Musikproduktion: Fünf Tricks für Reverb, die Du noch nicht kennst

Eigentlich hätten wir diese fünf Tricks für Reverb vor dem langen Wochenende veröffentlichen sollen, denn jetzt wird es wohl ein langer Abend für Dich werden…

Musikproduktion: Fünf Tricks für Reverb, die Du noch nicht kennst

  • Reverse Reverb
    Ein einfacher aber effektiver Trick für jeglichen 4 to the floor Rhythmus ist der Einsatz eines umgedrehten Halls, der die Lücken zwischen den Kick-Schlägen ausfüllt. Besonders gut klingt das, wenn Du den Reverb so programmierst, dass er offbeat klingt oder in einer anderen rhythmischen Variation des Grooves.

     

  • Wet Reverb
    Für Tracks mit wenigen Spuren kannst Du einen Send mit einem 100% wet Reverb programmieren, den Du mit Verzerrung, Kompression (mit oder ohne Ducking-Effekt) und / oder Chorus modulierst und ganz leise hinzumischst. Es können die interessantesten Klangteppiche daraus entstehen.

     

  • Mono Reverb
    Wenn Dein Hall-Effekt die Panorama-Position der Spur vernebelt, kannst Du zu einem Hall in Mono greifen. Dieser wird an genau derselben Stelle wie die Originalspur zu hören sein und dem Track durch seine “Un-Natürlichkeit” mehr Charakter verleihen.

     

  • Digital Reverb
    Natürlich klingende Hall-Effekte und Konvolutions-Reverbs sind ohne Zweifel grandios. Ein einfacher, digitaler Hall hat aber oftmals wesentlich mehr Charakter (mal auf der Stimme antesten).

     

  • Panorama Reverb
    Eine interessante Variante von Halleffekt kann erzeugt werden, indem Du unterschiedliche Presets oder dasselbe Preset mit einigen Änderungen für die linke und rechte Stereo-Seite auswählst. Dieser Trick funktioniert im Übrigen auch sehr gut mit Delay.
  • Welche unüblichen Anwendungen hast Du schon in Deinen Produktionen mit Reverb und Hall genutzt?

    delaMartial Drums - Professionelle Drums Samples

     

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    Lesermeinungen (11)

    zu 'Musikproduktion: Fünf Tricks für Reverb, die Du noch nicht kennst'

    • Jan
      02. Okt 2008 | 13:20 Uhr Antworten

      Hi,

      erstmal: Die Seite ist sehr praxisorientiert und für mich sehr cool! Danke!
      Ich habe folgendes in einem Song vor, vielleicht könnt ihr mir ein paar Tipps geben, wie ich das anstelle:

      Ich möchte in einer RnB-Angetouchten Ballade den Männergesang mit Hall belegen. ich möchte aber gleichzeitig ein sehr nahes und trockenes Signal im hauptgesang haben. So, und jetzt kommts!

      Es soll ein leichter Plate-Hall zum Zuge kommen, der nur einsetzt, wenn der Sänger über eine bestimmte Pegelgrenze singt. könnte ich das mit einem Gate und dahinter den Hall machen? Was habt ihr da für erfahrungen?

      Ich würde auch gern testen, den hall einzusetzen, wenn er sing, am ende der einzelnen phrasen möchte ich aber kein nachhall – muss ich dann den hall automatisieren, oder gibts eine einfachere methode?

      So, ich freu mich auf die Ideen :)
      LG Jan

    • Richie
      06. Okt 2008 | 10:42 Uhr Antworten

      Hallo erstmal,

      zum einen weiß ich nicht, was du genau meinst:

      Zitat Jan: “Es soll ein leichter Plate-Hall zum Zuge kommen, der nur einsetzt, wenn der Sänger über eine bestimmte Pegelgrenze singt.”

      Was soll das für einen Effekt bewirken – na ja egal – am besten eine Automation. Also natürlich klingt das dann im Extremfall nicht, wenn du bei Pegelspitzen der Vocals den Hall kurz reindrehst.

      Für den hier unerwünschten Nachhall setzt du hinter den Hall ein gate: richtig!

      Für die Einstellung des Halls würde ich natürlich hohe Predelay-Werte nehmen, um die Vocals vom Hall zu entkoppeln.

      Da fällt mir vielleicht noch was ein, bin mir aber nicht sicher ob das so möglich ist:

      Und zwar ein Sidechain-Gate vor den Hall zu setzen, welches durch die Vocals gesteuert wird bzw. sich das Gate nur öffnet, wenn die Vocals einen bestimmten Pegel erreichen. Vorrausgesetzt man kann das gate so detailiert einstellen.

      PS. Entschuldige meine Unwissenheit im Bereich Sidechain-Gate, aber ich brauch das Teil normalerweise nicht.

    • Carlos
      06. Okt 2008 | 14:53 Uhr Antworten

      Du könntest den Gesang über einen Send an ein Gate senden, das nur öffnet, wenn ein bestimmter Pegel überschritten wird. Hier könntest Du dann tatsächlich ein Plate nutzen.

      Hall abschneiden kannst Du mit einem Gate. Das kann aber sehr schnell unnatürlich und nach 80s klingen.

    • Trump @ SAE MUNICH
      31. Dez 2008 | 13:42 Uhr Antworten

      Was beim Hall auch sehr interessant ist:

      1. Durch die Pre-Delay Zeit kann man auch etwas an der Tiefenstaffelung ändern. Je kürzer die Pre-Delay, desto weiter entfernt die Schallquelle.

      2. Hall findet nur bis maximal 5-6 kHz statt. Manche Hall-Effekte erzeugen jedoch auch Reflexionen überhalb dieser Frequenzen. Man dies zum einen mit dem Hi-Damp ein wenig korrigieren, zum anderen kann man mit einem EQ einen Hi-Cut mit 6dB Abfall pro Oktave setzen, um die Frequenzen oberhalb von 5 kHz abzuschneiden.

      3. Den Hall modulieren war eine gute Idee, was auch interessant ist: Den Hall durch einen Verzerrungseffekt schicken. Z.B. Ein Gitarrenamp. Wenn man da ein wenig rumspielt, kann man sich schnell ein wenig künstlichen Dreck in den Mix holen.

      4. Schon mal ein Delay mit einem Hall versehen? Probier’s aus!

      5. Oft klingen insbesondere Drums zu matt. Manche fahren dann mit einem Hall auf, um dem Drumset mehr Räumlichkeit zu geben. Oft reicht dabei schon ein wenig “Ambience”.

      6. Wenn man seine Send-Regler gut im Griff hat, dann kann man auch virtuelle Overheads erstellen. Dazu nimmt man 2 Reverbs, eines für Links und eines für Rechts. Jetzt versucht man den Panorama Positionen enstprechend die einzelnen Drumspuren so auf die hart gepannten Sends zu schicken, dass die Panoramas in den Sends sowie im Original halbwegs bereinstimmen.
      Wenn man sich dabei geschickt anstellt und das richtige Hall-Preset nutzt, kann man dadurch den gesampleten Drums mehr Lebendigkeit verleihen. Sie klingen echter.

      Viel Spaß!

    • Carlos (delamar)
      03. Jan 2009 | 18:52 Uhr Antworten

      Vielen Dank für Euren Input!

    • Sascha
      31. Jan 2009 | 01:45 Uhr Antworten

      …sehr interessant, Dank und Gruß! Sascha

    • Lex
      24. Feb 2009 | 13:12 Uhr Antworten

      Ich benutze Hall gerne um meine Tiefen Staffelung zu verbessern.
      Dazu nehme ich drei Hallplugins (in meinem Fall das von sonox)
      Eins für Earlys (Vorne)
      Eins für Earlys (Hinten)
      Eins für die Nachhallfahne

      Mit den beiden Earlys kann ich anhand von 2 Sendreglern die Position in der Raumtiefe bestimmen [Für hinten Early(hinten) Für vorne Early(vorne) Für dazwischen eine Mischung aus beiden Early, je nachdem wie weit vorne oder hinten ich das Signal wünsche].

      Die Hallfahne benutze ich nur auf den Signalen die eine Hallfahne gebrauchen können z.B. Vocals, singende Sologitarren oder wat mir halt jerade so eifällt. Wa?

      Alles Liebe
      Lex

    • Lex
      24. Feb 2009 | 13:26 Uhr Antworten

      Ach ja sehr geil kommts wenn man den Hall auf den Beat programiert (das geht sogar schon mit dem Logic 5 Reverb recht gut)

      Zum Beispiel wenn das Predelay eine Achtel lang sein soll bei einem Beat mit 120bpm

      Rechnung: 60:120=0,5
      0,5:8 oder 0,8×1/8=0,0625
      0,0625×1000=62,5

      Das predelay setz ihr also auf einen wer von 62,5ms (wenn es sich so fein einstellen lässt sonst versuchts mit 62 ode 63)
      Alles Liebe
      Lex

    • Carlos (delamar)
      25. Feb 2009 | 07:52 Uhr Antworten

      Sehr gute Tipps, vielen Dank!

    • Dennis
      25. Jul 2010 | 17:00 Uhr Antworten

      Hi! Produziere hauptsächlich House-Musik, autopan auf dem rvb von kurzen synth shots klingt genial :-) Vielen dank für die Tutorials hier, klasse!!
      LG
      Dennis

    • Peter Schwinn
      30. Mrz 2011 | 09:27 Uhr Antworten

      Hallo Freunde ich habe grad was entdeckt – ich weiß nicht ob es dafür ein Plug in oder Ähnliches gibt.
      Thema Drum-Hall, was mich immer schon genervt hat war die Entscheidung ob ich einen Drum-Replacer verwenden soll, der eigentlich das ganze “Feinfeeling” zunichte macht – da habe ich kurzerhand mein Drumset vor meine Videobluescreen (ich habe mir eine gebogene Wand aus Sperrholz gebastelt die ich blau angemalt habe) gestellt und zusätzlich zu den normalen “Overheads” extra 2 Mikros die im 45-Grad Winkel direkt auf die Holzflächen gerichtet um die early Reflections aufzuzeichen. Jetzt zu meiner Entdeckung: Interessanterweise werden bei so naher Positionierung an den Reflektionswänden auch die Raumpositionen einzelner Trommeln derart akurat aufgezeichnet daß ich immer noch staune. Kurzerhand mische ich also dieses Stereosignal leicht komprimiert sonst aber unbearbeitet zu den Drums hinzu und seither habe ich auf natürliche Weise völlig realistische Positonsinformationen (die Trommeln reflektieren ja auch untereinander so daß Early-Reflections-Infos aus Plug-ins gar nicht mitkommen)…ich verfolge das Thema jetzt weiter…

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