkt mit der Di Box aufgenommenes Signal. Jede Box Klingt deshalb anders. Man kann mit der echten Mikrofonierung sehr viel an Sound erreichen. Man kann aber auch beides Kombinieren, also direktes Signal mit den Mikrofon Signalen. Ich sehe die Gitarre mit seinem Verstärker als ein Instrument.

  • Ertul Celik
    20. Dez 2011 | 12:15 Uhr Antworten

    @docmidnite: Deswegen hab ich ja auch vorher geschrieben, wenn man die Möglichkeit hat. Ich wollte eigentlich hindeuten, wenn man den normale üblichen Fall kennt, kann man mit Simulationen bewuster und gezielter umgehen. Denn in diesen Simulationen wird ja das Ganze nachgebildet mit Mikros, Positionen, Boxen usw. wie soll man das denn alles wissen, wenn man vorher das nicht gemacht hat ?

    • Ertul Celik
      20. Dez 2011 | 12:35 Uhr Antworten

      @docmidnite: Das sollte aber keine Ausrede sein, wenn man keine Zeit, keine Räumlichkeit und keine Mikros hat, so etwas sich beizu bringen.
      Ich damals hatte nicht mal einen Pfenig in der Tasche, kein studio nicht mal mikros. Die Zeit, die habe ich mir genommen, weil das für mich sehr wichtig war, welche Möglichkeiten man hat, gute Gitarren Sound hinzubekommen.
      Es gibt günstige Workshops, viel Tonstudios, viele Bands, einfach mal nachfragen… so hab ichs gemacht.
      Mittlerweile arbeite ich fast nur noch mit Simulationen. Erstens, weil diese heut zu Tage sehr gut sind. Zweitens, die alten Gitarristen mit eigener Amp und Setups gibts heute weniger wie früher.Und drittens günstiger…

  • docmidnite
    20. Dez 2011 | 15:10 Uhr Antworten

    @Ertul: Na siehste, da sind wir doch ganz nah beinander ;-)
    Die harte Schule via unzähliger livegigs (die berühmten Ami-Clubs)mit unzähligem gear (Vom Comboamp über Marshall stack über Stereo mit 16 HE Rack und wieder zurück) sowie diverse Studioproduktionen, hab ich durchlaufen und vor Allem eins draus gelernt: Ich kling immer… wie ich…;-)

  • Frank der Konsolen-Guru
    31. Mrz 2012 | 14:56 Uhr Antworten

    Hmmmmm – Das hatten wir doch schon mal:
    Apple vs PC, Logic vs Cubase, analog vs digital…

    Ich sag nur: Beides hat seine Daseinsberechtigung!

    Entscheidend ist der Sound, welchen man haben möchte…

    1) Bei einer Live Session kann sich auch mal ‘ne Röhre (oder gar das Netzteil) im Amp verabschieden, dann ist auch Ruhe im Solo…

    2) Bei’m Livekonzert einfach ZWEI Rechner parallel laufen lassen (ähnlich Havarie-Ersatz-Mikrophonen).

    Und ganz wichtig: Ohne gute (neue?) Song-Ideen nützt auch die beste und teuerste Hard- und Software nix!

    Merke: Musik geht vom Lautsprecher durch die Luft ins Ohr…

    In diesem Sinne: Franky aus NRW.

  • Bjarne
    29. Mai 2012 | 08:25 Uhr Antworten

    Hi zusammen und ein riesen Dankeschön an die macher dieser Seite!!!
    meine Lieder werden immer besser :-)

    Nun aber zu dem, was ich eigentlich sagen wollte:
    Bei mir isses keine Frage, ob ich die Gitarre über meinen Marshall einspiele oder über ne Software.
    Warum? Ich habe Nachbarn über, unter und neben mir.
    Da kann ich den Amp nich einfach so mal aufdrehen, weil ich sonst Klopfgeräusche mit auf der Aufnahme hab :-)

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