Audio Mastering: Was ist das?

Audio Mastering: Was ist Audio Mastering?

Als Audio Mastering (oder auch kurz: Mastering) bezeichnet man den Vorgang der Nachbearbeitung (Post Production) von aufgezeichnetem Audiomaterial in der Musikproduktion. Im herkömmlichen Sinne gesprochen geht es darum, das Audiomaterial für die endgültige Speicherung vom Quellmedium auf das (Pre-) Master vorzubereiten und im nächsten Schritt zu überspielen (Premastering). Das (Pre-) Master dient als Vorlage zur Erstellung eines Glasmasters, von dem alle Kopien bei der Tonträgererstellung via Pressung, Duplikation oder Replikation produziert werden.

Heutzutage werden hauptsächlich digitale Master eingesetzt, obwohl sich einige Mastering-Studios und -Ingenieure auf analoges Mastering spezialisiert haben.

Vor der digitalen Revolution in der Musikproduktion hatte Audio Mastering einen recht definierten Ablauf. Die fertigen Mixe einer Produktion wurden dem Masteringstudio auf einem Band gebracht, das durch diverse Signal- und Effektprozessoren auf ein zweites Band gebounced wurde, um den Sound der Mixe zu verfeinern. Bei dieser Gelegenheit wurden die einzelnen Songs in die Reihenfolge gebracht, in der sie auf dem Album zu hören sein würden. Die bei diesem Vorgang verwendeten Signalprozessoren und Effektgeräte waren nicht nur High-End im Klang, sondern hatten auch exorbitante, fast schon esoterische Preise.

Mit dem Einzug der digitalen Technologie in die Musikproduktion und dem damit einhergehenden Preisverfall für Effektgeräte und der einfachen, grafischen Handhabung von Software wurden die elektromechanischen Prozesse beim Audio Mastering durch die Arbeit an einer DAW (Digital Audio Workstation) abgelöst.

 

 

Audio Mastering / Premastering / Erstellung Glasmaster

Hier noch einmal die Übersicht der einzelnen Schritte beim Mastering nach dem Recording und Mixing der Songs (einige Unterpunkte sind optional):

Audio Mastering
Übertragung der Songs als Stereo- oder Surround-Summe in die DAW. Sortieren der Songs in die Reihenfolge, die später zum Beispiel als CD veröffentlicht wird. Nachbearbeitung des Audiomaterials zum Optimieren der Klangqualität für das jeweilige Medium.

Premastering
Übertragung des Audiomaterials auf den Pre-Master inklusive Datenformatierung und PQ-Code bei CDs.

Glasmastering
Transfer des Audiomaterials auf das so genannte Glasmaster, der Vorlage für die Replikation bei CDs.

 

Möglicher Ablauf beim Audio Mastering

Folgende Punkte sind mögliche Beispiele für Arbeiten beim Mastering eines Album oder eines Songs, um eine Verbesserung der Klangqualität zu bekommen:

  1. Entfernen kleinerer Probleme
  2. Rauschunterdrückung gegen Brummen und Rauschen
  3. Anpassung der Stereobreite
  4. Hinzufügen eines Raums / Ambience
  5. EQ für Anpassung der einzelnen Songs untereinander
  6. Anpassung der Lautstärke
  7. Dynamische Expansion
  8. Dynamische Kompression
  9. Verwendung eines (Brickwall-) Limiters für Lautheit

Natürlich muss jedem klar sein, dass die oben genannten Arbeitsschritte nur exemplarischer Natur sind und nicht für jeden Einzelfall gelten können. Beim Audio Mastering kommt es zu 95% auf die Ohren des Masteringingenieurs an und erst danach kommen die Stärken oder Schwächen der Effektgeräte und Signalprozessoren ins Spiel.

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Lesermeinungen (10)

zu 'Audio Mastering: Was ist das?'

  • nevi
    14. Mrz 2009 | 09:04 Uhr Antworten

    Bevor jemand in die DVD

    Hands On
    Audio Mixing
    Mastering

    investiert:

    darin geht es ausschließlich um das Thema MIXDOWN.
    Das Wort Mastering im Titel ist irreführend und soll nur darauf hinweisen, dass der User lernt, das Thema Mixing zu beherrschen (=”mastern”)
    Als Empfehlung gehört es definitiv nicht in *diesen* Beitrag.

    wünsche allen ein schönes WE
    nevi

  • Carlos (delamar)
    14. Mrz 2009 | 14:43 Uhr Antworten

    Danke für den Hinweis, ich hab’s herausgenommen.

  • Sib
    10. Mai 2009 | 21:18 Uhr Antworten

    Könntet ihr mal näher auf dynamische Expansion eingehen bei Gelegenheit? Wäre toll!

  • nevi
    11. Mai 2009 | 11:41 Uhr Antworten

    Ich glaube damit hat Carlos eher sowas wie Transient Design gemeint. Damit soll insbesondere den Drums noch ordentlich Punch gegeben werden, falls die Transienten beim Mixdown nicht schon ausgiebig genug geformt worden sind. Das hilft auch den Percussions und oftmals dem ganzen Mix enorm, sich besser durchzusetzen und frischer zu klingen. Durch die Kompression und das Limiting (Loudness Maximierung) leiden die Transienten eh schon und es macht Sinn, die vorher noch schön zu pushen. :)

  • deeeee
    09. Jun 2009 | 22:08 Uhr Antworten

    Habt ihr was zum Thema upword Expansion/Compresson ?

  • Phunkateer
    30. Sep 2010 | 17:39 Uhr Antworten

    Habe folgende Erfahrung mit online-Mastering gemacht:
    - Preview vom Mastering Studio kam. Angehört. Spontan sind mir ein paar Sachen unangenehm aufgefallen. Zu viel Höhen. Einige Elemente waren auf einmal sehr laut, andere viel zu leise (und zwar die Hook!).
    - Nun ja, dachte ich mir. Ich kenn halt meine “selbstgemasterte” Version schon zu gut. Außerdem habe ich das Preview auf der Abhöre gehört, auf der ich meine eigene Version erstellt hatte. Das ist also ein wenig unobjektiv. Also: Zeit gelassen, auf verschiedenen Abhören gehört, mit anderen, professionellen Tracks verglichen. Aber: Mir gefiel es nicht.
    - nochmal selber ein wenig die Höhen auf dem originalen Track angehoben. Dann verglichen mit dem Preview-Track. Meiner gefiel mir besser. Der Preview Track war auch nicht lauter oder fetter als mein Track.
    - Dem Masteringstudio gesagt, dass ich unzufrieden bin und dass mir meine eigene Version besser gefällt und ich deren Dienste nun garnicht mehr beanspruchen will. Das war kein Problem.
    - Jetzt werde ich die selbst gemasterte Version releasen.

    Ich hoffe, ich bin nicht irgendeinem Trugschluss aufgesessen (Der Vater findet immer sein eigenes Kind am hübschesten), aber ich habe versucht mit viel Vergleichen mir ein einigermaßen Objektives Bild zu machen.

    Mein Fazit: Für mich ist Online-Mastering erstmal gestorben. Vielleicht hatte ich mir auch zu viel erwartet für unter 100€. Aber ich kann und möchte nicht deutlich mehr ausgeben. Vielleicht hatte ich auch nur Pech und in anderen Fällen kommt man zu besseren Ergebnissen.

    Mein Tip: Es hängt natürlich stark am eigenen Können. Wer findet, dass seine eigenen Tracks – verglichen mit professionellen Tracks – ähnlich gut klingen (auf diversen Abhören!), dem würde ich vom online-Mastering abraten. Wer meint, seine Tracks klingen deutlich schwächer, sollte mal online Mastering probieren. Es kann aber natürlich auch an Track/Mischung selbst liegen, dass es nicht gut klingt. Auf jeden Fall erstmal kostenloses Testmaster anfordern!

    Es würde mich freuen, wenn andere Ihre Erfahrungen hiermit mal posten könnten oder wenn das mal im Podcast diskutiert werden würde.

    Grüße,
    Phunkateer

  • tom
    07. Okt 2011 | 17:36 Uhr Antworten

    “Auf jeden Fall erstmal kostenloses Testmaster anfordern!”

    Bei einem kostenlosen Testmaster müssen etwas 20 Masteringstudios, mindestens zwei unbezahlte Stunden in die Testmasteraktion investieren und am Ende kriegt keiner seine Arbeit bezahlt!?

    Na ja …

    In der Regel bekommt jedes “professionelle” Masteringstudio eine deutliche Klangverbesserung hin. Wenn´s nicht funktioniert hat, dann liegt es meistens am Mixdown(Produktion).

  • Fricke
    06. Mai 2012 | 10:44 Uhr Antworten

    Nicht immer, beziehungsweise meisten, ist der Pegel und DB Werte und Limiting – Compression aller Kanäle aufeinmal empfehlenswert.
    Vielmehr sollte schon beim Recording darauf geachtet werden das die einzelnen Kanäle unter Zuhilfenahme eines Equalizers Höhen Mitten Bässe Lautstärke demntsprechend eingestellt werden. Bei richtigem vorgehen muß man beim nur mehr beim Downmix die Lautstärke der einzelnen Kanäle einstellen.

    LG

    Walter Fricke

  • Dane Kay
    01. Aug 2014 | 14:12 Uhr Antworten

    Hi,

    ich hab mal folgende Frage, macht es Sinn bei einen Beat oder gar einen fertigen Song noch einmal mit einem EQ zu bearbeiten um so das Ganze noch etwas in den Höhen und Tiefen zu korrigieren oder macht das den ganzen Mix kaputt?

    Gruß

    Daniel

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