Backing Vocals enthüllt: Mehr Professionalität im Handumdrehen

Die Bedeutung von Backing Vocals ist weniger bekannt als die des Lead-Gesangs. Kein Wunder, denn als Background Vocals oder zu deutsch Hintergrundgesang tragen nur im Hintergrund zum Song bei. Hier wird gerne übersehen, dass mies performte, schlecht aufgenommene oder editierte Backing Vocals die Qualität einer Produktion enorm herunterziehen können.

Backing Vocals enthüllt: Mehr Professionalität im Handumdrehen

Schon bei der Aufnahme von Backing Vocals sollte darauf geachtet werden, diese möglichst tight – also synchron und timinggenau – einzusingen. Das hilft, den Qualitätsstandard bereits zu Beginn hoch zu halten und die Arbeit beim späteren Editieren der Einzelspuren im Rahmen zu halten. Aber selbst mit einem top aufgezeichneten und timinggenauen Background Gesang kann es zu Problemen kommen.

In aktuellen Produktionen ist es nicht ungewöhnlich, die Backing Vocals mit etlichen Dopplungen zu versehen. Zu viele unterschiedliche Faktoren wie Atemgeräusche, Einsätze, Intonation und Ausklang können hier eine entscheidende Rolle spielen, zumindest in negativer Hinsicht.

 

Intonation / Tonhöhe der Backing Vocals

Zu Beginn möchte ich auf die gewaltige Bedeutung der Intonation beim Einsingen eingehen. Natürlich ist es wahr, dass viele Spuren mit Backing Vocals einzelne, schräge Töne unhörbar machen können. Aber der hieraus entstehende Effekt ist ein anderer als der von richtig intoniertem Gesang, der einen wesentlich professionelleren und saubereren Eindruck hinterlässt.

Die meisten Background Sänger (auch weniger geübte) sind durchaus in der Lage, den richtigen Ton zu treffen. Der Teufel steckt hier vielmehr im Detail, denn viele Sänger im Amateurbereich schaffen es nicht, die Tonhöhe über die gesamten Notenlänge zu halten. Nachdem die Tonhöhe zunächst richtig getroffen wurde, wird der Gesang danach zu hoch oder zu tief.

Die beste Lösung ist es selbstredend, das Problem bei der Wurzel anzupacken und die Aufnahmen der Backing Vocals möglichst gut zu machen. Was kannst Du aber tun, wenn die Aufnahmen eben schon vorliegen? Zunächst kannst Du auf eines der vielen Musikprogramme zurückgreifen, die in der Lage sind, die Tonhöhe von Gesang nachträglich zu ändern und die entsprechenden Passagen korrigieren.

Wenn Du viele Spuren mit Background Vocals (und vielleicht kein Programm zum nachträglichen Tuning) vorliegen hast, kannst Du auch die betroffenen Töne mithilfe einer Volumenautomation im Mix “verstecken”. Wenn aber viele Spuren betroffen sind oder es nur wenige Spuren mit Hintergrundgesang gibt, dann wird die Automation schnell hörbar.

 

Atemgeräusche in Backing Vocals

Wie ich in der Vergangenheit feststellen musste, ist eine sichere Möglichkeit, die Backing Vocals (oder auch jedes andere Vocal) unnatürlich klingen zu lassen, alle Atemgeräusche restlos zu entfernen. Wir Menschen sind so sehr auf die menschliche Stimme getrimmt, dass uns das selbst bei den Background Vocals auffällt. Damit eine Stimme natürlich, lebendig und glaubhaft klingt, müssen einige der Atemgeräusche drin bleiben.

In der Ära der digitalen Musikproduktion ist das nachträgliche Entfernen von störenden Atemgeräuschen kein Problem mehr. Wenn Du dich entschliesst, ein Atemgeräusch in der Spur zu belassen, dann kannst Du dich am Groove orientieren. Sind sie nicht timinggenau, dann empfiehlt es sich diese in der Lautstärke zu verringern, ganz zu entfernen oder auch mal auf die richtige Zeit zu schieben.

 

Einsätze der Background Vocals

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Gute Background Sänger erkennst Du schnell an der Präzision ihrer Einsätze, denn diese kommen fast wie aus einem Guss und formen die Backing Vocals zu einem Ganzen. Bei weniger geübten Musikern, muss oftmals beim Editieren Hand angelegt werden.

Glücklicherweise lassen sich solche Ungenauigkeiten in der heute zur Verfügung stehenden Musiksoftware schnell erkennen und berichtigen. In der grafischen Wellenformdarstellung sind die Einsätze und deren Versatz gut zu sehen. Es ist nun ein Einfaches, die Vocals in kleinere Teile zu schneiden und die Einsätze zu synchronisieren.

Einsätze bei den Backing Vocals / Background Vocals

Einsätze bei den Backing Vocals / Background Vocals

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Lesermeinungen (4)

zu 'Backing Vocals enthüllt: Mehr Professionalität im Handumdrehen'

  • Manuel
    13. Aug 2010 | 14:27 Uhr Antworten

    Zum letzten Punkt “Endungen”:

    Bei den letzten Aufnahmen mit Background-Gesang ist mir aufgefallen, dass die Endungen nich gleich präzise kämen und dem Lead-Gesang nachhangen. Ein Fade-Out am Ende hat Wunder gewirkt, so dass die Vocals alle gemeinsam endeten, ohne dass es künstlich klang.

  • dariddle
    15. Aug 2010 | 03:13 Uhr Antworten

    was heisst hier friemeln( was für´n wort )
    was giebt es schöneres, als einen background-gesang zu editieren…?
    mein tip : autotune ist zwar schön, aber man sollte at zuarbeiten!
    immer genau hinhören, wie man at helfen kann mit fine tuning oder
    auch mal mit einem halbton.
    das mit den endungen oder anfängen(s, p, t .. ) kann man schon beim
    singen einplanen. das spart zeit und vermehrt musikalität

    • Carlos (delamar)
      15. Aug 2010 | 11:27 Uhr Antworten

      friemeln. in komplizierter Kleinarbeit etwas zusammen- oder auseinanderbauen;

      Musikalität ist das Stichwort schlechthin! :)

  • Olaf
    11. Mai 2011 | 04:02 Uhr Antworten

    Gerade für das straighte Timing lässt sich das Vocalign Plugin sehr gut nutzen. Damit erschlägt man auch das Problem mit den Endungen. Ich nutze Vocalign sehr gern.

    Hier gabs ja auch mal einen Testbericht dazu: http://www.delamar.de/testberi.....icht-7458/

    Best Wüsches
    oberleiner

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