Hölle friert zu: YouTube & GEMA einigen sich!

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Hölle friert zu: YouTube & GEMA einigen sich!

YouTube einigt sich mit der GEMA - ist es denn die Möglichkeit ...

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GEMA + Google = ♥

Fast jeder wird schon einmal auf die Nachricht gestoßen sein: »Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar […]«. Damit ist jetzt Schluss. YouTube und die Gesellschaft zur Rechteverwertung GEMA konnten sich nun auf einen Lizenzvertrag einigen – Googles Tochterunternehmen zahlt eine Abgabe.

» Von AnnenMayKantereit bis Rolf Zuckowski: Wir freuen uns, deutsche Künstler und Songwriter von A bis Z auf YouTube begrüßen zu dürfen! Und an unsere YouTube-Community: Genießt ab sofort mehr Musik! « — YouTube Creator Blog

YouTube-Nutzer sollen noch im Laufe dieses historischen 1. Novembers 2016 Zugang zu sämtlichen Musikvideos erhalten, die ob der Streitigkeiten gesperrt waren. Das sind offizielle Musikvideos von rund 70.000 GEMA-Mitgliedern und Künstlern, die im Ausland vertreten werden. Und nicht zu vergessen: Unzählige Videos mit untermalender Musik, über deren Aufführungsrechte man sich bisher nicht einig war.

Hölle friert zu: YouTube & GEMA einigen sich!

Was passiert jetzt?

Mit Ausnahme von Googles Bankkonto gibt es hier nur Gewinner. Die freie Verfügbarkeit der Videos für Musikfreunde ist toll, aber ebenso wichtig ist, dass Künstler nun für das Abspielen ihrer Videos auf YouTube entlohnt werden. Wie genau wird abgerechnet? Das ist noch nicht kundgetan worden, aber bald wird es sicher erste Berichte von Musikern geben.

Gänzlich verschwinden werden die Sperrungen nicht. Sie bleibt zum Beispiel dann bestehen, wenn Künstler oder die Plattenfirma kein GEMA-Mitglied ist und andere Rechte geltend macht. Einen allzu großen Prozentsatz wird das aber nicht ausmachen, denn bisher war der Grund für die Sperrung fast immer der schwelende Disput zwischen der GEMA und Google.

Also: Hurra! Oder was meinst Du dazu?

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Lesermeinungen (3)

zu 'Hölle friert zu: YouTube & GEMA einigen sich!'

  • Alex   01. Nov 2016   14:34 UhrAntworten

    Auf den ersten Blick scheint das wirklich eine gute Nachricht zu sein.
    Wie die Umsetzung,also die Bezahlung der Künstler, dann aussehen wird steht auf einen anderen Blatt.
    Es geht in diesem neuen Vertrag um prozentuale Beteiligung an den Werbeerlösen, und an den zukünftigen Abonnementerlösen.
    Was bedeutet Abonnementerlöse?
    Falls damit,und das glaube ich auch, das kostenpflichtige YouTube Red gemeint ist schiesst sich die GEMA doch ins eigene Knie. Das könnte am Ende nämlich wieder daraus hinauslaufen das die "ehemals"gesperrten Videos dann eben doch wieder gesperrt sind wenn man nicht dafür bezahlt.

    Man darf gespannt sein.

  • User   02. Nov 2016   10:45 UhrAntworten

    Ein weiteres Problem....viele verstehen die Neuigkeit falsch, und glauben nun Gemapflichtige Musik ohne Umwege und Gebühren in Ihren Videos nutzen zu dürfen.
    Leider muss man weiterhin als Videoproduzent die üblichen Lizenzgebühren an die Gema zahlen. Je Lied und Video. Natürlich auch hier die Frage in wie weit wird es durch die Gema kontrolliert und evtl. jetzt noch mehr als vorher?

  • Rob   02. Nov 2016   12:00 UhrAntworten

    @Alex

    ich möchte allerdings darauf hinweisen, dass es für eine Sperrtafel, wie sie YouTube im Gema-Streit immer angewendet hat, überhaupt keine gesetzliche Grundlage gibt.

    Im Gegenteil, das Urheberrechtswahrnehmungsgesetz sieht immer einen Abschlußzwang voraus, kennt aber gar keine Sanktionen, solange noch gestritten wird.

    Der Einsatz von Sperrtafeln war ein (unerlaubter) Vorgang von YouTube, um die Gema bewusst in einem schlechten Licht dastehen zu lassen, was ja auch leider funktioniert hat. Das Landgericht München hat dies ja in seinem Urteil gegen YouTube mit dem Verbot der Sperrtafel bzw. mit dem transportiertem Inhalt bestätigt.
    Das Gericht monierte unter anderem, dass Google/Youtube einerseits stets eine uneingeschränkte Nutzung der Werke auf Ihrer Plattform begründe, andererseits aber mit dieser selbst aufgestellten Sperrtafel für das Gegenteil sorgt und den Vertragspartner verunglimpfe.

    Zum Glück ist dieser Rechtsstreit nun beendet. Dass nun dennoch Sperrtafeln möglich sind, hat nun nichts mehr mit dem UrhWahrnG zu tun, sondern mit dem Urheberrecht im Allgemeinen, den Urheberrechtsverstöße kann es auch unabhängig geben.

    Ein Beispiel:
    Die umfassende Bearbeitung eines Werkes benötigt in D immer eine Zusage des Urhebers selbst, ganz unabhängig ob dieser bei der Gema ist oder nicht. Die Gema kümmert sich ja nur um Aufführungsrechte des Urhebers, nicht aber um alle Urheberrechte. Urheberrechtsverstöße können also immer noch geahndet werden und damit tatsächlich zu "legalen" und "erlaubten" Sperrtafeln auf YouTube führen.

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