Recording: Schlagzeug professionell zuhause aufnehmen

Recording: Schlagzeug professionell zuhause aufnehmen

Nichtsdestotrotz wagen sich einige kühne Bands und Zeitgenossen dennoch an die Aufnahme von Drums im eigenen Homerecording Studio und deswegen habe ich hier mal einige Tipps für Euch aus einem Artikel von Andy Hong übersetzt.

Eins vorneweg: man kann wirklich gute Aufnahmen in seinem bescheidenen Homerecording Studio bewerkstelligen und ein professionelles Level kann man auch erreichen. Man denke z.B. auch an kommerzielle Aufnahmen, die teilweise in den Heimstudios der einzelnen Bandmitglieder gefertigt werden.

Was die wenigsten Musiker dabei realisieren: Eines der wichtigsten Kriterien ist das Talent des Toningenieurs. Oder anders gesagt: Seine Ohren – das handwerkliche Können des Aufnahme-Verantwortlichen. Zwar wird dieser auch keine Wunder wirken können, aber massgeblichen Einfluss auf den Klang nehmen. Ein talentierter Toningenieur wird es schaffen, aus einem Raum das Maximum herauszuholen.

Schlagzeug zu Hause aufnehmen

Schlagzeug zu Hause aufnehmen


Drums zu Hause aufnehmen

  • Bearbeite die Raumakustik des Aufnahmeraums. Mit gezielt aufgestellten Gobo-Wänden und etwas Dämm-Material können ungewollte Reflexionen im Zaume gehalten werden
  • Die Position des Drum Kits im Raum ist entscheidend. Experimentiere mit verschiedenen Positionen bis Du eine mit möglichst wenig Raum-Resonanzen gefunden hast.
  • Versuche mal verschiedene Bodenbeläge aufzunehmen. Eine Holzplatte zum Beispiel kann schon Wunder wirken.
  • Beginne mit einem Paar Overhead-Mikrofonen
  • Füge dann Close-Mics je nach Bedarf hinzu
  • Verlass Dich nicht auf den EQ, um den Klang des Raumes zu prägen.
  • Nutze verschiedene Raummikrofone, um der Aufnahme etwas Raum zu geben. Du kannst auch mal versuchen, die Raummikrofone in einen anderen Raum zu stellen oder in Richtung Wand aufzubauen.
  • Das Geheimnis des guten Sounds: Experimentiere!

Professionelle Schlagzeugaufnahmen für Amateure

Den originalen, englischsprachigen Artikel für professionelle Schlagzeugaufnahmen in den eigenen vier Wänden könnt Ihr hier nachlesen.

Lesermeinungen (10)

zu 'Recording: Schlagzeug professionell zuhause aufnehmen'

  • Matthias
    17. Feb 2010 | 20:49 Uhr Antworten

    Hallo. Die Seite ist absolut Spitze. Seit einer Woche lese ich nichts anderes mehr! Super…

    Ich beschäftige mich seit einigen Wochen/Monaten mit dem Aufnehmen von Musik und insbesondere dem Schlagzeug.

    Hier wird viel von der Raumakustik des Aufnahmeraums gesprochen. Könnt ihr mir spezifische Tipps geben, wie ich genau die optimieren kann?

    Da ich bereit bin, ein bisschen zu investieren, höre ich mir gerne alle Vorschläge an.

    Hier noch eine Abbildung, wie der Raum aussieht, in dem das Schlagzeug steht:

    http://imagine-x.de/aufnahmeraum.pdf

    Ich freue mich über jeden Vorschlag!

    • Raphael
      26. Feb 2013 | 22:34 Uhr Antworten

      …von Andreas Friesecke gibt’s ein gutes Buch, das sich mit Studio Akustik befasst. Es hat den Titel “Studio Akustik – Konzepte für besseren Klang”…
      auf die Schnelle:
      Der Raum sollte einigermaßen homogen klingen (Kammfilter sollte nach Möglichkeit nicht vorhanden sein), keine Flatterechos haben (parallele Wände) und ggf. sollte der Nachhall verkürzt werden durch Diffussion oder Absoption.
      Falls du dir Absorber bauen willst. Hanfwolle, Steinwolle (die aber immer schön mit Plastik umwickeln) und Basotect/Melhaninharzschaum (ist zwar nicht ganz billig, aber sehr effektiv).
      Grundsätzlich: Falls du dir ein paar Absober bauen solltest, gestalte sie dicker, sonst nehmen sie nur die oberen Frequenzen weg un der der Raum wird mumpflig (je dicker das Material, desto tiefer die Freqenzen, die absorbeirt werden…

  • Andree Klose
    19. Mai 2010 | 05:51 Uhr Antworten

    hier wird behauptet, die klangqualität enstünde durch das talent des toningenieurs.

    ich möchte dieser aussage in aller deutlichkeit widersprechen.

    die klangqualität einer akustischen aufnahme wird auch im zeitalter von cubase und wunderplugins in aller erster linie durch das talent des musikers, seinem instrument UND DEM RAUM, in dem er oder sie spielt bestimmt.

    insbesondere beim schlagzeug ist der raumklang ein fester bestandteil jedes einzelnen mikrophonsignals. ein keller wird auch nach dem aufhängen von ein paar decken immer noch nach keller klingen. da kann der tontechniker noch so talentiert sein. physik ist und bleibt physik. es hat seinen grund, warum klassische konzerte nicht in turnhallen aufgeführt werden.

    erst bei der auswahl der mikrophone, deren positionierung und der verwendung möglichst hochwertiger mikrophonvorverstärker kommt das talent des toningenieurs in spiel.

    daß ein talentierter oder erfahrener tontechniker auch unter widrigen verhältnissen in der regel bessere ergebnisse erzielt als ein anfänger ist doch wohl irgendwie klar.

    ich bin entsetzt, was du versuchst, den leuten hier zu erzählen. und sowieso sind es sind die musiker, die den ton machen, nicht die tontechniker. ein tontechniker ist doch KEIN klärwerker !!!

    gruß,

    andree – hörwerk tonstudio.

  • Carlos (delamar)
    19. Mai 2010 | 10:51 Uhr Antworten

    Die Stelle im Artikel war etwas unglücklich formuliert, keine Frage.

    Der Punkt ist wie folgt: Bei gegebenem Talent des Musikers, Klang des Schlagzeugs und Aufnahmeraum kann ein talentierter Toningenieur eine Menge aus den Aufnahmen der Drums herausholen.

    Er wird kein Bad wie ein gutes Tonstudio klingen lassen oder einen schlechtes Timing vertuschen können. Aber er kann aus den Gegebenheiten schon sehr gute Ergebnisse – mitunter professioneller Klangqualität – erzielen.

    Darüber hinaus ist es selbstredend immer wünschenswert, sich ein grosses (und meistens leider auch teures) Tonstudio zu leisten, das einen gut klingenden Aufnahmeraum für die Drums hat.

  • Tim
    08. Aug 2010 | 12:16 Uhr Antworten

    Na ja, so einfach ist es dann auch wider nicht.. In erster Linie zählt das Wissen über das Instrument welches man aufnehmen möchte. Wer nicht weiss wie sich das jeweilige Instrument anhören muss, tappt im Dunkeln. Die Klangqualität hängt von dem ab der es spielt, wo er es spielt, wie er es spielt und was man danach verändern muss um dem Instrument seinen Klang zu geben. Hierbei spielen Raum, Positionierung und einen erfahrenen Toningenieur eine grosse Rolle. Das dazu passende Mikro ist von Vorteil, da es die Arbeit wesentlich erleichtert, dennoch nicht perfekt macht. Es gibt verschiedene Ansichten, wie das Endergebnis sein soll. Zum einen die Norm, welche nach einer Richtlinie orientiert ist und dann die Interessen des Einzelnen, so wie er es gerne mag. Diskussionen darüber nehmen fast kein Ende. Auch in Akustisch-eingeschränkten Räumen und weniger geeigneten Mikros ist es möglich, dennoch eine gute Aufnahme zu erreichen, was aber im Wesentlichen viel Erfahrung mit sich bringen sollte, da es schwieriger und komplizierter wird. Ich behaupte, dass ohne einen erfahrenen Toningenieur das Ergebnis und das Maximum nicht erreicht werden kann. Denn wer sich nicht gut auskennt und denkt seine Aufnahme klingt gut, hat noch nicht das Ganze gehört.

    Ich gebe euch nun ein paar Tipps zur Aufnahme:

    Arbeitet an einem Ort der schon eine passende Raumakustik besitzt.

    Setzt Mikros ein, bei denen man den Raum nicht ersetzen muss, also Raummikros. Die kosten mehr, sind aber effizienter.

    Achtet auf die Positionierung der Musiker, wo auch das Wohlbefinden berücksichtigt werden muss und auf die der Mikros.

    Verwendet keine zusätzlichen Geräte für die Raumeffekte, nehmt es natürlich auf

    Sprecht euch untereinander ab wie das Endergebnis sein soll

    Achtet auf die Pausen und das Volumen, denn das Gehör nimmt bei konstanter Lautstärke manches nicht mehr wahr

    Ausschalten der Geräte die ihr zur Aufnahme nicht braucht um Brummen oder Rauschen zu vermeiden

    Achtet auf das Monitoring, (das Sterodreieck)

  • doc evil
    13. Okt 2010 | 23:16 Uhr Antworten

    hallo,
    eine sache vorab:
    ich finde euer projekt “delamar” sehr genial
    und es macht auch richtig spaß euren podcast zu hören.
    ich hätte allerdings noch ein paar fragen zum thema drums:

    1) wie macht man das am sinnvollsten wenn man battery, bfd oder ezdrummer nutzt ? sollte man eher einzelausgänge oder nutzt ihr die stereospur des samplers nutzen ? ich frage das, weil ja die samples
    oft schon optimiert sind und man ja nur die einzelnen instrumente antriggert…

    2) ist eine parallelkompression der drums dann überhaupt noch nötig?
    oder liefern battery, ezdrummer und bfd einsatzfertige ergebnisse ?

    3) wie löst man das problem des halls am sinnvollsten ?
    meist legt man ja auf die snare noch einen zusätzlichen hall ausser dem eigentlichen raumklang des kits, während man die bassdrum eigentlich (zumindest im metal) vollkommen trocken lässt…
    diese frage bezieht sich wieder ein wenig auf frage 1).
    das geht doch eigentlich nur wenn ich einzeloutputs nutze oder ?

    wäre nett wenn jemand tipps und anregungen hat…
    MFG
    doc evil

  • Holger
    27. Dez 2010 | 17:43 Uhr Antworten

    das der musiker sein instrument beherrschen sollte steht wohl nicht zur debatte. auch sollte ein schlagzeuger wissen, wann sein instrument am besten klingt – ein kessel klingt anders ob man ihn hart oder weich spielt – und das hört man auf einer aufnahme.
    ich denke es kommt auch immer darauf an, was man letztendlich erreichen will und wie das schlagzeug klingen soll. auch das bestausgestattetste studio kann ein schlagzeug eher langweilig erscheinen lassen, wenn man z.b. einen rockigen sound braucht. wir haben damals in einem studio die drums extra im bad aufgenommen und es war wahnsinn wieviel dieses ausgemacht hat. viele studios lassen sich extra eine fliesenwand anfertigen, die man direkt vors drumset stellt, damit die reflexionen zurückkommen und es härter klingt.
    aber insgesamt glaube ich kann man das thema raumakustik nicht verallgemeinern, dass es im studio am besten klingt. ich würde sagen: einfach ausprobieren!

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