Einer der Schlüsselpunkte zum Produzieren von guter Musik ist es, eine sehr gute Abhörsituation im Regieraum zu haben. Da die meisten Producer im Homerecording-Bereich kein eigens für die Abhöre bzw. Musik gebauten Raum besitzen, muss versucht werden das Beste aus den bestehenden Rahmenbedingungen herauszuholen.

Schon bei der Aufstellung und Ausrichtung der Monitorboxen kann man in der Regel viel falsch machen oder verbessern. In diesem Artikel gibt es nun einige einfache Tipps zum richtigen Aufstellen der Monitorboxen, um die eigene Abhörsituation möglichst optimal einzurichten.

Aufstellen der Monitorboxen

  1. Entfernung zwischen den Lautsprechern
    Der Abstand zwischen den beiden Boxen nimmt Einfluss auf das zu hörende Stereopanorama, das die beiden Boxen wiedergeben können. Normalerweise gibt der Hersteller der Lautsprecher, Monitore oder Nahfeldmonitoren einen Mindestabstand an. Bei Nahfeldmonitoren sind das in der Regel mindestens 1-2m, bei anderen Lautsprechern mehr.
    Je größer ich diesen Abstand wähle, desto mehr Raum habe ich im Stereopanorama. Allerdings darf man die Boxen auch nicht zu weit voneinander entfernen, da sich der Klang ansonsten zu sehr verliert.
    Bei der Aufstellung der Boxen ist es wichtig, dass man sie leicht angewinkelt in Richtung Hörer aufstellt, so dass der Hörer im Schnittpunkt der Abstrahlwinkel der Lautsprecher liegt.
  2. Entfernung zum Hörer
    Der Abstand zum Hörer sollte mindestens genau so gross wie der Abstand zwischen den beiden Boxen gewählt werden. Dadurch entsteht ein gleichseitiges Dreieck mit den Lautsprechern und dem Hörer als Eckpunkten.
    Als noch besser gilt, wenn der Abstand zwischen den Lautsprechern das 1,2fache des Abstandes zum Hörer hat. Das hierdurch entstehende Dreieck besitzt zwei 75° Winkel von der Box zum Hörer hin.
  3. Abstand zu den Wänden
    Der Abstand von den Lautsprechern zu den Wänden sollte möglichst groß gewählt werden. Der Grund dafür ist die Zeit zwischen Eintreffen des Direktschalls und den von den Wänden zurückgeworfenen Erstreflexionen beim Hörer. Je größer der Abstand zu den Wändern, desto größer der Zeitunterschied.
    Mit dieser Massnahme erleichtern wir dem Hörer den Direktschall von den Erstreflexionen zu unterscheiden und somit verbessern wir die Ortung der Schallquelle.
    In der Regel ergeben sich keine Verbesserungen mehr, wenn der Abstand mehr als 0,7-1,5m von den Wänden beträgt. Da die meisten in eher kleinen Räumlichkeiten arbeiten, wird ein so großer Abstand nicht immer möglich sein. Hier gilt aber, dass man bereits mit 0,5m Abstand eine wesentliche Verbesserung erreichen kann.
    Eine einfache Methode, um die Wirkung der Erstreflexionen zu testen ist es den Bassbereich zu beobachten wenn man den Lautsprecher näher an die Wand stellt: der Bass wird lauter je näher man der Wand kommt.
  4. Abstand zur Rückwand
    Der Abstand zur Rückwand beeinflusst genau wie der Abstand zu den Seitenwänden massgeblich die Ortung des Schalls, insbesondere im Falle der Rückwand aber die Tiefenstaffelung des Mixes. Auch hier gilt, dass der Abstand möglichst gross gewählt werden sollte und bereits kleine Entfernungen grossen Einfluss auf das Klangerlebnis haben.

 

Durch das richtige Aufstellen der Lautsprecher verliert man zwar Nutzraum, aber man verbessert die Abhörsituations immens. Und gerade eine gute Abhöre hilft ungemein dazu, besser zu hören, was in meinen Mixen, meiner Musik passiert und welchen Einfluss die EQs, Kompressoren etc. auf das Klangmaterial haben.
Bevor man also tief in die Tasche greift, um neue Monitorboxen zu kaufen, sollte man zunächst an der korrekten Aufstellung der alten Monitore arbeiten.