Controllerism: Nur richtig cool mit Ableton Live

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Vielen wird der Begriff Controllerism vielleicht noch nichts sagen. Es beschreibt das auflegen ausschliesslich per Controller und Computer. Die Welle schwappt gerade aus den USA nach Deutschland über und alle Fans von Ableton Live und Native Instruments Traktor kommen auf ihre Kosten.

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Controllerism: Nur richtig cool mit Ableton Live

Controllerism

Nachdem diese Woche schon einmal ein Artikel über die Kontrollmöglichkeiten von MIDI hier gepostet wurde, möchte ich diesen Gedanken weiterführen und über das sogenannte Controllerism berichten.

Wer Controllerism noch nicht kennt, dem sei kurz auf die Sprünge geholfen.

Ableton Live als moderner Sequenzer erlaubt es seinen Usern nicht nur in ungewöhnlicher Weise Musik zu machen sondern mit dieser auch aufzulegen.
Pfiffige DJs haben dies für sich entdeckt und starteten die Grossoffensive. Natürlich kann man mit Ableton Live “einfach nur auflegen” — also jeden Track einzeln spielen.

Jedoch ist es viel interessanter mehrere Lieder gleichzeitig spielen zu lassen und diese in einem Live Mashup zusammenzubringen. Meist ist es auch interessant nur Teile eines Songs, etwa eine bekannte Hook, zu nehmen und diese im Loop spielen zu lassen und dazu einfach nur den Drumgroove eines anderen bekannten Liedes.

Mit Ableton Live ist das ja alles kein Problem. Meistens legt man sich circa 5 Tracks an in das man verschiedene Loops und komplette Lieder zieht. Danach legt man auf die jeweiligen Tracks Effekte und, ganz wichtig, noch Master Effekte. Die Effekte steuert man per externem MIDI-Controller und kann so während des “auflegens” total abgefahrene Effekte erzielen.

Aber nicht nur Ableton Live eignet sich zum Controllerism auch andere Produkt wie zum Beispiel Native Instruments Traktor (gerade im Sommer Special für 99€)

Ich selbst lege auch nicht mehr traditionell auf. Mir ist es zu steif geworden und auch zu lästig immer wieder die gleiche Tätigkeit (Geschwindigkeit angleichen…) zu erledigen und mich nicht auf das DJing an sich zu konzentrieren. Traktor alleine ohne Controller ist auch langweilig, man kann zwar sehr viel Zeit in die richtige Musikauswahl investieren, jedoch ist das auf Dauer auch nicht auslastend.

Zuletzt möchte ich noch sagen, dass jeder Controllerist so seine ganz eigenen Vorstellungen für ein Liveset hat und dies je nach Bedarf implementiert. Controllerism ist also flexibel und individuell!

Wer von den Lesern hier hat schon seine ganz eigenen Erfahrungen mit Controllerism gemacht? Irgendwelche ängstlichen DJs hier die sich nicht umsteigen trauen?

Links:
Controllerism
YouTube Video über Controllerism mit Ableton Live
YouTube Video über Controllerism mit Native Instruments Traktor

Mehr zum Thema:
      


Lesermeinungen (4)

zu 'Controllerism: Nur richtig cool mit Ableton Live'

  • Schnick Schnack   16. Jul 2008   13:40 UhrAntworten

    Controllerism und DJing widersprechen sich ja grundsätzlich nicht, nur ein paar Punkte sollten hier noch beachtet werden:
    1. Einige Techniken, die beim DJing verwendet werden, können beim Controllerism nicht 1 zu 1 übernommen werden, da man dazu das Vinyl anheben muss, was mit Controllern nicht möglich ist.
    2. Es gibt ausgezeichnete Symbiose-Tools wie Serato von RANE, die das Controlling mit dem Vinyl-DJing verbinden und wenn man das einigermassen beherrscht, dann ist das Setzen von loops, Trackmarks, setpoints etc. überhaupt kein Problem und razt fatz fertig. Und man kann sich dabei volle Lotte aufs DJing konzentrieren, von Scratchen bis zum Joggling is alles genauso spontan. Und man hat ja auch die guten alten 1210er, die einem dabei die schöne Vinylhaptik geben.
    3. Warum viele DJs nicht auf reine Controller Sets umsteigen? Weil die Techniken, die sie auf Vinyl gelernt haben, sich nicht auf Controllertables ohne weiteres nachmachen lassen. Die Widerstände der Tables sind sehr ungewohnt, die Tables sind oftmals viel kleiner. Das soll nicht heißen, dass sie schlechter klingen, aber dazu muss sich erst eine neue Generation von Controller-DJs entwickeln, die ihre Techniken auf diesen aufbauen und die skills neu definieren.
    4. Ich habe schon Controller-Sets gehört, bei denen ich nicht wusste, ob sie in oldschool oder neuer Manier gemacht wurden. Wichtig ist eigentlich, wie die ganze Scheiße am Ende klingt und wenn das jemand mit Controllerism hinkriegt, Hut ab!

  • Schrauber   16. Apr 2009   03:54 UhrAntworten

    Hallo Zettt

    also ich finde das "oldscool" auflegen genauso nach wie vor pfeift wenn man es beherrscht
    (hab jetz so ca 12 Dj Erfahrung).
    Da die Zeit nicht stehn bleibt bin auch vor 2 Jahren auf digital umgestiegen und bin sehr froh drüber macht halt irrsinnigen Spass mit Traktor Pro & Live aufzulegen
    ab & zu noch mit Timecode Vinyls aber jetz mehr mit 4 Decks & effekte vom Live mit Controller -
    sicher war es eine Umstellung von Vinyl auf digital, die flexible Arbeitsweise und die Spielereien mit die Effekte & Loops sind echt für mich mehr als überzeugend
    Kann ich wärmstens empfehlen !!!!

  • Andreas Z. (delamar)   17. Apr 2009   12:45 UhrAntworten

    Jepp, das war fuer mich auch der Umstellungsgrund. Ein DJ hat mal in einem Interview gesagt. Auflegen mit Vinyl ist irgendwann langweilig. Da gibt's die eine Platte die wird an die andere angeglichen. Dann kommt der Uebergang und dann kommt die naechste Platte dran. Das sei irgendwas das man einfach "nur noch macht".
    Aber bei Digital DJing hat man um weiten groessere Moeglichkeiten.

  • MIDIZIN   19. Aug 2013   17:51 UhrAntworten

    Ich habe beides Verschmelzen lassen ...;)

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