Podcast #40: Mehr Fans für deine Band / Konzerte vs. CD-Verkauf / Preiswerte Raumakustik

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Mehr Fans für deine Band / Konzerte vs. CD-Verkauf / Preiswerte Raumakustik

Wie immer an dieser Stelle: Vielen Dank an alle delamari, die sich gestern in den Live-Chat eingeschaltet haben und zusammen mit uns die Sendung gestalten konnten. Die steigenden Zahlen machen uns jedenfalls auch weiterhin Mut, die Live-Sendung fortzuführen! Wir freuen uns schon auf kommende Woche.

Die Themen sind nach Gewichtung sortiert, die chronologische Reihenfolge gibt es auf der Webseite des delamar Podcasts für Musiker und Musikbegeisterte!

Mehr Fans für deine Band

Fans sind das Kapital aller Musiker und Bands. Und so haben wir in den vergangenen Tagen und Wochen den ein oder anderen Tipp für mehr Fans mit geringem finanziellen Aufwand oder für besseres Guerrilla Marketing gegeben. Wir greifen im aktuellen Podcast das Thema nochmals auf und beleuchten etwas die Hintergründe. Zudem bekommst Du zahlreiche weitere Tipps, um noch mehr Fans für die eigene Musik zu gewinnen, erfährst zwei Schauplätze, an denen Du auf jeden Fall ein Konzert gegeben haben solltest und verraten dir weiterhin gute Tipps für deine Selbstvermarktung als Musiker.

 

Einnahmen aus Konzerten vs. Einnahmen aus CD-Verkäufen

Das Thema bleibt heiss diskutiert und nun gibt es Fakten und Zahlen aus Großbritannien. Der Times Blog hat die steigende Bedeutung von Live-Gigs, Konzerten und Auftritten im Vergleich zu den CD-Verkäufen veröffentlicht und die Message ist klar. Die steigenden Einnahmen an Konzerten und Auftritten für Musiker haben enorm zugenommen! Gleichzeitig sinken die Einnahmen aus CD-Verkäufen für Labels dramatisch und für Musiker / Bands moderat. Wir sprechen über die Bedeutung dieser Zahlen und inwiefern das Ganze auch auf Deutschland anzuwenden ist.

 

Tipp der Woche

Heute kannst Du eine gut klingende Orgel im Tipp der Woche kennen lernen. Markus stellt die Orgel-Shareware Organized Trio vor, die für moderates Geld einen Topp-Klang liefert.

 

delamar Hörerfragen

In den heutigen Hörerfragen ging es unter anderem um folgende Punkte:

  • Einschleifen von externen Effekten in die Sequencer-Software Cakewalk Sonar
  • Preiswerte Massnahmen für bessere Raumakustik im Tonstudio
  • Was macht Mastering-Software so speziell und muss ich mir diese zulegen?

 

Bei den News hatten wir folgende Themen:

Tot und immer noch reich

Das Magazin Forbes verrät die bestverdienenden unter den verstorbenen Stars des Jahres. Was erstaunt: Obwohl unser lieber Michael Jackson unter den verstorbenen Musikern ganz klar vorne liegt, schafft er es im Vergleich mit den anderen Größen nicht ganz auf den ersten Platz. Wir sprechen über die Einnahmen und über Michael Jackson.

 

Band-Contest im Nachbarland

Der Austrian Newcomer Award bietet Nachwuchsbands die Chance, sich im Wettbewerb mit anderen Bands zu beweisen. Insgesamt sechs Awards vergeben unsere Nachbarn, dabei einer an das angrenzende Ausland. Wir sprechen über diesen Band-Contest, die Jury und die Chancen, die sich durch die Teilnahme an einem solchen Wettbewerb ergeben. Am Rande geht es um den neuen Act, der von Mario Barth protegiert und vorgestellt wurde.

 

Plattendeal gewinnen?

Wir sprechen über einen weiteren Wettbewerb, an dem Musiker elektronischer Musikstile teilnehmen können. Als Preis winken hier ein waschechter Plattendeal, das Komplete Pack von Native Instruments oder diverse andere Samples für dein eigenen Heimstudio.

Willst Du etwas gewinnen?

Wir verlosen ein weiteres Soundset von Cinematique Instruments: Beantworte die einfache Frage, die wir am Ende des heutigen Podcasts stellen und schick uns deine Lösung in Form einer Email mit dem Betreff “Soundset” an gewinnspiel(ät)delamar.de – den Gewinner geben wir am kommenden Montag während der Live-Aufzeichnung bekannt. Wir wünschen dir viel Glück!

Der heutige Podcast ist eine knappe Stunde lang und etwa 60 MB gross. Ich wünsche dir viel Spass beim Hören und ich freue mich, dich nächste Woche bei der Live-Aufzeichnung zu sehen!

Mehr Fans für deine Band / Live-Gigs vs. CD-Verkauf / Preiswerte Raumakustik

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Lesermeinungen (6)

zu 'Podcast #40: Mehr Fans für deine Band / Konzerte vs. CD-Verkauf / Preiswerte Raumakustik'

  • Leep   18. Nov 2009   01:00 UhrAntworten

    Sorry, aber da merkt man doch daß ihr nicht von eurer "eigenen geschriebenen" Musik lebt. Sonst hätte ihr nicht mehr diese scheiß-auf-Labels-wir-können-jetzt-alles-selbst Mentalität.

    Ich selbst bin Artist und mittlerweile Betreiber eines Indi Labels.
    Zunächst muss man mal differenzieren um welche Musikrichtung es geht. Jede Sparte hat nochmal seine eigene Gesetzte! Find ich schonmal falsch, daß ihr immer alles über einen Kamm schert und nicht differenziert.

    Ich kann hier nur von der Club Branche reden:
    Klar kann ein Künstler von Live leben und ist nicht auf Plattenverkäufe angewiesen. Könnte man als Laie erstmal denken. Aber der Punkt ist das sich immer mehr herauskristalisiert, daß es eben ohne die Labels nicht geht!

    Im Endeffekt sägt sich der Künstler selbst den Ast ab, auf dem er sitzt wenn er seine Musik verschenkt oder das Supportet. Denn es hat sich jetzt schon herausgestellt, daß das offener-Markt-für-jedermann-Konzept eben nicht aufgeht!

    Beispiel online-Labels. Jeder kann mittlerweile ein Online-Label aufmachen und dort ohne Risiko Mp3's verkaufen. Früher konnte man sogar seine Songs gleich auf Itunes oder Beatport anbieten.

    Es dauerte nicht lange und der Markt war fölligst überschwemmt von qualitativer schlechter Musik die kein Mensch hören wollte. Jedenfalls hat sich jetzt herausgestellt, daß nur wenige Konsumenten daran überhaupt interessen haben. Die meisten verlassen sich einfach auf die Labels und haben keine Lust oder Zeit sich von Millionen von neuen Songs durchzuhören!

    Man kann diese Entwicklung natürlich schade finde, daß die meisten Konsumenten weniger offen sind, als man es zu hoffen geglaubt hat, aber man sollte aufhören sich da falsche Vorstellungen zu machen bzw. diese Vorstellungen in der Öffentlichkeit zu "predigen".

    Jedenfalls haben wir jetzt schon die Sitation, daß so ziemlich jeder der Musik macht absolut penedtrant den Konsumenten mit agressiver Werbung auf die Klöten geht. Durch diese Flut von Werbung interessiert es den Konsumenten n Nullinger was Band X und DJ Y schon wieder für tolle neue Songs oder Gigs hat.

    Nein, Labels die für ihre Release Geld und Risiko investieren haben die Aufmerksamkeit behalten, weil sie einfach mit qualitativeren Musik gepunktet haben in den letzten Jahren und das Vetrauen bekommen haben. Sie übernehmen die Aufgabe die gute Musik aus dem Sumpf herauszupiken. Aber leider sind sie ganz derbe am aussterben und selbst die Vertrieben sterben wie die Schmeissfliegen, weil kaum noch gekauft wird. Egal ob Mp3's, CD's oder Vinyl. Wenn von steigenden Zahlen berichtet wird, sollte man sich ganz genau anschauen wer davon profitiert. Schön wenn große Bands wie Bon Jovi immer mehr Mp3's verkaufen können, aber den kleinen Labels hilft das nichts. Ist auch kein Problem, solange man nur auf Major-, Radio- und TV Musik steht. Alle anderen könnten in Zukunft ein Problem bekommen.

    Und seltsamerweise sind es nur die Medien die sich auf Anfänger sowie Neueinsteiger im Homerecording Bereich spezialisiert haben, die eine neue Welt propagieren, indem jeder ganz alleine nur durch "Marketing" zum Erfolg kommen kann. Natürlich gibt es solche Fälle. Aber sie sind so unrelevant, daß man kein falsches Bild erzeugen sollte.

    Ich jedenfalls kenne beruflich bedingt ne menge Leute die von ihrer Musik leben. Aber da ist nicht einer dabei, der das ohne externes Label geschaft hat. Höchstens mal jemand, der dann später dann ein eigenes kleines Label aufgezogen hat.

    Deswegen mein Aufruf an die Hörer: Probierts aus - testet alles. Aber macht euch nicht zuviel Hoffnung, wenn ihr an allen Ecken erzählt bekommt das man ja heutzutage sein eigener Herr sein kann und nur geschickte Werbung machen und auffallen muss. Überlegt mal einfach wieviel unbekannte Bands oder Artists ihr - nur aufgrund von geschickter Werbung/Marketing - in eurem Player habt.

    Sorry für die direckten Worte und Kritik.

    Greetings
    Leep

  • Carlos (delamar)   18. Nov 2009   10:12 UhrAntworten

    Hallo Leep & danke für dein Feedback.

    Auf welches Thema genau beziehst Du dich? Ich vermute mal auf die Statisik des London Times Blog? Wir scheren mitnichten alles über einen Kamm und haben auch noch nie gesagt, dass dieser oder jener der eine goldene Weg für Musiker ist. Wenn Du mehrere Podcasts verfolgt hast, den ein oder anderen Artikel auf delamar liest, dann wirst Du schnell feststellen, dass wir uns der Unterschiede durchaus bewusst sind.

    Leider führst Du nicht aus, warum sich ein Musiker angeblich den Ast absägt. Du konstatierst nur, dass sich bereits heute rausgestellt hätte, dass das Konzept nicht aufgeht. Einen Punkt sprichst Du an, den ich nur unterstützen kann: Das Problem der grossen Informationsflut. Je mehr schlechte Musik auf den Markt kommt, desto schwieriger wird es für den Konsumenten, die Highlights zu finden. Aber: Die Labels haben sich in der Vergangenheit mitnichten dadurch ausgezeichnet, nur die beste Musik zu veröffentlichen. Und das ist etwas, das sowohl für die Clubszene als auch für die Majors gilt. Unvergessen die tausende Vinyls im Plattenladen, mit Müll, Müll, Müll, die nicht mal das Geld des Vinyls wert waren. Was also ist das, was Du einem Label tatsächlich zuschreiben möchtest, dass eine Band nicht auch alleine kann?

    Um nochmal bei den Labels und ihrer Bedeutung in der Clubszene zu bleiben. Ad hoc fallen mir Komakino und Sunbeam ein, beides sehr erfolgreiche Acts in den 90ern der Clubszene, die bei sehr guten Labels untergekommen waren. Heute haben sie einen ganz normalen Job. Auf der anderen Seite findest Du heutzutage Bands wie Vincent Van Gogo oder Caracho, die jenseits des traditionellen Musikbusiness ihren Weg gefunden haben und von ihrer Musik leben können.

    Ich kann deinem Aufruf, einfach mal alles auszuprobieren, nur zustimmen. Es kann nicht schaden, durch gute Werbung und herausragende Marketingmassnahmen aufzufallen - gleich ob Label oder nicht. Der Durchschnitt wird nicht wahrgenommen - nur der Leutturm fällt am Horizont auf. In diesem Sinne gebe ich die Frage zurück: Wie viele unbekannte Bands von grossen und kleinen Labels habt ihr in eurem MP3-Player? Ich vermute genauso wenige wie unbekannte freischaffende Künstler - sie sind nämlich nie aufgefallen.

  • Carlos (delamar)   18. Nov 2009   10:13 UhrAntworten

    P.S.: Wenn Du magst, laden wir dich gerne als Gast in unseren Podcast ein, damit Du unseren Hörern erklärst, was ihnen entgeht, wenn sie nicht bei einem Label unterkommen und welche Vorteile sie davon noch haben.

    Freue mich auf deine Antwort

  • Marc Weissenberger   18. Nov 2009   16:00 UhrAntworten

    Also ich sehe es auch nicht so, dass im Podcast generell über Labels an sich hergezogen wurde. Generell lege ich die o.g. Statistik so aus, dass sie den Trend zurück zum Live-Geschäft unterstützt. Denn gerade die Major Labels leiden darunter, dass sie sich immer noch auf den Verkauf von Tonträgern konzentrieren und sie sind es, die immer noch inflationär Müll auf den Markt schmeissen (von einigen Top-Acts abgesehen) und erwarten, dass die Konsumenten diesen auch kaufen.

    @ Leep: Du magst sicherlich recht haben, wenn Du auf die Filterfunktion ansprichst, die verlorengegangen scheint und der User vor einer Flut von Musik steht, die er nicht mehr einordnen kann und will. Und natürlich haben viele Independent Labels (GHVC, Audiolith, Crunchy Frog oder Blackhole) gerade über das Internet diese Chance erkannt und bieten diese Filterfunktion an. So hat zu Weihnachten 2008 Audiolith 50 frei downloadbare MP3 ihrer Acts an die Fans verschenkt, woraufhin regelrechte Audiolith Parties in den Clubs gestartet wurden und Audiolith Bands vermehrt zu Gigs gebucht. Alles eine ordentliche Arbeit der Labels, keine Frage.
    Dennoch muss eine Band sich ihre Fanbase erst einmal selbst generieren, das kann auch ein Label nicht für die Band aus dem Boden stampfen. Und alle Künstler (mit oder ohne Label) bestätigen mir, dass das Livegeschäft DER Einkommensfaktor schlechthin geworden ist, so jedenfalls Der Tante Renate (Audiolith), Nom De Guerre (Crunchy Frog), Caracho (kein Label), Bikini Machine, Trouble Over Tokyo (kein Label) oder The Whip.
    All diese Bands haben ihr Konzept selbst durchgesetzt, live gespielt bis zum Umfallen, über Social Media, Guerilla Marketing und geschicktes Ausnutzen von Online-Portalen (spotify, hypem etc) eine derart relevante Fanbse aufgebaut, die entweder zu einem Deal mit einem Indie führte, oder aber für volle Konzerte und gute Verkäufe am Merchstand sorgte. Und ALLE Bands, die bei einem Label gesignet sind, betreiben diese Fanbindungsarbeit über myspace, facebook, twitter, Überraschungsgigs, freebees etc. immer noch weiter, mit der selben Intensivität, wie ohne Label. Weil ein Label diese Arbeit eben nicht machen kann. Ein Label kann den Einzugsbereich neuer Fans vergrössern, indem es die Fans von anderen Bands aus dem eigenen Hause auf weitere Acts aufmerksam macht oder ganze Label-Nächte organisiert, das ist wahr. Auch mit Compilations streut ein Label die Aufmerksamkeit, aber die harte Fanarbeit bleibt weiter bei den Bands selbst.
    Major Labels nutzen immer noch die traditionellen Kanäle wie Radio und TV, dort übernehmen sie auch die Marketing- und Fanarbeit. Das ist allerdings auch ein One-Way-Kanal. Und selbst Tim Renner von Motor schreibt, dass diese selbst eingebrockte Suppe von Chartplatzierungen und Rotationen nicht mehr zeitgemäss und für die Musiklandschaft äusserst schädlich ist.
    Man darf auch die User nicht unterschätzen, die stetig steigenden Zahlen von Musik-Portalen oder Musik-Blogs, zeigen eindeutig, dass die User sich mit der Filterfunktion im Netz immer mehr auseinandersetzen und diese auch nutzen. Hypem und Twtmuzik interagieren mit twitter und erstellen eigene Charts, sc rennt gerade wie blöd, regioactive.de hat eigene Charts und diese Liste lässt sich weiterführen.
    Musik wird im heutigen Zeitalter eben nicht nur stumpf konsumiert, sondern auch gezielt gesucht und gefunden und dafür bedarf es keines Labels. Selbst Markus Wiebusch von Grand Hotel Van Cleef sagt: "Wenn eine Band heute noch nicht einmal ein ordentliches Myspace-Profil auf die Beine stellt, dann ist diese Band für uns nicht existent".
    @ Carlos: Mittlerweile ist mein MP3 Player gespickt mit Bands, die nicht bei großen Labels gesignet sind, die ihr Zeug selbst vertreiben oder über die ich durch sc, hypem etc, gekommen bin.

  • Leep   24. Nov 2009   03:44 UhrAntworten

    Hi Carlos
    erstmal danke für die Einladung - ich weiß es zu schätzen. Aber ich möchte zum doch lieber anonym bleiben. Auch hab ich relativ wenig Zeit.

    Nein ich bezog mich nicht auf die Erkenntniss, daß mit Live mittlerweile das meiste Geld zu verdienen ist (gabs mal irgendjemanden in der Branche der abgestritten hatte?). Ich bezog mich auf eure generelle Einstellung, welche ich mittlerweile nach vielen Podcasts mittlerweile mitbekommen habe. Auch die Argumente von Marc sind mir nicht neu - da ich sein Projekt zum Teil mitverfolgt habe. Aber Marc, vergess nicht: du suchst expleziet nach diesen Konstellationen. Ich sag ja - die wird es immer geben. Aber es wird eben niemals zum normal-erreichbaren Ziel von Newcomern werden, sondern eher die Ausnahme bleiben.

    Aber um mal meinen Standpunkt zu Ende zu bringen - warum sich dann der Künstler den Ast abschneidet auf dem er sitzt... Wenn die Verkaufszahlen zurückgehen interessiert es den Künstler relativ wenig. Wer bekommt heute schon noch Geld für seine veröffentlichte Musik? Also bei Vinyl EP's im Club Berreich ist das mittlerweile eher die Ausnahme. Jedenfalls wird es den Künstler nicht groß interessieren, den er verdient sein Geld (sollte zumindest) durch Live Acts oder das Auflegen. Ne Vinyl ist Promotion die Bookings einbringt.

    Nur das Label hat ein Problem wenn die Verkaufszahlen in Keller gehen und wird entweder kaputt gehen oder auf den digitalen Markt übersiedeln. Und letzteres scheint eben nicht zu funktionieren. Aber erstmal egal - jedenfalls hat der Künstler ein Problem wenn das Label dicht macht, weil ihm die Plattform fehlt zum veröffentlichen. Das Sprachrohr welches sich quasi für den Künstler verbürgt ist geschlossen. Und das mittlerweile die Musik auf Vinyl viel hochwertiger ist als digital ist logisch: als Label betreiber investiere ich zwischen 1000 und 2000 Euro : die meisten Leute haben keine Lust das Geld zu verlieren - ist klar.

    Wenn ich heute als Labelbetreiber kosten für eine Vinyl habe, die ich mich soviel gekostet hat, daß ich mit ungefähr 250-300 verkauften Platten überhaupt erst die Kosten drinen habe, ist das ein Problem. Denn selbst erfolgreiche Clublabels verkaufen im Moment durchschnittlich gerade mal 200-300 Platten. Und wenn ich dann noch ein Artist habe der bei der Gema ist, hab ich fast schon keine Chance mehr meine Ausgaben einzuspielen.

    Wenn ich 300 Platten verkaufe habe ich vielleicht so 30 verkaufte Mp3's... Also verschiebt sich eben nicht der Markt von Analog auf digital wie es vor ein paar jahren fast alle euphorisch prognistiert (gehofft) haben. Zu der Zeit wurden durchschnittlich 1000 Scheiben verkauft - selbst bei einem komplett neuen Label mit anständiger Musik. Und da rede ich hier nicht von 90er (wo auch mal 10000 Platten verkauft wurden und alle beteiligten davon Leben konnten und vorallem sich voll darauf konzentrieren konnten).

    Ich seh schwarz wenn die Labels wegfallen, die hier automatisch noch den Job der Selektion gemacht haben.

    Noch ist es so, daß gute Musik definitv nicht unentdeckt bleibt - also bei Labels.

    Das wäre auch mein persönlicher Tip an den Nachwuchs: kümmert euch nicht um Promotion, um Fans, Social Networks und ums Marketing. Steckt eure ganze Kraft in eure Musik. Denn solange ihr euch nicht alleine zuhause einschliesst wird gute Musik niemals unentdeckt bleiben! Nur richtig gut muss sie sein. Man braucht keine Tracks die im Freundeskreis gut ankommen wenn man sie vorspielt. Man braucht Tracks die man im Freundeskreis vorspielt und diese danach auf Knien betteln sich die Musik kopieren zu dürfen ;)

    Ich kann ein Lied davon singen, weil ich immer auf der suche nach talentierten Nachwuchs bin. Es kommt vielleicht 1-2 mal im Jahr vor das ich wirklich jemanden (meistens durch Zufall) entdecke und jedesmal waren diese Leute schon ruckzuck bei anderen guten Labels am Releasen. Das ist wie verhext - selbst bei jemanden, der gerade erst anfing Musik zu machen (ca. 4-5 Monate)... Es scheint wirklich schnell zu gehen das der Stein ins Rollen kommt, wenn die Musik wirklich gut ist. Dabei rede ich nicht mal von übertalentierten Menschen, sondern Leuten die einfach einen verdammt guten Job machen und sich einfach den A. aufreisen beim mukken. Selbst wenns nichtmal wirklich orginell ist.

    Deswegen mein Tip: über sich selbst hinauswachsen und immer noch bessere Musik machen als man es das letzte mal gemacht hat. Und ab und wann ganz normal ne Demo CD (keine Mp3) an Labels verschicken zu denen die Musik auch wirklich passt. Der rest ist nur Frage der Musik.

    Und wenn das Talent nicht ausreicht bzw. die Musik nicht gut genug ist (was auch immer gut heissen mag), bringt es meiner Meinung auch nicht viel sich irgendwelche Fans hart zu "erkämpfen" oder ähnliches.

    Best wishes
    Leep

  • Carlos (delamar)   24. Nov 2009   19:40 UhrAntworten

    Deinen Aufruf, bessere Musik zu machen und eine Menge Arbeit hierein zu setzen, den kann ich nur unterstützen. Ich bin auch vollkommen deiner Meinung, wenn Du sagst, dass es den Labels schlecht geht.

    In diesen beiden Punkten haben wir aber unterschiedliche Meinungen:

    1) Musiker und Bands, die sich nur auf das Musik machen konzentrieren werden nie aus ihrem dunklen Keller herauskommen und daher auch nicht entdeckt. Wenn gute Leute "entdeckt" werden, dann hat das mal zumindest damit zu tun, dass sie effektives Networking betreiben und irgendeine Form gefunden habenn, sich selbst zu vermarkten - selbst wenn das auf dem kleinsten Nenner wäre. Andere Leute könnten dir sicherlich konkretere Auskunft geben, aber das gesamte Musikbusiness ist voll von Leuten, die gewusst haben, sich in Szene zu setzen.

    2) Labels waren meiner Ansicht noch nie in der Lage, wirklich gut zu selektieren. Und heute machen sie das noch viel weniger: Sie schauen sich einfach an, welche Bands auf MySpace einen kleinen Hype generiert haben, und wer eine kleine Fangemeinde mit sich bringt - das sind nämlich vorzügliche Indikatoren für einen A&R, um die Schlagkraft und den Impact eines neuen Acts einzuschätzen.

    Es mag ja sein, dass in deiner Szene die Verhältnisse etwas anders liegen, das kann ich nicht einschätzen, dazu hast Du zu wenige von dir preis gegeben. Das wäre eben interessant für die Hörer gewesen zu erfahren.

    Für mich ist jedenfalls klar: Die ersten Schritte in das Musikbusiness sehen heutzutage für den traditionellen Weg über Labels gleichsam wie auf dem Weg ins "neue Musikbusiness" ohne Label aus:
    a) gute Musik machen und bestmöglich produzieren (lassen)
    b) so oft wie möglich auftreten, sich einen Namen machen
    c) gute PR-Arbeit leisten mit Webseite, MySpace und Co.
    c) in Kontakt treten mit potenziellen Fans und sich eine kleine Fangemeinde erspielen

    Und jetzt kann jeder Musiker, Künstler oder jede Band für sich selbst entscheiden, wie es weitergehen soll. Sie kann sich um einen Plattendeal kümmern oder es auf eigene Faust machen.

Sag uns deine Meinung!

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