MP3 schneiden: Kostenlos und verlustfrei

MP3 schneiden: Kostenlos und verlustfrei

Das Dateiformat MP3 wurde vom Fraunhofer-Institut als verlustbehaftete Kompression für Audiomaterial entwickelt und im Jahr 1992 als MPEG Layer 3 standartisiert. Aufgrund der geringen Dateigröße und der erstaunlich guten Klangqualität hat sich das Format zu einem der erfolgreichsten (wenn nicht dem erfolgreichsten) Musikformate gemausert.

Auch wir auf delamar arbeiten gerne mit MP3-Dateien, z.B. bieten wir unseren Podcast für Musiker als Download in diesem Format. Ein Problem, das sich mir hin und wieder stellt, mit der Bearbeitung von Audio ist das MP3 schneiden. Jede Umwandlung einer Audiodatei in MP3 bedeutet den Verlust von Daten. Jede weitere Wandlung bedeutet den weiteren Verlust von Daten – und damit auch eine fallende Klangqualität.

 

Mein Problem beim MP3 schneiden

Gestern habe ich eine alte Aufnahme mit Hilfe meiner Soundkarte in den Computer aufnehmen wollen. Da ich keine weitere Bearbeitung mit dem Material vorhatte, es sich also nur um die reine Archivierung handelte, habe ich das Audiomaterial direkt in MP3 gewandelt und auf die Festplatte geschrieben. Wie der Zufall so wollte, klingelte es an der Tür und ich beendete die Aufnahme erst, als die Datei schon über 500 MB groß war.

Ich brauche wohl kaum darauf hinzuweisen, dass ich nicht nur die 30 Minuten Band aufgenommen hatte, sondern auch eine lange Zeit nichts. Beim Öffnen der MP3-Datei in Wavelab meckerte mein Betriebssystem, dass es keine Datei über 2GB Größe öffnen könne – eine Limitierung von Windows XP in 32-bit.

Blieb also nur noch die Lösung…

 

…direkt das MP3 schneiden

Dazu benötigt man eigentlich nur eins: Eine kostenlose Software. Aber die zu finden, war leider nicht so einfach wie gedacht. Und deswegen auch hier der Tipp des Tages:

MP3 schneiden mit mp3DirectCut
Das Bearbeiten und Schneiden von MP3 ist mit der kostenlosen Software mp3DirectCut verlustfrei möglich. mp3DirectCut ermöglicht es dem Nutzer (im Gegensatz zu anderen Audio-Programmen und Audio-Editoren) direkt MP3s zu schneiden, ohne vorherige Wandlung in ein anderes Format. Das erspart ein erneutes Encodieren zu MP3. Das Schöne an dieser Methode: Das MP3 schneiden erfolgt schneller, da weniger Rechenzeit benötigt wird und die Klangqualität des MP3s bleibt erhalten.

Cue-Files beim MP3 schneiden
Sehr schön ist die Option, Cues – oder auf deutsch Schnittpunkte – festzulegen. Einige DJs bieten ihre Mixe auch mit einem so genannten Cue Sheet an, mit welchem das MP3 schneiden an vorher vom DJ festgelegten Schnittpunkten ermöglicht wird. Ein langes MP3 kann dann in einzelne Tracks (Songs, Kapitel etc.) geteilt werden.
mp3DirectCut bietet zudem auch eine Auto-Cue Funktion, die ein automatisches Teilen von MP3 in 10 Minuten Stücke erledigt. Dieses MP3 schneiden ist gerade bei Podcasts oder Hörbüchern sehr interessant, da nicht alle MP3-Player sich merken können, an welcher Stelle man das Hören angehalten hat.

Weitere MP3 schneiden Freeware

Das kostenlose Programm mp3DirectCut ist aktuell vielleicht die beste Lösung zum MP3 schneiden und bearbeiten. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich und lässt sich intuitiv bedienen. Die weiteren Funktionen zum MP3 schneiden wie ein- und ausblenden oder die Auto-Cue Funktion runden dieses Programm ab.

Natürlich gibt es aber noch mehr kostenlose Freeware zum Musik schneiden:

Lesermeinungen (5)

zu 'MP3 schneiden: Kostenlos und verlustfrei'

  • DrNI
    03. Aug 2009 | 16:09 Uhr Antworten

    Das Schneiden nach CUE Sheet bietet sich auch an, wenn man beim Mastering als Endprodukt eine einzige WAV-Datei und ein CUE-Sheet erhält und ohne Umwege über CD-Brennen und Rippen MP3s erstellen will. Ich benutze dafür unter Linux mp3splt, das übrigens auch mit OGG-Dateien umgehen kann.

  • Philip May
    04. Aug 2009 | 10:19 Uhr Antworten

    > Aufgrund der geringen Dateigröße und der erstaunlich guten Klangqualität
    > hat sich das Format zu einem der erfolgreichsten (wenn nicht dem
    > erfolgreichsten) Musikformate gemausert.

    Da muss ich leider wiedersprechen. Das Verhältnis von Klangqualität zu Größe ist bei den Formaten AAC und Ogg Vorbis deutlich besser. MP3 ist deshalb so erfolgreich, weil es das erste Format in dieser Richtung war und weil es sich quasi auf jedem Player abspielen lässt.

    Auch aus lizenzrechtlicher Sicht ist das vollkommen freie Format Ogg Vorbis erheblich besser.

  • Ramon Smith
    25. Aug 2009 | 23:54 Uhr Antworten

    Da muss ich (leider) Philip May zustimmen. Wie schon zu oft hat eine schlechtere Lösung die oberhand, weil sie besser Promotet wurde und die menschen, di nun damit Geld verdienen zu mächtig sind, das bessere Lösungen eine chance hätten die bekanntheit, die ihre Qualität verdiente zu erhalten.
    IN deisem Fall: Alle geräte sind auf MP3 geeicht und der name ‘MP3 Player’ ist nicht mehr weg zu denken. jeder laie kennt und ‘versteht’ MP3. “Wat de Buur net kennt, frett he net.”

    Leider …

  • polyaural
    11. Dez 2010 | 16:49 Uhr Antworten

    MP3 ist für die meisten Menschen gut genug. Es ist von allen Formaten der kleinste gemeinsame Nenner. Es ist weit bekannt und funktioniert überall. Warum soll man das ändern?

    OGG ist ein Container. Vorbis ist das Format (bzw. der Codec). Am 12. Juli 2002 wurde Ogg in der Version 1.0 freigegeben. Im Juli 2002 wurde die Version 1.0 veröffentlicht. Damit stand die erste Version von Vorbis für Endanwender zur Verfügung.

    Wikipedia: „Ein FFmpeg-Entwickler schätzte im März 2010 die Qualitäten von Ogg als Containerformat kritisch ein. Unter anderem führt er an, dass der Dateigrößen-Overhead mit 1 % im Vergleich zum ISO-MP4-Format mindestens achtmal größer sei und auch dass Ogg nicht geeignet sei für Anwendungen, die kurze Latenzzeiten benötigen.“

    Wikipedia: „MP3 und AAC sind von der ISO standardisierte Formate – im Gegensatz zu Vorbis.“

    Wikipedia: „Bereits Mitte der 1990er Jahre waren schon Abspielgeräte und Software für PCs im Umlauf, die es ermöglichten, komprimierte MP3-Dateien zu speichern und abzuspielen.“

    Wikipedia: „Advanced Audio Coding (AAC) ist ein von der MPEG-Arbeitsgruppe des ISO, Moving Picture Experts Group (Mitglieder sind Dolby, Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen, AT&T, Nokia, Sony u.v.a.m.), entwickeltes, verlustbehaftetes Audiodatenkompressionsverfahren, das als Weiterentwicklung von MPEG-2 Multichannel im MPEG-2-Standard spezifiziert wurde.“

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass MP3 zuerst da war. Es war das einzige Format, dass für mobile digitale Abspielgeräte verfügbar war. Es hat diese Gerätegattung erst ermöglicht. Der ungeheure Boom dieser Player startete mit dem iPod 2001. AAC und Ogg Vorbis starteten erst später. Die Geräte-Hersteller hätten einen weiteren Codec einbauen müssen um diese Formate zu unterstützen, und hätten es auch getan, wenn das Angebot an Musik oder die Nachfrage nach dem Codec entsprechend gewesen wären.

    So, und nun zum Thema OGG ist schlechter Promoted. Wenn gute Promotion ausschlaggebend gewesen wäre, dann würde der MP3-Player heute AAC-Player heißen. Denn erstens kommt der Codes aus gutem Haus (Fraunhofer+) und zweitens ist AAC auf dem weltweiten Marktführer für mobile digitale Abspielgeräte verfügbar. Aber sogar die Marktmacht des iPods und des iTunes-Store (dort ist alle Musik nur als AAC zu bekommen) haben nicht dazu geführt, dass MP3 seine Position aufgeben musste.

    Das OGG Vorbis ein Opfer des industriellen Monopolkomplexes ist, gehört für mich zu den Verschwörungstheorien. Und wie allgemein bekannt ist lassen sich die nicht ausrotten. Nicht mal durch Fakten …

    • Carlos (delamar)
      11. Dez 2010 | 16:58 Uhr Antworten

      Haha, der letzte Satz ist genial! :)
      Es ist schon interessant zu sehen, wohin ein Artikel zum Theme “MP3 schneiden: kostenlos und verlustfrei” am Ende führt! :)

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