Bessere Bässe: 7 Tipps für einen durchsetzungsfähigen Bass
7 Tipps für einen durchsetzungsfähigen Bass
- Frequenzspektrum
Ein Bass muss sowohl auf einer Abhöre mit Subwoofer als auch im 5 Watt Küchenradio gut hörbar sein. Da die wenigsten Lautsprecher Frequenzen unterhalb von 40 Hz wiedergeben, sollte die Hauptenergie des Bass-Sounds so zwischen 65-90Hz liegen. Der Bass darf für kleinere Abhören aber auch ruhig noch etwas höher im Frequenzspektrum gehen.
- Verschiedene Oktaven
Wenn ein synthetischer Bass verwendet wird, bietet es sich an, einen zweiten Oszillator eine Oktave höher als den anderen spielen zu lassen oder einen zweiten Bass drüberzulegen. Der höhere Bass-Sound sollte deutlich leiser als der tiefe gemischt werden, gerade so, dass man ihn noch hören kann. Mit dieser Technik wird der Bass sowohl in den Bassfrequenzen als auch in den Mitten wahrgenommen.
- Layering
Gerade im elektronischen Bereich werden gerne volle und runde Waveforms wie Sinus oder Triangle verwendet, die keine bzw. kaum Obertöne aufweisen. Bei solchen Bässen kann man analog zu den Oktaven, einen zweiten Bass hinzumischen, der obertonreiche Waveforms wie Square oder Saw verwendet und diesen leise hinzumischen.
Hier kann man auch gerne einen echten Bass verwenden, der im Normalfall reich an Obertönen sein sollte.
- Verzerrung für mehr Obertöne
Eine weitere Methode, um den Bass besser hörbar zu machen ohne den Wumms zu verlieren, ist das leichte Verzerren mit einem Overdrive oder Distorsion. Eine solche Verzerrung erzeugt weitere Obertöne, die auch auf kleineren bzw. schlechteren Anlagen zu hören sind.
- Perkussiver Attack
Durch das Hinzufügen eines perkussiven Sounds mit langsam einfadendem Attack kann der Bass knackiger gemacht werden, so dass er besser aus dem Mix heraussticht. Sampler mit entsprechenden Funktionen für die Hüllkurve sind ideal für diese Anwendung.
- Enhancer
Enhancer sind Effektgeräte, die dem Audiosignal neue Obertöne hinzufügen und dem menschlichen Ohr mit psychoakustischen Mitteln Frequenzen vorgaukeln, die nicht da sind.
- Kompression
Hohe Noten in der Bass-Line tendieren dazu, mehr aus einem Mix herauszustechen als tiefe Töne. Mit Hilfe eines Kompressors kann man dieses Problem beheben. Ein guter Ansatzpunkt ist eine Ratio von 4:1 und einem Treshhold von bis zu -20dB. Längere Attackzeiten machen den Bass knackiger.
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Lesermeinungen (24)
zu 'Bessere Bässe: 7 Tipps für einen durchsetzungsfähigen Bass'
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21. Apr 2008 | 16:01 Uhr
Tipp Nr. 8 für E-Bässe: Eine Spur per DI und eine von einem aufgerissenen, mit Mikro abgenommenen Amp zusammenmischen. Das führt zu einem Sound mit Bass UND Knurr, der trotzdem differenziert klingt (Phase beachten!). Der Amp kann dabei sogar ein kleiner 10W Gitarren(Röhren-)combo sein – klingt oft richtig geil! Übrigens ein Tipp vom Basschef Geddy Lee (Rush) …
21. Apr 2008 | 22:53 Uhr
Das ist ein klasse Tipp. Mit einem Gitarrenverstärker habe ich das allerdings noch nicht probiert. Hole ich nach!
22. Apr 2008 | 17:46 Uhr
Natürlich keinen Highgain-Sound auf dem Amp, sondern mehr die kotzende Endstufe für ein bisschen bewegte Luft …
23. Apr 2008 | 12:55 Uhr
Tipp 5 finde ich widersprüchlich: Perkussiver Attack soll langsam einfaden? Hä?
23. Apr 2008 | 13:44 Uhr
Wenn Du einen perkussiven Attack komplett drauflegst, ist es manchmal einfach zu knackig. Deswegen einen kurzen Fade-In bis es eben genau richtig ist.
24. Apr 2008 | 10:30 Uhr
@carlos: Ah, jetzt ist der Groschen (wie sagt man eigentlich in Zeiten des Euros dazu?) gefallen.
16. Aug 2008 | 05:11 Uhr
Enhancer? Nicht Exciter?
18. Aug 2008 | 01:58 Uhr
7. Sind hohe töne tatsächlich lauter? oder werden sie nur lauter wahrgenommen, haben aber eine gleiche Energie wie tiefe Töne, dh. der Kompressor spricht bei den höhen Tönen nicht anders an als bei den tiefen Tönnen ?
20. Aug 2008 | 11:49 Uhr
@Helge:
Enhancer nutzt die Frequenzen, die bereits da sind, während ein Exciter neue Anteile hinzurechnet. Beides funktioniert. Das Ergebnis ist Geschmackssache.
@Peter:
Tiefe Töne tragen mehr Energie als hohe Töne (Subwoofer sind immer mit deutlich mehr Watt ausgestattet…tiefe Töne sind aus der Entfernung noch gut wahrnehmbar).
Das menschliche Ohr kann aber hohe Töne besser wahrnehmen (die Evolution hat dafür gesorgt, dass wir die typischen Sprachfrequenzen am besten hören können), deswegen “stechen” diese oftmals heraus.
Um diesen Effekt auszugleichen kann man einen Kompressor nutzen, der dann dafür sorgt, dass die gesamte Spur “glatt gebügelt” wird.
Im Übrigen gibt es so genannte Multiband-Kompressoren, mit denen sich meist 3-4 verschiedene Frequenzbänder unterschiedlich mit einem eigenen Kompressor bearbeiten lassen.
21. Aug 2008 | 23:59 Uhr
könnte man anstelle des kompressors nicht einfach den obertonreichen Oszillator ein wenig in der Lautstärke reduzieren ?
25. Feb 2009 | 18:56 Uhr
“Tiefe Töne tragen mehr Energie als hohe Töne”
E=h*c/λ
oder
E=h*f
Die Wellenlänge der tiefen Töne ist größer als die der hohen Töne. Da h und c jeweils konstant sind, wird E kleiner, je größer ich λ mache.
Oder ich nehme die 2te Gleichung, setze die Frequenz herab, h ist wieder konstant, und die Energie wird mit kleiner.
Sollte das falsch sein, Schande über mein Haupt!
Achja, noch ein dickes Lob, ich denke dies ist die beste deutschsprachige Seite zum Thema Homerecording, die ich bisher je gesehen habe!
Weiter so ;)
25. Feb 2009 | 23:17 Uhr
Coole Tipps, danke! :)
26. Feb 2009 | 09:35 Uhr
@Tobias
Danke für die mathematische / physikalische Erklärung und das Lob!
05. Mai 2009 | 15:53 Uhr
tip #7 kann man etwas abgewandelt auch so machen (fuer beliebige instrumente):
per DI box einerseits ueber verstaerker spielen, z.b. mit distortion.
das clean signal andrerseits aus der DI box aufnehmen.
danach das clean signal ueber den verstaerker mit den o.g. einstellungen abspielen und per mikro in eine andere spur aufnehmen.
das sind zwar 2 schritte mit de, man hat aber dann die moeglichkeit, falls der verzerrte bass in der aufnahme doch nicht so gut klingt, noch einmal ohne aufwand, also beliebig oft, den bass einzuspielen.
10. Mai 2009 | 10:43 Uhr
Hallo Steve und herzlich willkommen auf delamar. Vielen Dank auch für Deinen Kommentar, wobei ich nicht ganz verstehe, wie Du damit die herausstechenden Töne unter Kontrolle bringen willst.
An sich ist die Technik aber wirklich klasse, um nchträglich den Bass-Sound zu verändern!
06. Jul 2009 | 12:00 Uhr
@ Tobias:
das stimmt so nur für Licht (Photonen) und nicht für Schallwellen. Bei Photonen nimmt die Energie tatsächlich mit der Frequenz zu, das geht bis zur radioaktiven Gamma-Strahlung.
Schallwellen sind aber nur Druckveränderungen in der Luft die sich ausbreiten und in Ausbreitungsrichtung schwingen (longitudinal), um hier eine größere Wellenlänge zu erreichen müssen mehr Luftteilchen in Bewegung versetzt werden -> mehr Energie wird benötigt.
Formal müßte man die Dichte und Temperatur der Luft berücksichtigen um die erforderliche Energie für eine bestimmte Lautstärke in abhängigkeit der Frequenz zu erreichen, exakt mathematisch hab ich das jetzt aber auch nicht zur Hand.
Grüße,
Chris
12. Mrz 2012 | 14:55 Uhr
juten Tach, super Seite! Also Daumen hoch!!!
Zum Thema Bass in der Mitte: bei Rockbands o.Ä. mit 2 Gitarren würde ich logischer weise den Bass genauso in die Mitte mixen. Gibts ne Empfehlung für 3 Mann Combo (Gitarre, Bass, Drums)?
Grüße
30. Jun 2012 | 14:13 Uhr
Tachchen!
Wirklich hammer Tipps. Es ist schwer, gute Infos irgendwo zu finden, denn die meisten fähigen Toningenieure rücken ihr Wissen nur sehr ungern (oder gar nicht) raus – verständlich.
Eine Bitte hab ich an Euch:
igork.de/mp3/IgorK-CleanInBerlin.mp3
- Was ist an dem Song mix-technisch nicht in Ordnung? (Bezüglich Bass und damit einhergehender Gesamtlautstärke und möglicher Verzerrung auf z.B. Computerboxen)
- Was würdet Ihr anders/besser machen?
Bin für jeden Tipp dankbar!
Lieben Gruß aus Berlin
Igor K
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