Lautsprecher aufstellen: Die richtige Position zum Monitorboxen / Studiomonitore aufstellen
Lautsprecher aufstellen: Die richtige Position zum Monitorboxen / Studiomonitore aufstellen
Hand auf’s Herz. Wer hat sich schon Gedanken darüber gemacht, wie er seine Lautsprecher aufstellen soll? Ahja, richtig, Du – sonst würdest Du diesen Artikel wohl kaum lesen, nicht wahr? In Internet und einschlägigen Foren werden Interessierte aber gerade zu diesem Thema oftmals auf die falsche Fährte gelockt. Um dem entgegenzuwirken, will ich in diesem Artikel ‘Lautsprecher aufstellen: Die richtige Position zum Monitorboxen aufstellen bzw. Studiomonitore aufstellen’ einige wichtige Punkte zusammengetragen.

Lautsprecher aufstellen: Die richtige Position finden
Diese Tipps zum Lautsprecher aufstellen sollten dir helfen können, die Abhörsituation in deinem Regieraum so gut wie möglich einzurichten – und wahrscheinlich deutlich zu verbessern. Falls Du noch Fragen zum Monitorboxen aufstellen hast, so kannst Du diese gerne in die Kommentare schreiben.
Tipps zum Monitorboxen aufstellen/ Studiomonitore aufstellen/ Lautsprecher aufstellen
1. Entfernung zwischen den Lautsprechern
Der Abstand zwischen den beiden Lautsprechern nimmt direkten Einfluss auf das zu hörende Stereobild (das Panorama), das die beiden Studiomonitore wiedergeben können. Normalerweise gibt der Hersteller der Lautsprecher oder Studiomonitore einen Mindestabstand an, der nötig ist, um den bestmöglichen Klang von den Monitorboxen zu erreichen. Bei den so genannten Nahfeldmonitoren sind das in der Regel etwa 1-2 Meter, bei anderen Lautsprechern sogar mehr.
Je grösser ich diesen Abstand wähle, desto mehr “Raum” gebe ich dem Stereopanorama. Allerdings gilt auch hier, dass zuviel des Guten kontraproduktiv wirkt. Denn wählst Du den Abstand beim Nahfeldmonitor aufstellen zu gross, verlierst Du den Klang und die Definition in der Mitte (den Monoanteil, um es vielleicht etwas verständlicher zu erklären).
2. Entfernung zum Hörer
Der Abstand zum Hörer sollte bei der der Lautsprecher Aufstellung mindestens genau so gross gewählt werden wie der Abstand zwischen den beiden Abhörmonitoren. Dadurch entsteht ein gleichseitiges Dreieck mit den Lautsprechern und dem Hörer als Eckpunkten.
Als noch besser gilt bei einigen Experten, wenn der Abstand zwischen den Lautsprechern das 1,2fache des Abstandes zum Hörer hat. Das hierdurch entstehende Dreieck besitzt zwei 75° Winkel von der Box zum Hörer hin und der so genannte Sweet Spot verlagert sich etwas weiter nach hinten.
3. Abstand zu den Wänden
Der Abstand von den Lautsprechern zu den Wänden sollte möglichst gross gewählt werden. Und genau dieser Punkt in beim Nahfeldmonitore aufstellen meistens der Knackpunkt. Die meisten Räume in herkömmlichen Wohnungen sind relativ klein und nicht selten sprechen wir hier von Dimensionen rund um die zehn Quadratmeteren.
Der Grund die Boxen weit entfernt von den Wänden stellen zu wollen, ist die Zeitdifferenz zwischen dem Eintreffen des Direktschalls und den von den Wänden zurückgeworfenen Erstreflexionen beim Hörer in seiner Abhörposition. Je grösser der Abstand zu den Wänden, desto grösser der Zeitunterschied. Und das bedeutet, dass Du in deiner Abhörposition den Direktschall der Studiomonitore besser von den Erstreflexionen unterscheiden kannst. Damit hast Du auch die Ortung der Schallquelle für deine Abhörsituation verbessert.
In der Regel ergeben sich keine nennenswerten Verbesserungen mehr, wenn der Abstand mehr als 0,7-1,5m von den Wänden beträgt. Wie erwähnt, wird nicht jeder einen so grossen Abstand bei der Aufstellung der Abhörmonitore erreichen können. Aber bereits mit einem halben Meter Abstand kann eine hörbare Verbesserung erreichen werden.
Wenn Du nicht genau weisst, was ich hier mit Erstreflexionen meine, dann kannst Du mal Folgendes probieren: Nimm einen deiner Lautsprecher und bewege diesen immer weiter in Richtung Ecke bis Du diese erreichst. Wenn Du hierbei auf den Bassbereich achtest, so wirst Du feststellen, dass der Bassanteil immer lauter wird, je näher die Monitorbox an die Ecke kommt.
4. Abstand zur Rückwand
Als Rückwand bezeichne ich hier die Wand hinter den Studiomonitoren, also die Wand, die Du aus deiner Abhörposition (dem Sweet Spot) anschaust. Der Abstand zu dieser beeinflusst, genau wie auch der Abstand zu den Seitenwänden, massgeblich die Ortung des Schalls. Im Fall der Rückwand aber auch insbesondere die Tiefenstaffelung der Musik. Die Tiefenstaffelung ist die räumliche Wahrnehmung der Musik in die Tiefe.
Beim richtigen Aufstellen der Studiomonitore gilt auch und insbesondere bei der Rückwand, dass ein möglichst grosser Abstand gewählt werden sollte. Bereits kleine Entfernungen zur rückseitigen Wand können grossen Einfluss auf das Klangerlebnis haben. Von einem Raumakustiker habe ich hierzu mal den Ratschlag bekommen, die Entfernung zwischen Rückwand und Monitorbox auf etwa ein Drittel der Länge des Raumes (Rückwand zu Vorderwand) zu wählen.
5. Ausrichtung der Lautsprecher
Die meisten Räume in herkömmlichen Wohnungen sind eher rechteckig als quadratisch angelegt und das ist auch gut so. Denn quadratische Räume sind ein echter Horror für die Raumakustik und damit auch für das Musik Hören. In einem rechteckigen Raum sollte die Ausrichtung der Lautsprecher und Studiomonitore so gewählt werden, dass das Abstrahlrichtung parallel zur langen Seite gewählt wurde. Das hat den Vorteil, dass der Abstand zur Rückwand deutlich grösser gewählt werden kann als hättest Du die Abstrahlrichtung in die Breite gewählt.
Bei der richtigen Aufstellung der Monitorboxen ist es weiterhin wichtig, dass Du sie nicht perfekt paralle zueinander ausrichtest, sondern die Boxen leicht angewinkelt in Richtung Hörer und Sweet Spot aufstellst. Die Abhörposition liegt dann im Schnittpunkt der Abstrahlwinkel der Lautsprecher – eben in jenem unter Punkt 1 erwähntem Dreieck.
6. Die richtige Höhe und die Arbeitsfläche
Ein weiterer, wichtiger zu beachtender Aspekt in der Ausrichtung ist die Höhe der Lautsprecher. Diese sollte so gewählt sein, dass sie auf der Höhe der Ohren gewählt ist.
Und hier kommen wir gleich zum nächsten Problem, mit dem eher Musikproduzenten zu kämpfen haben und den audiophile Musikliebhaber einfach vernachlässigen können: Die Reflexionen der Arbeitsfläche. Genau wie die Wände reflektiert die Arbeitsfläche (oder der Schreibtisch, das Mischpult, die Konsole auf dem die Nahfeldmonitore stehen) den Schall und verwächst damit den Eindruck des Direktschalls.
Deswegen empfiehlt es sich, die Lautsprecher erhöht aufzustellen – also den Abstand zur Arbeitsfläche (analog zu den Wänden) zu vergrössern. Oben benannter Raumakustiker empfahl mir damals allerdings eine kleine Variante hier einzuführen. Die Studiomonitore werden hierbei nicht parallel zur Arbeitsfläche aufgestellt, sondern etwas nach hinten geneigt. Damit strahlen sie den Schall weg von der Arbeitsfläche. Die Höhe der Monitorboxen muss dabei so gewählt werden, dass das Abstrahlverhalten wieder optimal auf die Ohrposition im Sweet Spot ausgerichtet ist.
Abschliessende Gedanken zum Lautsprecher aufstellen
Die richtige Position für die Studiomonitore ist direkt von der Beschaffenheit deines Raums abhängig. Beim Lautsprecher aufstellen verlierst Du zwar eine nicht unerhebliche Menge an Nutzraum, verbesserst gleichwohl deine Abhörsituations aber immens. Die Qualität der Musikwiedergabe kann in vielen Fällen beim Monitorboxen aufstellen derart optimiert werden, dass die Anschaffung neuer Studiomonitore unnötig werden kann.
Meiner Ansicht nach sollte jeder, der seine Musik so natürlich wie möglich hören oder ein gutes Ergebnis beim Abmischen seiner Songs erreichen möchte, sich viel Zeit und Platz für das Finden der richtigen Position nehmen. Weitere Massnahmen zur Verbesserung der Raumakustik wie das Aufstellen von Diffusor-, Absorber- oder Bassfallen-Elementen können einer weiteren Verbesserung der Abhörsituation führen.
Mein letzter Tipp: Bevor Du tief in die Tasche greifst, um neue Lautsprecher oder Monitorboxen zu kaufen, einfach nochmal Zeit in das Lautsprecher aufstellen stecken und dann das Ergebnis vergleichen.
Wenn dir das Video gefallen hat oder Du Fragen hast, schreib uns einen Kommentar mit deinem Feedback. Natürlich freuen wir uns auch, wenn Du deinen Bandkollegen einen Tipp gibst, wo delamar zu finden ist, dieses Video Tutorial auf deiner Webseite verlinkst oder es deinen Freunden in Foren, MySpace, Twitter oder Facebook empfiehlst. Danke!

14. Mai 2007 | 01:12 Uhr
Hi, noch ein guter Tipp:
Herauszufinden, wo die Lautsprecher (Ls) im Raum den saubersten Bass haben kann unter Umständen sehr mühsam und zeitaufwändig sein. Außerdem braucht man meißt jemanden dazu.
Leichter gehts, wenn man das Spiel umdreht. D.h. Ls auf die Hörposition und der Hörer bewegt sich in dem Bereich, wo man den Ls aufstellen kann. Dann braucht man nur noch hinhören, wo der Bass am saubersten ertönt und genau dorthin gehört die Box.
aber nicht vergessen: es ist wichtiger eine saubere Ortung in den Mitten und Höhen zu haben als sauberen Bass, weil man den Bass am Ende einer Session einfach mal mit einem guten Kopfhörer kontrollieren kann.
14. Mai 2007 | 10:21 Uhr
Das ist ein interessanter Tipp, den ich das nächste Mal antesten werde. Danke!
05. Dez 2007 | 10:59 Uhr
was viele vergessen ist die korrekte Stereo-Mono breite –
Zu weit aufgestellte Boxen reduzieren die Energie in der Mono Mitte -
Die folge alles was Mono ist (z.b. Bass/Gesang) wird zu “Laut” oder respektive zu “Leise” gemischt.
05. Dez 2007 | 20:59 Uhr
Wohl wahr. Ich denke die meisten Musikschaffenden da draussen verwenden eh zu viel Zeit darin, neues Equipment zu kaufen anstatt sich mal mit einigen grundlegenden Dingen, wie dem Aufstellen von Monitorboxen oder Verbessern der Raumakustik auseinanderzusetzen.
20. Jan 2009 | 09:03 Uhr
Ich bin begeistert und dankbar, was ich hier lese.aber ich würde mich schon freuen wenn da auch einige Lautsprecher (Monitore) beim Namen genannt werden … !
Danke !
20. Jan 2009 | 09:21 Uhr
Ich finde das ist ein hilfreicher Beitrag! Allerdings steht unter 2. die Formulierung:
“Als noch besser gilt, wenn der Abstand zwischen den Lautsprechern das 1,2fache des Abstandes zum Hörer hat.”
Ist es nicht eher umgekehrt? Also dass der Abstand zum Hörer zu den Lautsprechern das 1,2fache des Abstands beträgt?
Hab auch mal irgendwo gelesen, dass sich die “gedachten Linien” des Dreiecks VOR dem Hörer kreuzen sollen.
“Der Abstand zum Hörer sollte mindestens genau so gross wie der Abstand zwischen den beiden Boxen gewählt werden” wäre demnach korrekt!?
BTW der Tipp von JMH gefällt mir sehr gut!! Sollte in der Praxis sogar funktionieren :) Habe auch schon mal was von 1/5- und 2/5-Aufstellungen gelesen, also die Boxen oder Subwoofer abhängig von der Raumlänge/-breite positionieren (wobei ich leider nicht den Platz hab, um das auszuprobieren).
05. Sep 2009 | 19:36 Uhr
ich hab zu wenig platz in meiner wohnung, so dass meine monitore nur ca. 5 cm von der wand stehen.
ist es dann in diesem fall ratsam, schaumstoff an die wand zu machen?
und wenn ja, welchen?
danke!
mec
05. Sep 2009 | 23:50 Uhr
@Sascha
Im englischen nennt man die Hörposition auch “sweet spot”. Du wirst dich ja nie perfekt an derselben Stelle aufhalten, und wenn Du mal genau darauf achtest, dann gibt es einen kleinen Bereich (sweet spot), in dem die Abhörsituation exzellent ist.
@mec
Mit Schaumstoff kannst Du das grösste Problem bei zu naher Wand nicht beheben: den Bass. Dazu brauchst Du dann schon grössere Maßnahmen wie z.B. Bass-Fallen. Aber die 5cm Abstand müssen kein Beinbruch sein, denn Du wirst dich im Laufe der Zeit an deine Situation gewöhnen und wissen, wie Du sie in den Griff bekommst.
20. Mai 2010 | 23:11 Uhr
also ich geb auch mal noch meinen senf dazu :P
Ich arbeite in einem Hi-Fi Geschäft und muss sehr oft Lautsprecher fürs Probehören aufstellen.
Wir achten dabei vorallem auf die Winkel der Boxen und dem Räumlichen Klangbild.
Babei nehme ich eine CD, welche mir gut bekannt ist und stelle die Lautsprecher so im Raum ein, dass die Vocals von der mitte kommen.
Lautsprecher brauchen Ecken und Wände um Bass zu erzeugen. Stellt sie mal in die ecken und hört euch an, was das mit dem Bass anstellt! :D
@Carlos:
Es gibt ja Monitore mit der Bassreflex-Öffnung nach hinten und solche nach vorne..
kannst du vielleicht ein Paar Unterschiede bezüglich ihrer optimalen Platzierung erzählen?
21. Mai 2010 | 21:21 Uhr
hallo ihr delamari’s da draussen :)
ich habe mir die hs80m von yamaha gekauft, mir aber dennoch vorher gründlich gedanken gemacht, wie ich diese denn in meinem 10m² (haha, welch zufall -.-) raum so aufstelle und mir viele sachen angelesen.
ich will damit sagen, dass ich das vorher genau so gemacht habe, wie carlos in diesem artikel nochmal beschrieben hat. demnach wusste ich, was mit manchen sachen gemeint ist.
mein tipp kommt aus meinen eigenen reihen:
ich arbeite mit einem kollegen zusammen, ich bin da fürs abmischen etc verantwortlich. ich kenne ihn gut und muss in wahrscheinlich seinen worten sagen, dass er die hälfte nicht verstanden hätte. lange rede kurzer sinn: den sweep spot und die °-anzahl des dreiecks kann man für jeden etwas mit einer kleinen zeichnung vereinfachen würde ich mal meinen. mein kollege hat das gleiche problem wie mec, er hat auch monitore aus der reihe bass-reflex mit hinterer öffnung, die sogut wie eins mit der wand sind.
es ist ein in meinen augen gravierender unterschied zwischen den mixes, die ich bei meinem kollegen mache und bei mir. ich würde raten dir gedanken zu machen, wie du das mit deinem raum am besten klären könntest um den boxen wenigstens ein bisschen luft zu lassen. es gibt einfach zu viel bass und dadurch dröhnt es teilweise und die stimmen etc kommen dumpfer rüber, weil eben der bassanteil überwiegt und vieles über 2khz frisst.
klar kann man dem mit genug übung und gewöhnung abhelfen… aber es wird sich dennoch nie so anhören wie mit meinetwegen den gleichen monitoren anders positioniert. das ist natürlich alles nur meine meinung und ansicht, die ich mit euch teile.
lg
putin von heissundeis
21. Mai 2010 | 23:31 Uhr
Sehr anschaulich geschrieben. Danke für diesen Artikel, sowas habe ich gebraucht! Ich würde mich freuen, wenns davon mehr geben würde.
22. Mai 2010 | 11:34 Uhr
Carlos schreibt:”Von einem Raumakustiker habe ich hierzu mal den Ratschlag bekommen, die Entfernung zwischen Rückwand und Monitorbox auf etwa ein Drittel der Länge des Raumes (Rückwand zu Vorderwand) zu wählen.”
Ich kenne es so das die Entfernung zwischen Rückwand und Sweet Spot ein Drittel der Länge des Raumes beträgt (Rückwand zu Vorderwand).
Also Bass und Breitbandabsorber kann ich nur empfehlen. Hab mein Raum komplett fertig und es ist unglaublich was für ein Unterschied da ist. Es ist zwar trocken aber der richtige Einsatz von Delays und Reverbs werden zum Kinderspiel :)
22. Mai 2010 | 11:56 Uhr
@Aaren
Ich bin nicht sicher, was die Bass-Reflex-Öffnung angeht, aber da der Bass immer in alle Richtungen abstrahlt sollte das eigentlich relativ egal sein. Vielleicht weiss ja jemand anderes da besser Bescheid?
Bassfallen kann man nie genug haben. Und die machen in der Tat eine Menge aus. Kann ich nur empfehlen. Wo sich die Geister scheiden ist über den Ort, an dem sie aufgestellt werden sollten.
22. Mai 2010 | 21:39 Uhr
Ich kann das nur bestätigen, das die Bass-Reflex-Öffnung vorne besser ist in Räumen, wo die Boxen ziemlich nahe an der Wand stehen. Es gibt keine Erhöhung im Bassbereich.
Bassabsorber ist auch so ne Sache in kleinen Räumen. Man sollte unterschiedliche Aufstellungen testen.
Und als letztes: Über ein Messmikro die Raumfreqenz berechnen, um auch die Monitore optimal anzupassen.
24. Mai 2010 | 16:03 Uhr
Noch ein paar Ideen…
Die Reflexionen des Schalls von der Rückwand und der Arbeitsfläche äußern sich an der Hörposition in Kammfilter-Effekten. Fährt man mit einem Sinusgenerator die Frequenzen langsam durch, nimmt man an der Abhörposition ständig schwankende Lautstärken wahr.
Um diese Schwankungen zu minimieren reicht es oft schon, die Boxen nur um wenige cm zu verschieben. Reflexionen von der Rückwand lassen sich auch mit Breitbandabsorbern einigermaßen in den Griff bekommen, wenn man die Boxen sehr nah zur Wand aufstellen muss. Je einen hinter jeder Box und dann auch noch etwas schräg aufgestellt, kann man so schon viele Probleme beseitigen.
Die Arbeitsfläche kann man auch anwinkeln und zwar so, dass der reflektierte Schall nicht am Ohr ankommt, sondern auf Brusthöhe. Am einfachsten findet man die richtigen Winkel und Aufstellungen von Absorbern mit Spiegeln heraus. Kann man den Lautsprecher im Spiegel sehen, ist es schlecht…
Wild irgendwelche Bassfallen im Raum zu verteilen ist übrigens NICHT die Lösung! Erstmal sollte man versuchen die bestmögliche Aufstellung der Boxen zu finden, dann kann man sich auf die Suche nach stehenden Wellen machen, die in jedem Raum unterschiedlich sind. Am besten sind zwar explizite Messungen, stehende Wellen findet man aber auch ohne Messgerät nur mit den Ohren! Auch wieder mit einem Sinusgenerator die Frequenzen druchfahren und darauf achten, welche Frequenzen wesentlich lauter oder leiser erscheinen. Bassfallen, z.B. Helmholtz-Resonatoren, müssen dann genau auf diese Frequenzen abgestimmt werden! Bassfallen wirken am besten, wenn sie in Raumecken aufgestellt werden, also am besten auch paarweise, um die Symmetrie der Raumakustik zu erhalten.
Mit einem Raumkorrektur-EQ kommt man stehenden Wellen übrigens nicht bei! Wenn am Aböhrpunkt aufgrund einer stehenden Welle z.B. ein Druckminimum herrscht, nützt es nichts, diese Frequenz mit einem EQ vor der Box anzuheben. Die Auslöschung am Abhörpunkt bleibt bestehen, allerdings dürften sich irgendwann die Nachbarn freuen…
Ob die Bassreflex-Öffnung einer Box nach vorne oder hinten zeigt, spielt in der Tat nur dann eine Rolle, wenn die Box tatsächlich an der Wand “klebt” oder in diese sogar eingebaut werden soll. Ansonsten ist es ziemlich “wumpe”, da sich der Schall abhänging von der Wellenlänge und der Größe der Box sowieso um diese herum beugt. Bei einer Box mit 30 cm Kantenlänge liegt die Grenzfrequenz, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, bei ca. 1 kHz. Also alle tieferen Frequenzen werden sowieso in alle Richtungen gleichmäßig abgestrahlt erst recht die Bässe unter 200 Hz! Eine Erhöhung des Bassanteils zu den Ecken hin ist also immer gegeben, egal wohin der Bassreflektor zeigt…
20. Jun 2010 | 12:37 Uhr
@ Aaren
Ist logisch, je mehr du die Monitore in die Ecke stellst je mächtiger wird der Bass.
Was aber in einem Homerecordingstudio unerwünscht ist, da sonst die die Bässe zu leise gemischt werden.
Also des Hörers Freund ist des Mischers Feind.
Grüsse Andreas
10. Aug 2010 | 21:53 Uhr
Hallo,
danke für die guten Anregungen.
Habt ihr vielleicht einen Tip, wie man kleine Nahfeldmonitore von einem Holzschreibtisch gut akustisch abkoppeln kann ?
Die meisten Lösungen, die ich bisher in webshops gefunden habe, sind zu groß oder unterstützen nur eine Neigung der Speaker nach unten (ich habe halt keinen professionellen Abhörplatz mit Speakern oben ;-)
Ich habe halt nur kleine Boxen und die stehen einfach auf dem Schreibtisch meines PC Arbeitsplatzes. Grundfläche der Box: 15 x 16 cm … Wesentlich größer sollte die Matte auch nicht sein.
Ansonsten kann ich zu dem Thread nur noch beitragen, daß man beim Kauf der Boxen sich meistens total verschätzt hinsichtlich der Dimensionierung der Boxen. Wenn man Semi Professionell an seinem PC Arbeitsplatz im Wohnzimmer abmischt, dann blasen einem die JBL LSR 2325P einem schon die Ohren weg. Zu hohe Lautstärke und Wirkungsgrad der Speaker. Hört sich im Laden prima an und zuhause muß man in der kleinsten Hörbaren Einstellung (Einrastung am Poti der Box) den Master Regler schon auf 50% stellen. So kann sich der Klang / optimale Arbeitsbereich der Boxen echt nicht entfalten.
Mit den Yamaha MSP 3 kommt ich nun viel besser klar. Das war die kleinste Box mit XLR klinken (und unterstützt auch Klinke und Cinch). Die klangregelung arbeitet äußerst dezent, so daß ich noch einen Hauch mehr Bass oder einen Tick mehr Höhen beigeben kann.
Alles in allem bin ich mit der räumlichen Auflösung dieser Boxen und der authentischen Reproduktion von zB Flamenko Gitarre, Stimmen und sonstigen Instrumenten in Jazz/Rock/Funk sehr zufrieden. Gut man darf die Erwartungen im Bereich Bass nicht zu hoch schrauben bei einem 4″ speaker.
Die nach vorne gerichteten Bass Reflex Öffnungen empfinde ich als Vorteil, wenn die Boxen direkt an der Wand stehen, so wie das bei mir der Fall ist.
Hinsichtlich des Sweet Spots kann ich nur anregen zu experimentieren. Ich winkle die boxen nur wirklich leicht an und habe ein fast gleichschenkliges Dreieck. Kalotte zu Kalotte ca 80cm, und das auch von Kalotte zum Ohr.
Ich würde mich über eine Empfehlung im Bereich Dämm Material und vielleicht auch einen Link / Bezugsquelle wirklich sehr freuen.
Viele liebe Grüße
Andreas
19. Aug 2010 | 15:47 Uhr
Hallo Zusammen,
Ich habe hier was, etwas Off-Topic… habe aber keine andere gescheite Stelle gefunden, das zu Fragen.
Ich habe gestern mit so nem Raumakustik-Hi-End-Super-Tonmeister-Knülch über die Ausmessung meines neuen Composer-Plätzchens zuhause gesprochen und wollte mir ein paar Tipps besorgen, die ich auch gekriegt hab.
Aber dann sagte er mir etwas, was mich schon etwas staunen liess:
Er meinte:
“Jetzt testen Sie erst einmal Ihre neuen Monitore (übrigens A7X von Adam) ein paar Wochen. Und dann rasieren Sie sich erst einmal!” (Ich bin so 10Tagebarträger…)
Als ich ihn verdutzt angeschaut hab, meinte er, ich solle nicht so schauen, er meine es ernst. Bei Frequenzen zwischen 6 und 10KHz könne es bei einem Studiosetup (Nearfield) durch Barthaare durch effektiv hörbare “Glättungen” “Verwirbelungen” etc. kommen, da ein Grossteil dieser Frequenzen via Gesicht zu Ohren gelängen.
Ich meine, ich bin ja schon Audiophil… und bin weissgott schon mit guten Leuten in guten Studios unterwegs gewesen, aber gesagt ich solle mich rasieren hat noch keiner… hahaha… Ich werd’s auf jeden Fall testen. NUr ich habe noch nie zuvor etwas über diesen Effekt gehört oder gelesen….
Hat er mich jetzt eiskalt verarscht? (Er ist immerhin Tonmeister und hat über Jahre mit den Wiener Philharmoniker etc. gearbeitet… also er weiss von was er spricht – eigentlich)Nur kann ich diese Aussage weder verifizieren noch sonst was mit anfangen.
Sagt doch mal, was ihr dazu denkt! =)
Danke und Gruss aus der Schweiz
Pipo
19. Aug 2010 | 17:17 Uhr
Moin!
Nun ja… kann schon sein, dass so ein gepflegter Flokati vor den Ohren den Frequenzgang beeinflusst… zumindest bei unkontrolliert wuchernden Kotletten kann ich mir das gut vorstellen. Dass die Kopfform und vor allem die Ausgestaltung der Ohrmuscheln für das Richtungshören undabdingbar sind, ist hinreichend bekannt, aber dass Frequenzen vom Gesicht reflektiert und zu den Ohren abgelenkt werden, habe ich bisher auch noch nicht gehört – was nicht heißen muss, dass es falsch ist! Was ist dann aber mit den Reflektionen von den Schlutern? Muss ich in Zukunft “oben ohne” Mischen? Oder besser einen ausgestopften Fuchs um die Schultern legen, quasi als Diffusor?
Ein Mastering-Profi, der nach 20 Jahren Berufserfahrung aus einer Studioaufnahme heraushören kann, wenn dem Gitarristen ein Plektrum auf den Boden fällt, würde vielleicht auch mit und ohne Bart einen Unterschied hören. Ob allerdings ein “Durchschnitts”-Mischer auf einer Adam A7X einen Unterschied feststellen kann, wage ich zu Bezweifeln! Wenn Du nachher “ganz bewusst” darauf achten wirst, wirst Du subjektiv vielleicht sogar einen Unterschied zu hören glauben – weil Du einen Unteschied hören *willst*! Achte mal drauf ;-)
Dann vergiss aber auch nicht, vorher die Haare in den Ohren zu rasieren, falls da welche wachsen sollten… ;-)
Olaf
19. Aug 2010 | 19:12 Uhr
Ich warte schon auf einen Warnhinweise auf CD oder DVD für audiophile Hörer: “Am besten mit Glatze und Vollbart zu genießen und lassen Sie sich die Haare aus den Ohren entfernen” ;-)
20. Aug 2010 | 11:02 Uhr
@Olaf: Du mischst ohne Fuchs um die Schulter? Schande über dich! haha.
Ich werde ganz bewusst darauf achten ob ich mir was herbeiwünsche oder ob ich wirklich was höre…
Aber ich geb dir recht. Ich will nicht so recht glauben, dass ich objektiv n’Unterschied merke… we’ll see.
=)
24. Aug 2010 | 14:49 Uhr
danke für dein kommentar.hab sie aufjedenfall falsch aufgestellt !
danke gruß anton
01. Sep 2010 | 06:40 Uhr
hey.. hätte da eine frage.. mein “rechteckiger” raum ;) hat leider eine dachschräge.. wie wirkt sich diese aus, bzw wie umgehe ich dieses problem.
ansonsten, wirklich mal wieder super tipps.. wie eigtl fast immer von delmar….
hauts rein!
01. Sep 2010 | 13:01 Uhr
Prizipiell muss eine Dachschräge kein Problem sein! Die meisten Programme zur Berechnung stehender Wellen nehem darauf nur keine Rücksicht und so bleibt einem hier nichts anderes übrig, als diese Problemfrequenzen durch Hören herauszufinden. (BTW: ein guter Akustiker verlässt sich auch nicht nur auf seine Messergebnisse!)
Grundsätzlich gilt auch bei Dachschrägen, dass die Boxen symmetrisch im Raum aufgestellt werden sollten, also die Dachschräge entweder hinter Deiner Hörposition oder hinter den Boxen sein sollte und nicht links oder rechts neben einer Box. Je nachdem wie steil die Schräge ist, könnte es sogar gut sein, dass die reflektierten Schallwellen von der Hörposition weggeleitet werden, was der räumlichen Abbildung der Boxen zugute kommt! Zeigt die Schräge dagegen genau auf die Hörposition, kann es sinnvoll sein, über entsprechende “bauliche” Maßnahmen den Schall in eine andere Richung umzulenken. Übrigens strahlen Boxen – natürlich abhängig von ihrer eigenen Größe – schon Frequenzen unterhalb von ca. 1000 Hz auch nach hinten ab! => Beugungseffekt…
Um herauszufinden welche Maßnahmen nötig sind, stellst Du die Boxen am besten da auf, wo sie später auch stehen sollen und setzt Dich an die Stelle im Raum, die Deiner Abhörposition entspricht. Ein Freund/eine Freundin läuft dann mit einem Spiegel in der Hand die Wände ab. Dort, wo Du die Boxen (auch die Rückseite!) sehen kannst, solltest Du z.B. geeignete Diffusoren anbringen. Meist hilft es, bevor man ewig viele Diffusoren an die Wand wirft, die Hörposition und die Aufstellung der Boxen zu verändern: alles um 180° drehen, weiter in den Raum hinein oder u.u. auch mal näher an die Wand/Schräge.
Das ist so ziemlich alles, was man an allgemeinen Tipps hier geben kann. Jeder Raum ist anders und verlangt seine eigenen spezifischen Maßnahmen. Am Ende hilft nur ausprobieren, hören, umstellen, wieder hören bis man irgendwann die bestmögliche Aufstellung gefunden hat. Pefekt ist im Grunde kein Raum dieser Welt!
01. Sep 2010 | 13:15 Uhr
super! danke dir :) besser hätt mans denk ich nicht erklärn können :)
23. Okt 2010 | 06:43 Uhr
@Andreas Klemm:
Du bist auf der Suche nach DIY-Anleitungen für akustische Elemente?
So Bassabsorber/Breitbandabsorber? Dann kann ich dir folgenden link empfehlen: http://www.sogyra.at/Bilder/Absorber/SogAb.pdf
Zurück zum Thema: selbst wenn ein Raum akustisch optimiert wurde, ist eine optimale Aufstellung zusammen mit der Wahl der richtigen Monitore nicht so einfach. Es kommt immer noch viel auf den vorhandenen Raum an. So Anleitungen wie diese find ich zwar klasse, jedoch sehe ich darin auch nur einen Richtwert. Man muß sich ganz einfach selber mit seinen Räumlichkeiten beschäftigen. Wer das nicht kann, soll sich halt Rat von außerhalb suchen. Freunde fragen, Foren abklappern, professionelle Dienste ordern…
24. Feb 2011 | 13:04 Uhr
@Carlos
Hi!
Wow, super Artikel. Danke!
Jetzt habe ich die Monitore aufgestellt. Wie bekomme ich nun einen referenz-Klang hin? Also ich meine, wie weiss ich welche Höhen oder Tiefen ich senken bzw. anheben sollte, damit ich einen “neutralen” Klang bekomme? Habe gelesen, dass ich sowas mit einem rosa Rauschen testen kann. Aber wie gehe ich genau vor?
24. Feb 2011 | 13:07 Uhr
Hallo Dave, danke für deine netten Worte. Wenn Du es wissenschaftlich analytisch angehen willst, dann solltest Du am besten mal einen Akustik-Ingenieur konsultieren.
24. Feb 2011 | 13:14 Uhr
Aha oke. Dann bleibe ich mal bei meinen Ohren… ;)
Vielen Dank!
02. Okt 2011 | 11:16 Uhr
Danke für den Artikel – er ist sehr hilfreich :)
26. Okt 2011 | 17:33 Uhr
Alternative Boxen !!!
Hab mir das hier mal alles durchgelesen, was aber meiner Meinung nach komplett auf der Strecke bleibt, sind die Alternativen Studio-Monitore. Ich finde diese aber äußerst wichtig und hilfreich. Hat man sich nun neue Nahfeldt-Monitore gekauft, wie ich zum Beispiel Yamaha HS80M, und will diese nun korekt aufstellen bzw. abstimmen ist es sehr leicht durch ein alternatives Boxenpaar den Klang zu bewerten. Dazu braucht man einen Referenzquelle. (Song/LP) Ich habe hierfür das Dr. Dre 2001 Album genommen, weil ich es häufig gehört habe und es auch in die Richtung geht, in der ich Musik machen will. Meine alternativen Speaker waren vorher meiner Hauptspeaker und ich kenne ihren Klang schon sehr gut. Dazu ein kleiner Einwand:
Akustisches Entkoppeln:
Mein erstes Boxenpaar waren zwei passive KEF Chorale III die an einen Pioneer Amp. angeschlossen waren. (EQ Flat)
Ich habe diese Boxen nun an die Decke gehängt !! 2 Holzhaken vorsichtig in je eine Box gedreht. Einen mittig einen schräg versetzt. Je nach Box. Die rechte: mittiger Haken, zweiter 7cm hoch, dann 7cm nach rechts (Töner zeigen von der Wand weg, ich schaue auf diese) Die linke: mittiger Haken, zweiter 7cm hoch, dann 7cm nach links (Töner zeigen von der Wand weg, ich schaue auf diese) An der Decke hab ich ebenfalls Haken angebracht, diese in den Abständen gleich. Die Position der jeweiligen Haken spiegelbild gleich, also Box und Decke. Zur Verbindung der Haken empfehle ich Jalousie-Band. Es ist sehr reissfest und zieht sich nicht in die Länge. (Meine Boxen sind passiv, das heißt nicht so schwer. Das Chassis bei Aktivboxen ist ein großer Faktor in Bezug auf Klangeigenschaft, desshalb würd ich hier mit Stativen entkoppeln) Anyway …
Der mittige Haken an der Decke wird mit dem mittigen Haken der jeweils darunter liegenden Box verbunden. Der schräg versetzte mit dem jeweiligen, schräg versetzten Haken. Damit die Boxen nicht in der Luft pendeln, verbindet ihr nun den mittleren Haken der rechten Box, mit dem schräg versetzten Haken der Linken Decken-Seite. Umgekehrt bei der anderen Box. Die Boxen hängen nun sehr ruhig an der Decke und sind akustisch komplett entkoppelt. Die sich überschneidenden Bänder in der Mitte (sieht aus wie ein Kreuz) geben zusätzliche Stabilität. (Passt auf das ihr nicht dagegen lauft) Doch halt !!!
Da die Boxen an der Decke hängen, und ihr sie warscheinlich etwas höher aufhängt, müsst ihr diese leicht anschrägen. Das erreicht ihr ganz einfach in dem ihr die Bänder in verschiedenen Längen vorliegen habt. Das Band was an den schräg versetzten Haken zwischenliegt (Box zur darüber liegenden Decke) muss etwas kürzer sein. Die Box wird so etwas nach vorne gekippt. Das Band was zwischen dem rechten Box-Haken und dem linken, schräg versetztenden Decken-Haken zwischenliegt kippt die Box in die Raummitte richtung Sweet-Spot.
Wieder zurück …
Meine ehemaligen Main-Speaker (übrigens Midtöner, die sehr ausgeweogen klingen) sind nun die ALT-Speaker. Ich kenne ihren Klang mittlerweile sehr gut. Nachdem ich also nun meine neuen Speaker (Yamaha’s) aufgestellt habe, höre ich meinen Referenzpunkt (Dr. Dre 2001) auf beiden Speakern ab. Nun kann ich immer wieder die neuen Hauptspeaker, neu positionieren, und finde so die relativ beste Position.
Bei relativ gleich guter Wiedergabe, beider Speaker-Paare ist der Kompromiss gefunden. Andere Faktoren wie Fenster, Möbel, und die individuelle Raumakustik auf die Main-Speaker spielen natürlich ebenfalls eine seperate Rolle.
ACHTUNG: Ein Equalizer hat in der Signalkette von Soundquelle (Lieblings LP) zu Output (Speaker) erstmal nichts zu suchen. Der EQ an meinem Amp. ist desshalb auf Flat gestellt. Das Klangbild muss so neutral wie möglich sein. Frequenzeinstellungen am Aktiv-Monitor (meist rückseitig) können allerdings gerne benutzt werden. Wenn ihr dann später zum Beispiel ein Sample von einem Vinyl ziehen wollt könnt ihr euch sicher sein das ihr das Original unverfälscht hört, dann aber wenn ihr wollt, mit den EQ’s des Mischpultes oder den EQ’s eines Plug-In’s bzw. externen Soundprozessor Veränderungen vornehmen. Diese dann gemachten Veränderungen sind viel “echter” zu beurteilen weil ihr die Monitore so gut wie möglich (durch Referenzpunkte eures Lieblingsalbums/Songs) eingestellt habt.
Zum schluss …
Die Boxen die an der Wand hängen, sind ebenfalls etwas weiter in der Raummitte aufgehängt. Zwischen dem Chassis und der Rücken-Wand sind gute 40cm Abstand. (Zur Seiten-Wand soger gute 1,50m.) Das reicht schon sehr gut aus, da sie bereits akustisch entkoppelt sind. (frei hängend)
Ausserdem ist zu beachten das die Hochtöner auf die Ohrmuscheln zeigen sollten, wenn man im Sweet-Spot, davor sitzt. Mittlerweile habe ich die Winkel etwas verändert, andere Bandlänge, da ich die ALT-Speaker meistens im stehen abhöre. (Mich durch den Raum bewege) Die Main Speaker benutze ich jetzt im sitzen, beim einspielen oder abmischen. Diese stehen übrigens auf Stativen. Der Abstand dieser ist mit 1.10m von der Rückwand und 1.00m von der Seitenwand großzügig bemessen. Ich sitze sehr weit in der Raummitte, für viele Möbel ist da kaum noch Platz, aber ich habe auch nur ein Bettgestell und eine Komode für Klamotten.
Kleiner Test:
Lasst mal einen Song laufen, möglischst ein bass-betonter, und geht in die, den Boxen gegenüber liegende Raumecke. Ihr könnt richtig hören wie die niederfrequenten Wellen sich dort sammeln. Der Klang ist auf einmal “bassiger”. Mit Basstraps wird hier meistens gearbeitet um die reflektierenden Frequenzen auszulöschen damit dieser nicht wieder von hinten zurück ins Ohr gelangen und ihr denkt, “Whow, ich muss Bass rausnehmen, der ist zu intensiv.” Und später merkt ihr dann, bei Freunden, “Verdammt, wo ist der Bass hin?”
Hoffe ich konnte euch einige Denkanstöße geben …
Peece
26. Okt 2011 | 21:44 Uhr
Das sind zum einen größtenteils nur subjektive Meinungen-welche aber durchaus für den einzelnen von Bedeutung sein kann, und zum anderen reine Zeitverschwendung.
Wer es richtig machen will, kommt um messen nicht drumherum. Erst dann zeigt sich das wahre Bild ;)
Alles andere ist nur Spielerei.
20. Nov 2011 | 14:44 Uhr
In diesem Artikel sollte ganz dringend ergänzt werden, dass in kleinen Räumen eine WANDNAHE Aufstellung der Boxen zu bevorzugen ist und so gut wie immer bessere Ergebnisse bringt! Zahlreiche belegende Messergebnisse sind z.Bsp. auf recording.de zu finden. Der Tipp mit dem großen Wandabstand kann sich in kleinen Räumen geradezu fatal auswirken! Ebenso ist es ratsam, bei günstigen Monitoren die Bassreflexöffnungen zu verstopfen!
20. Nov 2011 | 18:26 Uhr
Vielen Dank für deinen Kommentar, Martin.
Die falsche Aufstellung von Boxen könnte sich übrigens in jedem Raum “fatal” auswirken. Generell muss für jeden Raum eigens getestet werden, wo der optimale Platz ist. Zum Thema mit der Aufstellung von Boxen an der Wand gibt es übrigens eine Menge Meinungen, ich kenne durchaus auch die Variante mit direkt an der Wand. Sicherheit bringt nur die Messung im eigenen Raum.
25. Dez 2011 | 20:38 Uhr
Hallo,
vielen Dank für die Tipps. Ich habe zwei nEaer 05 aus der ersen Serie. Ich hatte die Boxen immer direkt an der Wand stehen und dementsprechend Basswummern. Ich habe heute meinen Arbeitsplatz so umgebaut, dass die Boxenrückseite in meinen Raum (35qm, rechteckig) strahlen ca. 5m Abstand zur gegeüberliegenden Wand. Abstand Boxenvorderseite zur Wand ca. 2m. Abstand beider Boxen zueinander ca. 1,20m. Unfassbar welcher Klangunterschied sich da ergibt ! Ich kann dem Autor nur zustimmen. Bevor man sich neues Equiptment kauft ,sollte man erst einmal Zeit investieren und alles ganau auschecken.
30. Dez 2011 | 11:20 Uhr
Seit ich FIR Filter benutze (((acourate))) kann ich die LS so einwinkeln, dass sie direkt auf den sweet spot zeigen. Vorher war das trotz hochwertiger (Görlich) MT bei manchen Tönen etwas unangenehm, vielleicht wegen Partialschwingungen trotz aufwändiger Sandwichmembran. Jetzt, mit Filterung, lasse ich die Boxen sogar leicht “schielen”, sehe also mehr ihre Außenwände als Innenwände. Vorteil: wenn man sich aus der Mitte des sweet spot z.B. nach rechts bewegt, kommt man frontal zur dann weiter entfernten linken Box und die Richtcharakteristik der Höhen bewirkt einen gewissen Ausgleich der größeren Distanz. Die Bühne bleibt dadurch besser erhalten. Bei mir funktioniert’s.
30. Dez 2011 | 18:09 Uhr
@Johann:
Dazu würd ich gern Messergebnisse sehen, die deine Meinung hieb-und stichfest beweisen. Andernfalls würd ich deine Behauptung jetzt auf Anhieb in die “subjektive” Schublade zuordnen.
02. Jan 2012 | 10:27 Uhr
@Sogyra,
würde ich manchen, ich fürchte nur dass kein interpretierbares Ergebnis rauskommt. Ich spreche von Winkeln in einer Größenodrnung, dass in 2 – 4 m Abstand Kopfbewegungen von 20 oder 30 cm ausgeglichen werden. Jeder kennt die Sprünge in den Messkurven, wenn man in einem Hörraum mit T60 ca. 0,6 s das Mico um einige 10 cm
verschiebt – man sieht sicherliche eine Menge, aber ich halte die Ergebnisse nicht für reproduzierbar
und kenne keinen kausalen Zusammenhang zwischen Feinheiten im Frequenz- und Phasengang vs. Bühne.
Nur sehr grobe Zusammenhänge (Blauertsche Bänder) sind seit Jahrzehnten bekannt.
Dass Winkeländerungen von wenigen Grad (bei gängigen in eine Schallwand eingebauten Konus- Kalotten-
oder Bändchen LS) im oberen Mittenbereich eine Menge ausmachen dürfe aber doch unbestritten sein.
Die Wellenlänge ist hier in einer Größenordnung ist die gut zu Reflexionen an der Schlallwand passt.
Insofern sorry, ich kann nur bei “bei mir funktioniert’s” bleiben, oder hat jemand eine bessere Idee?
22. Jul 2012 | 10:31 Uhr
Hallo
Die aufstellhilfe welche oben angeführt ist, ist meiner Meinung nach für Regieräume keines wegs brauchbar!
Eventuell bei Hifi……
Es gibt keine vernünftige Regie ohne den richtigen Akustik elementen.
Erstreflektionen nur mit Wandabstand zu verbessern, ist völliger quatsch.
Es genügen 2ms Zeitverzögerung um Direktschall und Reflektion unterscheiden zu können.
Viel wichtiger ist die Lautstärke der Reflektion.
Da diese einen starken Kammfiltereffekt im Frequenzgang aufweisen.
Welcher gute 12 dB Pegelsprünge verursacht.
(Würde gerne mal wissen wie da jemand den Mittelton klanglich beurteilen will, wenn nur sein eigener Raum mit seiner Reflektion eine Senke bei zB. 1kHz hat und diesen dann per EQ bearbeiten will !! )
Daher MÜßEN Reflektionen bis ca 15 ms unter 20dB gedrückt werden.
Und wie Johann es selber andeutet.
Sind Reflektionen unbehandelt, so zeigen Messungen beim verschieben des Mikros um ca. 20 cm enorme Pegelsprünge!!!.
Sind allerdings Breitbandabsorber installiert, gibt es kaum Pegelsprünge !!!!
Aber abgesehen davon ist der Bassbereich der viel viel wichtigere Teil einer Regie und nur dieser ist enorm beeinflußbar durch Auffstellung von Monitore und Abhörplatz.
Hier kommen wir zum SBIR effekt!
Dieser enorm Schaden bei der oben angeführten Aufstellhilfe verursachen würde.
Und gerade in kleinen Räumen !!
Der Bassberreich zeigt kaum Pegelsprünge beim verschieben des Mikros um 20cm links oder rechts .
Vorab etwas logik:
Wenn ich an meinem Arbeitsplatz sitz sehe ich vor mir eine Wand, diese man Vorderwand nennt.
Selber ist man ja der referenzpunkt.
Und wird nicht als Rückwand wie von delamar bezeichnet.
Je weiter Monitore von der Vorderwand weggestellt werden umso größer die Senke und um so tiefer die Frequenz des SBIR effekts.
Eine Senke im Frequenzgang, welche von einer (phasenverkehrten)Reflektion entsteht kann mit einem EQ nicht kompensiert werden !
Das bei Wandnaher Aufstellung Raummoden stärker angeregt werden ist klar.
Aber ohne Bassfallen hat es keinen Sinn seinen Raum als Regie zu bezeichnen.
Da ohne Bassfallen ganze 30 dB (dreisig) Pegelunterschiede bis zur dreifachen Schröderfreuenz gemessen werden.
( grob: bis ca. 300Hz )
Welchen Sinn hat es einen Mix zu beurteilen, wenn nur der Raum 50% Klangeinfluß auf die Monitore hat .
Wenn der Raum Frequenzen verschluckt welche in der Aufnahme enorm störend wirken, und in der Regie nicht gehört werden?
Es gibt nur eine Möglichkeit, eine verbesserte Monitor bzw. Abhörposition zu schaffen, und diese kostet 45 Euro (messmikro)Und ein gratis Download von REW.
Und die richtige Interpretation der Messungen wird hier Teils von Profis begutachtet:
recording.de/Community/Forum/Recording_und_Studiotechnik/Raumakustik_und_D%C3%A4mmung/index.html
lg
22. Jul 2012 | 17:56 Uhr
Danke dir für deine Erklärungen. Was hältst Du denn davon, eine gute Aufstellung mit dem Nutzen von Akustikelementen zu kombinieren? ;)
20. Okt 2012 | 19:11 Uhr
Ich habe eine Frage bezüglich dem Abstand zu den Rückwänden.
Muss dieser Abstand nur eingehalten werden bei boxen, die hinten ihre luftausgänge haben, oder gilt dieser Abstand generell?
Ich habe ein 15 qm grosses, quadratisches Zimmer & die krk rp6 g2. Es wäre mir eine große Hilfe, wenn ihr mir ein paar Tipps zum Aufstellen der Monitore geben könntet, da ich beispielsweise nicht weiss, wo ich meine boxen bei einem quadratischen Zimmer platzieren soll.
Vielen dank im vorraus! :)
21. Okt 2012 | 02:27 Uhr
Stefan hat das schon richtig beschrieben. Ich seh das selber in meinen Messerergebnissen. Je besser die Erstreflektionen behandelt werden, umso geradliniger wird automatisch der Frequenzgang!
René: auch für deinen Raum gelten die Grundregeln der Aufstellung. Du wirst aber aufgrund der Größe und der quadratischen Anordnung recht große Schwierigkeiten haben, die Raumakustik so zu behandlen, um auf den sogenannten Studiostandart zu kommen. Das heißt jetzt aber nicht, das du für HR nicht auch ein gutes Level erzielen kannst.
Wenn du ernsthaft an einer Optimierung deines Raumes interessiert bist, dann schau dir UNBEDINGT die “Basic Akustik FAQ” an: recording.de/Community/Forum/Recording_und_Studiotechnik/Raumakustik_und_D%C3%A4mmung/143389/thread.html
…und plan einige Hundert Euro für selbst gebaute Akustikelemente mit ein…
28. Nov 2012 | 10:44 Uhr
Ich bedanke mich fuer diesen Artikel, er ist sehr verstaendlich und einfach geschrieben, und erklaert die kleinigkeiten sehr logisch.
Ich werde mich gleich mal ans Raum anpassen machen :)
Ahoi
04. Dez 2012 | 11:05 Uhr
Delamar ist meine Lieblingsseite geworden. Alles wertvolle Tipps und leicht verständlich. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.
Ich bin gerade dabei mein Studio ebenfalls akustisch zu optimieren und habe noch eine Frage zum Thema Monitoraufstellung.
Welche richtige Unterlage nehme ich denn für meine Monitor-Boxen um optimal den Körperschall zu unterdrücken?! Das Weitere wäre auch, welche Oberflächenstruktur muss ich haben um nicht eventuell noch Kammfiltereffekte der Oberfläche zu verursachen?! Eignet sich dafür eine 5 mm dicke Kork-Unterlage?!
Vielen Dank für die Antworten :-))
04. Dez 2012 | 14:53 Uhr
Danke dir für deine netten Worte. Eine Kork-Unterlage ist auf jeden Fall ein Anfang und besser als nichts. Ich würde mich aber mal nach Absorberplatten umschauen, die es bereits ab etwa 20 Euro gibt.
04. Dez 2012 | 15:23 Uhr
Hallo Daniel. Ich würde mal sagen, das kommt darauf an, wo die Boxen draufstehen. Idealerweise sollte sich das Gehäuse, in dem sich die Lautsprecher befinden, überhaupt nicht bewegen, deswegen werden in großen Mastering-Studios die Lautsprecher oft in die Wand regelrecht eingemauert. Dann gibt es auch keine Probleme mit irgendwelchen Frequenzen, die sich um die Box herumbeugen und u.a. durch Reflexionen Kammfiltereffekte erzeugen können. Aber das nur am Rande.
In HiFi-Geschäften werden einem für Boxen jeder Art häufig Spikes angedreht. Die sind aber nur dann sinnvoll, wenn der Boden, auf dem die Boxen stehen, nicht schwingt. Für Parkett, Laminat oder dicke Teppichböden sind Spikes also völlig ungeeignet, da sie die Schwingungen der Box schön auf den Boden übertragen und dann der ganze Fußboden mitschwingt. Spikes koppeln die Box also an ihren Untergrund an. Bei den genannten schwingenden Untergründen müssen Boxen von diesem jedoch entkoppelt werden, damit sich die Schwingungen eben nicht übertragen. Hierfür gibt es z.B. spezielle Schaumstoffunterlagen. Ob die allerdings etwas taugen oder nur viel Geld kosten, kann ich nicht beurteilen.
Aus Platzgründen musste ich meinen Abhörplatz gerade etwas verkleinern und meine Monitorboxen auf einem Schreibtisch positionieren. Sicher alles andere als ideal, aber von meinem Eindruck her ist der Klang jetzt nicht schlechter als vorher, als ich sie auf eigenen Ständern stehen hatte. Die haben vermutlich auch noch zu viele Schwingungen ermöglicht… Jedenfalls habe ich jetzt jeweils eine 30x30cm Beton-Gehwegplatte aus dem Baumarkt genommen, 4 Gummifüße drunter geklebt und diese auf den Schreibtisch gestellt. Darauf dann jeweils 1,5 cm dicke Korkplatten gelegt und zu guter Letzt die mit den Boxen (Focal CMS 65) mitgelieferten Gummi-Boxenunterlagen. Diese, zusammen mit den Korkplatten, sollten den größten Teil der Schwinungsenergie aufnehmen. Die Gehwegplatten sorgen für etwas Gewicht und Trägkeit und die Gummifüße unter den Platten nehmen hoffentlich den Rest der Schwingungen auf. Ist zwar eine ziemliche Bastelei, aber auf jeden Fall günstiger, als die meisten anderen Lösungen. Und für mich funktioniert es im Moment.
27. Dez 2012 | 12:49 Uhr
Ich möchte mich noch für eure ausführlichen Erklärungen bedanken, jetzt weiß ich in welche Richtung ich meine Monitore modifizieren kann ;-)