Nutzt die Stereobasis: Panorama

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Nutzt die Stereobasis: Panorama

Nachdem ich im letzten Artikel darauf hingewiesen habe, dass sich die Stereobasis, Stereodreieck, auch eine dritte Dimension in die Tiefe aufweist, ist es nun an der Zeit, den zweiten Parameter Panorama zu erläutern. Dieser sollte gleich nach der Lautstärke beim Abmischen eingestellt werden.

Der Panorama-Regler hilft euch die Signale von links nach rechts zu drehen und im Stereopanorama zu positionieren. Das hat dramatische Auswirkungen auf euren Mix!

 

Nutzt die Stereobasis: Stereobild

Mit dem Panorama-Regler lässt sich etwas generieren, dass weitläufig als “Stereobild” bezeichnet wird. Das ist nicht ganz korrekt, reicht aber für unsere Erläuterungen.

Es ist nämlich so, dass eine Mischung aus Frequenz, Lautstärkeverteilung und Panorama das Stereobild ausmachen. Wir beschränken uns für unsere Betrachtungen in Rahmen dieses Artikels aber nur auf die Verteilung der Signale auf einer einzigen Achse — nämlich links/rechts.

Der Panorama-Regler wird im einfachsten Fall dazu benutzt, z.B. ein aufgenommenes Schlagzeug so abzubilden, wie es tatsächlich mal aufgebaut war. Bassdrum Mitte, Snare Mitte, Hihat auf die Seite, und so weiter.

Dasselbe kann man analog auch mit den restlichen Spuren machen und somit den Aufbau einer Band auf der Bühne nachahmen. In kommerziellen Produktionen werden Gitarren und Vocals meist doppelt oder gar dreifach aufgenommen. Mit Hilfe dieser drei Spuren kann man schon einen ordentlich breiten Sound erreichen, indem man die erste links, die zweite rechts und die letzte in der Mitte positioniert.

Leider kann man in der Praxis nicht alle Regler auf hart links (Hard Pan) stellen, da sie sich sonst überlagern und der Sound wird wieder matschig wird. Es gilt also eine “intelligente” Verteilung der Signale im Stereeopanorama zu finden.

 

Nutzt die Stereobasis: Tipps für Einsteiger

Am besten ist es, mit dem Regler einfach mal zu experimentieren und die Wirkung direkt zu kontrollieren. Dabei stellt man sich immer folgende Frage: “Kommt dieses Signal hier an der eingestellten Stelle wirklich gut durch im Mix?”

Mir fällt das immer wieder bei Gitarren auf. Niemand sagt, dass eine gedoppelte Gitarrenspur hart links bzw. rechts gepanned werden muss. Die Ohren sind das Maß aller Dinge.

Wenn es um die Frage nach der richtigen Position im Stereopanorama geht, dann empfehle ich immer, den Solo-Knopf auszumachen und sich die Spur im Kontext des Mixes anzuhören. Denn nur so kann man eine ernsthafte Aussage über die Richtigkeit der gewählten Position abgeben.

Noch ein kleiner Tipp: Hinhören! Hört euch die Produktionen Eurer Vorbilder an und analysiert diese. Ihr werdet feststellen, dass in den Refrains oftmals dieser “Aha, ach das Stereobild ist noch breiter?”-Effekt ensteht.
Dieser wird dadurch erreicht, dass man die Spuren während der Strophe schmal panoramisiert und im Chorus dann noch zusätzliche Spuren hinzukommen, die das Stereobild weiter verbreitern.

Wer jetzt noch nicht so genau weiss, wovon ich gerade reden, kann sich Katy Perry’s “Hot’n’Cold” anhören. Bereits nach 30 Sekunden geht dieses Lied in den Refrain, indem der beschriebene Effekt gut zu hören ist.

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Lesermeinungen (5)

zu 'Nutzt die Stereobasis: Panorama'

  • David Martini   22. Dez 2008   16:47 UhrAntworten

    Die ganzen Effekte die hier im Forum beschrieben werden, beziehen sich doch nur auf Rock und Pop Produktionen.

    Wie sieht es denn mit der Musikrichtung House aus ??? Wie sollte man denn da die Hihats oder Percussions Pannen ???

    Wäre nett wenn mir jemand das beantworten könnte : )

  • Carlos (delamar)   23. Dez 2008   00:54 UhrAntworten

    Es waren ja nur Beispiele. Genau so gut kannst Du das alles auf jeden anderen Musikstil anwenden.

    Du kannst mal probieren Deine HiHats etwas nach rechts zu pannen und die Percussion z.B. etwas nach links (je nachdem in welchem Frequenzbereich sich die Percussion befindet).

    Bei elektronischen Musikgenres solltest Du aber auch unbedingt im Hinterkopf haben, dass viele Clubs die Musik nur in Mono abspielen, so dass man hier besonders beim Club-Mix auf Monokompatibilität achten sollte.

    Ansonsten ist ein guter Ansatz, kommerzielle Produktionen zu hören und zu analysieren, was der Produzent dort macht.

  • David Martini   23. Dez 2008   13:19 UhrAntworten

    Dankeschön Carlos, dann versuche ich dmal das ganze wie du es oben beschrieben hast. : )

    Es ist ja auch irgendwo wichtig, das alles seinen Platz hat. Um auch der Kickdrum und der Bassdrum mehr Durchsetzungsfähigkeit zu ermöglichen.

  • Amin Yalcin   27. Jan 2010   11:05 UhrAntworten

    Hallo ich arbeite mit logic audio platinium 5.5.0 und wollte fragen wie bekomme ich eine aufgenommene basslatige spur sauber.Können sie mir bitte etwas an der stelle weiter helfen und etwas tipps mitteilen.Jetzt denn noch habe ich noch einen rießen problem wenn ich halt alles auf den mainput sehe dann schlägt es so an da muss ich die lautheit meines mixes niedriger stellen.Naja ich hoffe sie können mir weiter helfen danke danke.

    Mit freundlichen grüßen herr Amin

    Ich arbeite:

    Logic:5.5.0
    Aktive boxen:Yamaha hs 80
    Tascam MK2: Audiointerface
    Gesangskabine: innen drinn mit schaumstoff gefüllt

  • Hero   22. Jun 2012   11:13 UhrAntworten

    Hallo. Mal ne andere Frage : Wenn ich ein Instrument im Panorama auf 9 uhr stelle, heisst das dann, das ich genau das gleiche Instrument kopiere und die Kopie auf 15 Uhr stellen muss damit ich breiter komme. Danach Route ich beide Spuren auf eine nächste Spur,dort wird dan der EQ,Buscompressor,Verzerrer,Filter,,etc. eingesetzt. Als nächsten Schritt kommen als Send effekte EQ,Reverb Delay, Chorus also veredelung und Tiefenstaffelung.

    Kann ich das so machen oder ergeben sich dan irgendwelche Probleme wegen Phasenauslöschungen und so weiter..Bin halt noch en Newbiii...

    Andere Technicken und Varianten von euch wären nicht schlecht ..Danke im Vorraus

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