Sidechain Gate Testbericht

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db audioware Sidechain Gate Testbericht

Genau wie schon beim Sidechain Compressor kann das Routing vollkommen unabhängig vom Host-Programm geschehen, was dem Nutzer alle Möglichkeiten der Welt eröffnet. Insgesamt sechs verschiedene und gänzlich autonome Sidechain-Ketten können mit zahlreichen Instanzen des db audioware Sidechain Gate realisiert werden. Dabei kann ein und derselbe Kanal zwar jeweils von nur einer einzigen Instanz getriggert werden. Dafür kann aber ein einziger Sender beliebig viele Empfänger haben.

Die Installation und Registrierung des db audioware Sidechain Gates gestaltete sich im Übrigen genau so unkompliziert, wie wir es nach den Erfahrungen mit dem anderen Sidechain-Plugin von db audioware erwarten konnten.

 

Bedienung und Optik
Optisch ist die Verwandtschaft mit dem oben erwähnten Sidechain Compressor deutlich erkennbar, auch wenn die GUI hier in grün (statt blau) gehalten ist. Die Oberfläche ist zwar simpel, dafür aber schön gestaltet und offeriert dem Nutzer alle Informationen, die er für den Betrieb des Sidechain Gates benötigt auf einen Blick.

Die Drehregler des db audioware Sidechain Gates bieten eine stufenlose Einstellung der Parameter, wobei ich beim Betrieb mit Cubase 4 eine Kleinigkeit vermisst habe. So reagiert das Plugin leider auf ein Drücken der SHIFT-Taste nicht mit einem langsameren Drehen der Potis, wie ich es von der Software anderer (Dritt-)Hersteller gewohnt bin.

Die CPU-Belastung durch zwei geladene Instanzen des db audioware Sidechain Gates liegt bei etwas mehr als 1% auf meinem auf 3GHz getakteten Core 2 Duo und dürfte den meisten Musikproduzenten damit im produktiven Einsatz nicht weiter auffallen.

 

Handhabung
Sidechain Gates sind sehr nützlich wenn es darum geht, das Bleeding anderer Elemente in den Einzelspuren von Schlagzeug-Aufnahmen zu entfernen bzw. zu dämpfen. In meinem Fall geht es hier um die Aufnahme einer Bass Drum, in der leider auch noch die Snare deutlich zu hören ist. Ein Umstand der beim späteren Mix zu Problemen führen könnte und deswegen behoben werden sollte.

Ich lege also das db audioware Sichechain Gate als Insert Effekt auf die Kick-Spur und schalte es in den Empfänger-Modus. Hierzu wird zunächst einer der sechs möglichen (Empfangs-)Kanäle (A-F) ausgewählt und der Schalter „External Trigger“ umgelegt. Die restlichen Parameter ignoriere ich nachdem ich den Treshold auf -60 eingestellt habe, damit das Gate auf dieser Spur zunächst nicht aktiv wird.

Als externer Trigger fungiert eine zweite Instanz des Plugins, die ich ebenfalls als Insert diesmal auf eine Kopie derselben Bass-Drum-Aufnahme lege. Diese Spurkopie lasse ich mittels des in Cubase 4 einstellbaren Spurversatzes um 24ms früher spielen als die originale Aufnahme, was zunächst zu einer Art Phaser-Effekt führ. Dem Sidechain Gate Plugin sollte aber damit genug Zeit für den Einsatz in Echtzeit eingeräumt sein und die Spur wird später im Mix nicht mehr zu hören sein. Der Vorteil eines externen Triggerns des Effekts liegt darin, dass die Attackzeit des Gates nicht die Einschwingphase unserer Kick beeinträchtigt, wie es bei einem simplen Gatevorgang passieren würde (es sei denn das Gate hat einen Look Ahead).

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