Musikproduktion: Das Delay und die Delayzeiten

Musikproduktion: Das Delay und die Delayzeiten

Ein Delay dürfte eines der einfachsten Effekte überhaupt sein. Das eingehende Audiosignal wird etwas verzögert und leise zum Original hinzugemischt.

Das alleine kann einem Vocal oder einer anderen Audioquelle die im Mix so dringend benötigte Tiefe und Räumlichkeit verleihen. Oftmals ist es auch genug, um dem Instrumen das gewisse Etwas zu verleihen und es auch dem Sumpf der Belanglosigkeit und Langeweile zu befreien.

Das Einstellen der Delayzeiten ist auch nicht wesentlich schwieriger und viele externe Effekteinheiten und Delay-Plugins bieten sogar eine automatische Synchronisation zum Songtempo.

Wie bei jedem Einsatz von Effekten in der Musikproduktion sind die Ohren die einzig benötigte Referenz. Und natürlich wird man trotzdem die Anzeige der Millisekunden nicht aus den Augen lassen können. Warum auch nicht.

Wer das Delay lieber mathematisch genau einstellen möchte, kann dies folgendermaßen tun:

Wir teilen zunächst die Zahl 60.000 durch das Songtempo in BPM und anschließend multiplizieren wir das Ergebnis mit der gewünschten Notenlänge, um die erforderliche Delayzeit in Millisekunden zu erhalten.

60.000 / Songtempo * Notenlänge = Delayzeit in Millisekunden

Klar? Wenn nicht, wird ein Beispiel diese Rechnung verdeutlichen. Nehmen wir mal das Songtempo bei 120 bpm und die gewünschte Delayzeit von 1/8 Note an.

60.000 geteilt durch 120 bpm = 500ms und ist die Delayzeit für eine ganze Note. Da wir aber an einer Delayzeit von 1/8 Notenlänge interessiert sind, müssen wir die 500ms mit 1/8 multiplizieren, was zu einem Ergebnis von 62,5ms führt.

Natürlich werden die wenigsten den mathematischen Ansatz nutzen, um die Delayzeit einzustellen zumal viele Plugins das bereits von Haus aus anbieten. Aber es kann ja nicht schaden zu wissen, wie man das per Hand ausrechnet.

Lesermeinungen (3)

zu 'Musikproduktion: Das Delay und die Delayzeiten'

  • The One
    27. Jun 2009 | 14:38 Uhr Antworten

    Hallo, vielen Dank für den Artikel! Das Beispiel zur Berechnung der Delayzeit ist, wenn ich mich nicht irre, nicht so gut gewählt: Bezieht sich die Angabe von 120 Bpm auf ganze Noten ist die Rechnung korrekt. Meistens bezieht sich die Angabe von xxx Bpm jedoch auf 4tel Noten (Bezug zum Notenwert am Anfang eines Stückes ersichtlich). 60.000 / Songtempo ergibt die Delayzeit für 4tel. Die Delayzeit für 8tel bei Viertel=120 wäre folglich 250ms.

    FürViertel = xxx BPM gilt:
    60.000 / Songtempo *4* Notenlänge = Delayzeit in Millisekunden

  • SiO
    20. Apr 2013 | 03:15 Uhr Antworten

    Als ich mich noch mit einer Yamaha RM1x (Groovebox) beschäftigt hatte musste man die Delayzeiten noch selber ausrechnen. Im Internet bin ich damals auf folgende Formel gestossen. Notenwert x 240000 / Bpm.
    Kommt das gleiche raus wie bei The One’s Formel.

  • Pingback: Musikproduktion: 6 grundlegende Tipps für Delay

    […] Doppeln von Instrumenten kann mit einem Delay mit 9-30ms Delayzeit simuliert werden. Das macht den Sound fetter, klingt aber […]

Sag uns deine Meinung!