Studio One 3: DAW lässt die Muskeln spielen

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Studio One 3

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Einstieg und Überblick über die Neuerungen in Studio One 3

Es handele sich hier um das bisher bedeutendste Update der DAW. Neuerungen umfassen die Bereiche Arrangement und Experimentierung, zudem gibt es neue Möglichkeiten zum Sounddesign. Mit der frischen Version stellt Studio One 3 die erste DAW dar, die sowohl unter Windows als auch Mac OS eine Multi-Touch-Steuerung erlaube. Mit der App »Studio One Remote« für das iPad kannst Du das Hauptprogramm aus der Ferne ansteuern. Das Interface wurde kräftig renoviert und erstrahlt jetzt in einem dunkleren, schlichteren Look, angepasst für Bildschirme mit hohen Auflösungen. Alles Weitere hier und jetzt…

Zum Studio One 3 Professionell Testbericht »

Studio One 3

Studio One 3 – hier in der Professional-Variante abgebildet

Arranger & Scratch Pad – Professional

Neu ist zunächst der sogenannte Arranger Track. Er soll das Erstellen und Umarrangieren von Songs vereinfachen, wobei Du die Möglichkeit hast, ganze Songsektionen schlicht per Drag & Drop zu kopieren oder bewegen. Der Track Inspector zeigt dabei alle Sektionen des Songs und dient als Werkzeug zum schnellen Navigieren innerhalb des Projekts.

Ebenfalls exklusiv für die Professional-Variante der DAW vorgesehen ist das Scratch Pad. Damit steht eine unabhängige parallele Timeline-Ansicht zur Verfügung, in der Du separat vom eigentlichen Geschehen experimentieren und alternative Ideen ausprobieren kannst, ohne dass das Hauptarrangement betroffen wird. Arranger-Sektionen, individueller Content oder ganze Songs können in das Scratch Pad verschoben werden, um sie zu editieren und schließlich bei Gefallen per Drag & Drop zurück in die Timeline des Hauptarrangements zurückzubugsieren.

Eine unbegrenzte Anzahl an Scratch Pads kann innerhalb eines Projekts gespeichert werden. Mit diesem Feature soll die umständliche Speicherung mehrerer alternativer Versionen eines Projekts in unterschiedlichen Dateien überflüssig werden.

 

Browser – Artist & Professional

Der Browser wurde erweitert, wovon Nutzer beider Versionen der DAW profitieren. Inhalte seien nun leichter zu finden dank deren auf Schlagworten (Tags) basierten Klassifizierung. Suche nach Loops, Samples und Presets, indem Du Schlagworte für Kategorien wie Genre oder Instrumententyp anwählst bzw. die Suchergebnisliste durch die Kombination mehrerer Tags eingrenzt. Eine Cloud-Reiter (haha) wurde integriert, in dem Du zusätzlichen Online-Content durchstöbern kannst.

 

Sounddesign – Professional

Die FX Chains wurden erweitert, also die Verkettungen mehrerer Effekte in Bündel, die sich sehr schnell auf Spuren einfügen lassen. Ob seriell, parallel auf mehrere Kanäle verteilt oder, und das ist bemerkenswert, auf bis zu fünf Frequenzbänder gesplittet. Gerade letzteres ist höchst bemerkenswert, denn so lassen sich Multiband-Effekte aller Art (und eben nicht nur Kompression) erzielen, was das Sounddesign in neue Höhen katapultiert.

 

Multi Instruments – Professional

Kombiniere mehrere Instrumente als Layer oder Splits, so wie Du es von Synthesizern, Digitalpianos, Arranger-Keyboards & Co. kennst.

Weiterhin können unterschiedliche Effekte separat pro Layer genutzt werden. Das Ganze geschieht per »Note FX«, einem neuen Plugin-Typ, das MIDI-Notendaten verarbeitet. So wie es im Pressetext beschrieben wird, handelt es sich wohl um nichts weiter als MIDI-Plugins. Möglicherweise liege ich falsch (Zeitdruck, you know), aber das unten eingebundene Video wird sicherlich zur Genüge über die vier betreffenden Plugins Arpeggiator, Chorder, Repeater und Input Filter aufklären:

 

Makros – Professional

Jeder Konsolenkanal und jedes Multiinstrument in der Professional-Version bietet nun Makrokontrollen, was die individuelle Zuweisung von Plugin-Parametern erlaubt – Drehregler, Schalter und X/Y-Pads von virtuellen Instrumenten und Effekten lassen sich nun einfach ansteuern.

Mehrere Parameter können mit einem einzigen dieser Makroregler kontrolliert werden, wobei pro angesteuertem Plugin eigene Einstellungen für die Parameterreichweite, -polarität und -transferkurve gesetzt werden können. Das finde ich persönlich überragend, wie in ähnlicher Form schon seit einiger Zeit bei Sonar.

 

Instrumente – Artist & Professional

Zwei neue Instrumente sind an Bord. »Mai Tai« ist ein polyphoner virtuell-analoger Synthesizer für moderne Electro- und Bass-Sounds. Mit Morphing können drastische, stufenlose Klangänderungen und einzigartige Timbres erzielt werden. Das Multimode-Filter ermöglicht Klänge, die von Vintage (à la Moog oder Oberheim) bis hin zu Sounds mit Zero-Delay-Feedback reichen. Die Oszillatoren und LFOs können frei schwingen und mit der Modulationsmatrix würde sehr komplexes Sounddesign möglich.

»Presence XT« ist ein erweiterbarer, laut Hersteller voll ausgestatteter Sampler mit umfangreicher Sample Library. Disk Streaming für große Samples ist möglich. Für viele Sounds stehen unterschiedliche Artikulationen per Key-Switching bereit, Skripts und benutzerdefinierte Kontrollen für bestimmte Klangparameter sind ebenso möglich. In der Professional-Version werden 14 GB an Sample-Material mitgeliefert. Formate wie EXS, Kontakt, Giga und SoundFont können ohne Konvertierung direkt gelesen werden.

 

…und mehr

  • Multitouch-Steuerung für Windows und Mac OS X
  • Anpassbare Benutzeroberfläche für hohe Auflösungen
  • Fernsteuerung via Studio One Remote für iPad
  • Time-Streching und Pitch-Shifting nun mit Algorithmen von élastiquePRO 3
  • Neue Effekte »Rotor« und »Bitcrusher«
  • Automationskurven
  • 1:1-Synchronisierung von Spurenansicht und Konsole
  • Step-Recording
  • »Smartes, definierbares« Alternate-Tool
  • Kontextsensitive Hilfe, Dokumentation und Tooltips

 

Studio One 3: Preis & Verfügbarkeit

Die DAW-Software PreSonus Studio One 3 ist ab sofort in den Versionen Artist und Professional direkt über die Website des Herstellers erhältlich; im deutschen Musikalienhandel war sie beim Verfassen dieses Artikel noch nicht zu finden.

Ausgewählte Preise inkl. MwSt.:

Studio One 3 Professional
392,70 € / Upgrade von Producer 2: 195,16 € / Upgrade von Professional 1/2: 146,37 €

Studio One 3 Artist
97,58 € / Upgrade von Artist 1/2: 48,79 €

Im Juni wird man zudem Studio One Prime veröffentlichen, eine kostenlose Variante zum Einstieg, wobei über die wesentlichen Unterschiede zum bisher erhältlichen Studio One Free noch keine Informationen vorliegen.

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Lesermeinungen (10)

zu 'Studio One 3: DAW lässt die Muskeln spielen'

  • and-y   21. Mai 2015   11:53 UhrAntworten

    YEAHHH!! Benutze seit gut 3 Jahren Studio One 2 und bin hoch zufrieden. Für mich persönlich die beste DAW (Optik, Workflow etc.)! Ich habe mich immer gefragt, was man überhaupt verbessern könnte - bis gerade eben! Die Arranger und Scratchpad Funktion sieht auf den ersten Blick sehr genial aus und auch die neue Optik finde ich super :)

  • vanhold   21. Mai 2015   13:51 UhrAntworten

    Immer wieder probiere ich die diversen DAWs aus. Manche finde ich einfach nur schrecklich, weil versucht wird, bei Programm und "Instrumenten" die Optik von echten Konsolen und Instumenten nachzuahmen. Manche finde ich, mit ihrer Mini- und Microschalter-Optik einfach nur friemelig und unübersichtlich. So auch hier bei Studio One 3. Die einzige DAW die mir sofort gefallen hat, war Ableton Live. Da konnte ich ohne größe Einarbeitung sofort mit produktiv arbeiten und der Bildschirm wirkt nie überladen. Jedes Produkt hat seine Vor- und Nachteile aber die Optik ist bei den meisten DAWs einfach nur schlecht. Ist natürlich nur meine Meinung! Aber es gibt ja genug Auswahl, so das jeder sein Produkt finden kann.

  • Maegz   21. Mai 2015   13:54 UhrAntworten

    Sieht sehr vielversprechend aus. Allerdings kann mich mir nur für den Upgrade-Preis von der Vorversion (!) auch eine neue Vollversion von Logic kaufen. Insofern warte ich als Studio 1-Besitzer, bis es mal wieder ein günstigeres Angebot gibt.

    • Christoph   21. Mai 2015   23:31 UhrAntworten

      Die hier angegebenen Upgrade-Preise sind vertauscht. Von Producer (die's ja als 3er nicht mehr gibt) kostet das Upgrade 195 €, von Professional kostet's "nur" 146 €. Ist zwar immer noch 'ne Ansage, aber wenn man bedenkt, was die ab der 2.0 alles kostenlos nachgeschoben haben, finde ich den Preis in Ordnung

      • Felix Baarß (delamar)   22. Mai 2015   00:41 Uhr

        Danke für den Hinweis, Christoph. Ist berichtigt.

  • FL-Phil   21. Mai 2015   14:12 UhrAntworten

    Liest sich wie alte und neue Features von FL Studio :D
    Danke Felix für den Review!

    • Felix Baarß (delamar)   21. Mai 2015   14:39 UhrAntworten

      Servus Phil. Sick burn! :) Aber gibt's speziell die Makrokontrollen für frei zusammenstellbare Plugin-Parameter plus Polarität und Kurve auch in FL Studio? Und die Multiband-Aufteilung? Und ganz anderes Thema: Wird der Minihost Modular nun eigentlich noch weiterentwickelt? Wär so geil, vielleicht hast Du da mehr Einblick...

      By the way, es ist mitnichten ein Review (Testbericht), nur eine sehr ausführliche News-Meldung. :)

  • FL-Phil   21. Mai 2015   16:19 UhrAntworten

    Ich will hier auch nicht flamen, mir gefällt S1 v.3! Endlich kann ich das mal sagen, dass FL schon soweit ist. Cubase hat noch nicht mal den neuen Elastique3 :)
    Wenn ich diese Macro-Funktion jetzt richtig verstehe. Man nehme ControlSurface/Dashboard/Patcher erstelle sich einen Regler und verlinke die Plugin-Parameter. Die Kurve lässt sich in Linkmenü anpassen, sowie das Verhalten. Minhost ist noch Beta. Hab leider keine Infos. Multiband Aufteilung nicht automatisch aber geht da freier Mixer..
    LG!

    • Felix Baarß (delamar)   21. Mai 2015   17:43 UhrAntworten

      Cool, das mit ControlSurface und tralala probier ich mal, danke.

  • Lars   10. Sep 2015   10:28 UhrAntworten

    Ätzendes Design, hasse diese Ableton minimal design, wenn Studio One jetzt Ableton kopieren will bleib ich bei 2 !!! Bin deshalb nie mit Ableton warm geworden weiss nicht wie man sich in sowas heimisch fühlen kann...

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