Streaming-Vertrag zwischen Sony Music und Spotify veröffentlicht

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Musik-Lizenz kaufen oder erwerben via Label?

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Major Labels kassieren ab

Natürlich wissen es die meisten Musiker schon: Richtig gut verdienen in der Musikbranche vor allem die Major Labels. Jetzt wurde auch publik, dass Spotify einen Vertrag mit Sony Music geschlossen hat – mit Konditionen, die vermutlich keinen Künstler freuen werden. Spotify leistet Vorauszahlungen an Sony Music in achtstelliger Höhe – festgelegt für Spotify sind außerdem die Abonnements, die in einer Periode geschlossen werden müssen, die Berechnung der Steaming-Sätze. Diktiert wird der Tiefpreis also nicht von Spotify selbst, so scheint es, sondern von dem Major Label.

Streamingvertrag zwischen Sony Music und Spotify
Was mit den Vorauszahlungen passiert und wohin sie fließen, geht nicht aus dem Vertrag hervor. Aber eine gerechte Aufteilung und Weitergabe an die Künstler, die das System nun mal tragen, scheint nicht vorgesehen.

Wer sich den Vertrag ganz genau durchlesen möchte, kann das direkt bei TheVerge.com » tun.

Was bewirkt die Zahlung an Sony Music?

Geht man von einem Marktanteil von 25% für Sony Music aus und einem Konkurrenten der 40% des Marktanteils hält, schafft es Sony Music mit diesem Vertrag den finanziellen Rückstand zu seinem Konkurrenten aufzuholen. Hinzukommen viele komplexe Klauseln innerhalb des Vertrags, die Spotify u.a. zu allerhand Werbemaßnahmen verpflichtet.

Das europäische Recht dürfte damit ganz sicher ein paar Bauchschmerzen bekommen. Die im Vertrag beinhaltete „Most Favoured Nation“ Klausel ist bei der EU-Kommission schon in der Vergangenheit nicht gut angekommen. Dank dieser Klausel passen sich die Konditionen für Sony Music bei Spotify immer automatisch an die günstigsten Konditionen eines anderen Major Labels an, das bei Spotify streamt.

Was ist die „Most Favoured Nation“ Klausel?
In Deutschland spricht man hier auch von der Meistbegünstigtenklausel. Diese Klausel besagt, dass die Vorteile, die einem Vertragspartner gewährt werden, auch allen anderen Vertragspartnern zugesichert werden müssen. Etwas platt formuliert: Wenn einer 15% Rabatt bekommt, bekommen alle 15% Rabatt (man denke einfach an den Schlussverkauf).

Wie es mit Spotify und Sony Music weitergeht

Der Vertrag zwischen Spotify und Sony Music wurde 2011 unterzeichnet und schließt eine Dauer von zwei Jahren mit der Option auf Verlängerung um ein weiteres Jahr ein. Ob es in der Zukunft ähnliche Verträge mit anderen Major Labels geben wird, welche Verträge es vielleicht bereits gibt, ist bis dato unklar.

Streaming-Dienste

Besonders die kleineren Künstler werden darüber sicherlich sauer sein, denn der Einfluss auf das gezahlte Honorar pro Stream ist weiterhin nicht vorhanden. Ob Spotify oder ein Major Label das diktiert, macht keinen Unterschied.

Die letzten News zu Spotify kannst Du hier nachlesen »

Doch ab wann wird Spotify mit anderen Augen gesehen? Wächst jetzt vielleicht der Unmut gegenüber Major Labels wie Sony Music?

Wie stehst Du zu diesem Thema? Sind Verträge dieser Art ein offenes Geheimnis und sollten einfach akzeptiert werden? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

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Lesermeinungen (2)

zu 'Streaming-Vertrag zwischen Sony Music und Spotify veröffentlicht'

  • Piet K   20. Mai 2015   16:32 UhrAntworten

    Eine Möglichkeit für den Künstler ist es, sich offen gegen Spotify zu stellen, wenn er mit Verteilung des Geldes unzufrieden ist.
    Steht man allerdings bei Sony Music unter Vertrag, so besitzen diese auch die Rechte am Produzierten und man kann sich kaum gegen eine Veröffentlichung über die betroffenen Streamingplatformen wie Spotify wehren. So auch bei wahrscheinlich vielen anderen Labels. Muss man wohl oder übel mit leben.. Leider! Gerade für die kleineren Künstler ist es wichtig, auf einer so populären Platform present zu sein. Auf der anderen Seite ist es gerade für die "Kleinen" echte Abzocke (.wenn sich alles genannte im Artikel auch bestätigt).

    Ich selbst war nie Fan von Spotify, weil ich die Musik lieber selber auch besitzen möchte. Allerdings sehe ich die riesigen Vorteile, die es mit sich bringt. Für den Hörer gibt's schließlich auch keine wirklich negativen Aspekte an der ganzen Sache.

    Wenn man das System um Spotify drumrum nicht unterstützen will, nächstes Mal bei allen Labels anklopfen und auch das Kleingedruckte lesen. Wenn man überhaupt Auskunft bekommen kann, wie es mit er Veröffentlichung über Streamingpaltformen aussieht o.O ;)

  • robotron sömmerda   22. Mai 2015   09:00 UhrAntworten

    Kein Spotify Bashing. Jeder Musiker sollte wissen was er bei wem unterschreibt. Wenn in dem Vertrag keine Streamingeinnahmen für den Musiker drinstehen, darf der Musiker sich nicht beschweren und wenn nur bei seinem Vertrags"partner".

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