ReWire: Unverzichtbares Arbeitsmittel mit kleinen Einschränkungen

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In den vergangen Jahren hat sich ReWire zu einem “Quasi-Standard” entwickelt. Doch obwohl ReWire den eher unzureichenden Sequenzer und die fehlende Plugin-Anbindung von Reason geschickt kaschiert ist ReWire noch nicht 100%ig zufriedenstellend.

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ReWire: Unverzichtbares Arbeitsmittel mit kleinen Einschränkungen

Letzte Woche hatten wir schonmal das Thema MIDI in der modernen Anwendung hier auf delamar.
Dieses mal möchten wir uns noch ausgiebiger mit dem Thema ReWire beschäftigen.

ReWire wurde von der Firma Propellerhead entwickelt und ermöglicht es MIDI- und Audio-Daten. Innerhalb eines Rechners von einer Anwendung an eine andere zu versenden.

ReWire: Funktionsprinzip

Bei ReWire unterscheidet man im Fachjargon zwischen sogenannter ReWire-Master- und ReWire-Slave-Anwendung.

Als Master bezeichnet man das Programm/Sequenzer das als erstes gestartet wurde. Alle danach gestarteten Programme melden sich bei diesem Master an und gehen in den Slave-Modus.

ReWire: Die Einschränkung

Was ein bisschen Schade ist, dass der Datenfluss fest vorgegeben ist und von einem Master aus niemals Audio-Daten an die Slaves geschickt werden können. Eine Beschränkung jeher ist, dass ein Master nur MIDI-Daten aussenden und Audio-Daten empfangen kann. Und Slaves nur MIDI-Daten empfangen und Audio-Daten, zum Master, senden können.

Das ist vor allem ärgerlich, weil manche Lieblingssequenzer da draussen nur als Master starten können. Möchte man etwa Ableton Live als Master haben und Apple’s Logic als Slave benutzen so stösst man hier schon an die Grenze von ReWire.

Ein Grund für eine Verschaltung von Ableton Live und Logic wäre etwa, dass man den Sequenzer von Live benutzen möchte (nonlinearer Sequenzer, Drum-Racks, Controllerism), aber gleichzeitig die Klangerzeuger und Sampler von Logic (EXS24, ES2, Sculpture, Ultrabeat).

Aber auch andere Sequenzer wie etwa Digidesign Pro Tools kann nur als Master starten. Ableton Live, Propellerhead Reason und Celemony Melodyne können als Slave und Master starten.

Irgendwie also schon geschickt gemacht. Doch manchmal irgendwie unzufriedenstellend. Wie geht’s euch dabei?

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Lesermeinungen (9)

zu 'ReWire: Unverzichtbares Arbeitsmittel mit kleinen Einschränkungen'

  • ken park   21. Jul 2008   15:48 UhrAntworten

    Ich fand es immer nervig und instabil. Ich habe, bevor ich nur noch mit Cubase gearbeitet habe, immer noch Fruity Loops als Drumsequenzer genutzt. Aber irgendwie ging das immer schief, stürzte auch mal in den dümmsten Momenten ab und war immer etwas unhandlich. Aber die Idee ist prinzipiell gut. Wer schon mal mit Jack auf Linux Musik gemacht hat, weiss was für unglaubliche Möglichekiten man hat wenn man jeden Eingang und jeden Ausgang ob Midi oder Audio jedes beliebigen Programms miteinander verbinden kann. Ist etwas unübersichtlich aber macht für Soundtüftler schon Sinn.

  • Andreas Z. (delamar)   21. Jul 2008   16:07 UhrAntworten

    Stimmt Jack unter Linux ist echt genial. Unter OS X gibt es zumindest fuers Audiorouting Soundflower das ist auch gut. Jack laeuft nicht wirklich schoen.

    Hatte aber bisher mit ReWire sehr wenige Probleme. Klar stuerzt mal das eine Programm ab und das andere eventuell auch. Aber so richtig schwerwiegend war das noch nie. Na gut...ab und an die ReWire Engine neu installieren aber das ist ja durch einen Neustart des Programms bereits behoben.

  • Hilmi   27. Jul 2008   00:54 UhrAntworten

    Ich nutze Rewire hier sehr ausgiebig mit Cubase und Reason, und habe keinerlei Probleme - läuft stabil und performant. Die genannten Einschränkungen stören mich hier nicht, etwas mehr Flexibilität wäre aber durchaus wünschenswert...man wächst ja auch gerne mit seinen Möglichkeiten.

    Eine kleine Merkwürdigkeit habe ich allerdings seit einer Neuinstallation des Musikrechners: beim Aktivieren der Rewire-Spuren in Cubase setzt die Wiedergabe aller VST-Synths kurz aus. Ist kein Drama, und nur ein bischen nervig.

    Ein Feature-Wunsch fällt mir gerade doch noch ein: Parameter-Automation von Rewire-Instrumenten direkt vom Master aus - momentan muss man dafür den Reason-Sequenzer verwenden, und daher Änderungen des Arrangements dort nachvollziehen. Doppelte Arbeit ist dreifacher Aufwand ;-)

  • Andreas Z. (delamar)   27. Jul 2008   14:24 UhrAntworten

    Hi Hilmi,

    Das mit der Paramterautomation geht doch schon...du kannst die kompletten Reason Deviced vom Master aus fernsteuern. Wirf mal einen Blick in die MIDI Implementation Chart.

  • nevi   25. Jul 2009   07:24 UhrAntworten

    Dass Logic und Pro Tools nicht als Slave laufen, ist doch nicht die Schuld von ReWire sondern von Apple und Digidesign, oder nicht? ;-)

    Das mit dem fehlenden Audio-Routing vom Master in den Slave ist vielleicht auch darin begründet, dass der Master dann Probleme mit der Berechnung des Latenzausgleichs hätte.

    Was MIDI angeht, so habe ich mir aber schon oft gewünscht, den Arpeggiator oder ReGroove Mixer von Reason für VSTi in Cubase zu nutzen. Oder den Matrix Pattern Sequencer...

  • Gregor   14. Mrz 2010   02:30 UhrAntworten

    Genau dasselbe hier...würde ganz gerne das ein oder andere Effektplugin von Logic für Ableton nutzen, oder den EFM1 zB...Finde das ganze sehr behindert, daß Logic nur als Master starten kann, noch dümmer finde ich fast schon, daß Ableton im ReWire Modus keine Plugins starten kann/will...deshalb nutze ich ReWire gar nicht, warum auch, bringt mir nichts...

  • Tom   01. Sep 2010   13:27 UhrAntworten

    schade ist, das momentan (noch) kein 64-bit OS unterstützt wird. hab ich auch nur zufällig rausgefunden.

  • Thomas   23. Aug 2011   11:04 UhrAntworten

    Ich arbeite auch mit Cubase und Reason per Rewire im Slavemodus. Bin sehr zufrieden damit und es läuft auch performant. Seit Cubase 5/Win7 habe ich allerdings aus mir unerklärlichen Gründen das Problem das ich in Reason dabei keine Instrumente mehr per Midi ansteuern kann. Bei Cubase SX die ich noch bis vor kurzem genutzt habe hat das einwandfrei funktioniert. In Cubase selbst funktioniert Midi nach wie vor auch super, nur über Rewire gibts plötzlich Probleme.
    Auch stört mich das ich wav- Spuren in Reason extra (und einzeln exportieren) muss ich das man das nicht irgendwie mit dem Multiexport den es unter Cubase gibt verbinden kann.

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