Mixing: 7 Wege, die Maskierung von Instrumenten zu verhindern

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Abmischen Hörbeispiele

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Maskierung von Instrumenten verhindern

Bei der Maskierung von Instrumenten handelt es sich um einen unerwünschten Nebeneffekt, der auftritt, wenn mehrere Instrumente in denselben oder ähnlichen Frequenzbereichen arbeiten. Obwohl zwei Instrumente gleichzeitig spielen, ist die meiste Zeit über nur eines im Mixdown zu hören. Sehr auffällig wird der Verdeckungseffekt dann, wenn etwa ein oder mehrere Musikinstrumente etwa die Vocals maskieren und diese dadurch kaum oder nur schlecht noch zu verstehen sind.

Gewünscht ist vielmehr, dass alle Spuren im Mix ihren eigenen Platz bekommen und nicht von einem anderen Musikinstrument etwa in den Hintergrund gedrängt werden. Im Gegensatz hierzu ist eine ähnliche Art der Verdeckung beim so genannten Layering sogar erwünscht – hier soll der Sound einfach nur angedickt werden, dafür spielt er ja auch unisono oder dieselben Noten in einer anderen Oktave.

Maskierung von Instrumenten verhindern

1. Das Arrangement verändern und die Spur neu aufnehmen
Mit Sicherheit die beste Methode, das Maskieren zu verhindern. Eine Änderung des Arrangements könnte bedeuten die Spur in eine andere Ton- und damit Frequenzlage zu transponieren oder ein anders klingendes Instrument zu wählen.

2. Muten der konkurrierenden Spur
Ebenfalls ein sehr wirksamer Trick. Man pausiert jeweils eine der konkurrierenden Spuren, um die Maskierung zu verhindern. Wenn Spur A spielt hat Spur B Pause.

3. Die Lautstärke der maskierenden Spur senken
Wenn eine der Spuren wichtiger als die andere ist, kannst Du die Lautstärke so weit senken, dass die wichtigere Spur deutlich zu hören ist. Kann dazu führen, dass die leisere Spur kaum zu hören ist.

4. Transposition einer der beiden Spuren
Ein weiterer Trick ist es, eine der beiden Spuren, die in die Maskierung verwickelt sind, zu transponieren. Das bietet sich vor allem bei Spuren mit virtuellen Instrumenten, vornehmlich Synthesizern an, da hier keine Samples in der Tonhöhe modifiziert werden müssen.

5. Den EQ nutzen
Oben habe ich vorgeschlagen, das Instrument zu transponieren, um die Frequenzlage zu ändern. Einen ganz ähnlichen Effekt kann man durch das geschickte Nutzen eines EQs auf den Spuren erreichen. Mit High- und Lowpass-Filtern werden jeweils entgegengesetzte Frequenzbereiche aus den Spuren ausgeblendet, um die Maskierung zu verhindern.

6. Panning anpassen
Mit einer Änderung des Pannings beider konkurrierender Instrumente kann einer Maskierung sinnvoll aus dem Weg gegangen werden. Typisches Beispiel sind Rhythmus-Gitarren, die extrem nach links und rechts gedreht werden. Beide Gitarrenspuren sind dann gut verständlich und kommen sich nicht mehr ins Gehege.

7. Phase verschieben
Durch eine Phasenverschiebung des Signals kannst Du verhindern, dass es zu sogenannten Phasenauslöschungen kommt, bei dem sich zwei Signale bzw. bestimmte Anteile mehrerer Signale so überlagern, dass sie sich gegenseitig in bestimmten Frequenzbereichen abschwächen oder ganz ganz auslöschen.

 

Mixing: Frequency Masking

Meistens reicht eine Maßnahme alleine nicht aus, um zwei konkurrierende Spuren erfolgreich voneinander zu trennen. Deswegen empfehle ich einfach eine Kombination der oben genannten Tipps zu verwenden. Um es noch einmal zu betonen: Am besten ist es, bereits in der Phase von Songwriting und Komposition durch entsprechendes Arrangieren von Instrumenten, Spuren und Parts gleich von vornherein eine Verdeckung oder Maskierung zu vermeiden.

Maskierung von Instrumenten: Hörbeispiele

Update: Wir haben einige Hörbeispiele zum Frequency Masking in einem weiteren Artikel vorbereitet. Wenn Du diese anhören möchtest, kannst Du das unter folgendem Link:
Fünf Wege, Maskierungen im Mix zu verhindern: Hörbeispiele

Mehr zum Thema:
          


Lesermeinungen (4)

zu 'Mixing: 7 Wege, die Maskierung von Instrumenten zu verhindern'

  • Thomas Supersynthesized   18. Feb 2013   15:29 UhrAntworten

    Hätte noch was hinzuzufügen: Oft lassen sich Transienten zeitlich trennen: zB bei Kick und Bass, den Bass einfach ein paar Millisekunden nach hinten verschieben - so werden keine Transienten überlagert und es klingt auch transparenter

  • Flo   18. Feb 2013   16:31 UhrAntworten

    wieder ein wenig schlauer, danke!
    Übrigens gibt's auch die sog. Nachverdeckung, also wenn leise Signale durch einen direkt vorangegangenen sehr lauten Sound nicht unmittelbar fürs Gehör wahrnehmbar sind aber das is dann ein anderes Thema ;)
    Grüße, Flo

  • Mr. Freeze   19. Feb 2013   08:52 UhrAntworten

    Hmm, nicht schlecht.
    Aber ist Tipp 4 nicht schon in Tipp 1 enthalten?
    Und was ist mit Sidechaining?

    Beste Grüße
    Freeze

  • Raphael J.   22. Feb 2013   10:12 UhrAntworten

    Es ist sehr hilfreich einen visuellen Bezug zum Frequenzgehalt seiner Komposition zu haben:

    Specan32 ist ein dem legendären Klark Teknik DN60 Real Time Analyser nachempfundenes VST Plug-in, welches dem Original Hardware RTA in gar nichts nachsteht:

    bedroomproducersblog.com/2010/10/08/specan32-a-freeware-vst-spectrum-analyzer/

    Mit diesem kann man die Frequenz 'isolieren' welche durch ein anderes "Instrument" in einem Mix verdeckt wird und entsprechend mit EQ, Lautstärkereglung oder Auswahl eines anderen Instrumentes entgegen steuern.

    Bei aufwändigen Kompositionen; also Kompositionen mit sehr viel Spuren und sehr verschiedenem Klangmaterial ist es angebracht auf übertrieben obertonhaltige Klänge zu verzichten, da diese Instrumente in höheren Tonlagen verdecken oder maskieren.

    Es ist ratsam die verschiedenen Frequenzbereiche welche spezifisch für diverse Instrumente ausgelegt sind, auch für diese zu 'reservieren'.

    Ein Fehler der sehtr oft gemacht wird ist den Bereich der Gesangsstimme schon so mit Instrumenten zuzuknallen, dass die Stimme nur mit Kompressor/Limiter 'über' dem mitschwingenden Tonmaterial zu hören ist; klar; hier kann man mit Side-chaining (Stimme steuert die Lautstärke des 'störenden' Materials) tolle Effekte erzielen... aber... muss das wirklcih sein?

    Eine ausgewogene Komposition sollte der Dynamik und der nativen 'Frequenzansässigkeit' der einzelnen Instrument Rechnung tragen.

    Lieben Gruß aus Luxemburg
    Raphaël J.

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