Mixing: Der Bass gehört in die Mitte

Beim Abmischen eines Songs sollte man tieffrequente Instrumente in die Mitte des Stereopanoramas pannen – ist das ein Gerücht oder die harte Wahrheit? Erfahre in diesem Artikel zum Abmischen, ob der Bass wirklich in die Mitte gehört.

Mixing: Der Bass gehört in die Mitte

Und ja, der Bass gehört in die Mitte. Zumindest ist das eine Daumenregel, an die Du dich halten kannst und nie enttäuscht wirst. Der Grund hierfür ist einfach erklärt: Lange Schallwellen bzw. tiefe Frequenzen benötigen mehr Energie bei der Wiedergabe über die Studiomonitore, Lautsprecher oder Boxen als hochfrequentes Audiomaterial mit kürzeren Schallwellen (deswegen haben Subwoofer auch immer eine enorme Leistung verglichen mit den Satelliten).

Setzt Du den Bass beim Abmischen eines Songs also zentral in die Mitte des Stereopanoramas, kannst Du die Leistung beider Lautsprecher im Stereobetrieb zur Wiedergabe der tieffrequenten Songanteile nutzen. Oder anders ausgedrückt, es gibt mehr Watt für dasselbe Geld – beide Boxen können nun genutzt werden, um den Bass so richtig drücken zu lassen.

Und weil auch beim Abmischen von Songs keine Regel in Stein gemeißelt wurde, darf man zum Wohle der Kreativität auch gerne mal etwas anderes ausprobieren und gerne auch das wildeste Auto-Panning Plugin auf den Bass anwenden. Na klar.

Wer aber auf einen tighten Bass direkt in-da-face Wert legt, ist mit dieser “Regel” gut bedient. Und wie ich auch schon in diesem Mixing Tipp für knackigere Bässe erwähnte: in Clubs wird die P.A. oftmals in Mono betrieben (ratet mal warum).

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Lesermeinungen (18)

zu 'Mixing: Der Bass gehört in die Mitte'

  • Funatyc
    04. Apr 2008 | 08:34 Uhr Antworten

    Für etwas mehr Druck (überwiegend Dance, Techno usw) könnte der Bass auch komplett auf mono geschaltet werden habe ich mal gelesen.

    LG Marek

  • carlos (delamar)
    04. Apr 2008 | 11:35 Uhr Antworten

    Ich arbeite selbst in 80% aller Fälle mit Mono-Bässen, da man mit diesen deutlichen den Druck verbessern kann.

  • Marian
    06. Apr 2008 | 14:13 Uhr Antworten

    … und ist es nicht ohnehin so, dass das menschliche Ohr die Richtung, aus dem Bässe (bzw. bestimmte Frequenzen) kommen, nicht orten kann? Daher kommt man auch mit einem Subwoofer aus.

    Es hätte also gar keinen gestalterischen Sinn, den Bass außerhalb der Mitte zu positionieren.

  • carlos (delamar)
    06. Apr 2008 | 17:38 Uhr Antworten

    Der Bass spielt sich ja nicht nur subfrequent ab, sondern geht locker bis 250 Hz und das liegt schon dicke im hörbaren Bereich.

  • Marian
    07. Apr 2008 | 11:18 Uhr Antworten

    OK, ich hab’s mal nachgeschlagen. Laut Wikipedia-Artikel kann man unterhalb 80 Hz nicht mehr lokalisieren.
    de.wikipedia.org/wiki/Lokalisation_%28Akustik%29

  • Funatyc
    07. Apr 2008 | 19:05 Uhr Antworten

    Hallo Marian,

    hier kann ich Dir zustimmen. Habe auch in div. Fachbüchern (Friedmann Tischmeyer) gelesen das der Bass nicht geortet werden kann. Deshalb eignet sich die Monoschaltung auch im Dancebereich besonders weil es eh in Mono abgespielt wird. Wenn es aber um ein filigranes Jazzstück geht setzt mann den Lowcut oft schon bei 80 Hz und ich habe keine Ahnung ob ein Contrabass auch im Monobetrieb noch so gut klingt.

    LG Marek

  • Zunda
    10. Apr 2008 | 19:09 Uhr Antworten

    Hallo zusammen,

    wenn ich das richtig sehe, ist es auch so, dass bei VINYL-Produktionen der Bass in der Mitte sein MUSS.
    Ansonsten gibt es Probleme bei der Abtastung durch die Nadel des Plattenspielers.
    Vielleicht findet sich hier noch jemand, der das genauer erklären kann.

    LAUTE Grüße,
    Stefan

  • carlos (delamar)
    10. Apr 2008 | 23:37 Uhr Antworten

    Im Detail erklären kann ich Dir das jetzt nicht, aber es ist in der Tat so, dass aufgrund technischer Limitationen der Bass auf Vinyl nicht in Stereo sein darf.

    Wenn ich mich recht erinnere, würde die Nadel bei einem Stereo-Bass aus der Rille springen.

    Aber vielleicht kann das ja einer im Detail klären!

  • Funatyc
    11. Apr 2008 | 12:50 Uhr Antworten

    Hallo @Zunda,

    es gibt nicht nur bei der Abtastung Probleme sondern schon beim schneiden der Vinyl-Platte. Wegen der gegenseitigen Auslöschung gegenphasige Halbwellen und der verschiebung der Phasen der beiden Kanäle kommt es zu Problemen bei der Produktion der Vinyl-Platten. Deshalb muss auch auf die Monokopatibilität geachtet werden. Dieses betrifft aber nicht nur den Bass. Bei den tiefen Frequenzen wie Bass, Bassdrum, usw. haben die in Stereo aufgenommenen Signale sehr viele Frequenzanteile die sich wegen der unterschiedlichen Phasenlage beider Kanäle zum Teil oder gänzlich auslöschen. Kommt dazu eine entsprechende Phasenverschiebung der beiden Kanäle hinzu kann es in bestimmten Fällen dazu führen dass die Abtastnadel herausspringt.

    LG Marek

  • carlos (delamar)
    11. Apr 2008 | 15:36 Uhr Antworten

    Danke für die Info, Marek!

  • Jörg
    04. Mai 2008 | 17:36 Uhr Antworten

    Hier macht ihr alle einen grundsätzlichen Denkfehler. Prinzipiell stimmts natürlich mit der Bassortung, aber ein Bass-Sound in einer Musikproduktion ist ja nicht nur ein brummendes Etwas, sondern hat auch meistens noch in der Mitte und in den Höhen eine bestimmende Farbe und ist maßgeblich für die Charakteristik des ganzen Stückes, neben den Drum Sounds.
    Alles was über den Sub hinausgeht, kann also sehr wohl großzügig im Panorama verteilt werden. Ein Slapbass z.b. besteht ja so gut wie gar nicht aus Subfrequenzen, ebenso viele typische 80er FM Bässe mit metallischer Färbung.

  • carlos (delamar)
    04. Mai 2008 | 18:24 Uhr Antworten

    Natürlich gibt es auch bei einem Bass eine Menge mehr Frequenzen als nur den Tiefbass, das hat hier keiner bestritten.

    Aber ein Panning des Basses bewegt nunmal eben alle Frequenzen und damit auch den Sub, was zu einem Verlust von roher Kraft führt.

    Man könnte jetzt auch mit entsprechenden Filtern arbeiten und die mittel- und hochfrequenten Anteile des Basses wegdrehen und die tieffrequenten belassen. Aber das würde ich mal als gewagte und sehr kreative Technik beschreiben, die eine Reihe von unerwünschten Nebeneffekten mit sich bringt.

    Im Übrigen wird im Jazz der Bass oftmals seitlich weggedreht, denn dort kommt es nicht auf den Druck an.

  • ManuMinor
    28. Aug 2009 | 08:49 Uhr Antworten

    hi hab mal ne frage: ich möchte von einem schlagzeug (aus battery3) alle sounds solo bouncen und dann erst effekte und pan einstellen. hab auch alle sounds einzeln geroutet, der pan steht auch auf center….speicher ich die einzelnen spuren als mono-wav spur??oder ist das egal und der mono sound z.b. Bassdrum ist auch mono in der stereo wav??

    ich hoffe mein problem ist klar und die frage ist nicht allzu dumm ;)

    danke für jede antwort

  • Manuel
    28. Aug 2009 | 10:06 Uhr Antworten

    So wie ich deine Frage verstehe, ist das in deinem Fall egal, wie du das machst.
    Ich persönlich bevorzuge in dieser Situation Mono-Spuren, aber ich habe es auch schon anders gesehen.

    Ich finde es zum Beispiel nervig, wenn ich z.B. Tom-Spuren als Stereo-Spur bekomme, wo die beiden Kanäle unterschiedliche Signale haben. Ich stelle das dann wieder erstmal auf Mono um, um das (für mich) bequemer pannen zu können.

    Aber wie gesagt: Das macht wohl jeder so wie er mag… oder?

  • ManuMinor
    28. Aug 2009 | 11:47 Uhr Antworten

    ok…ich hab halt gelesen, dass mono-spuren besser im gesamtbild zu positionieren sind und wollte das mal probieren, weil ich mir dummerweise nie darüber gedanken gemacht hab…

  • Kurt
    16. Jan 2012 | 14:44 Uhr Antworten

    Hallo Carlos wie überall in der Musik fällt mir auch hier sofort ein Song ein wo der Bass als Wechseleffekt genutzt wird: Machine von Pink Floyd auf dem Wish you were here Album.
    Die Bassfrequenzen sind wohl in einen deutlich zu ortenden Frequenzbereich und trotzdem sehr druckvoll (selbst im berühmten Küchenradio).

  • Die Seelen
    30. Jan 2012 | 12:38 Uhr Antworten

    Ich nutze für’s Mixing sehr gerne das VST-Plugin Basslane => toneprojects.com/products/plug-ins/basslane/

    Damit kann man unterhalb einer einstellbaren Frequenz das Signal “monofizieren”. Oberhalb bleibt das Stereobild erhalten. Zumindest für meine Ohren.

    Finde ich ganz nett.

    Gruß
    Torben
    Die Seelen

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