Bessere Bässe: 7 Tipps für einen durchsetzungsfähigen Bass

7 Tipps für einen durchsetzungsfähigen Bass

  1. Frequenzspektrum
    Ein Bass muss sowohl auf einer Abhöre mit Subwoofer als auch im 5 Watt Küchenradio gut hörbar sein. Da die wenigsten Lautsprecher Frequenzen unterhalb von 40 Hz wiedergeben, sollte die Hauptenergie des Bass-Sounds so zwischen 65-90Hz liegen. Der Bass darf für kleinere Abhören aber auch ruhig noch etwas höher im Frequenzspektrum gehen.
     
  2. Verschiedene Oktaven
    Wenn ein synthetischer Bass verwendet wird, bietet es sich an, einen zweiten Oszillator eine Oktave höher als den anderen spielen zu lassen oder einen zweiten Bass drüberzulegen. Der höhere Bass-Sound sollte deutlich leiser als der tiefe gemischt werden, gerade so, dass man ihn noch hören kann. Mit dieser Technik wird der Bass sowohl in den Bassfrequenzen als auch in den Mitten wahrgenommen.
     
  3. Layering
    Gerade im elektronischen Bereich werden gerne volle und runde Waveforms wie Sinus oder Triangle verwendet, die keine bzw. kaum Obertöne aufweisen. Bei solchen Bässen kann man analog zu den Oktaven, einen zweiten Bass hinzumischen, der obertonreiche Waveforms wie Square oder Saw verwendet und diesen leise hinzumischen.
    Hier kann man auch gerne einen echten Bass verwenden, der im Normalfall reich an Obertönen sein sollte.
     
  4. Verzerrung für mehr Obertöne
    Eine weitere Methode, um den Bass besser hörbar zu machen ohne den Wumms zu verlieren, ist das leichte Verzerren mit einem Overdrive oder Distorsion. Eine solche Verzerrung erzeugt weitere Obertöne, die auch auf kleineren bzw. schlechteren Anlagen zu hören sind.
     
  5. Perkussiver Attack
    Durch das Hinzufügen eines perkussiven Sounds mit langsam einfadendem Attack kann der Bass knackiger gemacht werden, so dass er besser aus dem Mix heraussticht. Sampler mit entsprechenden Funktionen für die Hüllkurve sind ideal für diese Anwendung.
     
  6. Enhancer
    Enhancer sind Effektgeräte, die dem Audiosignal neue Obertöne hinzufügen und dem menschlichen Ohr mit psychoakustischen Mitteln Frequenzen vorgaukeln, die nicht da sind.
     
  7. Kompression
    Hohe Noten in der Bass-Line tendieren dazu, mehr aus einem Mix herauszustechen als tiefe Töne. Mit Hilfe eines Kompressors kann man dieses Problem beheben. Ein guter Ansatzpunkt ist eine Ratio von 4:1 und einem Treshhold von bis zu -20dB. Längere Attackzeiten machen den Bass knackiger.

Hat Dir dieser Artikel gefallen? Dann empfiehl ihn doch in Deinem Lieblingsforum oder auf Deiner Webseite weiter!

Lesermeinungen (25)

zu 'Bessere Bässe: 7 Tipps für einen durchsetzungsfähigen Bass'

  • Markus
    21. Apr 2008 | 16:01 Uhr Antworten

    Tipp Nr. 8 für E-Bässe: Eine Spur per DI und eine von einem aufgerissenen, mit Mikro abgenommenen Amp zusammenmischen. Das führt zu einem Sound mit Bass UND Knurr, der trotzdem differenziert klingt (Phase beachten!). Der Amp kann dabei sogar ein kleiner 10W Gitarren(Röhren-)combo sein – klingt oft richtig geil! Übrigens ein Tipp vom Basschef Geddy Lee (Rush) …

  • carlos (delamar)
    21. Apr 2008 | 22:53 Uhr Antworten

    Das ist ein klasse Tipp. Mit einem Gitarrenverstärker habe ich das allerdings noch nicht probiert. Hole ich nach!

  • Markus
    22. Apr 2008 | 17:46 Uhr Antworten

    Natürlich keinen Highgain-Sound auf dem Amp, sondern mehr die kotzende Endstufe für ein bisschen bewegte Luft …

  • Tischhupe
    23. Apr 2008 | 12:55 Uhr Antworten

    Tipp 5 finde ich widersprüchlich: Perkussiver Attack soll langsam einfaden? Hä?

  • carlos (delamar)
    23. Apr 2008 | 13:44 Uhr Antworten

    Wenn Du einen perkussiven Attack komplett drauflegst, ist es manchmal einfach zu knackig. Deswegen einen kurzen Fade-In bis es eben genau richtig ist.

  • Tischhupe
    24. Apr 2008 | 10:30 Uhr Antworten

    @carlos: Ah, jetzt ist der Groschen (wie sagt man eigentlich in Zeiten des Euros dazu?) gefallen.

  • Helge
    16. Aug 2008 | 05:11 Uhr Antworten

    Enhancer? Nicht Exciter?

  • Peter Rusterholz
    18. Aug 2008 | 01:58 Uhr Antworten

    7. Sind hohe töne tatsächlich lauter? oder werden sie nur lauter wahrgenommen, haben aber eine gleiche Energie wie tiefe Töne, dh. der Kompressor spricht bei den höhen Tönen nicht anders an als bei den tiefen Tönnen ?

  • carlos (delamar)
    20. Aug 2008 | 11:49 Uhr Antworten

    @Helge:
    Enhancer nutzt die Frequenzen, die bereits da sind, während ein Exciter neue Anteile hinzurechnet. Beides funktioniert. Das Ergebnis ist Geschmackssache.

    @Peter:
    Tiefe Töne tragen mehr Energie als hohe Töne (Subwoofer sind immer mit deutlich mehr Watt ausgestattet…tiefe Töne sind aus der Entfernung noch gut wahrnehmbar).

    Das menschliche Ohr kann aber hohe Töne besser wahrnehmen (die Evolution hat dafür gesorgt, dass wir die typischen Sprachfrequenzen am besten hören können), deswegen “stechen” diese oftmals heraus.

    Um diesen Effekt auszugleichen kann man einen Kompressor nutzen, der dann dafür sorgt, dass die gesamte Spur “glatt gebügelt” wird.

    Im Übrigen gibt es so genannte Multiband-Kompressoren, mit denen sich meist 3-4 verschiedene Frequenzbänder unterschiedlich mit einem eigenen Kompressor bearbeiten lassen.

  • sudo
    21. Aug 2008 | 23:59 Uhr Antworten

    könnte man anstelle des kompressors nicht einfach den obertonreichen Oszillator ein wenig in der Lautstärke reduzieren ?

  • Tobias W.
    25. Feb 2009 | 18:56 Uhr Antworten

    “Tiefe Töne tragen mehr Energie als hohe Töne”

    E=h*c/λ
    oder
    E=h*f

    Die Wellenlänge der tiefen Töne ist größer als die der hohen Töne. Da h und c jeweils konstant sind, wird E kleiner, je größer ich λ mache.

    Oder ich nehme die 2te Gleichung, setze die Frequenz herab, h ist wieder konstant, und die Energie wird mit kleiner.

    Sollte das falsch sein, Schande über mein Haupt!

    Achja, noch ein dickes Lob, ich denke dies ist die beste deutschsprachige Seite zum Thema Homerecording, die ich bisher je gesehen habe!
    Weiter so ;)

  • Sib
    25. Feb 2009 | 23:17 Uhr Antworten

    Coole Tipps, danke! :)

  • Carlos (delamar)
    26. Feb 2009 | 09:35 Uhr Antworten

    @Tobias
    Danke für die mathematische / physikalische Erklärung und das Lob!

  • steve eaglestone
    05. Mai 2009 | 15:53 Uhr Antworten

    tip #7 kann man etwas abgewandelt auch so machen (fuer beliebige instrumente):

    per DI box einerseits ueber verstaerker spielen, z.b. mit distortion.

    das clean signal andrerseits aus der DI box aufnehmen.

    danach das clean signal ueber den verstaerker mit den o.g. einstellungen abspielen und per mikro in eine andere spur aufnehmen.

    das sind zwar 2 schritte mit de, man hat aber dann die moeglichkeit, falls der verzerrte bass in der aufnahme doch nicht so gut klingt, noch einmal ohne aufwand, also beliebig oft, den bass einzuspielen.

  • Carlos (delamar)
    10. Mai 2009 | 10:43 Uhr Antworten

    Hallo Steve und herzlich willkommen auf delamar. Vielen Dank auch für Deinen Kommentar, wobei ich nicht ganz verstehe, wie Du damit die herausstechenden Töne unter Kontrolle bringen willst.
    An sich ist die Technik aber wirklich klasse, um nchträglich den Bass-Sound zu verändern!

  • Chris N.
    06. Jul 2009 | 12:00 Uhr Antworten

    @ Tobias:

    das stimmt so nur für Licht (Photonen) und nicht für Schallwellen. Bei Photonen nimmt die Energie tatsächlich mit der Frequenz zu, das geht bis zur radioaktiven Gamma-Strahlung.
    Schallwellen sind aber nur Druckveränderungen in der Luft die sich ausbreiten und in Ausbreitungsrichtung schwingen (longitudinal), um hier eine größere Wellenlänge zu erreichen müssen mehr Luftteilchen in Bewegung versetzt werden -> mehr Energie wird benötigt.
    Formal müßte man die Dichte und Temperatur der Luft berücksichtigen um die erforderliche Energie für eine bestimmte Lautstärke in abhängigkeit der Frequenz zu erreichen, exakt mathematisch hab ich das jetzt aber auch nicht zur Hand.

    Grüße,
    Chris

  • ThomaschKey
    12. Mrz 2012 | 14:55 Uhr Antworten

    juten Tach, super Seite! Also Daumen hoch!!!

    Zum Thema Bass in der Mitte: bei Rockbands o.Ä. mit 2 Gitarren würde ich logischer weise den Bass genauso in die Mitte mixen. Gibts ne Empfehlung für 3 Mann Combo (Gitarre, Bass, Drums)?

    Grüße

  • Igor K
    30. Jun 2012 | 14:13 Uhr Antworten

    Tachchen!

    Wirklich hammer Tipps. Es ist schwer, gute Infos irgendwo zu finden, denn die meisten fähigen Toningenieure rücken ihr Wissen nur sehr ungern (oder gar nicht) raus – verständlich.

    Eine Bitte hab ich an Euch:
    igork.de/mp3/IgorK-CleanInBerlin.mp3
    – Was ist an dem Song mix-technisch nicht in Ordnung? (Bezüglich Bass und damit einhergehender Gesamtlautstärke und möglicher Verzerrung auf z.B. Computerboxen)
    – Was würdet Ihr anders/besser machen?

    Bin für jeden Tipp dankbar!

    Lieben Gruß aus Berlin
    Igor K

  • G.K.
    03. Aug 2014 | 22:52 Uhr Antworten

    Es gibt einen neuen Weg zum Superbass, der geht mit Hilfe des “Vandal”. Den Vandal findet man bei Magix. Wer sich das leisten kann, sollte die Vollversion kaufen. Wer nicht findet eine abgespeckte aber genauso gute Version im Music Maker und in Samplitude. In Samplitude Pro X silver sogar kostenlos als Download. Der Vandal hat nur einen einzigen Nachteil, du kannst die Mundi nicht drauf vorwärmen. Das Andere ist alles echt.

    Ein neuer Weg zum Superbass
    (mit E-Gitarre und Vandal )

    Dieser virtuelle Verstärker ist eine Klasse für sich. Sowohl für Gitarre, als auch für Bass gibt es nichts Vergleichbares.

    Nun zum Vorgehen:

    Die E-Gitarre muss absolut in Schuss sein und ganz exakt gestimmt (versteht sich für Aufnahmen von selbst, ist aber oft nicht der Fall ).

    Als erstes muss der Ton in den Computer. Dafür hat jeder seinen Weg. Ich benutzte die Variante DI-Box. Das ist nicht entscheidend für das Ergebnis. Wichtig ist, die richtigen Noten zur richtigen Zeit zu spielen und dass die Aufnahme möglichst frei von Störgeräuschen und Verzerrung ist. Die Aufnahme als .wav speichern. In Samplitude ein WAV-Projekt öffnen und diese Datei laden. Effekte: nacheinander Gleichspannung entfernen, normalisieren ( 95% ) anwenden. Als nächstes Time/Pitch – Resampling/Timestreching aufrufen, Pich: -12 Halbtöne, OK. Damit erklingt die Aufnahme eine Oktave tiefer – also im Bassbereich, wo wir ja hinwollen. Datei als .wav exportieren.

    Nun ein virtuelles Projekt mit zwei Spuren öffnen. Spur eins: die eben entstandene tiefe WAV-Datei, Spur zwei: die originale E-Gitarren-WAV-Datei. Im Mixer die tiefe Datei mit der normalen E-Gitarre mischen. Dabei muss die tiefe Datei laut sein (z.B.75%) und die normale leise (z.B.25%). Auf keinen Fall soll man die normale Datei hören. Erst recht nicht soll sie die tiefe Datei prägen. Dass das überhaupt geschieht hat später mit dem Mix zu tun und wie der Gesamt-Mix am Ende auf dem Küchenradio klingt. Diese Bassmix – Datei als .wav exportieren.

    Wieder ein WAV-Projekt öffnen, und die Bassmix – Datei laden. Nun Effekte-Distortion-Vandal wählen. Jetzt kann man nach Herzenslust im Bassbereich herumprobieren, was einem gefällt, bzw. was zu dem Stiel passt. Hat man das gefunden, was man sucht, als .wav exportieren.

    Fertig ist die Superbassspur. Das ganze geht auch mit echter Bassgitarre. Da muss man aber ein Plugin verwenden um die Oktave höher zuzumischen ( wegen dem Küchenradio …), oder man benutzt Pich: +12 Halbtöne und mischt das wie beschrieben der tiefen Spur bei. Danach ebenfalls als .wav – Datei im Vandal verändern. Viel Spass beim ausprobieren und viel Erfolg für die geplante Aufnahme.

    Euer G.K.

  • Pingback: Mixing: Der Bass gehört in die Mitte

    [...] Wert legt, ist mit dieser “Regel” gut bedient. Und wie ich auch schon in diesem Mixing Tipp für knackigere Bässe erwähnte: in Clubs wird die P.A. oftmals in Mono betrieben (ratet mal warum). « [...]

  • Pingback: Free VSTi: Elektronische Bässe mit Buzzkill

    [...] haben…Hier findet Ihr ein Tutorial in 7 Schritten für “bessere Bässe”: 7 Tipps für einen durchsetzungsfähigen Bass « CDs wegwerfen soll illegal werden   Und jetzt… delamar kostenlos [...]

  • Pingback: Dance Music Producer Workshop in der SAE Stuttgart mit Andreas

    [...] vonnöten sind. Von Roll-Effekten auf den Drums über Sidechaining bis hin zum Kreieren von fetten Bässen ist alles [...]

  • Pingback: EQ: Equalizing nach Instrument

    [...] EQ: Bass Boost @ 80-150Hz / Brei @ 150-250Hz / Präsenz @ 800Hz / Klarheit und Punch @ 2,5kHz / RollOff @ 5-6kHz (LeseTipp: Bessere Bässe – 7 Tipps für einen durchsetzungsfähigen Bass) [...]

  • Pingback: Reason Electric Bass ReFill

    [...] Electric Bass ReFill Bass-Sounds satt für Nutzer von Reason von den Propellerheads. Mit dabei sind acht Bass-Gitarren, die [...]

  • Pingback: MU.LAB Anleitung und Erfahrungesbericht von unserem Leser Uwe. | buenasideas creative pool | Infos Bilder & Klangbeispiele

    [...] Etwas leisere (Velocity reduziert) Kopie der Bass-Linie eine Oktave höher eingefügt. Tipp stammt von hier: www.delamar.de [...]

Sag uns deine Meinung!