Reaper: Preiswerte Musikproduktion mit Videoeinbindung

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Reaper: Preiswerte Musikproduktion mit Videoeinbindung

Erstaunlich, zumindest für mich. Das zum Testen kostenlos für Windows und Mac OS X erhältliche Sequencer- und Musikproduktionsprogramm Reaper kann in der aktuellen Version 2.55 sogar mit Videodateien umgehen! Der Sequenzer Reaper entwickelt sich mehr und mehr zu einer vollwertigen Produktionsumgebung, keine Frage.

Reaper bietet die Möglichkeit, Audiodateien in allen erdenklichen Formaten zu verarbeiten und live abzuspielen. Dazu gehören z.B. Windows Wave (WAV), Ogg Vorbis (OGG), MP3, FLAC, AIFF, WV (Wavepack) und viele mehr. Das Programm kann Plugins als reine Audio Effektplugins (VST-Plugins) sowie als Synthesizer Plugins verarbeiten (DXi, VSTi, DX und VST). Alle Plugins werden sowohl als Insert wie auch als Aux bzw. Bus Effekte akzeptiert.

Das Harddiskrecording-Programm unterstützt dabei auch ein Multi-I/O Audio Interface mit mehreren gleichzeitigen Ein- und Ausgängen sowohl im MIDI- als auch im Audiobereich. So sind zum Beispiel Aufnahmen mit zwei verschiedenen MIDI-Interfaces und 24 separaten Audiokanälen möglich, wobei Quelle und Ziel frei zugeordnet werden können. WDM Treiber werden genauso wie ASIO, Direct-Sound und MME Wave-Out Treiber akzeptiert. Der generische Treiber Asio4all funktioniert übrigens fehlerfrei mit Reaper.
64bit Verarbeitung, Multiprozessorkernunterstützung sowie Windows Vista Lauffähigkeit runden das Bild ab. Somit unterscheidet sich der Sequenzer kaum von anderen professionellen Lösungen wie Cubase 5, Sonar 8, Digital Performer 6 u.ä. .

Nun ist als weitere Funktion der Videoimport hinzugekommen (oder besser gesagt, vor Version 2.55 ist mir das nicht aufgefallen). Reaper kann Videos parallel zum Projekt abspielen. Es werden alle installierten Codecs im AVI-Container akzeptiert. MPEG2, WMV und Quicktime funktionieren ebenso. Weitergehende Editiermöglichkeiten des Videos gibt es nicht. Allerdings erlaubt Reaper das Trimmen der Videos über einen Längenzuschnitt der abgebildeten Wavedateien, welche zum Video dazugehören. Ein Thumbnail-Vorschauleiste für das Video ist nicht vorhanden.

Reaper mit Videoeinbindung

Reaper mit Videoeinbindung

Die beste Performance ergibt sich mit Videokompressionen bei niedriger Rechenleistung und vielen Keyframes. Prinzipiell funktioniert das synchrone Abspielen bei einem AVI deutlich schlechter als bei einem MPEG2- Film. Letzteres Format lässt sich sehr stabil in das Projekt einbinden.

Reaper ist nur während der Evaluationsphase kostenlos nutzbar. Der Programmierer setzt hierbei auf die Ehrlichkeit der Nutzer und spezifiziert die Länge der Testperiode nicht näher. Auch sind im Programm keinerlei zeitabhängige Abschaltungsmechanismen oder andere Verkrüppelungstechniken erkennbar. Bei nicht-kommerzieller Nutzung verlangt der Programmierer $50 USD und für die kommerzielle Nutzung einen Preis von $225 USD.

Das ca. 2,5 MB große Programm kann man sich unter http://www.reaper.fm kostenlos herunterladen.

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Lesermeinungen (8)

zu 'Reaper: Preiswerte Musikproduktion mit Videoeinbindung'

  • Lilian   21. Mai 2009   13:33 UhrAntworten

    Das scheint ja mal ein interessante sProgramm zu sein. Toll. Werde ich mal ausprobieren :-)

  • Juergen   21. Mai 2009   19:56 UhrAntworten

    Reaper ist vor allem eins: SCHLANK. Da kann kein anderes Programm mithalten. Fein sind auch die tollen Routingmöglichkeiten und das Verschieben von Plug-Ins im Effektslot; die werden beispielsweise bei Cubase als neueste Neuerung abgefeiert.
    Ein über die Maßen hinaus empfehlenswertes Programm.

  • sid   21. Mai 2009   21:54 UhrAntworten

    Als neuste Neuerung abgefeiert???
    So redet jemand,der keine Ahnung hat von dem,was er redet!!!
    Gibt es schon seit Cubase 4.....
    Schlaf weiter,Jürgen...

  • Drail   21. Mai 2009   22:01 UhrAntworten

    Benutze das Programm schon ewig, aber manchmal stürtzt es leider immernoch bei manchen VST Effekten ab, warscheinlich aber weil diese Fehlerhaft sind...
    Aber alles in allem einfach ein Super ding!

  • Carlos (delamar)   22. Mai 2009   07:51 UhrAntworten

    Ja, mit dem Verschieben von Plugins hat sich Cubase in der Tat sehr sehr schwer getan. Genau wie mit dem freien Routing. Immerhin kam das alles mit Cubase 4.

    Reaper hat meiner Ansicht nach vor allem einen sehr attraktiven Preis. 50USD ist da sehr übersichtlich für die nicht-kommerzielle Lizenz. Sehr schön bei Reaper wohl auch die Möglichkeit, es auf einem USB-Stick überall mit hin zu nehmen. Sehr löblich.

  • Steve   22. Mai 2009   16:20 UhrAntworten

    Vielleicht noch als Ergänzung: Reaper ist durchaus mehr als nur ein Einsteigerprogramm, wie es der Einstieg des Artikels andeutet. Man kann damit vieles anstellen, was ansonsten nur mit den "großen" Programmen möglich ist. Da kann einen die Kompaktheit des Programms (und der geringe Preis) schon ein wenig täuschen. Aktuelle Version ist übrigens schon 2.58, demnächst kommt Reaper 3.

  • Steve   23. Mai 2009   06:17 UhrAntworten

    Update: Reaper 3 ist heute erschienen. Neuer Preis für nicht-kommerzielle Lizenz ist 60 US-Dollar, für kommerzielle Lizenz unverändert.

  • Carlos (delamar)   25. Mai 2009   11:45 UhrAntworten

    Ah, danke für den Tipp, Steve. Müssen uns das Teil eigentlich mal genauer anschauen. Wir haben nur so wenig Zeit im Moment...

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