Steinberg Cubase 4.1 veröffentlicht
Steinberg hat heute in der Tat das lang ersehnte Update Cubase 4.1 veröffentlicht. Nach eigenen Aussagen ist der Patch auf Cubase 4.1 (bzw. Cubase Studio 4.1) ein bedeutsames Update, das mit einer Vielzahl von Features und Optimierungen wie Sidechaining für VST3 Plugins, flexibles Routing, MusicXML Unterstützung und Kompabilität zu Sequel aufwarten kann.
Der Patch steht Cubase 4 bzw. Cubase Studio 4 Kunden kostenlos zum Download zur Verfügung.
Cubase 4.1 Features in der Übersicht
Side Chain Eingang für VST3 PlugIns
Ab Cubase 4.1 sind Side Chain Effekte, wie zum Beispiel Ducking oder rhythmisches Gaten, möglich. Die meisten in Cubase 4.1 integrierten VST3-Plugins verfügen hierzu über einen Side Chain Eingang. Zusammen mit dem flexiblen Routing kann somit so gut wie jedes Signal als Side Chain Input verwendet werden. Welche Parameter gesteuert werden können, hängt vom Typ des PlugIns ab (beispielsweise Gain bei Dynamikeffekten und LFO bei Modulationseffekten). Der Effektanteil lässt sich individuell für eine volle Kontrolle über die Stärke des Effekts regeln.
Flexibles Routing und Recording von summierenden Objekten
Mit der Version Cubase 4.1 hat Steinberg endlich einen Wunsch vieler Cubase-Enthusiasten erfüllt: der VST-Mixer ermöglicht nun ein völlig freies Routing. Gruppen können jetzt nicht nur auf andere Gruppen oder FX Returns geroutet werden, FX Returns können endlich auch auf Gruppenkanäle oder Gruppen auf FX Returns geroutet werden. Laut Steinberg sind in Cubase 4.1 den Anwendungen keine Grenzen gesetzt. Für noch mehr Flexibilität lassen sich Audiospuren nun nicht nur über die Pre Fader Sends, sondern auch Post Fader an Gruppen und FX Returns senden.
Auch sehr interessant klingt das Feature, den Ausgang von Bussen, Gruppen und FX Returns direkt auf eine Audiospur zu routen. Dies ermöglicht nämlich das Recording des Outputs summierender Objekte in Echtzeit. Eine typische Anwendung dieser neuen Funktion ist das Erstellen von Submixes von Instrumentengruppen oder Sektionen wie Drums, Backing Vocals, Keyboards, Streicher etc.
Neugestalteter Sample-Editor
Dank eines neuen Inspektor-Bereichs ist die Arbeit mit dem Sample-Editor in Cubase 4.1 jetzt noch ergonomischer und schneller. Wichtige Funktionen sind nun am selben Ort in der GUI zu finden und dadurch viel schneller editierbar. Im Detail betroffen sind hier die Funktionen zum Bestimmen des Tempos eines Loops, das Anpassen des Timings einer Spur oder die Änderung der Tonhöhe eines Samples.
Track Quick Controls mit MIDI Learn Funktion
Aus Nuendo 4 wurden die Track Quick Controls übernommen. Acht beliebige Parameter können hier auf einen Blick zusammengenommen werden und bieten Zugriff auf die wichtigsten Parameter von VST-Instrumenten, PlugIns oder Audiospuren und lassen sich bei Bedarf mit jedem angeschlossenen MIDI Controller steuern.
MediaBay
In der MediaBay gibt es ab Cubase 4.1 gleich mehrere Änderungen:
- Es lässt sich nun festlegen, welche Ordner oder Laufwerke von der MediaBay gescannt und verwaltet werden sollen. Die Performance von Suchanfragen und Datei-Indizierungen wird hierdurch entscheidend verbessert.
- Die Unterstützung des neuen Dateityps “MIDI Loop” (siehe unten) mit eigener Filter-Kategorie ermöglicht nicht nur das Verwenden von Sequel-Loops, sondern auch das erstellen einer eigenen Library mit musikalischen Pattern
- Eine neue Aktivitätsanzeige in der Filter-Sektion zeigt Such- oder Index-Aktivität an
- Grafische Anpassungen von Dialogen und Fenstern für mehr Konsistenz
Transpositionsspur
Von Sequel inspiriert erscheint mir die neue Transpositionsspur, mit der man Transponierungen werden einfach mit dem Stift einzeichnen kann. Transponiert können alle Audio-, MIDI- und Instrumentspuren des Songs. Mit der Root Key Funktion bietet Cubase 4.1 die Möglichkeit die Änderungen in einem musikalischen Rahmen zu halten.
Verbesserte Einsatzmöglichkeiten für Live-Sequencing
Die Projektstrukturspur (Play Order Track) heißt jetzt Arranger-Spur und bietet neue Möglichkeiten für die Anwendung von Cubase als Live-Sequenzer sowie erweiterte Optionen zur Umwandlung einer Abspielsequenz in ein lineares Arrangement.
Projekt Logical Editor
Der Logical Editor wurde aufgebohrt und nun kann man verschiedenste Aufgaben automatisieren. Möglich sind Manipulationen von Spuren und Parts/Events, inklusive Ordnerspuren.
Sequel Projekt Import und Content Kompatibilität
Cubase 4.1 ermöglicht jetzt das Öffnen und Abspielen von Sequel-Projekten. Eine Konvertierung ist nicht nötig. Weiterhin kann Cubase 4.1 nun auch auf die Sequel Loop Library zugreifen.
MusicXML Import & Export
Mit MusicXML bietet Steinberg Cubase jetzt auch Supoprt für den Austausch von Partituren.
Neue Plugins bzw. Aktualisierung vorhandener Plugins
Folgende PlugIns wurden in Cubase 4.1 neu hinzugefügt oder aktualisiert: Distortion (neu), DualFilter (neu), Chorus (neu), Roomworks/Roomworks SE, UV22 HR
VST Plug-in Bridge
Durch die neue VST PlugIn Bridge können 32 Bit Windows Versionen von PlugIns und Instrumenten auf einem 64 Bit Vista System verwendet werden oder Mac PPC PlugIns auf einem Macintosh Rechnern mit Intel Prozessor. Native 64-Bit oder Universal Binary Versionen bieten allerdings eine bessere Performance und sind daher, sofern vorhanden, vorzuziehen.
Erweiterter QuickTime 7 Support
Verbessertes Drum-Editing
Projekte inaktiv laden
Cubase 4.1 bietet die Möglichkeit, mehrere Projekte gleichzeitig geöffnet zu haben: weitere Projekte werden nun inaktiv geladen und können optional aktiviert werden.
Remote Control Erweiterungen
Hardware Remote Controller können nun auch Instrumentenspuren und Studio Sends (Control Room) steuern sowie die neuen Track Quick Controls. Zu den Controllern, die diese neuen Funktionen bieten gehören Mackie Control, Mackie HUI, Steinberg Houston, SAC-2K, Yamaha 01X und Yamaha DM2000.
Apple Remote Unterstützung
Abspielen von General MIDI Files mit HALionOne
Cubase 4.1 kann nun importierte Standard MIDI Files direkt mit den HALionOne GM-Sounds abgespielen. Interessant wird es sein herauszufinden, ob das Ganze auch innerhalb von SoundFrame funktioniert.
Neuer Dateityp: MIDI Loop
“MIDI Loop” ist ein neuer Dateityp in Cubase 4.1: ein MIDI Loop ist eine Kombination aus einer MIDI-Datei und einem Spur-Preset.
Neue Presets für Embracer, Prologue, Spector und Mystic
Cubase 4.1 kommt im Bundle mit vier zusätzlichen Soundbänken für die internen Synthesizer Embracer, Prologue, Spector und Mystic:
* Embracer “Filmscapes” – 96 Sounds
* Prologue “Studio Essentials” – 102 Sounds
* Spector “Studio Essentials” – 104 Sounds
* Mystic “Studio Essentials” – 100 Sounds
Cubase 4.1 Fazit
Die Liste ist sehr lang und einige Features klingen vielversprechend. Derzeit lade ich das Update herunter, mehr Infos gibt es nachher nach der Installation.

