Zimbalam – digitale Distribution: Geld verdienen mit Musik im Zeitalter des Internets

Wir haben dem digitalen Musikvertrieb Zimbalam mal auf die Finger geschaut, nachdem in der Vergangenheit das Thema eigene Musik verkaufen immer wieder heftig diskutiert wurde (z.B. hier beim Artikel zu Feiyr). Hier ist, was wir herausgefunden haben.

Zimbalam: Geld verdienen mit Musik im Zeitalter des Internets?

Die Welt hat sich weiterentwickelt, auch für Musiker. Im neuen Jahrtausend ist keiner mehr darauf angewiesen, um die Gunst traditioneller Musiklabel und deren allzu oft nur kurzsichtigen Labelbosse zu werben. Der alte Weg ist nunmehr eine von zwei gangbaren Möglichkeiten, die eine junge Band oder ein Musiker wählen kann.

Die Rede ist von der Revolution des Internets und die dadurch entstandenen Möglichkeiten zur Selbstvermarktung für Musiker. Diese manifestieren sich nicht zuletzt in den zahlreichen Plattformen zur digitalen Distribution, die dem Vertrieb der eigenen Musik zur Verfügung stehen.

Eine relativ junge Plattform zur digitalen Distribution der eigenen Musik nennt sich Zimbalam. Hinter dieser steckt Believe Digital, nach eigenen Aussagen der größte digitale und unabhängige Musikvertrieb Europas. Die Vermutung liegt nahe, dass das hier ansässige Knowhow zum digitalen Vertrieb von Musik auch den Nutzern von Zimbalam zu Gute kommen könnte. Auf der Webseite wird zumindest aber damit geworben, dass nur eigene Technologie eingesetzt wird und man so mehr Geld ausschütten könne. Mehr dazu unten.

Allemal dürfte dies aber eine gute Verbindung zu den verschiedenen Musikdownloadportalen bedeuten.

 

Was bietet Zimbalam?

Als digitaler Musikvertrieb bietet Zimbalam Musikern und Bands in erster Linie mal die Platzierung der eigenen Musik in großen Musik-Online-Shops wie iTunes oder amazonmp3 an. Bei vielen dieser Plattformen wäre es ohne einen geeigneten Vertriebspartner erst gar nicht möglich, die eigene Musik zum Verkauf anzubieten.

Darüber hinaus werden nach eigenen Angaben die Releases auf Zimbalam von den A&Rs bei Believe Digital beobachtet. Hieraus könnten sich dann bessere Deals (wohl dann direkt bei Believe Digital?) entwickeln, aus denen dann wiederum bessere Verkaufszahlen entstünden, so die Werbebotschaft der Plattform. Ein vielleicht interessanter Aspekt für talentierte Bands und Musiker, der wiederum eine Brücke zur alten Weltordnung im Musikbusiness herstellt: Entdeckt werden und dann auf das vorhandene Marketing-Knowhow zurückgreifen können.

Aber Zimbalam bietet zugleich eine Brücke in die Zukunft. Mit dem angebotenen Widget ist man voll im Web 2.0 angelangt. Der Zimbalam Player lässt sich in jede Webseite sowie auf Facebook und Myspace integrieren und stellt hier in einer von drei wählbaren Größen die eigene Musik nebst Cover (oder frei wählbarem Foto) vor.

Der Vermarktung wäre nicht genüge getan, implementierte der Player nicht gleich auch Links in die entsprechenden Musikportale, in denen die Musik dann auch direkt von Interessenten erworben werden kann. Und es wäre kein Web 2.0 Widget, wenn sich nicht auch eine Empfehlung in die beliebtesten sozialen Netzwerke wie Twitter, Facebook und MySpace direkt von der Oberfläche aussprechen ließe.

Abgerundet wird dieses Marketingtool durch den Zugang zu weiteren Informationen des Künstlers, wie eine Liste der im Zimbalam Musikvertrieb veröffentlichten Alben oder einer Biografie.

 

Welche Stores kannst Du bedienen?

Für die Veröffentlichung deiner Musik stehen dir beim digitalen Musikvertrieb Zimbalam vierzehn „normale“ sowie fünf auf elektronische DJ-Musik spezialisierte Musikdownloadportale zur Verfügung. Eine stattliche Anzahl.

Zu den Portalen gehören so wichtige Anlaufstellen wie iTunes, amazonmp3, napster, emusic, Musicload oder Rhapsody. Ein besonderes Gimmick ist der Musikerkennungsdienst Shazam, über den Du keine direkten Einnahmen generieren können wirst. Dafür aber speichert die Shazam-Anwendung deine Musik und kann diese erkennen, wenn ein Nutzer ihr ein Teil dieser vorspielt. Über Links in die Stores können dann aber unter Umständen indirekte Einnahmen generiert werden.

Weitere Online-Shops und Musikdownloadportale sind die europäischen Dienste von Media Markt, Saturn und Spotify. Dazu kommen mobile Anbieter wie t-mobile, Sony Ericson, der Nokia Music Store und Vodafone live.

Die fünf DJ-Portale für elektronische Musik sind beatsdigital, Dancetunes, trackitdown, djtunes und junodownload. Dem ein oder anderen Produzenten elektronischer Musik wird das Fehlen von Beatport unangenehm auffallen. Laut FAQ auf Zimbalam liegt das daran, dass eine Aufnahme in Beatport nicht gewährleistet werden kann. Aber was nicht ist, kann ja noch werden?

 

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Lesermeinungen (15)

zu 'Zimbalam – digitale Distribution: Geld verdienen mit Musik im Zeitalter des Internets'

  • F.O.N
    09. Jun 2010 | 15:21 Uhr Antworten

    Wie ist denn die Ausschüttung für den Künstler bei Zimbalam? Zimbalam scheint zwar transparent zu sein, aber überzeugt hat mich doch Dooload mehr. 14 Stores sind im Vergleich bei Dooload ziemlich winzig.

    Dennoch die einmalige Gebühr, statt wiederkehrende Monatsbeiträge spechen in der Tat für Zimbalam.

  • Carlos (delamar)
    09. Jun 2010 | 16:33 Uhr Antworten

    Der Künstler erhält 90%
    Habe den Absatz mal eingefügt, irgendwie ist der beim Einpflegen verloren gegangen.

  • David
    10. Jun 2010 | 00:49 Uhr Antworten

    Liest sich wirklich interessant. Wobei ich eher zu Rebeat tendiere. Das kostet einmalig 99 € (zumindest als Cubase 5 Käufer) und die Uploads/pro Track sind relativ günstig. Da kriegt man zwar nur 85% der Einnahmen aber man landet in 300 Onlineshops.

    Hat vielleicht jemand schon damit Erfahrungen gemacht?

  • Q-Juz
    10. Jun 2010 | 08:53 Uhr Antworten

    Das grösste Problem für mich (und viele andere auch) mit Rebeat ist, das man eine Kreditkarte braucht (zumindestens laut meinen letzten Informationsstand).
    Aber welcher “arme” oder junge Musiker hat denn schon solch eine Kreditkarte?
    Angeblich braucht Rebeat das, um die Labelcodes etc. ordungsgemäß generieren/registrieren zu können.
    Für mich persönlich ist das aber nur ein “Ausgrenzungsmittel” o.ä.
    Leute wie ich könnten also niemals, selbst wenn sie wollten, bei Rebeat mitmachen.
    Und diese anderen digitalen Muskikvertriebe mit ihren Monats-/Jahresbeiträgen mag ich auch nicht besonders, da man im schlimmsten Fall immer nur draufzahlt oder gerade mal die Gebühren wider reinbekommt.
    Die beste Lösung (für mich persönlich) bisher ist sowas wie Zimbalam hier, wo man halt nur einmalige Gebühren berappen muss und nicht mit laufenden Kosten mehr oder weniger abgezockt wird.
    Mit Vertriebsmodellen wie Rebeat o.ä. kriegt man kaum Leute hinterm Ofen hervorgelockt.

    CU

  • David
    10. Jun 2010 | 12:13 Uhr Antworten

    @Q-Juz: Das stimmt schon. Kreditakrten kann sich nicht jeder leisten. Ich auch nicht (bin Student ;) ), aber es gibt mittlerweile viele gute Online-Prepaid Kreditkarten.

    So etwas ist eine gute Alternativlösung. Auf der “Karte” ist nur die Menge an Geld drauf die man überwiesen hat, aber man hat alle nötigen Kreditkartendaten um Dienste nutzen zu können, die eine Kreditkarte benötigen. Das Beste daran: keine monatlichen Kosten!

    Was ich bei Zimbalam aber wirklich super finde, ist diese Facebook, Myspace, etc. Integration. Das ist eine super Sache und macht das Kaufen der Songs sehr einfach. Das ist für mich ein großer Pluspunkt von Zimbalam. Ich kann mich echt nicht entscheiden zwischen ReBeat und Zimbalam :)

  • Franz
    10. Jun 2010 | 13:48 Uhr Antworten

    Der Player, den ich bei mir in Facebook einpflegen kann ist für mich ein “Kaufargument” 19,99 Euro für max 2 Songs sind wirklich teuer. Bringt denn nicht ein monatlicher Beitrag von 2,99 Euro und unbegrenzter Upload von Songs nicht den entscheidenden Vorteil?

    Und zu den Kreditkarten…heutzutage ist es tatsächlich möglich, dass JEDER eine Kreditkarte erhalten kann. Die Rede ist von der Prepaidkarte ohne Schufa.(kleine Info am Rande) Hierin erübrigt sich das Problem nicht nur bei Rebeat.

  • Q-Juz
    10. Jun 2010 | 18:59 Uhr Antworten

    Alles klar….Danke für die Infos mit den Prepaid Kreditkarten…werde ich mir mal anschauen.
    So macht auch Rebeat wirklich einen Sinn.

    CU

  • MeKaniKal
    10. Jun 2010 | 20:57 Uhr Antworten

    Aber wozu 100,- Euro im Vorfeld für Rebeat ausgeben? Haben die mehr Shops?

  • TorHH
    13. Jun 2010 | 08:57 Uhr Antworten

    Hi, bei Store-Argumenten wie “mehr Shops” sollte man auch mal genauer checken wie diese gezählt, bzw. aufgeführt werden. Man kann “iTunes” als einen (1) Shop nennen, kann aber auch natürlich jeden einzelnen iTunes-Music-Store aufführen (Deutschland, Frankreich, UK, … Australien). Gleiches gilt natürlich für Amazon, da kann man aus einem Store (1) mal schnell neun (9) machen.

    Des Weiteren kann man sich auch mal sein eigenes Kaufverhalten vor Augen führen, bei welchen Stores kauft man selbst ein, wieviele Accounts hat man, … da fällt schnell auf, dass man entweder nur bei den Marktführern “einkauft” (iTunes, Amazon, …) und/oder aber bei genrespezifischen (Juno-download, DJ-tunes, …) seine Einkäufe tätigt. Und genau diese Shops machen über 90% der Verkäufe aus.

    Zudem sollte man sich die AGBs mal vor nehmen, denn so manches mal relativiert sich dort die Zahl der Stores, bzw. einzelne stores von selbst. Bsp. “Beatport”, für viele im Segment “tanzbare, elektronische Musik” DER Store – aber auch einer der keine Garantie gibt, den Content auch wirklich einzustellen. Da stolpert man schnell über Passagen wie keine Garantie zur Veröffentlichung u. ä.

    Darüber hinaus empfiehlt es sich auch den “share” mal genauer unter die Lupe zu nehmen, denn 90% sind nicht gleich 90%, zumindest nicht beim €-Wert. Bei Zimbalam, die die Technik Believe Digitals nutzen, sind die 90% auf den reinen Nettoerlös, also das, was die Stores ausschütten zu rechnen – hier fallen keine weiteren Kosten für Dritte an.

    Andere Anbieter müssen von dem Erlös erst einmal Technikprovider und ggf. weitere Dritte vergüten und zahlen auf das dann Verbleibende den share. Es empfiehlt sich also, mal eine Beispielrechnung zu suchen/fordern.

  • Rudi
    13. Jun 2010 | 10:43 Uhr Antworten

    Ich würde mal gar nichts auf die schiere Anzahl von Shops geben. Da gibt es immer noch das Pareto-Prinzip: 20% aller Shops machen 80% aller Einnahmen…

  • TorHH
    13. Jun 2010 | 11:41 Uhr Antworten

    -> Rudi: Nichts anderes wollte ich zum Ausdruck bringen. ;)

  • myuu
    02. Jul 2010 | 12:10 Uhr Antworten

    Ist es eigentlich nicht auch von selbst möglich die Musik bei z.B. iTunes, Musicload, AmazonMP3 usw hochzuladen? Kommt man so nicht billiger weg als es über einen Anbieter zu machen? Oder fehlen mir dafür bestimmte Privilegien?

    Vielen Dank, war sonst wieder ein toller Artikel!

  • TorHH
    02. Jul 2010 | 12:48 Uhr Antworten

    -> myuu

    Das ist nicht möglich, zumindest nicht bei den Grossen, die letztlich den Umsatz machen. Vielleicht ist’s bei iTunes, Amazon, … mit einer gewissen Umsatzgarantie möglich – will sagen, wenn ein Act von der Grössenordnung Madonna’s kundtut, fortan nicht mehr über Warner vertreiben zu wollen, dann wird man in den Stores sicherlich Mittel & Weg finden können.

  • Peter M.
    07. Mrz 2011 | 22:18 Uhr Antworten

    Ich bin bei YouTunez.com und soweit sehr glücklich. Natürlich verkaufe ich nicht gleich tausende Alben, aber meine Musik ist weltweit erhältlich und die Gebühren krieg ich mittlerweile locker rein!

  • Klaus Hoffmann
    13. Jul 2011 | 06:50 Uhr Antworten

    Also ich kann von Zimbalam nur abraten.
    An sich nett gemacht, aber sobald man mal jemanden kontaktieren möchte sieht man alt aus. Man wird im Regen stehen gelassen, da machen mich die 5% mehr Auszahlung auch nicht Glücklich.

Sag uns deine Meinung!



 


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