22 Homerecording Tipps, die Du schon wieder vergessen hattest

22 Homerecording Tipps, die Du schon wieder vergessen hattest

Das beste am Homerecording oder einem Projektstudio ist sicherlich, dass Zeit zu einem zweitrangigen Faktor in der eigenen Produktion wird. Du kannst eine Stunde oder einen ganzen Tag damit verbringen, den einen Killer-Take aufzuzeichnen – es kostet dich “nur” deine Zeit. Mit dem stetig besser werdenden Musik Equipment ist in der Zwischenzeit auch die Aufnahmequalität im Homerecording auf einem Level, das viele vor wenigen Jahren kaum für möglich gehalten hätten und das vielen Tonstudios den Garaus bereitet hat.

Nun, gleichwohl bedeuten diese Freiheiten natürlich auch, dass viele Produktionen nie vollendet werden und dass sich viele Produzenten in Details verlieren. Dazu gehen viele Musiker dazu über, nur noch alleine im stillen Kämmerchen zu produzieren – nicht, dass das an sich etwas Verwerfliches wäre. Aber wie oft würde die Meinung eines Unbeteiligten die Produktion erst so richtig in Schwung bringen? Und genau setzt hier dieser Artikel mit den 22 Homerecording Tipps an.

Viele kleinen Tipps & Tricks sind allen Musikern und Produzenten im Homerecording oder Projektstudio bekannt. Und irgendwie doch nicht präsent oder schon lange wieder vergessen. Und deshalb heute dieser Artikel – zu meiner und vielleicht auch deiner Erinnerung…welche dieser Homerecording Tipps hattest Du schon vergessen?

22 Homerecording Tipps

22 Homerecording Tipps

Hier sind sie, die 22 Homerecording Tipps…

1. Quantisierung im Homerecording
Die Quantisierung hilft dabei, kleinere Rhythmusschwächen in den Aufnahmen auszugleich. Zu viel Quantisierung ist aber der Tod eines jeden Grooves. Deswegen lohnt es sich, etwas mit den Werten herumzuspielen und zunächst mit kleinen Notenwerten zu beginnen wie 64tel, dann 32tel und so weiter.
Besser als eine Groove Quantisierung ist immer eine neue Aufnahme – und das gilt insbesondere für Drum Tracks.

2. Kreative Drumspuren
Gerade die Drumspuren vertragen oftmals eine Menge Kreativität und Detailarbeit. Das kann vom Layering von Klängen über das Ersetzen einzelner Sounds bis zur Verwendung von unterschiedlichen Samples für verschiedene Velocity-Werte reichen.

3. Maschine vs. Live – Homerecording Tipps
Wir bleiben bei den Drumparts, die in komtemporaner Musik gerne aus einer Drum Machine oder dem Computer entstammen und gewollt monoton exakt spielen. Um mehr Leben in den Rhythmus zu bekommen, kannst Du einfach mal Perkussion-Instrumente wie Tambourine, Cabasa oder Shaker live dazu aufnehmen. Oftmals reicht ein achttaktiger Loop, der mit einem halbwegs dezenten Mikrofon in der DAW-Software aufgenommen wird.

4. Malen von Drumspuren
Manchmal klickt man sich die Drumspuren einfach schnell im Editor zusammen. Hierbei immer darauf achten, dass nicht immer dieselben Velocity-Werte verwendet werden. Ein echter Schlagzeuger betont die Eins und die Drei mehr als die Zwei, wobei die Drei weniger betont wird als die Eins. Unterschiedliche Velocity-Werte können insbesondere bei einer Hihat-Spur zu viel Leben führen.

5. Rückwärts Homerecording Tipps?
Bleiben wir noch ein bisschen bei den Drumtracks. Früher war das Umkehren eines Samples die Domäne von Samplern. Heute kann praktisch jedes Musikprogramm das für dich erledigen. Bei den Drumtracks kannst Du für Abwechslung sorgen, wenn Du Kick Drum oder Snare Drum einfach mal rückwärts in das nächste Sample hineinspielen lässt. (Übrigens auch klasse auf die Hallfahne anzuwenden, um bestimmte Einsätze zu betonen).

6. Weniger Effekte für mehr Effekt
Mit einem immer schneller werdenden Audio Computer verwendet man gerne mehr Effekte als eigentlich vonnöten wären. Oftmals ist es besser einen Effekt als eigene Effektspur bzw. als Send-Effekt auf mehreren Instrumenten zu verwenden. Wenn deine Mixe nicht so recht zusammenwachsen wollen, dann probier mal aus, weniger Effekte zu nutzen und diese dafür auf mehreren Spuren zu verwenden. Besonders gut wirkt das beim Hall.

7. Mit Effekt aufnehmen
Auch wenn die Möglichkeiten heutzutage enorm sind und alles im Audiorechner später hinzugerechnet werden kann: Irgendwann muss eine Entscheidung getroffen werden, wie das Instrument oder die Spur klingen soll. Warum also nicht mal Nägel mit Köpfen machen und die Gitarren statt mit Reamping gleich mit der richtigen Verzerrung und den notwendigen Effekten aufnehmen?
Schlimmer als die falsche Entscheidung zu treffen ist es, keine getroffen zu haben. Vielleicht ist dieser der wichtigste unter den Homerecording Tipps…

8. Geräte im Homerecording Studio abschalten
Wer viele Geräte in seinem Tonstudio stehen hat, der holt sich nicht zu selten auch eine Menge Rauschen in seine Aufnahmen. Deswegen: Ungenutzte Geräte beim Abmischen und beim Recording einfach mal abschalten.

9. Noise Gate und Editing
Um das Rauschen zwischen zwei Phrasen in einer Aufnahme zu entfernen, kannst Du ein Noise Gate verwenden. Wenn Du es ganz genau wissen möchtest und keine Transienten verlieren willst, kannst Du beispielsweise auch mal das Vocal Editing manuell übernehmen. Und weiter geht es mit den Homerecording Tipps…

10. Hochfrequentes Rauschen
Wenn Du in deinen Aufnahmen ein hochfrequentes Rauschen bemerkst, dann kannst Du entweder zu einer Noise Reduction greifen oder – noch besser – gleich etwas Geld ansparen und in ein besseres Audio Interface investieren. Noise Reduction geht immer mit einer ungewollten Reduktion der Klangqualität einher.

11. Immer bereit im Homerecording Tonstudio
Sofern Du dein eigenes Projektstudio nicht auch noch nachts als Schlafzimmer nutzen musst, solltest Du alle Geräte fertig verkabelt stehen lassen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Wenn dich die Muse küsst, kannst Du sofort deine Idee festhalten und musst nicht noch lange mit Kabeln herumhantieren.

 

Hier geht es weiter mit den 22 Homerecording Tipps

Lesermeinungen (9)

zu '22 Homerecording Tipps, die Du schon wieder vergessen hattest'

  • A. Jusepeitis
    02. Feb 2011 | 10:32 Uhr Antworten

    So früh am Tag schon so viel gelernt!

    Das passiert mir nicht mal in der Schule
    (wen wundert es)

  • myuu
    02. Feb 2011 | 14:37 Uhr Antworten

    super tipps die nicht oft genug erwähnt werden können! danke, carlos!

  • Vincent Rohr
    02. Feb 2011 | 17:28 Uhr Antworten

    seht gute ratschläge! ich wär ja mal für ein kleines noise reduction tutorial!

  • vanhold
    02. Feb 2011 | 20:22 Uhr Antworten

    Hallo Carlos,

    wie immer einen herzlichen Dank für die Tipps. Leider tue ich mich doch sehr schwer mit Tipp 21. Der hier, wie schon oft an anderen Stellen auf delamar, angesprochene Gummibärchensaft sollte nicht wirklich Bestandteil eines kreativen Prozesses sein, da er eher auf eine Geschmacksverwirrung als auf wirklichen Geschmack hinweisen kann. Ich, selber ein Gummibärchen und anderer sogenannter Weingummispezialitäten-Liebhaber und Konsument, kann dort keine wahre Übereinstimmung feststellen, auch sind nach Einnahme eines solchen Produkts meine Flugfähigkeiten weiterhin begrenzt. Außer ein spitzes Mündchen, verursacht durch die wirklich qualvolle Süße des Getränks ist da nix.

    Ich würde also eher vom pervertiertem Gummibärchensaft sprechen. So sollte das hier bei delamar auch gekennzeichnet sein. Als Freund vieler süßen Speisen und Getränke (ich gehöre zu den Leuten die für ein Stück Kuchen ein tolles Mittagessen stehen lassen) bin sichtlich angewidert von solcher Art Getränken. Schon die Erwähnung des Wortes Gummibärchensaft löst eine erhebliche Trotzreaktion bei mir aus.

    Was dieses Getränk aus Musikschaffenden macht, kann ich nicht beurteilen und kann nur hoffen, dass es nur Personen, die Musik ala ABBA oder “My Boy Lollipop” machen, dieses konsumieren. Wenn der Blues erst mal zum Pink, der Hip-Hop zum Tri-Top oder Heavy Metal zum Lighter Plastic geworden ist, ja, ja dann wird es zu spät sein. Wehret den Anfängen!

    What’s so funny about Coffee, Coke (and Cigarettes)?

    Zum Abschuss noch etwas: Mars bringt verbrauchte Energie sofort zurück!

    Mit intakten Geschmacksknospen grüßend,
    vanhold ;-)

    • Carlos (delamar)
      02. Feb 2011 | 20:26 Uhr Antworten

      Haha, sehr gut!
      Ich mag den Gummibärchensaft eigentlich auch überhaupt nicht, aber er hilft kurzfristig :)

  • Maik
    02. Feb 2011 | 22:09 Uhr Antworten

    Danke. Das mit der Patchbay werde ich wohl in Angriff nehmen.
    Ich hätte noch einen.
    23. Es ist abzuraten, auf grund von Freude sich eine gute Songidee immer wieder anzuhören. Nach einer Zeit, hat man es dann totgehört und du hast keine Lust mehr darauf es zu mischen bzw. weiter zu komponieren.

  • Ramon
    03. Feb 2011 | 22:12 Uhr Antworten

    21x oldschool delamar
    1x Neuzeit ;D

    Carlos und der ewige Kampf um ‘Einschaltquoten’

  • Sogyra
    04. Feb 2011 | 08:11 Uhr Antworten

    Tip 22 ist der beste, denn es werden hier nicht nur Tips weitergegeben, sondern man wird auch mit aktuellen Infos versorgt.

    Mir persönlich haben die restlichen 21 Tips nur wenig weiter geholfen, da ich die ohnehin bei der täglichen Arbeit beachte…Tip 21 kann für den einen oder anderen hilfreich sein-für mich jedoch nicht. Ich brauch nichts zum aufputschen…wenn ich müde werde, leg ich mich für eine Stunde hin. Es gibt nichts ernergiereicheres als ein ausgeschlafener Kopf^^

  • Paul
    26. Jul 2011 | 01:06 Uhr Antworten

    Wirklich sehr gute Tipps!

    Zum Thema Patchbay, ich benutze dafür ein Multicorekabel (6Fach).
    Die Qualität konnte ich bisher nicht vergleichen, da ich noch kein Patchbay hatte, funktioniert aber trotzdem ohne Probleme. Zumindest wenn man nur einen Kanal belegt (da die Kabel immer so zusammmengepresst sind).

    Hätte auch gar kein Rack für nen Patchbay übrig.

    lg

Sag uns deine Meinung!