Musikproduktion: Das Delay und die Delayzeiten

Musikproduktion

Musikproduktion: Delay und Delayzeiten einstellen

Das Delay ist einer der einfachsten Effekte: Das eingehende Audiosignal wird in verzögerter Form (und meist etwas leiser) zum Original hinzugemischt. Das alleine kann einem Vocal oder einem anderen Signal die im Mix willkommene Tiefe und Räumlichkeit oder das gewisse Etwas verleihen.

Das gezielte Einstellen der Delayzeiten ist wichtig, wenn das Echo im Rhythmus des Musikstücks erklingen und nicht schief durcheinanderwirbeln soll.

Musikproduktion: Das Delay und die Delayzeiten

Thema Delay: So kannst Du immer die richtigen die Delayzeiten einstellen

Berechnen und Einstellen der Delayzeit

Viele Effektgeräte und die allermeisten Delay-Plugins bieten eine zuschaltbare Synchronisation zum beabsichtigten bzw. eingestellten Tempo des Musikstücks. Wenn das nicht der Fall ist oder wenn Du ungeachtet dessen die Formel zur Berechnung des Echo-Intervalls in Millisekunden kennenlernen willst, bist Du hier richtig:

240.000 : Songtempo × Notenlänge = Delayzeit

  • 240.000 = 60.000 ms pro Minute × 4 … sonst gilt es nur für Viertelnoten-Echos!
  • Songtempo in BPM (»beats per minute«) – Zählzeiten (i.d.R. Viertelnoten) pro Minute
  • Notenlänge des gewünschten Echo-Intervalls
  • Delayzeit in ms – die für Delays übliche Zeiteinheit

Beispiel mit 120 BPM und einer Notenlänge von (Achtelnote ) :

240.000 : 120 × 0,125 = 250 ms

Für diese Schreibweise wurde die Bruchzahl der Achtelnote ausgerechnet (in eine Dezimalzahl umgewandelt) – also eins durch acht geteilt, was 0,125 ergibt.

Punktierte und triolische Notenlängen

Wie gehst Du vor, wenn Du für deinen Groove punktierte und triolische Notenlängen für das Delay berechnen willst? Das ist kein Hexenwerk:

  • Punktiert: Multipliziere zusätzlich mit 1,5
  • Triolisch: Dividiere zusätzlich durch 1,5

Anknüpfend an das obige Beispiel gestalten sich die Gleichungen wie folgt:

240.000 : 120 × 0,125 × 1,5 = 375 ms für punktierte Achtel
240.000 : 120 × 0,125 : 1,5 = 167 ms (166,666[…] gerundet) für triolische Achtel

In diesem Artikel:
    

Lesermeinungen (10)

zu 'Musikproduktion: Das Delay und die Delayzeiten'

  • The One   27. Jun 2009   14:38 UhrAntworten

    Hallo, vielen Dank für den Artikel! Das Beispiel zur Berechnung der Delayzeit ist, wenn ich mich nicht irre, nicht so gut gewählt: Bezieht sich die Angabe von 120 Bpm auf ganze Noten ist die Rechnung korrekt. Meistens bezieht sich die Angabe von xxx Bpm jedoch auf 4tel Noten (Bezug zum Notenwert am Anfang eines Stückes ersichtlich). 60.000 / Songtempo ergibt die Delayzeit für 4tel. Die Delayzeit für 8tel bei Viertel=120 wäre folglich 250ms.

    FürViertel = xxx BPM gilt:
    60.000 / Songtempo *4* Notenlänge = Delayzeit in Millisekunden

    • Felix Baarß (delamar)   04. Aug 2015   16:23 UhrAntworten

      Mit jahrelanger Verspätung, aber jetzt doch: Erledigt, besten Dank für den Hinweis! :)

  • SiO   20. Apr 2013   03:15 UhrAntworten

    Als ich mich noch mit einer Yamaha RM1x (Groovebox) beschäftigt hatte musste man die Delayzeiten noch selber ausrechnen. Im Internet bin ich damals auf folgende Formel gestossen. Notenwert x 240000 / Bpm.
    Kommt das gleiche raus wie bei The One's Formel.

  • Donald   05. Aug 2015   08:07 UhrAntworten

    Oder hier runterscrollen, Bpm eingeben + Taktung und ausrechnen lassen.
    http://www.sengpielaudio.com/calculator-bpmtempotime.htm
    Wenn man sich mal auf ein Tempo eingeschossen hat, sind die Zeiten eh im Gedächnis und man braucht die Seite nicht mehr. Grüße - Donald

    • Felix Baarß (delamar)   05. Aug 2015   08:10 UhrAntworten

      Ja, die Seite findet man eh sofort, wenn man googelt. Es ging uns hier darum, die Gleichung offenzulegen und zu beleuchten, was dahintersteckt.

  • Donald   05. Aug 2015   08:26 UhrAntworten

    Ist das denn so wichtig Felix ?
    An erster Stelle wollen Wir doch Musiker sein, oder darin besser werden.
    An zweiter Stelle ist man Techniker.
    Und an dritter Stelle Produzent.
    Wenn nun der Techniker in mir an Dingen werkelt,
    die dem Musiker null helfen, dann sagt der Produzent:
    Nö, brauchen Wir nicht.
    Und wie gesagt, wenn man mal bei einem Tempo bleibt,
    hat man sich die Zeiten eh eingeprägt.
    Da brauchts auch keine komplizierte Formel :)

    • Felix Baarß (delamar)   05. Aug 2015   08:55 UhrAntworten

      Schadet ja nicht, es zu wissen. :)

      Außerdem kennst Du delamar ja schon ganz gut und weißt, dass wir sonst meist eher auf die musikalische Praxis eingehen, wie Du es anregst. Insofern fällt dieser Artikel durchaus etwas aus der Reihe.

  • Slashgad   07. Aug 2015   13:15 UhrAntworten

    SCHADET nicht - finde ich auch. Am Ende stell ich auch gerne knapp daneben ein - da ist das schon hilfreich, wenn der SYNC-Knopf deaktiviert ist! Die letzte Entscheidung liegt eh beim Ohr.

  • Donald   08. Aug 2015   08:13 UhrAntworten

    Auf der Snare kann man pauschal 12 ms mit kurzem Feedback untermischen.
    Soche Zeiten wie zwischen 24 - 30 ms sind interessant.
    Da kann man schonmal ein Delay Rack basteln mit Zeiten von,
    7,5 - 15 - 30 - 60 - 120 - 240 - 480 usw.
    Je nach Tempo braucht man nur noch leicht anpassen.
    Dieses Rack passt sowohl auf die Snare Gruppe als auch Synth Gruppe oder Vocals.
    Aber pauschalisieren braucht man wirklich nicht immer sorry.

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