PA-System Ratgeber

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Übersicht

  1. Basics zu PA-Systemen und die drei Typen
  2. Das passende PA-System
  3. Technische Begriffe

Kaufen, aufstellen, losspielen? Rund um das Thema „PA“ solltest Du Dich mit den technischen und praktischen Grundlagen auskennen, um Fehler beim Kauf und der Anwendung zu vermeiden. Hier erfährst Du, was eine moderne PA auszeichnet und wie Du das richtige Setup für Deine Anforderungen findest.

Chauvet DJ

Der Dschungel der PA-Systeme

Aktive Fullrange-Lautsprecher, Säulen-PAs, Line Arrays, gestacked, geflogen, DSP-Steuerung, Neodym-Magnete usw. – wenn Du Dich mit PAs in all ihren Formen und Anwendungsbeispielen beschäftigst, stößt Du auf verschiedene Technologien, Konzepte und beeindruckende Watt-Zahlen, auf programmierbare DSP-Equalizer und Linienstrahler, die den kompletten Zuschauerraum bis in die hinterste Reihe gleichmäßig mit Schall abdecken können.

PA-System Ratgeber

Fullrange-Boxen und Subwoofer im PA-System Ratgeber – für ein klassisches Setup

Als Musiker oder Tontechniker kannst Du in diesem ständig wachsenden Wirrwarr schnell den Überblick verlieren. Zeit, für etwas Durchblick im PA-Dschungel zu sorgen.

Auf den folgenden Seiten erfährst Du, welche PA-Konzepte derzeit den Markt dominieren, wozu und für wen sie sich eignen und wie Du das passende PA-Setup für deine Anforderungen findest, ohne Dich von der Masse an Fachbegriffen und Features direkt verunsichern zu lassen.

 

PA-System: Grundlagen

Eine PA (Public Address) hat den Zweck, eine bestimmte Menge an Zuschauern mit Musik und/oder Sprache zu beschallen. Dazu bedient sie sich zweier Komponenten: Verstärker und Lautsprecher. Diese können entweder gemeinsam in einem Gehäuse untergebracht sein oder separat kombiniert werden.

Als »aktiv« bezeichnete PA-Systeme bieten integrierte Verstärker

Häufig wird angenommen, die Unterscheidung zwischen aktiven und passiven Lautsprechersystemen beziehe sich darauf, ob ein Lautsprecher eine integrierte Verstärkerelektronik besitzt.

„Aktiv“ ist ein Lautsprecher jedoch nur dann, wenn die darin befindliche Frequenzweiche, die das eingehende Signal auf mehrere Wege (Woofer, Hochtöner) aufteilt, aktiv arbeitet, d.h. aufteilt und erst im Anschluss an die integrierten Verstärker weiterführt. Grundsätzlich kannst Du aber davon ausgehen, dass sämtliche PA-Lautsprecherboxen, die Du unter der Bezeichnung „aktiv“ auf dem Markt vorfindest, über einen integrierten Verstärker verfügen und Du somit keine separaten Endstufen benötigst.

Zudem verfügen moderne aktive Lautsprecher größtenteils über einen eingebauten DSP (Digital Signal Processor). Ein DSP liefert Dir die – je nach Ausführung des DSPs mehr oder weniger umfangreiche – Kontrolle über das Audiosignal im Lautsprecher. Das beginnt bei den Pegeln für die einzelnen Wege, geht über die Einstellung der Limiter, Equalizer und Delays und führt bis zur Fernsteuerbarkeit aller Einstellungen durch spezifische Apps der Hersteller.

PA-System Ratgeber - DSP App

Über die „DSP-Control-App“ von IMG Stage Line kannst Du bestimmte Lautsprecher des Herstellers fernsteuern.

PA-System Ratgeber - DSP JBL EON612

DSP-Bedieneinheit mit EQ-Presets und Limiter auf der Rückseite des Lautsprechers JBL EON612

 

Typen von PA-Systemen

  • Direktabstrahlende Fullrange-Systeme aus Topteil und Subwoofer im 3-Wege-Design (Subwoofer, Woofer, Hochtöner)
  • Line Arrays
  • Säulen-PAs

Die klassische PA-Anlage

Während im professionellen Tour-Betrieb ab einer bestimmten Raum- und Zuschauergröße die Line Arrays zum Beschallungsstandard gehören, siehst Du bei Kneipen- und kleineren Club-Konzerten konventionelle PA-Systeme, bei kleinen akustischen Besetzungen und Sprachbeschallungen zunehmend auch mobile Säulen-PAs.

PA-System Ratgeber - Mackie SRM

Die klassische Band-PA (Beispiel-Besetzung: Schlagzeug, Bass, Gitarre, Keyboards, Gesang) basiert auf einer Kombination aus 10-, 12- oder 15-Zoll-Topteilen mit 15- oder 18-Zoll-Subwoofern für die linke und rechte Bühnenseite – die genaue Auswahl musst Du anhand der Größe und Beschaffenheit des Konzertraums, der Masse des Publikums sowie der Musikrichtung treffen.

Generell gilt: Je größer der Zoll-Durchmesser einer Lautsprecher-Membran, desto tiefer die übertragbaren Frequenzen, desto größer jedoch auch die Masseträgheit der Membran, was zu einem schlechteren Impulsverhalten führt. Ein Akustik-Trio aus zwei Gitarren und Gesang im Rahmen eines intimen Kneipenkonzerts über ein wuchtiges PA-System aus 15-Zoll-Topteilen und 18-Zoll-Subwoofer laufen zu lassen, ergibt demnach nur wenig Sinn. Gleichzeitig ist ein 10-Zoll-System mit 12-Zoll-Subwoofer für eine Elektro- oder Metalband nur in den seltensten Fällen die richtige Wahl.

Beachte jedoch auch hier: Letztendlich hängt es immer von der Veranstaltungssgröße ab. Wieviel Pegel brauchst Du? Wie viele Zuschauer willst Du mit Deiner PA beschallen?

PA-System Ratgeber - Meyer Sound LYON

Linienstrahler

Line Arrays und Säulen-PAs sind sogenannte Linienstrahler. Die kompakten Säulen-PAs basieren dabei auf den gleichen Grundprinzipien wie die ausladenden Line Arrays (aufgrund ihrer Form auch „Bananen“ genannt), die Du von großen Konzerten kennst.

PA-System Ratgeber - LD Systems MAUI 44

Säulen-PA
LD Systems
MAUI 44

Der Unterschied zu den direkt abstrahlenden PA-Systemen liegt in der Anzahl, Größe und Anordnung der Lautsprecher. Durch die Kombination mehrerer (kleiner) Lautsprecher übereinander mit festem vertikalem Abstrahlwinkel und gleicher Phase wird eine gezielte und gleichmäßige Beschallung eines Raums erreicht. Durch die Bündelung der Schallwellen der einzelnen Lautsprecher entstehen zudem höhere Schalldrücke für weiter hinten liegende Zuschauerbereiche, ohne dass in der Nähe der Lautsprecher stark erhöhte Schalldrücke auftreten.

Somit verhalten sich die vielen kleinen Lautsprecher wie ein einzelner großer. Würdest Du dies mit konventionellen PA-Lautsprechern versuchen, käme es zu akustischen Überschneidungen (Interferenzen) der einzelnen Lautsprecher und damit zu Phasenproblemen und Auslöschungen bestimmter Frequenzen.

 

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  2. Das passende PA-System
  3. Technische Begriffe