Effectrix: Testbericht
Vor einigen Tagen haben wir auf delamar den Effekt-Sequenzer Effectrix vorgestellt, ein vielversprechendes Plugin zur Klangmanipulation aus dem Hause Sugar Bytes.
Weil uns die Idee hinter Effectrix so gut gefiel, hat Andreas das Plugin etwas genauer untersucht und die Ergebnisse in einem kurzen Testbericht für Euch zusammgefasst.
Effectrix: Testbericht
Neulich wurde ich beim Lesen von delamar.de auf das neue Plugin von Sugar Bytes namens “Effectrix” aufmerksam. Das Plugin verspricht Beat-Zerstückelungen á la Aphex Twin, BT und Squarepusher auf einfache Art umzusetzen und innerhalb des jeweiligen Sequenzer Hosts leicht realisierbar zu machen.
Da Effectrix für einen Preis von gerade einmal EUR 99,- zu erwerben ist und ausserdem neben der VST-Version für Windows auch in einer Version für die AU-Schnittstelle für Mac vorliegt, wurde ich neugierig.
Der Windows Besitzer hat bereits seit Jahren eine “Geheimwaffe” für das kreative Zerhackstückeln von Audiomaterial, nämlich die kostenlose Software dblue’s Glitch. Als Mac Anwender sieht man bisher noch in die Röhre. Es gibt wenige bis gar keine Alternativen.
Abhilfe schafft jetzt endlich Effectrix. Als ich Effectrix das erste mal aufmachte und es mit einem Beat fütterte war ich, gelinde gesagt, begeistert. Innerhalb weniger Sekunden hatte ich Effekte erstellt, welche vorher nur mit dem peniblem Setzen von 1/128 Noten möglich gewesen waren. Das Ganze funktionierte nach dem Motto: “Klick irgendwo hin, passt scho!”
Effectrix hat ein einfaches intuitives Interface.
Auf der linken Seite befinden sich, farblich getrennt, die einzelnen Effekte (zu diesen später mehr). Daneben rechts findet man einen Step-Sequenzer mit maximal 32 Schritten, der in seiner Länge und Auftaktung (1/4, 1/4T, 1/8, 1/16, 1/32) beliebig angepasst werden kann.
Im unteren Bereich des Plugins findet man letztlich die Einstellungen für den jeweiligen Effekt und den Master Bereich.
Die Effekte werden übrigens der Reihe nach von oben nach unten angesteuert. Heisst also, dass das Ausgangssignal des obersten Effektes in den darunter liegenden gebracht wird usw.
Effectrix: Übersicht über die Effekte
- XLoop, Loop, Scratchloop, Reverse und Vinyl: Sind Effekte, welche das Eingangssignal loopen.
XLoop erlaubt es den Loop in kontinuierlichen Schritten kleiner beziehungsweise grösser zu machen. (inkl. Pitch-Änderung)
Loop beeinflusst die Länge des Loops nicht fortwährend sondern bietet eine statische Looplänge.
Scratchloop ist sozusagen ein Vorwärts-Rückwärts-Loop, wobei vorwärts und rückwärts noch durch einen Slope moduliert werden können. Es ändert sich der Pitch und man hört etwas ähnliches wie einen Scratch Effekt.
Reverse dreht das Signal schlicht um.
Vinyl erzeugt “instant”-Scratch-Effekte und bietet keinen Einstellungen für Slope und Vorwärts- beziehungsweise Rückwärts-Geschwindigkeit. - Stretch: Time-stretching Effekt
- Tonal Delay: Ein sehr kurz eingestelltes Delay mit erhöhtem Feedback-Wert. Dadurch entsteht ein “Sing”-Effekt. Der “Tune” kann als Notenwert von C0 bis C6 eingestellt werden.
- Stutter: Rhythmischer Mute Effekt mit Panorama-Einstellungen.
- Crush: Der Verzerrer *yadda*yadda*
- Filter: Ein Filter. Besonders sind hier der “Vowel”-Modus, der Envelope Follower und der allseits beliebte Comb-Filter.
- Phaser, Chorus, Delay und Reverb: Ich glaube diese Effekte sind allseits bekannt. Hier wurde auch nichts besonderes verbaut. Die jeweiligen Effekte sind über ca. 4-5 Drehregler manipulierbar und dementsprechend leicht und schnell einzustellen.
Effectrix Handling:
Zunächst war ich ein wenig enttäuscht von Effectrix, denn es lassen sich maximal 12 Sub-Patterns anlegen. Hier hätte ich mir wenigstens soviele gewünscht, wie es auch Effekte gibt (14 Effekte). Später aber kam mir die Idee, einfach weitere Instanzen des Plugins zu öffnen, um mehr Effekte zur Verfügung zu haben. Da dies reibungslos funktioniert, sind dem Spieltrieb keine Grenzen mehr gesetzt, zumal das Plugin Rechenleistung benötigt und erstaunlich gute Ergebnisse liefert.
Die fehlende Interaktion empfand ich anfangs als störend, jedoch wurde ich schnell eines Besseren belehrt: Effectrix bietet zwei entscheidend wichtige Knöpfe. Der eine sagt, dass die einzelnen Patterns (12) per Note geöffnet werden können. Spielt man also live irgendetwas durch Effectrix, kann man durch Drücken der Keyboard Tasten C bis H das jeweilige Pattern aufrufen.
Eine Interaktion ist somit gewährleistet und meine anfänglichen Bedenken zerstreut.
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10. Mrz 2008 | 14:51 Uhr
Also das Soundbeispiel haut mich nicht wirklich vom Hocker. Also mit dem kostenlosen dBlue-Glitch habe ich nach kurzem herumprobieren deutlich interessantere Ergebnisse erziehlt.
Viele Grüße
10. Mrz 2008 | 16:21 Uhr
Hallo Funatyc
Wenn du den Artikel liest, wirst du darin eine Stelle finden, an der steht, dass es schwierig ist punktgenaue Effekte hin zu bekommen. Deshalb ja dieses Soundbeispiel und dann der freundliche Hinweis bei Sugar Bytes sich die Soundbeispiele anzuhoeren.
Danke fuer deinen Kommentar. :)
10. Mrz 2008 | 16:28 Uhr
Wie im Testbericht erwähnt….auf der Sugar Bytes Seite sind noch weitere Soundbeispiele zu finden! Es lohnt sich wirklich da mal reinzuhören.
10. Mrz 2008 | 16:45 Uhr
Tja, da ich auf der Arbeit bin da zügig drüber geflogen und es überlesen. habe mir die Soundbeispiele noch nicht angehört. Werde es sicherlich noch tun. Für mich klingen die Sounds im Beispiel eher als ungewollt :)) Deshalb bin nicht nicht sonderlich begeistert. Aber danke für deinen Hinweis.
LG Funatyc
10. Mrz 2008 | 18:15 Uhr
Wie gesagt. Man muss sich schon anstrengen tolle Effekte punktgenau zu landen. :D
09. Sep 2008 | 19:07 Uhr
Hallo erstmal,
kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. “Chaos” muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Aber in halbwegs geordneten bahnen sollte es da doch ablaufen. Zum anderen kostet es immerhin 99 €, wenn ich mich nicht irre.
dBlue-Glitch z.b. ist kostenlos. Und damit bekomme ich meine “Wahnsinnseffekte” so hin, wie ich es möchte, ohne große Programierereien. dBlue-Glitch habe hier bei den Free VSTs gefunden. (Kaum zu glauben…)
Vielleicht bringt ja das neue Update das gewünschte Timing, aber 99 € kostet es dann trotzdem noch.
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