11 Tipps für Recording von Synthesizer & Keyboards

Recording von Synthesizer & Keyboards

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1. Einhändig spielen
Die meisten von uns sind keine Profis als Instrumentalisten und tun sich deswegen schwer, die Parts richtig einzuspielen. Wenn Du linke und rechte Hand getrennt voneinander aufnimmst, dann kannst Du vielleicht nicht nur sauberer spielen – später kannst Du im Mix des Songs überlegen, ob überhaupt beide Voicings für den Song benötigt werden. Im Zweifelsfall kannst Du einfach einen Part weglassen.

2. Nimm ein Preset zum Aufnehmen
Oftmals kommt man sehr schnell voran, wenn Du ein Preset zum Aufnehmen deiner Parts nutzt. Wenn Du nicht nur Audio, sondern auch die MIDI-Parts aufnimmst, kannst Du das Preset einfach nach der fertigen Aufnahme noch perfektionieren und an deinen Song anpassen. Der grosse Vorteil dieser Methode ist, dass Du nicht im Nachhinein nach stundenlangem Tweaken feststellen musst, dass der Part am Ende nicht benötigt wird oder es doch einen ganz anderen Sound benötigt.

3. Die richtige Oktave
Wir wir gerade letztens erst in unserem Podcast zu Klavier und Piano besprochen haben, ist die Wahl der richtigen Oktave entscheidend für Klavier-, Synthesizer- und Keyboard-Parts. Gerade die mittlere Oktave um das eingestrichene C’ (C3) steht sich häufig im Weg mit dem Gesang. Deswegen unbedingt die Parts mal eine Oktave nach unten oder oben transponieren.

4. Weniger ist mehr
Die meisten Presets in modernen Keyboards kommen mit enormen Effektanteil. Das klingt zwar beim Durchhören und Anspielen bestens, ist für eine echte Produktion meistens dennoch unpassend. Deswegen unbedingt darauf achten, dass die Effekte beim Recording ausgeschaltet bleiben.

5. Auf den Release achten
Was mir immer wieder bei professionellen Instrumentalisten auffällt: Sie wissen nicht nur, wann sie eine Taste drücken müssen, sie wissen genauso gut, wann sie die Taste wieder loslassen. Wer seinen Release gefühlvoll im Timing spielt, kann noch wesentlich mehr aus den Synthesizer-Parts herausholen.

6. Stereo?
Müssen alle Synthesizer-Aufnahmen eigentlich in stereo sein? Meine Meinung: Nein! Oftmals findet sich ein Synthesizer besser in den Mix ein, wenn Du ihn in mono aufnimmst. Und viele Parts brauchen auch keine Stereobreite (oder gar Stereoverbreiterung), sondern einen dedizierten Platz in der Abmischung des Songs. Einfach mal ausprobieren, jeder Song ist verschieden.

7. Stereopanorama
Wenn wir kurz bei der Frage nach dem Stereopanorama bleiben, dann solltest Du gleich noch etwas mit deinem Synthesizer-Preset probieren. Viele Presets in Keyboards und Synths sind nämlich überhaupt nicht wirklich stereo. Du findest es heraus, indem Du eine der beiden Seiten in der Phase invertierst und dir das Ergebnis anhörst.

8. Layering
Mit dem Layering von Synth-Parts kannst Du dafür sorgen, dass der Sound so richtig dick wird. Gleichzeitig gibt es aber viele Amateurproduktionen, die diesen Effekt so häufig wiederholen, dass sich das Ergebnis matschig durch und durch anhört. Je unwichtiger der Part für den Song ist, desto weniger Layer kannst Du verwenden.

9. Verwende Filter
Und damit meine ich jetzt nicht die analogen Filter deines Synthesizers, sondern ganz normale High-Pass- bzw. Low-Pass-Filter. Genauso wenig wie andere Instrumente ist es bei Keyboards notwendig, dass sie im Mix über das gesamte Frequenzspektrum arbeiten. Deswegen: Mit einem High-Pass dem Bass genügend Raum geben und oben mit einem Low-Pass Platz in den Mitten und Höhen für das Vocal lassen.

10. Reamping (danke an Matthias)
Ja, auch mit Keyboards kann man ein Reamping wie bei der Gitarre verwenden. Der Unterschied liegt darin, dass man eben die Synthesizer-Parts über einen Verstärker oder die Studiomonitore ausgibt und dann via Mikrofon wieder aufnimmt. Das Ergebnis wird dadurch (und insbesondere bei virtuellen Instrumenten aus der DAW) etwas runder und angenehmer.

11. Mehr Live-Sound
Um den Reamping-Trick noch etwas weiter zu führen kannst Du noch folgendes machen. Du nimmst einerseits das direkte Signal aus dem Synthesizer auf, andererseits das Signal über einen Verstärker. Bei letzerem Recording lässt Du bewusst eine Menge Raumsignal drin, gehst also nicht ins Close Miking. Dieses zweite Signal lässt Du jetzt um wenige Cents in deiner DAW verstimmen und mischst es leise hinzu. Das Ergebnis wird etwas lebendiger und echter klingen als das Original.

 

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Lesermeinungen (4)

zu '11 Tipps für Recording von Synthesizer & Keyboards'

  • Wini
    22. Jun 2011 | 20:49 Uhr Antworten

    Schöne Liste, allerdings Tipp 2 würde ich mit vorsicht genießen. Meine Spielweise verändert sich in jedem Fall je nach verwendetem Sound. Schon allein die Hüllkurve des Sounds schlägt sich in der Spielweise nieder. Also besser gleich den “finalen Sound” oder zumindest einen, der diesem sehr nahe kommt, verwenden.
    Es gibt auch Pianisten die behaupten, das man Piano-Parts erneut aufnehmen müsste wenn man das Software-Piano nachträglich ändert…

  • polyaural
    22. Jun 2011 | 22:48 Uhr Antworten

    Wertvolle Tipps. Danke dafür. Ich mache reine Synthesizer-Musik, und an Lebendigkeit der Sounds kann man nie genug arbeiten. Reamping hatte ich schon total verdrängt …

  • Wirgefuehl
    23. Jun 2011 | 15:52 Uhr Antworten

    Super Liste – vielen Dank dafür!

    Einiges haben wir, anderes hätten wir berücksichtigen sollen… Aber delamar hat uns auch grundsätzlich schon sehr viel gebracht. Fürs Hörbeispiel mit eingespielten Synthies (Waldorf xtk, Roland JP-8000, Clavia Nordlead) einfach oben auf Wirgefuehl klicken.

    Danke nochmal!

  • Brownrecordz
    28. Jun 2011 | 16:34 Uhr Antworten

    @ Wini

    Ja das stimmt. Es gibt verschiedene Pianos zum Beispiel in Reason 5 die komplett anders auf die Anschlagdynamik reagieren und klingen.

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