Alles über den Loudness War

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Alles über den Loudness War

Hyperkompression, Limiting und Übersteuerung lassen Aufnahmen lauter erscheinen als andere Aufnahmen mit dem gleichen Spitzenpegel. Diese Maßnahmen, so der weitgehende Konsens, begünstigen die mentale und physische Hörermüdung, ohne daß das Problem bewusst wahrgenommen würde. Schnell verliert der Hörer das Interesse an Musikstücken mit solch übertriebener Komprimierung, weil kaum noch Luft für überraschende Klangereignisse bleibt.

Der Vortrag erkundet einige Effekte des sogenannten “Loudness War” und zeigt Probleme im Bereich der Pegeltheorie auf. Dabei wird immer wieder über den Tellerrand geschaut, Erkenntnisse aus anderen Fachrichtungen werden zur Erläuterung des Phänomens herangezogen, etwa aus der Spieltheorie.

Die Übersetzungsarbeit leistete Friedemann Tischmeyer, der uns im Podcast schon einmal zu diesem Thema zur Verfügung stand und mit hohem Engagement für dynamischere Musik streitet. Herzlichen Dank dafür! Hier ist das Video:

 

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Lesermeinungen (11)

zu 'Alles über den Loudness War'

  • Peter Hug   06. Feb 2011   09:51 UhrAntworten

    Hallo Delamari-Freaks

    Eure Seite sowie Eure NEWS sind sehr wertvoll! Ihr behandelt Essentielles und informiert zeitnah!

    Danke, für diese Super-Dienstleistung - sie bringt uns Musikschaffende weiter und wirkt motivierend!

    • Felix (delamar)   06. Feb 2011   13:12 UhrAntworten

      Hallo Peter, vielen Dank für die herzlichen Worte. Wir werden uns weiterhin bemühen, diesem Anspruch gerecht zu werden. :)

  • marcelo   06. Feb 2011   13:14 UhrAntworten

    die loudness geschichte hat ihre ursprung in der dancefloor .., oder ?
    gibt es auf die dancefloor messbare unterschiede zwieschen mp3s und vinyl ?
    danke

    • Marco   03. Sep 2013   13:21 UhrAntworten

      Ich hab die 2. Frage nicht verstanden.

      Ist das wirklich dein Ernst?

      • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   03. Sep 2013   18:18 Uhr

        Hallo!

        "gibt es auf die dancefloor messbare unterschiede zwieschen mp3s und vinyl ?"
        Ich finde die Frage durchaus berechtigt - und soweit ich weiß, gibt es dabei technische Unterschiede, die den Klang beeinflussen können.
        Meines Wissens können Schallplatten keine so hohe Dynamik erreichen; sie können den Bass nicht so detailliert wiedergeben; manche Frequenzen können nur in mono wiedergegeben werden; Schallplatten verschleißen deutlicher.
        Das ist zumindest mein Wissensstand. Auf http://de.wikipedia.org/wiki/Schallplatte#Vinylplatte_versus_Audio-CD kann man mehr nachlesen - da finden sich auch einige Punkte, die möglicherweise für die _Schallplatte_ sprechen.

  • IQ_frank   06. Feb 2011   14:00 UhrAntworten

    Das Thema DynamicRange DR wird schon seit den 90’ern diskutiert und schaut man sich die Anfangszeiten der CD an mit bis heute Referenzwerken wie Dire Straits „Brothers in Arms“, dann hört man das es anders sein kann.

    Die original „Brothers in Arms“ CD wird mit DR16 bewertet wobei ich die Titel mit DR13 - DR20 gemessen habe, schaut man sich die 96’er Remastert an geht dies schon auf DR12 zurück mit gemessenen DR10 – DR14.

    Heutige Neuveröffentlichungen liegen bei DR6 und darunter wobei es aber durchaus Ausnahmen gibt, dies zeigte u.a. Kate Bush mit Aerial welches mit DR12 bewertet wird und gemessen zwischen DR10-DR15 liegt.

    Ich finde die Idee sehr gut das man zwei DR Versionen dem Kunden zur Verfügung stellen sollte und somit die Möglichkeit besteht zu entscheiden wie man das Werk hören möchte.

    Ich denke es wäre wünschenswert das die Künstler mehr Einfluss auf die Produktionen nehmen sollten und sich beim Mastering nicht zu sehr das Heft aus der Hand nehmen lassen.

  • Sib   06. Feb 2011   17:16 UhrAntworten

    Danke, sehr guter Beitrag!
    Ein Song muss nunmal "atmen", sonst klingt er nicht lebendig.
    Yay für Dynamik!

  • distance   06. Feb 2011   21:52 UhrAntworten

    Erstmal großes Dankeschön für das Video!

    Wie es im Vortrag heisst, spielen für den Hörer die Arten der Hyperkompression keine Rolle bzw. es werden keine bis kaum Unterschiede gehört.

    Generell unterstützt es meine Meinung, dass die Hersteller von Wiedergabekomponenten gefragt sind und nicht die "Mixer&Masterer", dh. eine Einfuhr von festen ("normierten") Dynamik-Werten wäre hier vom Vorteil. Denn ein Remastering von Karajan beispielsweise, dass einen Dynamikumfang von durchschinntlich 3 dB aufweist, hat im Handel, überspitzt gesagt, nichts zu suchen.

    Es sollte darauf hingearbeitet werden, dass man einen Mix im vollen Dynamik-Umfang vorweisen und verkaufen kann, das je nach Abspielart anders behandelt werden muss (Thema Auto-/Zugfahrt, zu Hause vor der Hifi-Anlage...).

    Um es noch weiter auf die Spitze zu treiben: Da wundert man sich, warum insgesamt die Anzahl von verkauften Tonträgern zurückgeht, wenn man im Grunde genommen beim Kauf der CD "betrogen wird". Hört man sich den Großteil des Angebotes an, könnte man die Stücke auf Tesa-Film pressen lassen und selbst in diesem Fall würde man Dynamik-Umfang herschenken.

  • Daniel   21. Feb 2011   14:33 UhrAntworten

    Hallo, ein sehr interessantes Thema!

    Mich würde interessieren, ob es (wissenschaftliche) Literatur zum loudness war gibt. Es scheint schließlich ein Diskurs zu sein, der ganz gerne aufgegriffen wird, deshalb wundere ich mich, in Uni-Bibliotheken o.ä. nichts finden zu können.

    Über Hinweise würde ich mich also freuen!

  • DjKosi82   24. Mrz 2011   06:41 UhrAntworten

    HAAMMER GEIL nun kann ich mal üben langezogene effekte zu produzieren schranz effeckte die fehlen mir leider noch in mein songs und Runden die ganze sache doch stark ab dann
    THXTHX für diese HAMMER IMNFO SEITE THANKYOU AN DAS DELMAR TEAM

  • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   16. Nov 2011   16:06 UhrAntworten

    Hallo!

    Zumindest an einer anderen Front des Lautheitskriegs herrscht bald Waffenstillstand.

    Konkret: Die ARD hat zugesagt, dass ab 2012 die Werbung in ihrem Programm nicht mehr so laut wie jetzt gespielt werden soll, sondern sich der Lautstärke des Hauptprogramms anpassen soll.

    Das entnehme ich der Seite swr3.de/info/nachrichten/ARD-dreht-Werbung-leiser/-/id=47428/did=1273680/1mc6fcf/index.html - zwei Zitate daraus:
    - "Werbung [soll] sich nicht mehr vom Rest des Programms in der Lautstärke abheben", und
    - "es soll auf ein niedrigeres Lautstärke-Niveau ausgesteuert werden [...] 'Die ARD wird insgesamt leiser werden'".

    Zumindest dort hat man erkannt, dass "laut" nicht mit "erfolgreich" gleichzusetzen ist. Vielleicht spricht sich das ja mal rum...

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