7 Tipps, um Zeit im Tonstudio und damit Kosten zu sparen

7 Tipps, um Zeit im Tonstudio und damit Kosten zu sparen

Einige Musiker haben für sich entdeckt, dass Aufnahmen in professionellen Tonstudios zu einer besseren Klangqualität als ihr eigenes Homerecording führen. Natürlich sind die hiermit verbundenen Kosten um ein Vielfaches höher und umso wichtiger wird es, die Studiozeit so effizient wie möglich zu nutzen. Aber was kannst Du tun, um dieses Ziel zu erreichen?

 

1. Songwriting

Über diesen Punkt haben wir bereits mehrfach gesprochen. Aber der Vollständigkeit halber sei auch in diesem Artikel betont, wie wichtig es ist, die Songs bereits fertig geschrieben zu haben, bevor Du ins Tonstudio gehst. Es gibt keinen Grund, 100 Euro pro Stunde dafür auszugeben, den letzten Satz in den Lyrics auszubessern oder eine Bridge zu schreiben.

 

2. Üben

Genauso offensichtlich ist es, dass ein Gang ins Tonstudio sehr teuer werden kann, wenn die Songs noch nicht richtig sitzen und der ein oder andere Musiker in der Band stolze 22 Takes für eine passable Version benötigt. Die Lösung hierfür ist sehr einfach: Üben, üben und nochmals üben.

 

3. Vorproduktion

Was sich ebenfalls in der Vergangenheit bewährt hat, ist eine simple Vorproduktion der aufzunehmenden Musikstücke in der heimischen Recordingmgebung. Gemeint ist eine Art Vorproduktion, bei der Du die Songs in deiner eigenen DAW oder aber auch in einem handelsüblichen Recorder aufnimmst. Der Vorteil liegt darin, dass Du dir bereits im Vorfeld schon Ideen über die Produktion machen und Ideen entwickeln kannst. Das bedeutet weniger Zeit für das Experimentieren im Tonstudio und damit auch weniger Kosten, die auf dich zukommen.

 

4. Anzahl der Songs

Es liegt auf der Hand, dass der Zeitaufwand für das Recording deines neuen Album sich mit jedem weiteren Song vergrössert, nicht wahr? In einigen Fällen ist es eine doppelt sinnvolle Massnahme, die Anzahl der Songs auf dem Album zu reduzieren. Nicht nur, dass Du hier eine Menge Zeit und Geld sparen kannst. Ein Album mit acht guten Songs ist auf jeden Fall immer besser als 15 Songs, von denen 7 nur Lückenfüller sind.

 

5. Text- und Notenblätter ausdrucken

Gerade gestern im Tonstudio erlebt. Da kommt eine Sängerin und hat vergessen, das Textblatt mit dem kürzlich geändertem Songtext mitzubringen. In einer langwierigen Prozedur musste erst festgestellt werden, dass auch mit dem Internetanschluss keine Chance war, an den Text zu kommen. Und danach musste der neue Text neu geschrieben und ausgedruckt werden. Schade um die Zeit.
Und wenn Du schon die Text- und Notenblätter ausdruckst, dann denk auch bitte daran, dem Tontechniker eine Kopie anzufertigen.

 

6. Punch-In statt Edits

Man kann heute viel beim Editieren lösen, keine Frage. Wenn wir den Faktor Zeit aber berücksichtigen, dann gibt es viele Probleme, die wesentlich schneller und effektiver mit einem Punch-In beim Recording gelöst sind. Gerade bei einzelnen Phrasen oder Licks führt dieser Weg ganz schnell zum Ziel.

 

7. Selbst Editieren

Das Editieren der aufgenommenen Spuren ist eine zeitraubende Arbeit, die Du mit etwas Knowhow und einem entsprechenden Programm selbst übernehmen kannst. Leise Passagen kannst Du stummschalten oder einfach Stille einfügen. Je nachdem wie viel Du dir zutraust (und ob Du dieselbe Software wie das Tonstudio nutzt), könntest Du auch die Auswahl der Takes selbst übernehmen.

 

Wie kannst Du noch mehr Zeit im Tonstudio sparen?

Im Moment fallen mir keine weiteren Ideen ein, wie Du Zeit und Kosten im Tonstudio einsparen könntest. Aber vielleicht kennst Du noch weitere Wege? Schreib mir und den anderen delamari deine Tipps in die Kommentare und lasse die Community teilhaben.

Lesermeinungen (7)

zu '7 Tipps, um Zeit im Tonstudio und damit Kosten zu sparen'

  • Marc
    25. Jun 2010 | 16:30 Uhr Antworten

    Tipp8: Alle Instrumente checken, dass sie ordentlich laufen und keine Wackler haben
    Tipp9: Alle Instrumente stimmen. Intonation bei der Gitarre, ganz wichtig, Schlagzeug stimmen
    Tipp 10: Texte in großen Buchstaben ausdrucken, da kann der Sänger einfacher und besser ablesen
    Tipp 11: Neue Saiten auf die Instrumente
    Tipp 12: Den Engineer vorher genau fragen, was er aus der Vorproduktion braucht, ob Regions oder nicht, welche Datenformate etc.
    Tipp 13: Alle Spuren als Backup auf nem USB-Stick mitnehmen

  • Maik Waschfeld
    26. Jun 2010 | 01:17 Uhr Antworten

    Tipp 14: Darauf achten, daß auf dem USB-Stick tatsächlich die Daten und nicht nur die Verweise/Links drauf sind.

  • $hotty Balle
    26. Jun 2010 | 01:41 Uhr Antworten

    Recordingmgebung

    da hat sich wohl das u verflüchtigt

  • Michael Boever
    18. Dez 2011 | 19:51 Uhr Antworten

    Hallo,

    wir waren gerade im Studio und haben Demoaufnahmen gemacht. Hier ein kleiner Tip, der uns wirklich viel Zeit gespart hat. Wir haben 4 Wochen vorher wirklich intensiv, mit der ganzen Truppe, nach”Klick” geübt haben. Hätte nicht gedacht das es sovil bringt !!!

  • Thomas “thommytulpe” Nimmesgern
    19. Dez 2011 | 01:25 Uhr Antworten

    Hallo!

    Was ist bei Punkt 6 mit “Punch-In” gemeint? (Den Begriff kenne ich gar nicht, deswegen die Frage.)

    • Carlos San Segundo (delamar)
      19. Dez 2011 | 09:34 Uhr Antworten

      Da stellt sich die DAW-Software auf Record an der Stelle, an der Du den linken Locator gesetzt hast.

      • Joesi
        21. Feb 2012 | 11:56 Uhr

        Stimmt. Allerdings ist das von DAW zu DAW unterschiedlich. Ich würde es allgemeiner halten, zb. so: Punch in bedeutet, dass die DAW bei einer von dir definierten Stelle mit dem Recording beginnt und bei einer von dir definierten Stelle wieder aus dem Recording aussteigt.
        Vorteil: Nur der fehlerhafte Teil einer Aufnahme wird “überspielt” und vor dieser Stelle hört der Musiker das bisherige Audiomaterial als Playback. Dazu kann er/sie schon mal mitspielen, damit der im Punch-in aufgenommene Part dann besser mit dem vorangegangenen Material “zusammenpasst”
        lg
        Joesi

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