Top 5 Fehler beim Verwenden von Hall / Reverb bei der Abmischung

Top 5 Fehler beim Verwenden von Hall / Reverb bei der Abmischung

Wenn ich in Produktionen aus dem Amateur-Bereich höre, fällt mir häufig auf, dass es gerade beim Einsatz von Hall / Reverb einige Fettnäpfchen gibt. Damit dir das nicht passieren musst oder Du zumindest mal weißt, worauf Du achten kannst, habe ich eine Liste der fünf häufigsten Fehler bei der Verwendung von Hall beim Abmischen zusammengestellt.

Es gibt im Übrigen noch einige weitere Artikel rund um das Thema Hall-Effekt, darunter auch drei Podcasts, die sich eingehend mit allen Aspekten befassen. Du findest auf der rechten Seite eine entsprechende Auflistung.

Reverb Hall Top 5 Fehler

Reverb/Hall – Top 5 Fehler im Homerecording

Zu viel Hall
Je länger Duan einem Mixdown arbeitest und je tiefer Du dich in alle Details hineingehört hast, desto schwieriger fällt es, den Überblick zu behalten. Und da kann es schnell passieren, dass man den Hall-Effekt übertreibt und sich das Ergebnis plötzlich nach einer Aufnahme aus den Achtzigern oder nach Rex Gildo anhört.
Um diesem Effekt entgegen zu wirken, empfiehlt es sich, immer wieder andere (kommerziell produzierte) Musik im A/B-Vergleich zu hören. Hier kanst Du auf deren Einsatz und Dosierung des Hall-Effekts achten. Auch helfen kurze, dafür aber regelmäßige Pausen, um die Ohren immer frisch zu halten.

Der falsche Hall
Menschen sind an den Klang von Hall gewöhnt, in jeder Situation nehmen wir ihn als Rauminformation wahr. Beim Musik produzieren wird Hall eingesetzt, um die Musikinstrumente in der Tiefe eines Mixes zu positionieren und/oder ihnen einen gemeinsamen Raumeindruck zu verschaffen.
Da wir Menschen, wie oben erwähnt, jeden Tag den unterschiedlichsten Rauminformationen und damit Hall-Effekten ausgesetzt sind, bekommen wir im Laufe unseres Lebens eine sehr gute Vorstellung davon, wie wir Klang- oder Geräuschquellen gut orten können.
Das führt dazu, dass ein falsch eingesetzter Hall selbst von Laien und Musikkonsumenten als störend oder irritierend entlarvt wird. Beispiel: Es ergibt für die meisten Menschen wenig Sinn, ein Kammerorchester in einem virtuellen Bad zu hören. Es würde einfach nicht natürlich klingen.
Auf der anderen Seite ist natürlich jedem freigestellt, genau die als kreativen Effekt einzusetzen. Nichtsdestoweniger: Ein solcher Einsatz von Hall würde von den meisten Hörern “falsch” empfunden werden.

Hall auf den falschen Sounds
Beim Mischen von Songs verwendet man Hall gerne dazu, um Sounds in verschiedene Tiefen-Ebenen einzuteilen (Tiefenstaffelung) und damit deren Präsenz im Mix zu gewichten. Sounds mit viel Hall und langen Pre-Delay-Zeiten wirken für den Zuhörer weiter weg, tiefer im Mix drinnen. Im Gegensatz dazu wirken Instrumente mit wenig Hall und kurzen Pre-Delay Zeiten näher am Zuhörer.
Beim Verteilen der Hallanteile lohnt sich, die Band auf einer virtuellen Bühne zu visualisieren und sich bereits im Vorfeld des Abmischens Gedanken über die zu verwendenden Hall-Effekte zu machen.
In der Regel befindet sich ein Sänger vor der Band auf der Bühne und sollte deswegen auch im Mix relativ weit vorne stehen. Dahinter befindet sich der Bass und dann das Schlagzeug. Musikinstrumente, die bereits von Haus aus viel Hall haben (Pads zum Beispiel) benötigen oftmals keinen weiteren Hall bei der Abmischung.

Hall auf tieffrequenten Instrumenten
Reverb auf tieffrequenten Instrumenten wie Kick Drums oder Bass kann zu einer unnötigen Dichte von Audioinformationen im unteren Bereich des Frequenzspektrums. Das Ergebnis ist ein breiartiges Einerlei, das nicht mehr sauber definiert und dadurch klingt, als hätte der Mix keinen Druck. Anders gesprochen: Es gibt nur selten Bedarf, jedwede Hall-Effekte auf diese Spuren zu legen.
Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass sich durch das Hinzufügen von Energie im unteren Frequenzbereich auch der Headroom für die anderen Instrumente verringert. Du kannst dir das wie einen Eimer vorstellen, in den Du bereits unten viel blaues Wasser reinkippst für Bass und Kick Drum. Je mehr Hall Du hinzu gibst, desto voller wird der Eimer und dann ist nicht genügend Platz für das rote Wasser, also die anderen Spuren. Ein weiterer Nebeneffekt ist eine geringere Lautheit des Songs.
Es ist in vielen Musikrichtungen nicht ungewöhnlich gar keinen Hall auf Kick oder Bass zu geben.

Schlecht klingender Hall
Da Hall ein akkustisches Phänomen unserer Umwelt nachbildet, das der Mensch schon aus Überlebensgründen seit frühester Kindheit gelernt hat richtig zu interpretieren, werden schlechte Hall-Effektgeräte schnell als solche erkannt und als billig empfunden.
Eine einfache Regel ist hier: je schlechter der Hallalgorithmus, desto weniger Hall verwendet man im Mix. Der Umkehrschluss ist deswegen übrigens nicht gleich automatisch richtig ;)

 

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Lesermeinungen (37)

zu 'Top 5 Fehler beim Verwenden von Hall / Reverb bei der Abmischung'

  • Holger
    05. Nov 2007 | 16:53 Uhr Antworten

    Gute Hall-Effektgeräte sind leider sehr sehr teuer, gibt es vielleicht etwas günstiges UND gleichzeitig Gutes?

  • carlos (delamar)
    11. Nov 2007 | 13:59 Uhr Antworten

    Ein sehr guter, dafür aber kostenloser Hall-Effekt für die VST-Schnittstelle ist der SIR von Christian Knufinke auf knufinke.de/sir/

  • Toni
    13. Nov 2007 | 14:33 Uhr Antworten

    Ich hab immer das Problem mit Hall, dass man den Rap nicht gut versteht. Auch wenn ich nur wenig Hall verwende?

    Hast Du ein Tip?

    • Deadmau55555
      27. Okt 2010 | 12:10 Uhr Antworten

      hey toni!
      kann es sein das du vielleicht den reverb als insert effekt laedst?
      denn dann hast du keine chance auf ein klares abbild.
      immer als sendeffekt, vielen anfaengern ist das nicht bewusst.

    • Maik (Jusdiz)
      06. Jul 2013 | 09:12 Uhr Antworten

      Versuche es doch mal mit einem Delay statt einem Reverb. Auch mit einem Delay kann man sehr gut einen Raum kreieren!

  • carlos (delamar)
    13. Nov 2007 | 19:50 Uhr Antworten

    Ohne etwas gehört zu haben wird es schwierig, Dir einen guten Tipp zur Verwendung von Hall zu geben.

    Mein Tipp ins Blaue wäre mal das Pre-Delay hoch genug anzusetzen, damit der trockene Anteil der Stimme genug Zeit hat, um sich durchzusetzen gegenüber der Hallfahne. Und vielleicht hilft auch ein Filter, der die tieffrequenten Anteile des Halls wegschneidet.

    Aber vielleicht kannst Du ja mal einen Link zu einer Deiner Aufnahmen posten.

  • Janne
    18. Jan 2008 | 22:27 Uhr Antworten

    Hallo Jungs,

    ich hab mir eben mal euer Tutorial durchgelesen und bin da auf einen kleinen aber entscheidenden Fehler gestoßen:
    kurzes Pre- Delay wirkt diffuser und indirekter und somit weiter weg, während langes PD das Direktsignal vom Raumsignal entkoppelt, wodurch das Direktsignal präsenter und weiter vorne erscheint. Pegeldifferenzen zwischen Direktsignal und Reflexionen tun ihr Übriges zur Vorne/ Hinten- Positionireung im Mix.

  • Janne
    18. Jan 2008 | 22:53 Uhr Antworten

    @ Toni:
    Vielleicht solltest du ersteinmal versuchen, deine Vocals richtig zu EQen, d.h. schau mal ob die Sprachverständlichkeit (Formantenidentifizierbarkeit) gegeben ist, ohne dass irgendein Send- Effekt drauf ist. Wichtig ist auch, alle nervigen oder mulmenden Resonanzfrequenzen zu entzerren- selektiv abzusenken. Mehr Sprachverständlichkeit erreichst du, indem du vorsichtig und selektiv mit Anhebungen zw. 2 und 10 kH.z experimentierst. Pauschal kannst du des weiteren alles unter 100 Hz komplett cutten, oder sogar unter 150 Hz. Dann sind schonmal alle Tiefen Fr., die nur unnötig Energie im Mix verbrauchen und die VUMeter ärgern weg. Und nochwas: viele Hip Hopper haben die Angewohnheit, das Mic beim Rappen in der Faust verschwinden zu lassen und die letzte sichtbare Zone mit dem Mund so dicht zu maltretieren, dass der Sound nur noch scheiße und mulmig sein kann. Hier kommt der sog. Nahbesprechungseffekt zum Tragen. Dazu findest du mehr Nützliches im Netz.
    Zuletzt das richtige Pegeln nicht vergessen und etwas Kompressorenarbeit kann auch nicht schaden um die Stimme fetter und gefühlt lauter zu machen.

  • Czebo
    15. Okt 2008 | 16:46 Uhr Antworten

    Was ich erwähnenswert finde, ist dass externe Hallgeräte – auch in der Einstiegspreisklasse – meist besser klingen als VSTs oder AUs!

    Also auch mal damit liebäugeln vllt. doch ein günstiges Hallgerät einer verhassten Firma mit dem “B” am Anfang zu verwenden, als die in Cubase, etc. mitgelieferten Effekte! Einen Unterschied hört man auf jeden Fall!

    Und wer nen bissl Geld hat – nehmt das Lexicon dass in eurem Preisrahmen liegt – da habter mehr von! ;)

    Beste Grüße, Czebo

  • carlos (delamar)
    15. Okt 2008 | 17:27 Uhr Antworten

    Woher nimmst Du die Gewissheit, alle VST und AU Halleffekte über einen Kamm zu scheren?

    Das Behringer Gerät, das besser als der Oxford Reverb, Altiverb und Konsorten klingt möchte ich mal hören…

    :)

  • Czebo
    15. Okt 2008 | 23:08 Uhr Antworten

    Ich habe nie behauptet, dass ALLE VSTs oder AUs einheitsbrei sind und alle schlechter klingen als externe Effektgeräte!

    Das stimmt keinesfalls – aber es geht hier ja größtenteils um Homerecording – und da wird nunmal nicht auf teuren Macs mit Logic Pro oder fetten Pro Tools etc. gearbeitet, sondern eher mit Freeware Programmen oder günstigen DAWs.

    Cubase hat z.B. von Haus aus keinen sehr flexiblen Hall… klar mit dicken VST Bundles geht das wieder – aber wer hat schon für Homerecording das Oxford Bundle etc. für >1000€

    Also klar – jeder muss für sich entscheiden, welcher Hall ihm besser gefällt – es gibt sicherlich auch ganz gute Free-VSTs – aber ich finde so ein externes Gerät macht schon ne Menge her – zumndest im Homerecording ;)

    Beste Grüße, Czebo

  • carlos (delamar)
    15. Okt 2008 | 23:24 Uhr Antworten

    Achso, ich hatte Deine Aussage dann wohl fehlinterpretiert. Natürlich gibt es im Low-End Bereich auch gute Hall-Effekte. Der SIR sei mal genannt: kostenlos und ziemlich gut.

    Und die Spanne im Homerecording ist schon immens groß von Amateur bis Semi-Pro oder Pro, der zuhause arbeitet…

  • Czebo
    15. Okt 2008 | 23:30 Uhr Antworten

    Klar… ich hab ja auch dazugeschrieben, dass ich jedem der das Geld hat eher nen Lexicon empfehle – ich dachte das genügt als Relativierung!

    Ich bin gewiss niemand, der Behringer Produkte in den Himmel lobt – eher im Gegenteil ^^

    Aber besser als einige mitgelieferte Plugins in günstigen DAWs finde ich die Gerätschaften dann doch! Großer Vorteil ist für Einsteiger und Amateure vor allem auch, dass man die meisten Outboard Gerätschaften per Hand und nach Gehör einstellt – und nicht nur ein Preset abruft und sich damit zufrieden gibt!

    Grüße, Czebo

  • binbegeistert
    15. Jan 2009 | 10:39 Uhr Antworten

    Carlos schreibt:
    ….” Sounds mit viel Hall und langen Pre-Delay Zeiten wirken für den Zuhörer weiter weg, tiefer im Mix. ”

    Janne schreibt:
    ” ich hab mir eben mal euer Tutorial durchgelesen und bin da auf einen kleinen aber entscheidenden Fehler gestoßen:
    kurzes Pre- Delay wirkt diffuser und indirekter und somit weiter weg, während langes PD das Direktsignal vom Raumsignal entkoppelt, wodurch das Direktsignal präsenter und weiter vorne erscheint ”

    binbegeistert schreibt:
    Der Fehler ist mir auch sofort aufgefallen und ich kann Janne daher nur recht geben!

    • marcelo
      13. Feb 2011 | 20:15 Uhr Antworten

      ne ne .. carlos hat recht !

    • Thomas Supersynthesized
      05. Jul 2013 | 11:48 Uhr Antworten

      Wollte grad das selbe sagen, kommt sogar in einem Podcast vor!

  • Carlos (delamar)
    15. Jan 2009 | 11:03 Uhr Antworten

    Also noch einmal zur Veranschaulichung:

    PreDelay ist die zeitliche Verzögerung bis die Erstreflexionen beim Hörer eintreffen. Wenn ich in einem kleinen Raum stehe und rede, treffen in kürzester Zeit die Erstreflexionen von den Wänden ein und danach die Hallfahne.

    Stehe ich hingegen ein einer großen Halle, so dauert es deutlich länger bis mich die Erstreflexionen erreichen. Sie erreichen mit praktisch gleichzeitig mit der Hallfahne – der Eindruck eines großen Raums.

    Auf den Mix bezogen gibt es jetzt eine Unzahl an Möglichkeiten, einen Sound mit Hilfe der Einstellung von Hallfahne und PreDelay zu positionieren.

    Wähle ich einen sehr großen Wert für das PreDelay, z.B. mehr als 40ms so kann ich natürlich, wie Ihr schon richtig bemerkt, den Direktschall von den Erstreflexionen merklich trennen und trotz einer langen Hallfahne weit vorne positionieren.

    Wähle ich einen mittleren Predelaywert und richte die Hallfahne so ein, dass sie zum selben Zeitpunkt eintrifft, so wird das Ergebnis eher verwischt und im Mix begraben.

  • rho
    05. Apr 2009 | 13:07 Uhr Antworten

    In dem Artikel heißt es unter Punkt 3: “Sounds mit viel Hall und langen Pre-Delay Zeiten wirken für den Zuhörer weiter weg, tiefer im Mix. Im Gegensatz dazu wirken Sounds mit wenig Hall und kurzen Pre-Delay Zeiten näher am Zuhörer.”

    Das ist genau falsch herum. Je größer die zeitliche Distanz zwischen dem Eintreffen des Direktschalls und dem Eintreffen des reflektierten Schalls, umso näher scheint die Klangquelle am Hörer zu sein. Kurze Pre-Delay-Zeiten bedeuten, dass Direktschall und Reflexion ähnlich lange zum Hörer unterwegs sind, die Klangquelle also weiter weg sein muss. Trifft der Direktschall deutlich früher als die Reflexion ein, bedeutet das, dass der Direktschall eine kürzere Distanz als die Reflexion zu überwinden hat, die Schallquelle also näher dran ist.

  • Philipp
    22. Mai 2009 | 12:06 Uhr Antworten

    Hey ich wollte einfach mal mein Lob aussprechen das hier vom Autor auf jede Frage eingegangen wird das ist fast einzigartig und zusätzlich werden die Fragen auch noch mit fachlicher Kompetenz beantwortet.
    *Daumen Hoch*

  • SFx
    03. Jun 2009 | 15:58 Uhr Antworten

    Bezugnehmend auf die Kommentare zu Punkt 3 im Artikel. Am Ende hat jeder ein wenig Recht ! Die unterschiedlichen Aussagen kommen zustande, da die gewählten Perspektiven unterschiedlich sind.

    1. Verzögerung entsteht durch Distanz.

    2. Betrachtet wird nur der “Empfänger” also der Hörer.

    3. Das “Direkt Signal” vom Sender ist die Referenz für alle weiteren Betrachtungen. D.h. die Verzögerung zwischen dem direkten Signal und der ersten Reflektion (Wände/Böden/Decke) gibt dem Ohr die Raumgröße.
    Bei 40ms bis zur ersten Reflektion bedeutet dies ca. 13 zusätzliche Meter die das Schallsignal zurück gelegt hat. Wird dieser Wert größer so erscheint der Raum akustisch tiefer und der Sender weiter entfernt vom . Dies ist Grundlegend die Eigenschaft vom Echo (1 Reflektion mit großer Verzögerung). Der Abstand zwischen der ersten Reflektion und der “Hallfahne” gibt dem Ohr die Information über Beschaffenheit und Raum breite.

    4. Signal im gesamt Kontext. Bei mehreren Signalquellen die in einem Raum positioniert werden sollen muß bereits der vom Sender kommende direkt Schall verzögert werden, da das Signal seine Raumposition relativ zu den anderen Signalen erhält. Z.B. der Sänger steht 2m vor seiner Band. Daraus folgt, das der Sänger 6ms vor seiner Band beim Hörer “ankommt”. Kurz um die Relationen ins rechte Licht zu rücken. Das Ohr erkennt an der Laufzeitdifferenz des Schalls ob das Signal eher von Links oder Rechts kommt. Lautstärke spielt in der Ortung von Signalquellen eher eine untergeordnete Rolle.

  • Ragnar
    05. Jun 2009 | 01:57 Uhr Antworten

    @SFx (Kommentar 19)

    Thema Laufzeitdifferenzen: Stimmt zwar in der realen Welt, was Du schreibst, ist aber beim (künstlichen) Mix nur begrenzt umzusetzen aus Gründen der Monokompatibilität.

    In Stereo funktioniert L/R-Positionierung mittels ms-Delay wunderbar (interessantes Experiment übrigens!), aber in Mono gibt das ernsthafte Probleme mit Kammfiltereffekten. Deshalb wird idR über Lautstärke gepannt.

  • Christian
    08. Feb 2010 | 00:48 Uhr Antworten

    Hallo,

    welche Effekte hat z.B. Jason Mraz alles auf seiner Stimme?
    Die klingt immer sehr klar und sauber und sehr stark im Vordergrund… und sehr weich..

    Vielen Dank
    Grüße
    Christian

  • Yomo
    10. Sep 2012 | 02:53 Uhr Antworten

    Einen kleinen zusätzlich Tipp habe ich auch noch. Bei sehr Beat-lastigen, schnelleren perkussiven Songs, sollte man ohnehin besser auf gut getimte (etwas leisere) Delays zurückgreifen. Die Stimme klingt verständlicher und hat eine suggeriert angenehme (Hall)Tiefe, wenngleich sie dennoch auch schön “trocken präsent” im Vordergrund klingt. Bei langsamen Songs, wie z.B. Balladen, sollte man jedoch besser auf Hall zurückgreifen- oder auch in Kombination mit (sehr leisem) Delay. Räumliche Tiefe wird auch dadurch suggeriert, ob man Hall in breitem Stereo oder doch besser “enger” (evtl. in Mono) fährt.
    Je enger (je monophoner), umso weiter weg klingt auch ein Ereignis. Für Vocals würde ich eher “engeren” Hall (kein zu großes Stereobild) empfehlen, um die Präsenz der Stimme in der Mitte und die räumliche Position der Instrumente im Stereobild des Song auch besser zu separieren. Im Vorteil ist man beim Arbeiten mit Hall, wenn man ein Gerät/Plug-In besitzt, bei dem die Parameter für die Frequenzbänder gezielt bestimmt werden können (z.B. für die Höhen und/oder Bässe), damit diese nicht nicht vom Hall berührt werden und es ansonsten zu Zischlauten und unangenhemen Hallfahnen oder dumpfer Basslastigkeit käme, was ja mitunter die typischen Fehler bei einsteigenden Musikern&Mixern sind. Ein kostenloses Hall Plug-in hierfür ist mir leider nicht bekannt. Ich persönlich arbeite gerne mit “True Verb” aus dem Hause Waves, das eine solche Bearbeitungsmethodik der stufenlos gezielten Modifikation von Frequenzbändern erlaubt.

  • SilentNet
    17. Okt 2012 | 17:38 Uhr Antworten

    Hallo,

    erst einmal ein schönen Gruß an alle Leser.

    Zum Thema Hardware und Plug-Ins möchte ich gerne etwas loswerden. Meiner Meinung nach werden Plug-Ins in Zeitschriften bzw. im Internet oft auch nur zu Werbezwecken hochgelobt.

    Sicherlich gibt es Plug-Ins, die hinsichtlich Hall-Algorithmen (AudioEase Altiverb, Sonnox usw.) sehr gute Arbeit leisten und gut klingen. Oft ist von Plug-Ins mit guten bis sehr guten Klangeigenschaften zu lesen. Doch was ist mit „gut klingen“ gemeint? Geht es dabei ausschließlich um die Qualität der Hall-Algorithmen?

    Die Klangeigenschaft eines Plug-Ins ist im Wesentlichen auch vom verwendeten Audiointerface abhängig. Mit welchem Audiointerfaces die Plug-Ins getestet werden wird selten bis nie berichtet.

    Ich habe in der Vergangenheit die Möglichkeit gehabt AudioEase Altiverb 6 und andere Plug-Ins gegenüber meinem Lexicon MX400 zu vergleichen. Als Audiointerface habe ich ein MOTU 24 I/O verwendet. Alle als „professionell“ hochgelobten Plug-Ins klangen etwas dumpf und leblos gegenüber dem semiprofessionellen Lexicon MX400. Die getesteten Hall-Effekte wurden im PC digital verarbeitet und über die DA-Wandler des MOTU-Interfaces in meinem analogen Mischpult geroutet. Die Signale aus dem Lexicon MX400 wurden ebenfalls intern in der Hardware digital verarbeitet und anschließend über die DA-Wandler des Lexicon-Gerätes analog zum Mischpult geroutet. Wie bereits erwähnt bezweifle ich nicht, dass die Hall-Algorithmen oder die Impulsantworten von Plug-Ins schlechter sind. Im Gegenteil, das Lexicon MX400 wird bezüglich Algorithmus und Parameter-Verstellmöglichkeiten nicht besser als das eine oder andere Plug-In sein. Trotzdem waren die Klangeigenschaften der DA-Wandler des Lexicon MX400 um einiges besser als die der Plug-Ins über die DA-Wandler des MOTU-Interfaces. Ob ein Altiverb über ein Audiointerface wie z.B. Avid Pro Tools HD MADI, Apogee Rosetta 800 usw. besser klingt als ein Lexicon MX400 würde mich sehr interessieren. Leider werde ich das nicht bzw. nie testen können. Vielen User wir suggeriert, dass es ausreicht, sich ein teures oder ein kostenloses gutes Plug-In anzuschaffen, um mit professioneller Hardware mithalten zu können. Dem stimme ich nicht zu. Falls ich dennoch unrecht habe, dann würde mich interessieren, wo ich einen Denkfehler mache.

    • Maik
      08. Jul 2013 | 19:33 Uhr Antworten

      @ Silentnet

      Wie wird der Hall des Lexicons anschließend wiedergegeben, nachdem du ihn an das mMischpult weitergegeben hast?

  • SeanStein
    05. Jul 2013 | 13:21 Uhr Antworten

    Nochmal bezüglich des predelay:
    Es haben natürlich alle gewissermaßen recht, ich finde folgende Vorstellung recht anschaulich:
    Der hallraum steht als Faktor zunächst mal für sich und ist so gross wie er will. Das PreDelay regelt nun wie tief das zu verhallende Signal, vom Zuhörer aus betrachtet, in diesem Raum steht. Ist das PreDelay lang, so hat der Hörer den Eindruck das Signal befinde sich näher bei ihm, weil es deutlich früher sein Ohr erreicht als die Reflexionen des Raums. Umgekehrt erscheint es weiter entfernt, wenn die Reflexionen des Raums nahezu gleichzeitig eintreffen. Somit hat das PreDelay nichts mit Grösse, sondern mit Tiefe zu tun. Da wir hier über Tiefe sprechen, ist die Aussage ihm obigen Artikel verkehrt. Oder spinn ich?

    • Kahlbert
      05. Jul 2013 | 15:58 Uhr Antworten

      Du liegst völlig richtig, der Artikel ist in diesem Punkt fehlerhaft.

      Am besten einfach ausprobieren, was im konkreten Fall gut klingt … ;-)

    • Benjamin
      05. Jul 2013 | 18:27 Uhr Antworten

      Jo! Das ist vollkommen richtig!
      Das PreDelay bestimmt ja die zeitliche Verzögerung zwischen Direktschall und ersten Reflexionen.
      Langes Predelay…Nah am Hörer
      Kurzes Predelay… Weiter Weg vom Hörer.
      Egal wie groß der Raum ist.

      myfirststudio.de/wp-content/uploads/2012/01/pre-delay.jpg
      Hier schön erkennbar…

  • Phil Schl
    05. Jul 2013 | 12:27 Uhr Antworten

    irgendwie fehlt Teil 3 und Teil 5 und Teil 6 sind gleich

    • Carlos San Segundo (delamar)
      05. Jul 2013 | 13:11 Uhr Antworten

      Teil 5 und 6 sind gefixed. Teil 3 fehlt nicht, da ist Werbung drin, falls kein AdBlocker genutzt wird.

  • Sogyra
    06. Jul 2013 | 01:26 Uhr Antworten

    Irgendwas check ich da nicht…da sind Antworten von 2007 dabei…

  • Der Ulli
    06. Jul 2013 | 08:50 Uhr Antworten

    Mein Standpunkt ist folgender:Weniger Hall ist besserer Hall. Man kann,wie Carlos schon schrieb, alles total zukleistern und dann klingt es einfach nur grottig. Man sollte auch nur in ein und dem selben Song nur einen Hall beispielsweise Lexicon verwenden Verschiedene Produkte in einem Mixdown können mitunter tückisch sein.

    • IrgendeinThomas
      06. Jul 2013 | 23:55 Uhr Antworten

      Das kann man nicht prinzipiell sagen weil es immer auf den Stil und die Musikrichtung ankommt – was wäre zB Vangelis, generell vieles In der Filmmusik mit wenig Hall. Einige hier denken scheinbar nur in Pop/Rock und Rap-Dimensionen wo Hall meist relativ spärlich eingesetzt wird. Viel wichtiger zu wissen wie man damit umgeht und was zum jeweiligen Stil auch paßt, wieviele und welche Instrumente verwendet werden. Außerdem sollte man Hall nicht nur als Mittel verstehen um hintendran eine Hallfahne dranzukleben, viel wichtiger sehe ich den Einsatz davon um eine gut funktionierende Räumlichkeit und Tiefenstaffelung (vor allem mittels Early Reflections und Predelay) im Mix zu erzeugen. Somit ist für mich Hall nicht vorwiegend die Reverb-Tail (ich habe das Gefühl meist versteht man das unter dem Begriff “Hall”) sondern hat für mich weitaus mehr zu bieten.

  • Alex 28
    28. Jul 2013 | 13:28 Uhr Antworten

    Es kommt ja auch immer darauf an für was ich den Hall verwende. Verwende ich ihn nur zur Tiefenstaffelung so nutze ich hier nur die Predelayzeiten und schneide die Hallfahne ab. Dann haben einige Instrumente ienen natürlichen Hall der mit aufgenommen wurde wie z.B. bei einem Schlagzeug oder der Abnahme akustischer Gitarren. Erst hinterher setze ich das ganze wenn es dann überhaupt noch von nöten ist in einen Raum.

  • SilentNet
    08. Sep 2013 | 17:19 Uhr Antworten

    @ Maik

    Ich sende je nach Wunsch einzelne Spuren oder Spurengruppen zum Lexicon und über die Returns zurück zum Mischpult. Den oder die Effekte nehme ich über meine Nahfeldmonitore wahr. Der Master-Out geht zum Harddisk-Recorder.

  • Chris
    04. Dez 2013 | 08:59 Uhr Antworten

    Ich sehe das Ganze wie beim schminken einer Frau. Zuviel Make-up, na ja sie wird nicht schöner, aber ein bisschen Wangenrouge hier, ein wenig liedschatten da, dafür einen kräftigen Lippenstift und ein wenig puder, dann sieht sie aus wie ein Covermodel. Zuviel schminke oder Effekte ganze all. verkleistern das Kunstwerk :-).

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