Mehrheit der Deutschen für Warnhinweise bei Urheberrechtsverletzungen

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Studie zur Digitalen Content-Nutzung 2012

Ein Ausschnitt aus der Studie zur Digitalen Content-Nutzung 2012

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Studie zur Digitalen Content-Nutzung 2012

Über die Hälfte der Verbraucher hat sich der Studie zufolge für Warnhinweise ausgesprochen, sollte jemand im Internet das Urheberrecht verletzen, denn sie glauben an eine präventive Wirkung. Zudem hält auch die Hälfte Geldstrafen für ein geeignetes Mittel, diejenigen zu bestrafen, die im Internet illegal downloaden. Sogar drei Viertel aller Befragten wollen, dass die Anbieter von illegalen Inhalten mit Bußgeldern bestraft werden.

Dass laut der Studie mehr als die Hälfte der Bevölkerung auf Seiten der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen, des Bundesverbandes Musikindustrie und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ist, die die Studie gestern gemeinsam veröffentlicht haben, heißt nicht, dass das Warnhinweismodell auch in die Tat umgesetzt wird, zumindest nicht in der jetzigen Zusammenstellung der Regierung.

Studie zur Digitalen Content-Nutzung 2012

Ein Ausschnitt aus der Studie zur Digitalen Content-Nutzung 2012

Denn die Bundesjustizministerin hat sich dagegen ausgesprochen. Leutheusser-Schnarrenberger lehnt es mit folgenden Worten ab: »Das Warnhinweismodell ist ein Angstmodell. Ein solches Angstmodell wird es mit mir nicht geben« (Anm. d. Red.: Word!). Damit spricht sie sich klar gegen Internetüberwachung aus, ohne die die Umsetzung des Warnhinweismodells nicht möglich ist.

Hier noch ein paar Informationen aus der Studie, das Jahr 2011 betreffend:

  • Mehr als ein Drittel der Deutschen nutzten Medieninhalte aus dem Internet
  • 14,8 Mio. nutzten diese Medieninhalte als Stream
  • 7,2 Mio. (44,2%) nutzten ausschließlich legale Angebote
  • 3,1 Mio. (19%) nutzten illegale Download-Quellen
  • Über zwei Drittel bewerten das legale Online-Medienangebot als ausreichend
  • 70% sehen den Vorteil, Künstler & Urheber durch legale Nutzung zu unterstützen
  • 47% sind für die zeitweise Aussetzung des Internetanschlusses als Sanktion

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Lesermeinungen (6)

zu 'Mehrheit der Deutschen für Warnhinweise bei Urheberrechtsverletzungen'

  • Julian Angel   23. Aug 2012   09:04 UhrAntworten

    Fände ich gut. Nicht, um Angst zu machen (Frau Leuth.-Schnarr.: ist ein Parkverbotschild dann nicht auch ein Angstschild? ;)), sondern um aufzuklären. Ich kenne viele Kids, die es für okay halten, sich die Musik "gratis" aus dem Netz zu holen und auch nichts dabei empfinden, dem Musiker direkt zu sagen "ich hab mir Dein Album bei XY gezogen. Rockt ordentlich"...

  • vanhold   23. Aug 2012   10:50 UhrAntworten

    Nein, ein Parkverbotsschild ist kein Angstschild, es ist ein Ge- oder Verbotsschild. Niemand hat etwas dagegen wenn die Content-Industrie Ge- oder Verbote aufstellt. Das mit einem Internet-Pranger zu vergleichen, ist wie ein Vergleich von Apfel und Birnen. Nebenbei gefragt: Was sind Warnhinweise im Internet? Soll das heissen, immer wenn ich jetzt eine Torrentdatei downloade oder mir vom Filehoster etwas ziehe, kommt so ein "Downloadverbotsschild in the box" rausgehüpft und sagt, "Du böser Du, das darfst Du aber nicht!".
    Es geht doch hier um ganz andere Dinge die von der Contentindustrie geplant sind z,B. das veröffentlichen der Daten von "Downloadsündern" im Internet. Deshalb ist die Frage nach einem "Warnhinweis im Internet" sachlich falsch und irreführend. Diese Studie ist also genauso zu beachten wie alles was aus dieser Ecke kommt, am Besten gar nicht! Lug und Trug ist das, mehr aber auch nicht. Da kann man pro oder contra dem Thema gegenüberstehen. Hier versucht nur ein Betrüger dem anderen Betrüger das Wasser abzugraben.

  • Tonstudio0815   23. Aug 2012   12:25 UhrAntworten

    "Warnhinweis: Auf dieser Seite werden verbotene Inhalte angeboten!"

    User1: Oh Toll! Das wusste ich ja noch garnicht! Gleich draufklicken!

    User2: Ja, da gibt es jetzt ein neues Ampel-System!
    Das ist total geil, da erkennt man die richtig guten Seiten gleich an der Roten Farbe.

    User1: Endlich mal ein nützliches Gesetz!

  • Torben   24. Aug 2012   13:02 UhrAntworten

    Vielleicht sollte sich die Musikindustrie endlich mal überlegen, woran es liegt, dass so viel Musik einfach kopiert wird?
    Ich bin der Meinung, dass Musik einfach nicht mehr den Stellenwert in der Gesellschaft hat, wie noch vor 30 Jahren.
    Musik ist für einen großen Teil doch einfach nur noch Hintergrundberieselung. Da ist es völlig egal, ob das 80 kBit MP3 aus dem Handylautsprecher klirrt ohne Ende.

    Die Musikindustrie sollte endlich mal einen Mehrwert schaffen, damit sich der Kauf auch lohnt:
    - Konzertticket-Vergünstigungen
    - Streng limitierte Editionen (künstliche Verknappung)
    - Coole aufwendige Booklets

    Wenn ich durch den Kauf der CD keinen Mehrwert habe, warum soll ich sie mir dann kaufen?

    Ich sage ja schon lange:
    Haut die Musik kostenlos (oder pay-what-you-like) raus und holt euch das Geld durch Konzerte wieder rein!

    Dabei bleiben natürlich die Labels und die GEMA auf der Strecke. Denn die werden dabei vom Künstler (dem Urheber) umgangen.

  • Julian Angel   29. Aug 2012   09:41 UhrAntworten

    @Torben: Gutes Argument. Ich liebe Booklets :) Ich denke aber auch, dass die Musik selbst unter der (geforderten?) Schnelllebigkeit leidet und dadurch der Mehrwert verloren geht. 'Früher' lagen im Schnitt zwei Jahre zwischen den VÖs, heute wird jedes Jahr ein Album auf den Markt geworfen, zwischendurch macht der Sänger noch zwei Sideprojekte - ich denke, darunter leidet einfach das Songwriting...

  • sabine   09. Sep 2012   01:52 UhrAntworten

    Meiner Meinung nach hat die Musik,,Industrie´´ einfach nur Angst oder haben gemerkt das die Zeiten vorbei sind in denen man sich an Künstlern bereichern konnte. Die Piraten saßen doch immer in den Chefettagen der großen Labels. Die Zeiten haben sich nunmal geändern. Hoffe in Zukunft werden noch mehr Musiker ihre Musik selbst übers Internet vertreiben. Es muss auch keiner Millionen verdienen solange ein Muaiker mit seinen VÖs und Auftritten ein normales durchscnittsgehalt verdienen lässt. Wird sich auch die Spreu vom Weizen trennen wer wirklich Musik machen will weil es sein muss oder weil einer brühmt und reich werden will.

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