YouTube: „Hört auf zu jammern!“ – Vorwürfe der Musikindustrie abgeschmettert

23
SHARES
Erneute Kritik am Videoportal YouTube. | Bild: Rego Korosi [Ausschnitt, CC BY-SA 2.0 ]

Erneute Kritik am Videoportal YouTube. | Bild: Rego Korosi [Ausschnitt, CC BY-SA 2.0 ]

anzeige

Content ID soll´s richten

Das von YouTube seit 2007 eingesetzte System »Content ID«, mit dessen Hilfe Musikstücke anhand von Referenzstücken identifiziert werden können, habe dazu beigetragen, dass YouTube inzwischen insgesamt zwei Milliarden US-Dollar an Rechteinhaber ausgezahlt hat. Die Hälfte davon allein seit Oktober 2014.

Derzeit seien bei Content ID rund 50 Millionen Referenzdateien mit einer Gesamtlaufzeit von 600 Jahren hinterlegt. Nach Angaben des Konzerns hätten sich im Musikbereich über 95 Prozent der Rechteinhaber dafür entschieden, die von Nutzern hochgeladenen Musikstücke auf der Plattform zu belassen und sich von Google an den Werbeeinnahmen beteiligen zu lassen.

Grafik zur Geldverteilung. [Quelle: Google]

Grafik zur Geldverteilung. [Quelle: Google]

YouTube: »Hört auf zu jammern!«

Die Kritik aus der Musikindustrie hält jedoch unverändert an: Gemessen an der Anzahl der YouTube-Nutzer – etwa eine Milliarde – werfe die Plattform zu wenig Geld an Musiker bzw. die Rechteinhaber ab. Immer wieder spitzt sich der Streit zu. Zuletzt Anfang Juli, als sich über 1.000 Musiker zusammenschlossen und Beschwerde bei der EU-Kommission einreichten.

Passend dazu: Kampfansage an YouTube

»Wir nehmen den Schutz von Kreativität im Internet ernst und ergreifen mehr Maßnahmen im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen als je zuvor«, heißt es unter anderem in einem Blog-Eintrag des Konzerns.

Außerdem gibt Google an, dass Schutz und Förderung von Kreativität im Internet Priorität hätten. Man werde auch in Zukunft die Bemühungen im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen im Internet fortsetzen. Besonderes Augenmerk solle dabei auf die Zusammenarbeit mit den Rechteinhabern und die Interessen aller Nutzer gelegt werden.

Nach wie vor geteilte Meinungen

Mit den nun gelieferten Zahlen schafft Google ein paar Fakten, die zumindest etwas Licht in die dunklen Verhältnisse bringen. Die Meinungen sind dennoch weiterhin gespalten. Auf der einen Seite stehen YouTubes Einnahmen in Milliardenhöhe, auf der anderen Seite die Plattenfirmen und Künstler, die sich mehr erhoffen. Von einer tatsächlichen Einigung, wie auch immer die dann aussähe, scheint man noch weit entfernt zu sein.

Wie siehst Du das Thema? Sollten sich Musiker und Plattenfirmen nicht auch mal zufrieden geben? Oder ist die Kritik in Richtung YouTube gerechtfertigt? Wir freuen uns über deinen Kommentar!

Mehr zum Thema:
      


Lesermeinungen (3)

zu 'YouTube: „Hört auf zu jammern!“ – Vorwürfe der Musikindustrie abgeschmettert'

  • Timo Jan Knoll   15. Jul 2016   15:08 UhrAntworten

    Gudde,
    natürlich befinden wir uns ineiner Zeit des Umbruch´s.
    Früher konnte man (wenn man konnte) Platten verkaufen. Jetzt übernimmt sozusagen YT das Geschäft.
    Aber jeder macht doch auch mit. (Außer Taylor Swift, aber hey, wayne).
    Wenn ich aber lese das YT 0,032 € oder so in der Richtung pro Klick an Vergütung bezahlt dann muss man schon verkackt noch mal pervers viele Follower haben um davon leben zu können.
    Also ist YT nicht alles wovon ein Musiker sich abhängig machen sollte.
    Mit der Zeit und dem Druck dem YT gegenübersteht wird sich auch einiges an der Vergütung der Videos des Musikers einiges tun.
    Warum sollte sich ein Musiker / Musiker / Produzent mit weniger zu friedengeben ?
    Da geht noch mehr, liebes YouTube.
    Ja zur Zeit sieht es nicht gut aus wenn Google/YouTube mal die Weltherrschaft übernommen haben.
    Also Leute YT meiden oder mitspielen. Dann sich aber nicht beschweren.
    P.S. Ja ich bin für höhere YT Vergütung.
    Außer #Fler der Verdient pro Platte 10 €. Egal wo. Der ist #Real.

  • Christian Stauderer   16. Jul 2016   14:01 UhrAntworten

    Hallo
    Wenn man ehrlich zu sich selber ist, auf sein Herz hört und das was man macht mit Liebe macht kommt Geld und ein geglücktes Leben von selber. Dann erübrigt sich das Thema.

  • fatman   17. Jul 2016   15:39 UhrAntworten

    Viele werden mir wahrscheinlich widersprechen, aber ich bin der Meinung, dass für eigene Tonaufnahmen und Streamingangebote kein Geld genommen werden darf.

    Jedem Musiker der auf der Bühne seine Werke anbietet, bezahle ich gerne.

    Aber die Musikindustrie gehört verboten. Da verdienen zu viele mit, die nur Geschäfte machen wollen und im schlimmsten Fall die Künstler selbst zerstören. Beispiele kennt jeder genug. Wobei es gar nicht mehr um künstlerische Ansprüche geht. Da ist monitäre Gier die einzige Triebfeder.

    Natürlich ist das Utopie. Aber nachdenken sollte man darüber.

    Denn: Geben ist seliger denn nehmen. :-)

Sag uns deine Meinung!

anzeige

EMPFEHLUNGEN