Wird die Musik auf MySpace kostenlos bleiben?

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Wird die Musik auf MySpace kostenlos bleiben?

Eines war bereits vor diesem Event klar: MySpace hat den Kampf noch lange nicht aufgegeben und versucht, sich mit verschiedenen Tools wie einer Event & Ticket Plattform und der Einführung von Audio Ads über Wasser zu halten.

Dennoch, die Zahlen und Statistiken im letzten Jahr sprechen eine deutliche Sprache. So kann sich Hauptkonkurrent Facebook immer weiter absetzen, während die Anzahl der aktiven MySpace User zu sinken scheint.

Mike Jones hingegen hat eine ganz einfacher Erklärung für die Situation. Im Grunde genommen liesse sich die Entwicklung auf die Umstrukturierung des sozialen Netzwerks zurückführen. MySpace habe weltweit 120 Millionen Unique User und die Zahl in den USA sei relativ stabil geblieben. Lediglich die Seitenaufrufe seien deutlich heruntergegangen, da das alte MySpace Design bis zu 10 Klicks für eine Aktion erfordert hatte, die nun nur noch einen einzigen benötige.

 

Wo sieht sich MySpace?

Interessanterweise sieht sich MySpace heute selbst nicht mehr allein als soziales Netzwerk á la Facebook. Die Neudefinition sieht MySpace als Dienst zur Entdeckung neuer Musik und Menschen, die dieselben Interessen teilen. Zudem verrät das Interview, dass inzwischen über 30% aller Zugriffe über mobile Devices wie Smartphones geschehen.

 

Wie wichtig ist Musik für MySpace?

Wir hatten es bereits im Vorfeld auf delamar und im Podcast schon besprochen: MySpace versucht sich vor allem bei Musikern und rund um die Musik zu halten – sich damit deutlich von allen anderen Online-Angeboten abzugrenzen. Es werden weitere Tools für Musiker und Bands folgen und auch das kostenlose Streaming der Musik von Labels soll in Zukunft erhalten werden.

Vor kurzem wurde ja ein Bericht veröffentlicht, der konstatierte, dass das soziale Netzwerk 10 Millionen US$ monatlich an Verlusten einfahre aufgrund des Streamings. Die Präsidenten von MySpace bleiben aber dabei, dass das kostenlose Streaming weiter aufrecht erhalten werden solle und sie dahingehend in Gesprächen mit den Majors wären. Von diesen hinge letztlich auch ab, ob sich das aktuelle Modell hielte.

 

Und was kommt in Zukunft?

Interessanterweise will MySpace daran arbeiten, den Musikern Möglichkeiten zum moneratisieren ihrer Musik an die Hand zu geben. Das könnte – bliebe die grosse Beliebtheit des Portals auch in Zukunft erhalten – eine echte Chance auch für junge Bands bedeuten, die ihre Vermarktung selbst in die Hand nehmen.

Der letzte Punkt, der mir in diesem Interview auffiel ist die Tatsache, dass MySpace über ein Rebranding bzw. ein neues Logo nachdenkt – ein deutliches Zeichen dafür, dass man alte Zöpfe endgültig abschneiden möchte und sich ein neues Image aufbauen.

Das ganze Interview kannst Du auf englisch bei TechCrunch nachlesen oder in diesem Video sehen.

Mich würde interessieren, was Du über die Entwicklung von MySpace denkst. Wird MySpace die Kurve kriegen? Können die ihr altes Image abschütteln und ihre Position als Onlineportal für Musiker und Bands behaupten? Schreib mir dein Feedback in die Kommentare, ich freu mich darauf.

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Lesermeinungen (7)

zu 'Wird die Musik auf MySpace kostenlos bleiben?'

  • Gerald   26. Mai 2010   15:41 UhrAntworten

    Als ich vor ca. 3 Jahren meinen privaten MySpace-Account erstellt habe, wurde ich noch von unzähligen Leuten aus meinem Freundeskreis dazu gedrängt. Vor ungefähr einem Jahr habe ich dann noch ein Profil für mein Musikprojekt angelegt, immerhin wurde z.B. der Metalcore/Deathcore-Trend der letzten Jahre in erster Linie durch MySpace getragen und einige Bands konnten so bemerkenswerte Bekanntheit erlangen. Mittlerweile überlege ich jedoch stark wegen eines Umstiegs auf eine andere Plattform (beispielsweise last.fm). Mir scheint, Facebook macht MySpace immer mehr Nutzer abspenstig, ist aber wiederum (wie im Artikel erwähnt) für Musiker nur mäßig geeignet. Außerdem sehe ich bei MySpace dringenden Aufholbedarf bzgl. der Technik hinter dem Streaming-Player, der ausschließlich auf Flash-Basis arbeitet (und Flash nicht erst seit dem iPad-Release unter Beschuss geraten ist). Wenn MySpace es wirklich schaffen würde, sich in Richtung einer spezialisierteren Musikplattform zu profilieren (und nicht den bereits verlorenen Kampf gegen Facebook fortsetzt), sehe ich durchaus gute Chancen für die Plattform.

  • Triacle   27. Mai 2010   10:50 UhrAntworten

    Wir haben als Band myspace den Rücken gekehrt nachdem unser Account aus Gründen, die unser leider auch myspace nicht erklären konnte, einfach verschwunden ist. Der Account und alle Adds waren gelöscht. Eine Spezialisierung auf Musiker, die sich schon seit längerem abzeichnet, hat zur Folge, dass man auf myspace keine Fans mehr gewinnen kann, da keine Personen sondern nur noch Bands und Musiker die Seite bewohnen. Hier ist eine Plattform mit einem vernüftigen Konzept deutlich sinnvoller und bringt den Bands auch einen Nutzen.

  • illdottore   27. Mai 2010   11:13 UhrAntworten

    Habe ich eine Myspace-Seite? Ich müsste schon fast Antworten "Natürlich!" Lange Zeit war Myspace ein "must have" für jeden Musikschaffenden, der seine Reichweite erhöhen will. Geschafft hat es das aber nur bedingt in meinen Augen. Der Vorteil von Facebook ist einfach der "social network" Karakter, den Myspace in meinen Augen erst spät und eher schlecht implementiert hat. Auf diesne Zug aufzuspringen ist ihnen nicht wirklich gelungen.

    Für mich hat Myspace entscheidende Schwächen:
    Das Layout ist nicht ohne weiteres anpassbar...wenn man´s gut machen will, sollte man jemanden haben, der fließend CSS spricht. Mit ein bisschen gefummel und Coderaub ;-) kann man auch was erreichen...aber richtig toll wird´s selten. Außerdem ist der Aufbau der Seiten zu überladen und das zur Regel gewordene "ich spame meine Sachen in deine Kommentare" verleiht dem ganzen schnell den Eindruck einer Dauerwerbesendung.

    Sehr schade finde ich, dass Myspace seinen sicher Wahnsinns- Ressourcen nicht eine einfache handhabe zur Seite stellt. So viel Musik die entdeckt werden will, aber so schlechte Suchfunktionen. Für Musikinteressierte, die gerne mal einfach durch die Genre streifen oder schauen wollen, wer im Umkreis welche Musik macht, ist es nicht intuitiv genug. Da läge für mich aber der Reiz dieser Seite.

    Warum Facebook? Hier sind eben nicht nur die Leute, die sich dediziert für Musik interessieren. Die Eigendynamik der Verbreitung von Freunden zu Freunden von Freunden usw. funktioniert einfach besser. Der Aufbau ist übersichtlich, und das kaum zu beeinflussende Layout hat schon fast Apple-Philosophie: Wer nix ändern kann, kann auch nichts kaputt machen oder verhuntzen ;-) Der Inhalt muss überzeugen...was eigentlich ganz fair ist.

  • Carlos (delamar)   02. Jun 2010   17:07 UhrAntworten

    Ja, ihr sprecht aus, was ich auch denke. Es gibt einige wirklich schwierig zu umschiffende Klippen für MySpace. Gerade wenn ich da oben im Kommentar lese, dass eine reine Spezialisierung gerade dazu führen könnte, dass keiner mehr dorthin surft...uuhhh...daran hatte ich noch gar nicht gedacht.

    Wenn MySpace seinen Kurs fortsetzt und dort nur noch Musiker, Bands und professionelle Booker, A&R vorfindet - wen wollen die dann noch bewerben mit den Ads?

    Als wirklich professionelle Plattform zum Kontakte knüpfen und "entdeckt" werden haben schon viele andere ihr Glück versucht und sind bisher gescheitert. Ich für meinen Teil kann nur klar sagen, dass ich zu 95% nur Freundesanfragen bekomme, die Fans für sich suchen und sich überhaupt nicht mit meinen Profilen auseinandergesetzt haben.

    Und das spricht für mich eine deutliche Sprache.

  • Oliver   24. Jul 2010   21:51 UhrAntworten

    Scheint als wäre MySpace mittlerweile für viele einfach überflüssig geworden aus den ein oder anderen Grund. Ich bin noch privat dort, aber auch längst nicht mehr so ausgiebig wie einst. Ich habe für meinen Blog dort ein Profil und es wird nicht gefunden bei google, es kommen kaum Direktbesucher von dort usw. usf., das war früher einmal anders. Allein daran könnt eman schon eine negative Tendenz erkennen. Selbst für einfache Promotion ist MySpace nicht mehr so angesagt wie damals noch.

  • dejotayke   03. Jul 2011   08:38 UhrAntworten

    myspace wird meiner meinung nach von nicht fähigen leuten "gebaut"! ständig neue player, designs, änderungen an den funktionen und so weiter. als ich dann wieder einmal den login-button oder logout-button oder was auch immer nicht fand, war dann nach 4 jahren (2007 - 2011) schluss mit meispatze...

  • vanhold   03. Jul 2011   14:14 UhrAntworten

    Hi!
    Das myspace so schlecht läuft oder immer schlechter wurde ist natürlich hausgemacht. Das esdort zu viele überladene Profile gibt, haben die User ja selbst zu verantworten, und nicht myspace. Die Änderungen die es gerade in der letzten Zeit gab, haben mich zuerst auch nicht wirklich erfreut, aber im Nachhinein finde ich es jetzt besser als vorher. Mal sehen was die Zeit bringt und was die neuen Besitzer daraus machen.

    Das Jubelgeschrei um Facebook kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Die Funktionen sind für Musiker absolut bescheiden und alles was man wirklich braucht gibt es nicht. Der soziale Charakter hat ja auch keine Vorteile, denn will ich wirklich wissen, was "Freunde" machen, nachdem sie Kaffee getrunken haben oder auf dem Klo gewesen sind? Nee, eigentlich nicht! Was anscheinend ja viele begrüßen ist die Gleichheit der Profile ("Was man nicht ändern kann, kann man auch nicht verhunzen"), ich finde das stink langweilig. Das manche Funktionen auch noch absolut undurchschaubar sind und vieles komplizierter ist, als es sein müßte tut ein übriges. Erklär mir doch bitte einer mal, was ist der Unterschied zwischen FB-Profil und FB-Seiten, und warum gibt es noch Fanpages? Alles sieht gleich aus und selbst beim größten Wohlwollen würde ich die delamar-FB-Seite nicht freiwillig besuchen, geschweige denn, mein eigenes Profil/Seite/Fanpage.

    Wenn ich dann noch die Verschwörungstheoretikerschiene bedienen will, dann bekommt das ganze noch einen schaleren Beigeschmack wenn ich höre das M.Zuckerberg ja jetzt schon an den allseits "beliebten" Bilderberger-Treffen teilnimmt und mit den großen der Welt Kaffee trinken darf. Alles sehr undurchsichtig.

    Mal sehen was google+ bringt, schlimmer als FB kann es ja nicht werden. Mein myspace bleibt auch noch bestehen, denn manchmal lacht der, der zuletzt lacht.

    Wie hiess es bei South Park so schön: "Du hast 0 Freunde auf Facebook! Wääääh!)

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