Cubase 4 offiziell released

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Was gibt es also Neues in der aktuellen Version? Auf den ersten Blick eigentlich genau das, was ich im Vorfeld bereits in diesem Beitrag geschrieben hatte.

Das Design sieht nun etwas anders aus, wie eine Mischung aus Logic und Ableton würde ich mal sagen. Steinberg verspricht hier eine Verbesserung der Kontrollmöglichkeiten durch bessere Strukturierung des Designs. Man darf also gespannt sein.

 

Control Room

Cubase 4 wartet mit einer neuen Sektion im Mixer auf, dem Control Room. Es kann über das Control Room Panel zwischen vier verschiedenen Abhör-Setups und sechs externen Audioquellen (wie CD, DVD, Tape etc., die nun auch direkte Inputs haben) umgeschaltet werden.

Verbindungen lassen sich über das VST Connections Fenster komfortabel einstellen. Die Control Room Sektion bietet darüber hinaus einen Talkback Channel, einen Headphone Bus und die Möglichkeit bis zu vier separate Studio Mischungen (Monitor Mischungen) zu erstellen. Hierfür bietet jeder Mixer Kanal nun separate Studio Sends.

Ist meiner Ansicht nach jetzt nicht die ganz große Neuerung, denn all das bietet mir meine Soundkarte schon lange im integrierten Mixer – und in der Soundkarten-Software oder im externen Mischpult ist auch es auch da, wo ich das persönlich auch für angebracht empfinde.

 

Neue Plugins

Die VST-Schnittstelle hatte Steinberg ja erst vor kurzem auf einen neuen Versionsstand gebracht und nun kommen in Cubase 4 ein komplett neues Set mit Audio Effekt-Plugins.

Die neuen Plugins können sich automatisch an die Anzahl der Ausgangsbusse des Kanals auf dem sie liegen anpassen, d.h. zwischen Mono, Stereo und 5.1 etc. wechseln.

Steinberg verspricht hier auch weniger CPU-Last durch eine neue Funktion „Silence Detection“, die dafür sorgt, dass ein PlugIn nur dann Audiodaten berechnet, wenn tatsächlich gerade ein Signal anliegt.

Die Gesamtzahl der in Steinberg Cubase 4 mitgelieferten Plugins beläuft sich nach Herstellerangaben nun auf 50.

 

Neue virtuelle Instrumente VSTi

Nach dem Aufkauf von Steinberg durch Yamaha hatte die Cubase-Fangemeinde gerade in diesem Bereich auf große Neuerungen gehofft. Wie es aber scheint, sind die Änderungen nur mässig.

Steinberg Cubase 4 bringt insgesamt vier neue VSTi namens HALion One, Spector, Prologue und Mystic (und leider keinen Motif in einer Lightversion).

Steinberg verspricht viel Qualität in seinen neuen VSTi, wir können gespannt sein. Vom Yamaha Motif gibt es leider nur einige Soundsamples, die als Presets für HALion One genutzt werden können. Das bleibt zumindest weit hinter meinen Erwartungen zurück.

 

SoundFrame – Der Browser

Wie schon in den letzten Beiträgen auf meinem Blog rund um Cubase 4 vermutet, kommt ein neuer Browser, den Steinberg SoundFrame getauft hat.

Die revolutionäre SoundFrame™ Konzept von Cubase 4 integriert Ihre gesamte Sound-, Loop- und Preset-Libary in nie da gewesener Weise in Ihren kreativen Arbeitsprozess. SoundFrame™ kombiniert neue Features wie Instrumentenspuren, Spur-Presets und die VST3 Kategorisierungsfunktion mit einem leistungsstarken Datenbank-System (Media Bay).

Interessant klingt hier die Möglichkeit des schnellen Vorhörens von Patches und Presets inklusive automatischer Tempoanpassung. Ich bin jedenfalls gespannt, ob ein solch umfangreicher Browser in der Tat zu einer Verbesserung des Workflows hilft, oder ob er die Sache nicht noch komplizierter macht, als es bisher schon ist.

Weitere Informationen

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MediaBay – Media File Management System

Steinberg stellt mit Cubase 4 noch ein weiteres Tool zum Datei-Management bereit bereit: die MediaBay. Diese soll der zentrale Ort für die Verwaltung und Kategorisierung von Media Dateien aller Art werden.

Gemeint sind hier Audio- und MIDI-Dateien, Instrumenten- und PlugIn-Presets, Spur-Presets, Video-Clips und sogar Cubase 4 Projekt-Dateien.

Mit einer Suchfunktion ausgestattet verspricht auch dieses neue Werkzeug eine verbesserte Übersicht und schnelles Auffinden der richtigen Sounds und Loops.

Der integrierte Tag-Editor hilft die eigenen Dateien selbst mit Attributen versehen, ähnlich den social networking Diensten.

Die Scope Sektion bietet eine leistungsstarke Vorschau Option für Audio-, MIDI-Dateien und Presets. Loops können im Song-Tempo vorgehört werden.

 

Spur-Presets

Eine der wichtigsten Neuerung in Steinberg Cubase 4 laut Hersteller sind die Spur-Presets, die als Vorlage für alle wichtigen Einstellungen von Audio-, MIDI- oder Instrumentenspuren dienen.

Es können Spur- und Mixereinstellungen, sowie Informationen über Instrument/Preset bei Instrumentenspuren und MIDI Port/Kanal/Patch bei MIDI Tracks hier gespeichert werden.

In der MediaBay können Spur-Presets mit Attributen wie Kategorie/Stil/Charakter etc. versehen werden, was das Management der immer größer werdenden Bibliotheken vereinfachen soll.

Es können auch Multi-Track Presets abgespeichert werden, also Kombinationen aus mehreren Spur-Presets.

 

Instrumentenspuren

In Cubase 4 wird ein neuer Spurtyp eingeführt, der die Arbeit mit virtuellen Instrumenten erleichtern soll: die Instrumentenspuren.

So wie ich das verstehe können Instrumentenspuren dazu dienen ein virtuelles Rack mit Instrumenten aufzunehmen, ganz im Stile des VSTi Racks.

 

Verbesserter Notensatz

Da ich den Notensatz noch in keinem Programm verwendet habe bisher, kann ich hierzu auch nicht viel sagen. Steinberg schreibt salomonisch, dass alle bisherigen Features erhalten bleiben und noch einige Verbesserungen hinzukommen.

Wer hier mehr wissen möchte kann das Weitere Informationen nachlesen.

 

User Interface Redesign

Wie bereits weiter oben und in den letzten Beiträgen zu Cubase 4 erwähnt, gibt es ein überarbeitete Benutzer-Interface, in dem die Hervorhebung von aktiven Elementen gegenüber inaktiven Elementen laut Steinberg stark verbessert wurde.

Die Oberfläche erscheint aufgeräumter und übersichtlicher, insbesondere im Mixer und im Inspector-Bereich. Ausgewählte Mixer Kanäle sind jetzt deutlich hervorgehoben und kleinere Schriften noch besser lesbar.

Weitere neue Features des User Interfaces sind:

  • Track Inspector individuell einstellbar
  • Fenster für die Kanaleinstellungen im Mixer vollständig konfigurierbar
  • Mixer Fenster mit „noch flexibleren individuellen Ansichten“

 

Fazit

Gänzlich uninteressant ist die neue Version Cubase 4 sicherlich nicht. Gerade in Sachen Sound-, Sample- und Preset-Management scheint sich eine Menge getan zu haben.

In Sachen virtuelle Instrumente ist man uns meiner Ansicht nach etwas schuldig geblieben, wobei die Qualität der mitgelieferten VSTi’s noch sicherlich versöhnlich wirken könnte.

Features wie das Angleichen des Tempos von Loops im Browser sind zwar als große Neuerung hervorgehoben, sind in anderen Produkten wie zum Beispiel Ableton Live! schon lange gang und gebe.

Auf den ersten Blick scheint es schlicht keine großen Innovationen in Cubase 4 zu geben und die gestiegenen Preise für die Updates werden auch sicherlich nicht gerade dazu beitragen, die Kauflust der Leute zu schüren. Für mich hätten nach zwei Jahren Entwicklung mehr wirklich neue Features kommen müssen oder man hätte diese Version auch Cubase 3.5 nennen können.

Ich werde jedenfalls mal höflich bei Steinberg um eine Version zum Testen des Programms anfragen, um hier auf dem Blog noch einen wirklich ausführlichen Test durchzuführen.

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