Produzenten-Tipps

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Welche Musikprogramme nutzen denn die Profis? Wir haben einige erfolgreiche Produzenten nach ihren geheimen Favoriten befragt und hier sind die Interviews mit einigen sehr spannenden Erkenntnissen. Los geht’s mit…

 

Charlie Bauerfeind

Charlie Bauerfeind

Karl Rudolf Bauerfeind ist seit 1989 als Tontechniker bzw. Produzent aktiv und hat mit Bands und Künstlern wie Motörhead, Rage, Helloween, Sarah Brightman, Rob Halford oder Blind Guardian zusammengearbeitet.

 

Was machst Du hauptsächlich?

Produzieren, Recording und Mixen. Mastering für eigene Produktionen (wenn gewünscht) und in Ausnahmefällen für andere (Gotthard Album 2012).

Welche DAW nutzt Du hauptsächlich?

Seit 1993 nutze ich Pro Tools, DSP-gestützt. Andere DAW Software wie z.B. Logic, etc. nutzte ich meistens nur, um mit dem Workflow der Kunden kompatibel zu sein. Sprich: Session im Originalzustand, um Sie für den Transfer zu Pro Tools vorzubereiten – meiner Meinung nach die beste Audiobearbeitungsplattform.

Welches Plugin darf in keinem Studio fehlen und warum?

Das »Geilmach-Plugin«?! Kleiner Scherz. Im Ernst: Das gibt es leider nicht, auch wenn Plugin-Hersteller das für ihre Produkte immer wieder propagieren. Natürlich gibt es Plugins der verschiedenen Kategorien, die ich in meinem Workflow besser integrieren kann als andere. Da ich ja aus der Engineering-Ecke komme, sind für mich die vielseitigen Einstellmöglichkeiten der Plugins extrem wichtig. Plugins mit exotischen Interfaces oder Konzepten oder gar solche mit komplett vorgefertigten Setups funktionieren für mich nicht. Das ist für mich auch einer der Gründe, warum mittlerweile vieles ähnlich bzw. gleich klingt.

McDSP ML4000, TC Electronic Master X, Crane Song Phoenix und Waves L3 haben meinen Workflow in den letzten Jahren stark beeinflusst.

Was ist dein Geheimtipp in Sachen Musiksoftware und warum?

Auf der Sample-Seite sind für mich die Produkte von Heavyocity im kreativen, inspirierenden Bereich ganz weit vorne. Einfach mal einen passenden DAMAGE-Loop unter Tom-Breaks packen. Sehr interessant, zumindest in meinem Hauptbetätigungsfeld Heavy Rock bis Metal.

Kann Software im Tonstudio inzwischen die Hardware gänzlich ersetzen?

Schwer zu beantworten. Ich war ja sehr lange ein Verfechter von ausschließlich »In-The-Box«. Vor einigen Jahren (als ich Chandler-Produkte für mich entdeckt habe) bin ich allerdings davon abgekommen. Klangfärbungen und Nuancen sind für mich sehr wichtig, da man dadurch die Möglichkeit hat, seine Arbeitsergebnisse von denen anderer Kollegen zu unterscheiden. Da ist natürlich viel Geschmacksache dabei. Ob man für die Umsetzung seiner eigenen Vorlieben dann mit Software oder Hardware eher zum Ziel kommt, ist die Kernfrage.

Für mich ist die Klangfärbung einer Chandler-Summierung/-Masterkette auf Softwarebasis nicht zufriedenstellend umsetzbar, daher ist auf dieser Seite Hardware unabdingbar. Genauso verhält sich das auf der Recording-Seite, also bevor man auf die DAW-Ebene kommt. Etwa mit Mikrofonvorverstärkern, ob nun alte APIs oder moderne Millennias etc.