Abmischen im Kopfhörer: Drei Gründe dagegen

In Foren wird oft gefragt, was gegen Abmischen im Kopfhörer einzuwenden ist. Eine berechtigte Frage wenn man den Preisunterschied zwischen guten Abhörmonitoren und Kopfhörern betrachtet.

Dennoch: Abmischen im Kopfhörer kann nur die zweitbeste Lösung sein.

Abmischen im Kopfhörer: Drei Gründe dagegen

Abmischen im KopfhörerDie Preisfrage ist für viele Musiker natürlich ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Aspekt. Aber es gibt auch andere Situationen, in denen man zum Kopfhörer greifen möchte. Zum Beispiel, um mitten in der Nacht ein bestimmtes Instrument zu bearbeiten ohne den Nachbarn zu wecken.

Greift man zum Kopfhörer sollte man sich aber dessen bewusst sein, dass der Großteil aller produzierten Musik für ein Hören durch Lautsprecher gedacht ist und dass folgende Probleme dazu auftreten:

 

  • Verändertes Stereo-Empfinden
    Beim Abhören von Musik in einem Kopfhörer fehlt eine wichtige Komponente des Klangs: der Raum. Stereophonie ist im Prinzip nur ein Werk unseres Gehirn, das zwei Monoquellen, die zeitgleich an unseren Ohren ankommen sozusagen in ein Signal wandelt. Der Klang des rechten Lautsprechers im Kopfhörer ist aber nicht im linken Ohr zu hören und vice versa.

     

  • Phasenauslöschungen sind nicht hörbar
    Aus demselben Grunde sind auch Phasenauslöschungen nicht hörbar. Denn diese treten erst auf, wenn die beiden Monosignale aus den Lautsprecherboxen aufeinandertreffen – und sich auslöschen.

     

  • Schlechte Bassabbildung
    Durch ihre Bauart bedingt, können Kopfhörer im Bassbereich nur unzulänglich arbeiten. Gerade dieser Bereich ist aber essentiell für viele Musikrichtungen.

     

Was sind Eure Erfahrungen mit dem Abmischen im Kopfhörer?

 
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Lesermeinungen (37)

zu 'Abmischen im Kopfhörer: Drei Gründe dagegen'

  • Zunda
    11. Apr 2008 | 18:50 Uhr Antworten

    Es gab vor ca. 2 Jahren mal nen Artikel in der KEYS zu diesem Thema.
    Fand ich auch sehr interessant, da mein Sennheiser HD25 zu der Zeit um Längen professioneller war, als meine Abhöre und mein Studio in der Wohnung
    liegt (“Die Kinder schlafen schon!!!”).
    In der Keys stand noch was davon, dass ein bestimmter Anteil der Bässe nicht von den Ohren, sondern von einem Bereich um den Solar Plexus aufgenommen wird und das nur ganz teure Kopfh. dieses kompensieren würden.
    Meine Erfahrung ist, dass man nach dem Mischen per Kopfh. einen Nervenzusammenbruch bekommt, wenn man sich die Arbeit dann woanders anhört. Sei es Studio, Hifi-Anlage, Autoradio, etc.

    Zum zusätzlichen Vergleichen mit Referenz-Musik finde ich es allerdings weiterhin sinnvoll. Letztenendes sollte mein Mix ja auch im Kopfhörer zu ertragen sein ;o)

  • Heiko
    11. Apr 2008 | 19:20 Uhr Antworten

    Eigentlich nur grobe Arbeit mit dem Kopfhörer. Mir wurde mal geraten, mir für gutes Abhören doch einen Stax zu kaufen. Da so ein Biest aber ungefähr so viel kostet wie meine gesamte restliche Hard- und Software hab ich davon mal abgesehen :)

  • Bobileebob
    11. Apr 2008 | 20:17 Uhr Antworten

    Also ich glaube, wenn man wirklich versteht, was gut klingt, dann kann man auch mit Kopfhörern ein gutes Ergebnis erzielen und außerdem muss man sich zuerst mit dem Entstehen von Schallwellen auseinandersetzen, um wirklich gut zu sein. aber die meisten, die die Aufnahmen Zuhause mischen, haben sich nicht wirklich gut genug damit beschäftigt.

  • Funatyc
    11. Apr 2008 | 23:15 Uhr Antworten

    Das Hauptproblem liegt an der Raumakustik die der Kopfhörer nicht wiedergeben kann und diese er völlig unberücksichtigt läßt. Der Kopfhörer ist kein wirklicher Ersatz für vernünftige Abhören. Für Notsituationen oder zum Aufspüren von Fehlern im Audiomaterial zwar sehr gut geeignet aber zum Mixen nicht wirklich tauglich. Der Kopfhörer kann das Frequenzbild nicht realistisch widerspiegeln und durch den vermittelten Klangeindruck neigt man dazu den Bass zu stark und die Effekte zu schwach einzustellen. Das abhören über den Kopfhörer beansprucht die Ohren auch erheblich stärker. Ich nutze ein AKG K271 Studio und obwohl er sehr linear ist habe ich im Mix zu viel Bass und Mitten und stelle am Ende immer wieder fest das der Sound im Auto wie aus einem Pappkarton klingt. Wobei der schlechte Sound sicherlich nicht nur dem Kopfhörer zuzuschreiben ist ;)

    LG Marek

  • Sascha
    12. Apr 2008 | 00:50 Uhr Antworten

    Selbst wenn man über eine handelsübliche Stereoanlage eine Abhöre macht, stellt man den Unterschied zum Kopfhörer fest. Ausserdem werden den Kopfhörerausgängen in der Soundkarte ganz andere Einstellungen zugewiesen, die das Signal auf den Kopfhörer abstimmen und mit einem Raumklang nicht das geringste zu tun haben.

  • carlos (delamar)
    12. Apr 2008 | 12:38 Uhr Antworten

    Die Kopfhörer, die ich bisher benutzt habe, sind nicht so detailliert wie meine Abhöre.

    Aber gerade das benötige ich ja, um zum Beispiel einen Kompressor einzustellen.

    Ich denke, wenn man oft genug mit einem Kopfhörer mischt, dann kann man auch damit gute Ergebnisse erzielen. Aber eine wirklich gute Abhöre kann man damit eben nicht ersetzen.

  • Bobileebob
    12. Apr 2008 | 13:07 Uhr Antworten

    Buenos dias carlos. Como estas muchachos. War nur ein Witz carlos. Viele Leute hören die Musik sowiso über Kopfhörer und wäre es nicht besser, gleich zwei Mischversionen rauszubringen.

  • Schmockischmock
    12. Apr 2008 | 13:15 Uhr Antworten

    Muchachas Gracias Vienen en. Ach komm Mordovorot. Wir wissen alle, dass Kopfhörer scheiße sind. Man kann gar nicht den Sound im Körper schwingen fühlen. Was willst B.b.l.B.b?

  • carlos (delamar)
    12. Apr 2008 | 13:46 Uhr Antworten

    Ich sehe folgendes Problem mit der Mischung in Kopfhörern:

    Ein Mix, den ich auf meiner Abhöre erstelle, funktioniert auch auf anderen Abhören und auch in Kopfhörern.

    Umgekehrt funktionieren Mixe, die in Kopfhörern erstellt wurden eben nicht auf Lautsprechern.

    Insofern würde ich mich an die Methode halten, die den besten Erfolg garantiert. Natürlich ist es jedem freigestellt, seine Kopfhörer zum Mischen zu nutzen. Kann ja trotzdem funktionieren und gut ist, was gefällt.

    Und mit den zwei Mixen…am Ende kann im Club, Radio, Party doch nur einer gespielt werden.

    Saludos, muchachos
    :)

  • Jörg
    04. Mai 2008 | 17:54 Uhr Antworten

    Ich sehe das ganze etwas anders. Klar, Musik wird wohl größtenteils über Lautsprecher wieder gegeben, aber nur weil das die Regel ist, wird es dadurch nicht besser oder ehrlicher. Für mich ist es Fakt, dass nicht der Kopfhörer ein falsches Bild liefert, sondern die Boxen tun das. Der Akustik eines Raumes verfälscht das Klangbild, und dementsprechend gibt es ja überhaupt erst die Probleme und Lösungen mit der Abmischung.
    Es ist ja nicht umsonst so, dass ein immenser Aufwand betrieben wird, um im Profistudio die Akustik zu idealisieren. Anderereits ist es doch schon komisch, dass dort wo dieses Ideal herrsch, nämlich im Kopfhörer, behauptet wird, dass sich das nicht zum mischen eignet. Das Problem der Phase bezüglich Monokompatibilität ist meiner Meinung nach eines was durch gewisse Umsänst erst künstlich geschaffen wird. Laufzeitunterschiede zwischen links und rechts machen auf Mono Probleme. Das ist absolut logisch. Aber warum ist das ein Problem ? Die beiden Signale die an unseren beiden Ohren ankommen, haben grundsätzlich Laufzeitunterschiede, und würd unser Gehirn sie auf Mono schalten können, würden wir auch da extreme Phasenauslöschungen hören. Das liegt einfach in der Natur der Sache und muss nicht zu einem Problem gemacht werden, nur weil in der Regel Musik über Lautsprecher wieder gegeben wird. Ich für meinen Teil lege bei der Musikproduktion sehr viel Wert auf Feinheiten. Nicht nur mixingtechnisch, sondern vor allem auch was das Arrangement betrifft. Vieles kann man erst über Kopfhörer geniessen, weil es über Lautsprecher nicht durch kommt. Es ist natürlich jedem seine Sache wie und für wen er die Musik macht, aber es geht nicht jedem darum möglichst laute und auch noch tanzbare Musik zu machen. Ich bin der Meinung, wer Musik geniessen will, der macht es sich gemütlich, Licht aus und Kopfhörer auf. Es kommt halt eben auf die Musik und ihr Ziel an. Jedenfalls sollte keine allgemeine Aussage zum Thema suggeriert werden, wie das der Artikel tut.

  • carlos (delamar)
    04. Mai 2008 | 18:14 Uhr Antworten

    Wenn Du für Dich den Kopfhörer als non-plus-ultra ansiehst und für diesen mischst, dann ist das Deine eigene Entscheidung und selbstverständlich allein Dir überlassen.

    Die Welt ändert sich beständig, aber noch ist es so, dass Menschen Musik aus einem Radio, dem Fernseher, der Anlage im Auto oder im Wohnzimmer konsumieren. Also beim Hören immer dem Einfluss eines Raums unterliegen. Und genau diesem Umstand versucht man beim Abmischen Rechnung zu tragen.

    Studios wollen keine perfekte Akustik um ihrer selbst willen, sondern um sich möglichst gute Arbeitsbedingungen zu schaffen, damit sich die in diesem Studio entstehenden Mixe in allen Abhörsituationen gut anhören.

    Wer als Musiker auf das Publikum verzichten mag, das Musik in einer von einem Raum beeinflussten Umgebung hört, der kann diesen Artikel gerne ignorieren.

    Ansonsten gilt in der Regel: Mischungen, die auf einer guten Abhöre gemacht wurden, lassen sich besser auf Kopfhörer anhören als vice versa.

  • Jörg
    04. Mai 2008 | 20:35 Uhr Antworten

    Was heisst Kopfhörer als non-plus-ultra ? Auch wenn ich den Kopfhörer bevorzuge, wärs mir doch auch recht, wenn eine Mischung damit auf Lautsprechern genau so klingt. Geht aber nun mal nicht, so bleibt mir nur die Wahl, und da entscheide ich eben zugunsten des Kopfhörers. Und es gibt sicher viele Leute die ebenso lieber über Kopfhörer hören. Jedem recht machen kann man es nie. Und dass ein Mix der über Monitore gemacht wurde, auf Kopfhörern besser klingt, ist ein Gerücht. Zahllose Beispiele aktueller Musik jeder Richtung beweisen zumindest mir persönlich das Gegenteil. Ich bekomme einfach Ohrenschmerzen davon wenn ich sie längere Zeit lauter höre als grade über der Hörschwelle. Das liegt daran, dass heute kaum noch auf Feinheiten und subtile Elemente geachtet wird (mal von Audioesoterik abgesehen), sondern die Musik sich im allgemeinen auf wenige Elemente beschränkt, die aber dafür alle so ziemlich im Vordergrund sind.
    Da wird dann mit der Transpararenz des Mixes geprahlt. Naja keine Kunst wenn man sich auf wenige Elemente beschränkt.

  • carlos (delamar)
    04. Mai 2008 | 21:03 Uhr Antworten

    Das hier:
    “Das liegt daran, dass heute kaum noch auf Feinheiten und subtile Elemente geachtet wird (mal von Audioesoterik abgesehen), sondern die Musik sich im allgemeinen auf wenige Elemente beschränkt, die aber dafür alle so ziemlich im Vordergrund sind.”

    …ist viel zu allgemein gehalten und wahrscheinlich würde Dir jeder einzelne Musikproduzent auf der Welt das Gegenteil aufzeigen können.

    Nur weil ein Musikstück wenige Elemente beinhaltet, bedeutet das noch lange nicht, dass nicht auf kleinste Feinheiten geachtet wurde. Ganz im Gegenteil dürfte Dich jeder einzelne Vocalpart in dieser Hinsicht widerlegen.

    Was mich auch interessieren würde: Welche aktuellen Produktionen im kommerziellen Bereich wurden denn auf Kopfhörern gemischt?

  • El Natcho
    04. Mai 2008 | 21:09 Uhr Antworten

    @ Jörg: Mach Dich mal locker, es wird doch ganz klar gesagt, dass man eigentlich meherer Abmischen machen sollte: eine für Raumklang, eine für Headphones . Wo is das Problem?
    Es gibt nun mal mindestens zwei verschiedene Wege, Musik zu hören. Einmal im Raum und einmal im Kopf. Und ja, für Kopfhörerabmischungen gelten andere Regeln, als für Raummixe. Da beißt keine Maus nen Faden ab. Und was von beiden besser oder schlechter ist, kann ja wohl nicht des Pudels Kern sein, da es sich um zwei nicht vergleichbare physikalische Vorgänge handelt.

    El Natcho

  • Jörg
    05. Mai 2008 | 14:26 Uhr Antworten

    @Carlos & El Natcho
    Stimmt schon, dass ich hier recht allgemein spreche, aber darum geht es ja. Chartsmusik als Referenz ist immer so eine Sache, aber früher war das imho noch durchaus angebracht wenigstens von der technischen Seite her. Drehen wir die Zeit mal so 10 – 30 Jahre zurück, da war die Musik zwar nicht so laut und druckvoll, aber kreischte einen der Mix nicht an und es war alles sehr transparent. Aber es ist doch auch klar warum das heute alles so geworden ist. Es geht einfach schneller und ist billiger. Daher sind verschiedene Mixe für Kopfhörer und Lautsprecher sowieso schon mal indiskutabel. Ausserdem ist es nicht damit getan einfach nur die EQ-, Kompressor-, Limiter-Einstellungen usw. anzupassen, sondern das fängt schon beim Arrangement und der Soundauswahl an. Das ist alles viel zu viel Aufwand.

    (Und wo wird denn hier ganz klar darauf eingegangen ? Bei Kommentar 7 wurde da eine Frage diesbezüglich gestellt, aber das ist wohl was anderes als eine klare Stellungnahme)

    Und mit Feinheiten meinte ich das weder auf den Mix bezogen, noch ob bei den Wandlern Apogee oder Behringer verwendet wurde. Sowas interessiert mich überhaupt gar nicht. Es geht mir rein um das Arangement und die Soundauswahl. Bei letzterer aber auch nicht darum, dass z.B. ein Lead-Sound zig fach gestackt wurde. Es geht mir um subtile Spielereien im Hintergrund die das ganze erst interessant und lebendig machen.
    Auf sowas wird eben sehr oft zu gunsten des druckvollen und ach so transparenten Mixes verzichtet. Klar sowas bringt Probleme beim Mixen, aber unlösbar ist das alles nicht. Und wenn alles immer so einfach wäre könnte es ja jeder :) Wenn man immer nur verzichtet, sollte man es doch besser gleich ganz bleiben lassen.

  • carlos (delamar)
    06. Mai 2008 | 01:00 Uhr Antworten

    Hm, also meiner Ansicht nach geht der Lautheitskrieg nicht um Aufwandsminimierung. Ganz im Gegenteil kostet der “Spass” oftmals mehr Geld als ein normales Mixing & Mastering.

    Beim Lautheitskrieg geht es darum, im Radio neben den anderen Künstlern noch bestehen zu können. Psychoakustisch klingt ja das Lautere immer besser.

    @El Natcho:
    Ich selbst würde keine zwei Mischungen machen wegen der Kopfhörer. Radio-Edit, Dub, Vocals lauter und leiser etc. gerne. Aber für Kopfhörer?

  • Sib
    02. Sep 2008 | 15:49 Uhr Antworten

    Ich finde Kopfhörer gut, um Hall zu justieren.

    Und der fertige Mix sollte in Kopfhörern auch gut klingen.

  • Muchacho
    02. Sep 2008 | 16:02 Uhr Antworten

    Ein guter Mix kingt überall gut…

  • Wurst
    04. Dez 2008 | 20:58 Uhr Antworten

    Wie bereits festgestellt wurde, kann man durchaus einen Monomix mit einem guten Kopfhörer erstellen, sofern der Kopfhörer eine hinreichende Basswiedergabe besitzt. Zwei diskutable Anmerkungen hierzu:
    1. Druckkammereffekt: Der Kopfhörer produziert, wenn er auf den Ohrmuscheln aufliegt, keine Schallwelle, die sich von den Membranen “loslöst”. Der Abstand Membran-Trommelfell beträgt vielleicht 1-3 cm, das wäre gerade mal die Wellenlänge des Frequenzbereiches von 11kHz bis 33kHz. Deswegen kann ein KH-Mix mit einem Abhören-Mix nicht viel gemeinsam haben. Für mich ist der Kopfhörer nur eine Art “Signal-Lupe”. Wie auch beim Live-Mixing greife ich mir ein Signal raus und “schau es mir genauer an”.
    2. Delay. Wenn man einen guten Stereo-Delayprozessor besitzt, kann man die Abhöre simulieren, mal vom obigen Punkt 1 abgesehen.
    Der Prozessor wird auf beiden Kanälen auf die Laufzeitdifferenz zwischen den Signalen beider Lautsprecher zu einem Ohr eingestellt.
    Nun bekommt das linke Ohr die Mischung aus linkem Kanal und verzögertem rechten, der etwas abgeschwächt werden sollte(-6dB??).

  • carlos (delamar)
    05. Dez 2008 | 14:17 Uhr Antworten

    Es gibt einige Kopfhörer im Hochpreissegment, die tatsächlich versuchen einen echten Raumklang zu simulieren.

    Aber wozu einen Kopfhörer kaufen, der den Raumklang simuliert? Dann doch lieber das Geld in ein paar gute Studiomonitore stecken!

  • Richie
    05. Dez 2008 | 15:27 Uhr Antworten

    Den Bassbereich muss ich auch fühlen können bzw. auch mal in der Magengegend wummern. Bei Kopfhörern dröhnt mir nur der Kopf.

  • Checkoff
    11. Feb 2009 | 12:58 Uhr Antworten

    @ Jörg:

    Schalt mal dein Hirn ein und denk nach: In welcher Situation hat man HPs aufm Kopf, und in welcher Boxen um sich ??? Da denke ich mal, gewinnen die Boxen bei weitem !!!
    Und Monokompatibel muss es deshalb sein, da z.b. PAs oft in Mono fahren, in Kaufhäusern die berieselung auf mono ist, der kleine kackradio im bad, der is auch mono, das handy ist auch mono ! Also, wenn man da beim abmischen nicht wert darauf legt (und das geht nur mit Boxen), dann kann der mix für einige menschen / zielrgruppen ungeeigent sein !

    Und ich weiß ja nicht, was du für musik hörst…ich hör so ziemlich alles. und deine transparenten und subtilen dinger sind in einigen liedern vorhanden. vielleicht solltest du dir mal bessere HPs kaufen….

    ciao

  • Jörg
    11. Feb 2009 | 16:12 Uhr Antworten

    Ich hab mein Hirn eingeschaltet, keine Sorge.
    Wenn du unbedingt drauf Wert legst, dass dein Mix auf dem Handy und der Küchentröte gehört werden soll, dann Spar dir aufwändige Arbeit mit dem Abmischen doch am besten gleich ganz. Denn für diese Art Abhöre ist es ziemlich egal.
    Wer auf eine bestimmte Hörerschaft angewiesen ist, der hat eben einfach Pech gehabt. Ich bin nur Hobbymusiker und muss keine Rücksicht nehmen. Tut mir Leid, aber ich schaff mir doch kein teures Hi End Equipment an, damit hinterher jemand meckert, dass er auf dem Handy in 64 Kbit nix mehr hört.

  • Stefan Schoener
    13. Feb 2009 | 22:08 Uhr Antworten

    Dass der Kopfhörer problematisch ist, ist völlig unbestritten, jedoch ist die Frage eigentlich eine andere: Für wen oder welches Zielmedium arbeite ich?

    Als ich noch reihenweise für den Rundfunk gearbeitet habe, da hatten wir im Studio das sog. “Rote Teil”. Das war ein Mono Kofferradio, Made in DDR, hatte ich mal für 29,95 DM bei Karstadt gekauft. Da haben wir einen Line in reingebastelt und haben jeden Mix für den Funk ausgiebigst darüber kontrolliert. Klang furchtbar, aber wen der Redakteur morgens im Golf I in den Dienst fuhr, dann musste die Produktion in seinem werksmäßigen Autoradio optimal klingen – dem Roten Teil gedankt kein Problem.

    Ich selber bin bis heute praktizierender NS10 Studio Fan (passiv, immer noch die ersten Hochtöner, ohne Tempotaschentuch!)

  • Michael
    16. Mrz 2009 | 23:07 Uhr Antworten

    Hallo,

    als interessierter Laie finde ich die Diskussion um Jörg und carlos sehr informativ. Ich verstehe zwar nicht warum ihr euch streitet, weil ich der Meinung bin, dass ihr beide recht habt mit euren Argumenten. Es kommt halt auf die Zielgruppe an.

    Auch den Post von Wurst – Stichwort “Signal-Lupe” – fand ich sehr interessant.

    Ich mache selber ein wenig Musik für mich und habe vom Abmschen leider keinen wirklicken Plan und ich suche momentan nach Quellen zum Selbststudium sozusagen. So bin ich auch auf diesen Thread gestossen.

    Für mich als Laie nehme ich folgendes aus der Diskussion mit:
    - Mit Kopfhörer kann man Effekte (Delay, Hall, etc.) präziser abstimmen.
    - Mit Kopfhörer kann man Fehler im Audiomaterial besser finden.
    - Beim Abmischen muss man immer auf das Zielmedium achten. In der Regel werden das Lautsprecher sein.
    - Ein Königsweg existiert nicht.

    Nun, das sind zwar keine neuen Erkenntnisse, aber sie bestätigen doch meine bisherigen Erfahrungen.

    PS: Vielleicht kann mir jemand Literatur (also Bücher, aus Papier und so :) ) empfehlen

  • Carlos (delamar)
    17. Mrz 2009 | 10:59 Uhr Antworten

    Danke für die Zusammenfassung, Michael. Es fehlt nur eine Kleinigkeit: Die Qualität eines Mixes liegt zu 90% an den Ohren des Abmischenden…
    (bei gegebener Qualität der Spuren)

  • luke lion
    26. Mrz 2009 | 05:27 Uhr Antworten

    hallo zusammen!

    also ich hab da wieder ganz andere erfahrungen gemacht bezügl. kopfhörer/monitore.
    wenn ich meine songs (westerngitarre, gesang, ableton-elemente) am kopfhörer (akg k701) mische, freue ich mich immer schon wie sie wohl auf der stereoanlage im wohnzimmer klingen. das peinlich genaue abmischen auf meinen akg´s gibt mir erst mal die möglichkeit einen guten sound auf monitoren/hifi-anlagen/autoradios zu basteln. ich könnte ohne alles vorher (bis auf feinheiten) in meinen kopfhörern gemischte mir niemals auf monitoren anhören…

    aber wie carlos sagt, das liegt immer im auge des betrachters.

    rock on!!

  • N.T.K
    01. Jul 2009 | 23:23 Uhr Antworten

    Moin Leudings ;)

    also ich habe Kopfhörer (Audio-Technica) und Abhöre (KRK).
    Mit den KH bringe ich mehr das Arrangement zustande und beseitige
    so gut es geht die Fehler (zb: Resonanzen) im Sound (Nachts wenn alles schläft). Wenn ich dann nächsten Tag wieder davor sitz hör ich mit der AH ab und mische dat alles. Ich muß sagen wenn ich mit KH mische dann hört sich das alles zum ko..en an ;).
    Mein Fazit: Mischen, Effekte, EQing immer mit AH. Sounds und Arrangement berarbeiten immer mit KH <— weil man mit KH tiefer im Sound reinhört. Das Endprodukt versuche ich soweit es möglich ist auf KH und AH gleich zu halten und wenn ich dann mal nicht auf meine Ohren vertrauen kann benutz ich auch mal n Frequenzanalyzer ;).

    Gruß

  • Martin
    13. Aug 2009 | 09:10 Uhr Antworten

    Hi, und Hallo,

    also ich mache im Homestudio nun seit fast 9 Jahren Electronische Musik. Habe angefangen über meine HiFi anlage gemacht, und gemergt, das mann dehn Kopfhörer gegenüber VIEL Mehr hört.

    Mir ist es sehr wichtig, das mann jeden Tohn hört, auch wenn er nur sehr leise ist, und um ein schönes Stereofeld zu erzeugen, ist es meiner meinung wichtig, es über Lautsprecher bzw. Studiomonitore laufen zu lassen.

    Gut die Größte arbeit kann man ja über Die kopfhörer machen, den so genaten Rohbau, aber das Feintuning, das sollte mann dann doch besser anders machen.

    LG Martin

  • feed
    27. Aug 2009 | 18:14 Uhr Antworten

    Ich frage mich schon lange folgendes, vielleicht könnt ihr mir helfen:

    Ich lebe in einer WG und habe wie die meisten Homerecordler keinen separaten Raum zum abmischen.
    Mein Raum hat z.B. eine Schräge + große, tiefe, teilweise leere Wandregale gleich hinter den Boxen
    Angenommen ich würde mir nun mittelmäßige Monitore kaufen, dann würde der Sound doch dennoch “kaputt” sein durch den äußerst unpassenden Abhörraum?
    Ich meine letztendlich würde ich 300-500€ investieren und dann vielleicht schlechter (unlinearer) als mit guten Kopfhörern dastehen?

    In wieweit spielt der Raum eine Rolle? Lohnen sich Monitore auch bei sehr “unlinearen” Räumen?
    Die Frage interessiert bestimmt jeden Homeabmischer

    Freue mich auf eure Meinung

  • S. Power
    28. Aug 2009 | 01:25 Uhr Antworten

    Schönen guten Tag,

    als ich die Kommentare oben gelesen habe, da ist mir eine Situation eingefallen. Ich war mal im Studio – es wurde eigentlich mit zwei Abhören gemischt: Yamaha NS-10 und Yamaha MSP-10. Zweitere hatten einen (wie ich finde) gigantischen Sound, bei dem man aber auch wirklich jede einzelne Unsauberkeit gehört hat. Als dann immer auf die kleinen umgeschaltet wurde, hat sich alles ganz anders angehört und die Mitten sind einem wie blöd ins Gesicht gesprungen – war der Sound natürlich gleich wieder scheiße. Ich hab dann zum Tonmeister gesagt: “Nee, mach bloß wieder die andern an, das kann man ja nicht hören!” Tat er aber nicht.
    Was ich damit meine, ist eigentlich, dass so ein Perspektivenwechsel wirklich vorteilhaft sein kann. Einen ausgewogenen Mix zu machen, bedeutet für mich auch, ihn auf möglichst vielen Systemen gut klingen zu lassen. Mir geht’s auf jeden Fall so, dass ich ein paar Sachen über Kopfhörer besser höre, andere eben über Lautsprecher. Wenn man seine Geräte gut kennt und im besten Fall sogar weiß, was eventuell “nicht so ernst zu nehmen” ist und versucht Kompromisse zu machen, dann kann doch eigentlich gar nichts mehr schief laufen, oder? Ich benutz auf jeden Fall immer noch den Kopfhörer als Referenz. Na ja, ist jetzt nicht die Erkenntnis, aber ich wollt’s mal ansprechen…ach so, die drei Probleme von oben stimmen glaub ich, aber dem kann man ja vorbeugen, wenn man sich nicht nur auf ein System verlässt…

    Tschüs.

  • Carlos (delamar)
    06. Sep 2009 | 00:01 Uhr Antworten

    @feed
    Es ist gleich, welche Lautsprecher Du verwendest: die Limitationen deines Raumes bleiben bestehen. Aber wenn Du billige Studiomonitore kaufst, dann holst Du dir unter Umständen noch weitere Probleme dazu.

    @SPower
    Am Ende kommt es ja doch darauf an, dass der, der abmischt, Talent und ein geschultes Gehör dafür hat. Die Technik ist ja nur der Träger der Schallquellen. Und je besser die Technik, desto einfacher der Weg.

  • Pfefferfreund
    21. Sep 2009 | 16:00 Uhr Antworten

    Ich danke Ihnen für dieses Gespräch. :-)

  • der Martin
    18. Okt 2009 | 01:46 Uhr Antworten

    hmm.

    Es ist mehr als nur ein Schritt notwendig um Tonmaterial in Musik zu verwandeln, und für manche Schritte kann KH gut oder besser sein ..

    Abmischen vs. Mastering

    [.. beim "Abmischen" werden die einzelnen Aufnahmenspuren in der Lautstärke zueineinder angeglichen. Z.B. beim Gesang.....
    - Hauptgesangsspur lauter als die eventuellen Choraufnahmen für den Refrain (oder umgekehrt)
    - "Flüsterspur" leiser als die Hauptgesangsspur.....etc
    gleiches gilt für die Instrumentenspuren......
    http://de.wikipedia.org/wiki/Abmischung ..]

    [ .. dieses wird allerdings auf verschiedenen Abspielgeräten (kleiner Ghettoblaster..bis hin zur hochwertigen Musikanlage) unterschiedlich klingen.

    "Ziele des Masterings sind es, dem vorliegenden Tonmaterial eine bessere Qualität zu verleihen und die Wiedergabe-Kompatibilität auf möglichst vielen technischen Geräten und Medien zu ermöglichen. Eine professionelle Tonaufnahme soll bei der Wiedergabe auf einer kleinen Stereoanlage ebenso gut klingen wie beispielsweise bei der Ausstrahlung im Radio oder der Wiedergabe über Kopfhörer." Zitat siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Mastering_(Audio) ..]

    Ergo, fürs eigentliche Abmischen gilt demnach: “best möglichen Input” erzeugen, erst für jeden track (mix), dann fürs set (mix down). “Best möglich” ist für mich NACH digital out > Mackie premium > DT 990 Pro mit 4-5db+ im low (“fixed”) und dann VOR dem output steuern bis es MIR wirklich gut gefällt. (sozusagen Steps 1-4)

    Step 5-7, (eine Nacht Pause, checken ob der “input” immer noch gefällt), dann an die nEar 05 (ESI) und ran ans Gemüse – bzw. den Summen(!) und kräftig in die Filter und Kompressoren hauen bis es wieder gut klingt (“personal Magic Teil II”)

    Wichtig bei all dem ist hierbei die “gelernte Klangübersetzung”, d.h. zu wissen wie es später klingen könnte. Hier macht wie immer Übung den Meister und Probieren geht über Studieren.
    Tip: mal 2 Wochen lang den gleichen Song unterschiedlich mischen, mastern und Einstellungen merken und dann auf allen greifbaren Geräten anhören…
    Nicht vergessen: weniger ist manchmal mehr ..

    Viel Spass,
    Der Martin

  • ercan demirel
    21. Nov 2009 | 20:12 Uhr Antworten

    ultrasone + SPL 2 Controll machen das Mischen mit Kopfhörer zumindest möglich. Sie ersetzen natürlich nicht den guten akkustischen Raum und die guten Abhörmonitore, die im besten Falle dort drinnen stehen, aber für misch-sessions in der Nacht ist es optimal (falls es Nachbarn gibt, die nerven)

  • ercan demirel
    21. Nov 2009 | 20:15 Uhr Antworten

    spl 2 control besitzt die Funktion “Crossover” …
    Diese simuliert die Abhörmonitore. Und das sehr gut, wie ich finde.

  • Carlos (delamar)
    22. Nov 2009 | 15:01 Uhr Antworten

    Ich hab das SPL Gerät noch nicht getestet, kann also nichts dazu sagen. Tendenziell würde ich aber dabei bleiben, dass ein anständiger Raum, ein Top Audio Interface und zwei exzellente Studiomonitore die beste Variante wären.

    Natürlich muss das nicht im Umkehrschluss heissen, dass es nicht auch gute Mixe aus Kopfhörern gäbe…

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