Audio Editor

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Übersicht

  1. Audio Editor
  2. Mastering Software

Mit einem Audio-Editor kannst Du Audiodateien exakt beschneiden, in der Lautstärke verändern, ein- und ausblenden, restaurieren und mehr. Hier findest Du kompakte Portraits der wichtigsten und besten Programme in dieser Kategorie, außerdem machen wir einen Abstecher in den Bereich der Mastering Software.

Der Audio-Editor ist neben der DAW-Software eines der wichtigsten Musikprogramme. Zunächst kannst Du damit entweder Klänge über ein Audio Interface aufnehmen oder vorhandene Audiodateien laden. Dann folgt die Bearbeitung – hierauf ist ein Audio-Editor spezialisiert.

Samples schneiden, normalisieren, Rauschen tilgen, …

Klassische Anwendungen: die Entfernung von stillen (oder mit belanglosem Hintergrundrauschen gefüllten) Passagen direkt vor und nach aufgenommenen Instrumenten- bzw. Gesangsparts. Oder das Umkehren eines Samples, damit es rückwärts abgespielt werden kann. Noch ein typisches Beispiel: die Konvertierung in eine andere Sample-Rate bzw. Bit-Tiefe. Auch Restaurationen wie das Entfernen von Rauschen, Knacken, Kratzern und anderen Störgeräuschen können meist schon mit den Bordmitteln in einem Audio-Editor erledigt werden.

Die letztgenannten Beispiele fallen auch in den Aufgabenbereich des Masterings, bei einem guten Audio-Editor lässt sich die Grenze zur Mastering Software eben nicht klar ziehen. Alle typischen Aufgaben im (Audio) Mastering und entsprechende Programme werden auf der nächsten Seite näher beleuchtet.

Ein Audio-Editor bietet sich vornehmlich für destruktive Audiobearbeitung an. Deren Ergebnisse werden in der Audiodatei selbst abgespeichert, quasi »eingebrannt«. Bei den Audiospuren in einer DAW ist es hingegen so, dass Effekte und andere Bearbeitungen während des Abspielens in Echtzeit berechnet und förmlich »darübergestülpt« werden, während die originalen Audiodaten unangetastet bleiben.

 

Steinberg WaveLab

Steinberg WaveLab
Windows & Mac OS X

Der etablierte Audio-Editor unterstützt Windows 8 und Mac OS X 10.8, jeweils auch für 64-Bit. Auf einzelne Clips können in der Vollversion jeweils bis zu zehn verschiedene Effekte gelegt werden. Dank Stapelverarbeitung lassen sich Arbeitsschritte automatisieren und auf beliebig viele Audiodateien anwenden. Ein kompletter Arbeitsbereich bietet Werkzeuge zur Erstellung und Veröffentlichung von Podcasts, auch mit direkter Veröffentlichung auf iTunes.

Fenster lassen sich in ihrer Größe anpassen, gruppieren und frei verschieben. Ein Arbeitsbereich mit Analysewerkzeugen und -anzeigen kann auf Wunsch separat auf einem zweiten Computermonitor angezeigt werden. Die wichtigsten Parameter lassen sich mit bis zu vier verschiedenen MIDI-Controllern ansteuern, wobei MIDI-Learn die Konfiguration bequemer gestaltet.

Für bescheidenere Ansprüche gibt es die erheblich günstigere Version WaveLab Elements. Die Unterschiede liegen beispielsweise in der maximalen Sample-Rate (384 vs. 96 kHz), den parallel nutzbaren Audiospuren (>1000 vs. 3) und den mitgelieferten Plugins (35 vs. 17). Für alle, die ihre alten Schallplatten und Kassetten digital archivieren wollen, sind aber in beiden Editionen Restaurationswerkzeuge von Sonnox enthalten.

549,- Euro / 99,- Euro (Elements)

 

 

Sony Sound Forge Pro

Sony Sound Forge
Windows & Mac OS X

Mit Sony Sound Forge Pro lassen sich bis zu 32 Kanäle gleichzeitig mit maximal 64 Bit & 192 kHz aufzeichnen. Neben dem Support beliebiger VST-Effekte sind zwölf Effekte enthalten – unter anderem den Vocal-Multieffekt iZotope Nectar Elements und Time-Stretching per zplane élastique, zudem hauseigene Tools zur Analyse, Restauration und Konvertierung. Umfassende Werkzeuge für das Recording mehrerer Takes und die Arbeit mit Events sind an Bord. Eigene Interface-Konfigurationen für einen oder mehrere Bildschirmen lassen sich speichern.

Mit der nahtlosen Integration von Sony SpectraLayers Pro können beliebige Abschnitte der Wellenform zur Spektralanalyse und -editierung geöffnet, bearbeitet und dann automatisch und Sample-akkurat an Sound Forge Pro zurückgeschickt werden.

Das Bundle »Audio Master Suite« umfasst Sound Forge Pro 11 und das erwähnte SpectraLayers Pro 2. Auch ist mit »Audio Studio« eine abgespeckte, günstigere Edition von Sound Forge Pro 10 (die Vorgängerversion) zu haben, hier fehlen etwa die Effekt-Plugins von iZotope und zplane, die Profiwerkzeuge für Analyse, Restauration etc. sowie diverse fortgeschrittene Features. Zudem wird »nur« eine Wortbreite von 32 Bit unterstützt.

Sound Forge Pro: 301,95 Euro
Sound Forge Pro Mac: 229,95 Euro
Sound Forge Audio Studio: 45,95 Euro
Audio Master Suite: 452,95 Euro

 

 

Audacity

Audacity
Windows, Mac OS X & Linux

Dieser kostenlose, quelloffene Audio-Editor ist sowohl für PC und Mac als auch für Linux-Rechner erhältlich, zudem liegt eine deutsche Übersetzung vor. Bei entsprechend ausgestatteter Hardware sind Mehrspur-Aufnahmen mit bis zu 24 Bit und 384 kHz möglich. Unter anderem lassen sich Dateien der Formate WAV, AIFF, AU, FLAC, Ogg Vorbis importieren und exportieren, über weitere Komponenten wird zudem der Im- und Export von MP2, MP3, AC3, M4A/M4R (AAC) und WMA ermöglicht.

Neben den für eine Audio Editing Software üblichen Arbeitsschritten wie Schneiden, Erstellung von Hüllkurven etc. können Änderungen unbegrenzt rückgängig gemacht oder wiederhergestellt werden. Essentielle und fortgeschrittene Effekte wie Normalisierung, Tonhöhenänderung, Time-Stretching, EQ, Filter, Kompressor, Delay, Phaser, Reverb und mehr werden mitgeliefert. Die Stapelverarbeitung erlaubt es, beliebig viele Dateien automatisiert zu bearbeiten.

Plugins der Formate VST, AU, LADSPA und Nyquist können genutzt werden. Zu guter Letzt finden sich auch hier Werkzeuge zur Audioanalyse wie ein Spektrogramm. Audacity nicht so umfangreich wie die kommerziellen Editoren, doch für ein Gratisprogramm ist das Aufgebot sehr beachtlich.

kostenlos

 

 

Celemony Melodyne

Celemony Melodyne
Windows & Mac OS X

Keine Mastering Software und zumindest kein klassischer Audio-Editor, sondern ein spezialisiertes Audiowerkzeug, das vor einigen Jahren Neuland betrat – Melodyne erkennt Tonhöhen in einer Audiodatei, also die Noten, die in einer Aufnahme gesungen bzw. gespielt wurden. Angezeigt werden diese in einer Kombination aus Wellenformen und einer gewöhnlichen Pianorolle, wie Du sie wahrscheinlich schon aus einer DAW-Software kennst.

Die so erstellten Schnipsel, hier »Blobs« genannt, kannst Du beliebig verschieben, dehnen und stauchen, um die Tonhöhen, das Timing und die Abspielgeschwindigkeiten der Einzelklänge ganz nach Wunsch verändern. So können auch die Intonation korrigiert und mehrstimmige Parts aus zuvor einstimmigen Klängen erzeugt werden.

Die Vollversion Melodyne editor umfasst sämtliche Features. Bei Melodyne assistant wird unter anderem auf die Bearbeitung mehrstimmigen Materials verzichtet, der Workflow bleibt jedoch gleich. Melodyne essential ist auf die Basisfunktionen für Tonhöhe und Timing beschränkt, wobei ein vergünstigtes Upgrade auf die zuvor genannten größeren Editionen möglich ist. Mit dem Melodyne studio bundle3 erhältst Du schließlich Melodyne studio zur Arbeit auf unbegrenzt vielen Spuren sowie den Melodyne editor.

Melodyne editor: 399,- Euro
Melodyne assistant: 199,- Euro
Melodyne essential: 99,- Euro
Melodyne studio bundle: 699,- Euro

 

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