Der Arpeggiator: Unverzichtbares Arbeitsmittel für Benutzer von Ableton Live und Reason

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Unverzichtbare Arbeitsmittel sind mal wieder das Thema bei delamar. Nicht nur ReWire gehört unserer Meinung dazu sondern auch Arpeggios. Mit den kleinen hilfreichen Geräten kann man schnell und einfach Klangpatterns erzeugen und beim durchbrowsen seiner Klangbibliothek sind sie zumeist auch sehr hilfreich. Denn man kann sich schnell über den Klang der verschiedenen Sounds ein Bild machen.

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Der Arpeggiator: Unverzichtbares Arbeitsmittel für Benutzer von Ableton Live und Reason

Letzte Woche ging es noch um MIDI und ReWire. Vor allem ReWire wurde von mir als “unverzichtbares Arbeitsmittel” bezeichnet.

Das unverzichtbare Arbeitsmittel möchte ich nun weiterführen, denn eine andere für mich seit Jahren unerlässliche Arbeitserleichterung ist der Arpeggiator, auch Arp genannt.

Meist ist ein Arpeggiator direkt in das Gehäuse eines Synthesizers und Klangerzeugers eingebaut und sorgt dort schnell für guten Ton. Vor allem für interessante Bass Patterns eignet sich dieses wunderbare Gerät.

Der Arpeggiator: Funktionsweise

Arpeggios sind eigentlich ganz einfach zu handhaben. Man schickt meist einfach nur eine lange Note hinein und der Arpeggiator zerlegt diese anhand eines Patterns in mehrere kleine Noten die sich dann auch meist auf mehrere Oktaven verteilen.

Beim Arp findet man dann auch noch viele Einstellungsmöglichkeiten wie etwa die Geschwindigkeit mit der die Note zerlegt wird oder welcher “Modus” läuft. Gebräuchlich sind hier Up, Down, Up&Down.

Der Arpeggiator: In der Praxis

In der Praxis kommt es darauf an mit welchem Sequenzer man gerade arbeitet.

Der Arpeggiator in Ableton Live

Ableton Live beispielsweise hat einen mehr oder weniger rudimentären Arpeggio eingebaut. Die Ableton Device heisst auch einfach nur “Arpeggiator”, beherrscht die gängigsten Modi und hat einige Finessen wie einstellbarer Offset, Groove (auch Swing genannt) und einstellbare Velocity.

Richtig gut arbeitet der Arpeggiator von Ableton Live aber erst zusammen mit anderen MIDI Effects wie Random oder Velocity. Gerade letzterer bringt erstaunlich schnell gute Ergebnisse, denn dieser Effekt verändert die Anschlagstärke der Noten die “Arpeggiator” ausspuckt.

Ich empfehle die Noten in eine separate MIDI Spur nochmal aufzunehmen und dort dann bestimmte Teile herauspicken, die besonders interessante Ergebnisse erzielt haben. So lässt sich mit “zufälligen” Velocity-Werten schnell ein Bass Pattern generieren das gefällt.

Der Arpeggiator in Propellerhead Reason

Ein weiterer Arpeggiator ist der von Propellerheads Reason 4 neu hinzugekommene RPG-8. RPG-8 bietet wiederum die gängigsten Modi kann aber im “Free” Mode betrieben werden womit er sich dann vom Songtempo löst und frei “schwingt”.

Bei ihm ist vor allem der Modus “Manual” und die Pattern Funktion sehr anziehend. So kann man in einem Sequenzer Track die Noten vorgeben, die als Grundlage für den erzeugten Arpeggio dienen. Es lassen sich also auch Verläufe generieren die nicht dem Schema “Oktave 2, Oktave 3, Oktave 2, Oktave 1” gehorchen.

Mit dem Pattern lassen sich dann einfach einzelne Noten des erzeugten Patterns abschalten, was zu sehr “groovigen” Patterns führt.

Das man Propellerheads Reasons RPG-8 über CV modulieren kann muss nicht extra als Schmankerl erwähnt werden oder? ;-)

Der Arpeggiator des Access Virus

Einen sehr guten Arpeggio findet man auch in Access Virus eingearbeitet. Der Clou bei diesem Gerät ist, dass sich einzelne vorgefertigte Pattern einstellen lassen.

Der erzeugte Arpeggio moduliert sich sowohl in Notenlänge wie auch in der Velocity. Insgesamt 64 Patterns bringt Access Virus mit und das hält einen Soundtüftler schon eine Weile auf Trab.

Der Arpeggiator: Fazit

Für mich gehört ein Arpeggiator zu den Standard-Hilfsmitteln und habe ich mal selbst keine Ideen lasse ich mich gerne von den Patterns inspirieren die mir ein “Arpeggiator” und ein “Velocity” in Ableton Live so vorspielen.

Einen Nachteil sehe ich bei Reasons RPG-8, denn die erzeugten Arpeggio Sequenzen lassen sich nicht erneut in einen Sequenzer Track aufnehmen. Somit wird die Portierung (um etwa das Pattern als MIDI-File zu exportieren und innerhalb von Live weiterzuverwenden…) verwährt. Schade eigentlich.

Reasons Arpeggiator

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Lesermeinungen (7)

zu 'Der Arpeggiator: Unverzichtbares Arbeitsmittel für Benutzer von Ableton Live und Reason'

  • marcel   12. Mrz 2009   20:46 UhrAntworten

    Super beitrag!!!!

    Wirklich eine gute und sehr hilfreiche Idee das Thema unverzichtbare Arbeitsmittel zu behandeln...!!!!

    dankeschön!!!!!!!

    Ein paar mehr Beiträge wären noch hilfreicher :-)

    mfg
    marcel

  • Andreas Z. (delamar)   12. Mrz 2009   22:47 UhrAntworten

    Auf jeden Fall ist das aber auch mal eine gute Idee unverzichtbare Arbeitsmittel hier auf delamar zu behandeln. ;)
    Hab ich noch gar nicht drangedacht.

  • nevi   13. Mrz 2009   10:54 UhrAntworten

    Zum "Rumdaddeln" oder für monotone Techno-Basslines sind die Dinger zwar äußerst nützlich.
    Was ich zumeist sehr schade finde ist, dass die Arpeggiatoren immer so eingeschränkt sind bezüglich der Harmonisierung.

    Jedenfalls kenne ich keinen, wo ich Tonarten vorgeben bzw. wechseln kann und der dann entsprechend der Eingangsnote automatisch oder nach User-Programmierung harmonisiert.
    Oder wo ich durch andere Vorgaben wie beispielsweise Controllerwerte Einfluss auf die Akkordbildung nehmen kann.

    Daher meine Frage: gibt es dearartige Arpeggiatoren? Mit mehr Möglichkeiten in Bezug auf Tonarten/Harmonisierung?
    Würde mich freuen, wenn ihr vielleicht mal ne Funktionsübersicht zu verschiedenen Arpeggiator-Tools erstellen könntet.

    lg nevi

  • Andreas Egeresi   07. Apr 2009   13:52 UhrAntworten

    Ja, glaube der FM8 von Steinberg hat einen recht guten Arp, bei dem man auch derartige Funktionen und Einstellmöglichkeiten findet. Kann ihn zumindest für meine Zwecke recht gut gebrauchen.

    Falls dies nicht reichen sollte, hat man ja noch immer die Möglichkeit, sich seinen Arp-Sound selbst zu basteln. Dies ist in allen gängigen Sequenzern sehr gut machbar. Vorteil ist: Ein sehr individueller und variabler Aufbau. Nachteil ist: Viel mehr Arbeit als mit einem VST.

    LG, AE

  • nevi   08. Apr 2009   03:38 UhrAntworten

    Hallo Andreas,
    danke für Deine Antwort.
    soweit ich weiß ist der FM8 ein FM-Synth von NI. Welchen FM8 hast Du denn? (Link?)
    Und wie meinst Du das genau mit dem "selbst basteln"?
    lg nevi

  • DrPeterStLuis   05. Apr 2010   19:43 UhrAntworten

    In Bezug auf den genannten Nachteil des Reason RPG-8:

    sofern ich jetzt Nichts verwechsle, ist es doch möglich aus den Arpeggio Sequenzen eine Midi-Spur zu erzeugen -> einfach Rechtsklick auf den RPG-8 -> "Arpeggio Notes to Track" auswählen -> schon hat man das Pattern als Midi.

    Ich hoffe ich konnte helfen, und wie gesagt verwechsle hierbei Nichts.

    Gruß und gediegene Tage
    DrPeterStLuis

  • Milan   29. Nov 2012   20:51 UhrAntworten

    Nur so als Tipp. Wenn man den Arp on Ableton noch etwas aufpeppen möchte dann kann man vor ihn noch den Max4Live Device Schwarzonator schalten der einem schöne Chords liefert die dann vom Arp wieder zerlegt werden. Kommen sehr oft geile Sachen bei raus.

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