Drastische Erhöhung der Abgaben auf Speicherkarten und USB-Sticks

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GEMA

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Pauschalabgabe für Privatkopien

Damit dieses ermöglicht werden kann, soll der Käufer jetzt Abgaben von 1,56 Euro für USB-Sticks und 1,95 Euro für Speicherkarten mit mehr als 4 GB Speicherplatz leisten. Vorher betrug der zu entrichtende Betrag 10 Cent. Die Steigerung beträgt also unglaubliche 1.850 Prozent. Die Grenze von 4 GB ist jedoch noch nicht sicher und der Groll, den sich die ZPÜ durch diese Anhebung der Abgaben zugezogen hat, lässt die GEMA nachdenken. In einer Erklärung im Internet liest man folgendes Szenario: »Beispielsweise werden mit einem USB-Stick während seiner Gesamtlebensdauer durchschnittlich 677 Musiktitel, 541 professionelle Fotografien, Bilder oder Kunstwerke, 93 Graphiken und 66 Teile aus Büchern vervielfältigt. Bei einer Speicherkarte sind es im Vergleich 390 Musiktitel, 579 professionelle Fotografien, Bilder oder Kunstwerke, 24 Grafiken und 10 Teile aus Büchern«.

Wenn man im Moment einen USB-Stick für weniger als 5 Euro kaufen kann, wird das in Zukunft mit den neuen Regelungen kaum mehr möglich sein – es sei denn, die Hersteller nehmen die Abgaben auf ihre Kappe, um letztendlich noch weniger an den Speichermedien zu verdienen. Auch dass Speicherkarten mit so viel Mehrabgaben belegt werden, sorgt für Unverständnis, da diese ja zumeist für private Fotos und Videos genutzt werden.

Die Hersteller, die die Erhöhung der Preise an die Kunden weitergeben müssten, sehen die neue Tariferhöhung als nicht zumutbar an. Für sie wird sich der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien BITKOM jetzt um ein Schiedsverfahren bemühen, um die Rechtslage dazu zu befragen.

GEMADie bisherigen Verhandlungen der ZPÜ mit BITKOM waren wenig erfolgreich; von einer Einigung in den nächsten Wochen und Monaten ist nicht auszugehen. BITKOM hält die derzeitigen Abgaben für angemessen, die ZPÜ will mindestens einen Euro Gebühren pro USB-Stick, für Speicherkarten noch mehr.

Mit George Linardatos, Deutschlandchef des Speicherherstellers Transcend, äußert sich ein Hersteller kritisch und verweist als Begründung auf §54a, Absatz 4, wo es heißt: »Die Vergütung darf Hersteller von Geräten und Speichermedien nicht unzumutbar beeinträchtigen; sie muss in einem wirtschaftlich angemessenen Verhältnis zum Preisniveau des Geräts oder des Speichermediums stehen«. Die neuen Gebühren sind nach Linardatos nicht angemessen.

Er verlangt nach einer Korrektur der neuen Regelungen, denn solange nur Deutschland die Preise für Speichermedien anpassen muss und die Schweiz und andere nicht-EU-Länder beispielsweise nicht, können diese ihre Speichermedien für deutlich weniger Geld anbieten, woraufhin den deutschen Händlern die Kunden ausgingen.

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Lesermeinungen (2)

zu 'Drastische Erhöhung der Abgaben auf Speicherkarten und USB-Sticks'

  • Luksimlau   30. Mai 2012   19:12 UhrAntworten

    Die GEMA schafft sich ab...

  • Ramon Smith   03. Jun 2012   08:16 UhrAntworten

    Das endet höchstens darin, das sich alle, die mehr als alle zwei Jahre einen USB-Stick als Gelegenheitskauf bei Saturn an der Kasse mitnehmen, ihre Speichermedien im nahen Ausland bestellen und bestenfalls sgar Versandkostenfrei & auf jeden Fall wesentlich günstiger dran kommen.
    Als Urheber hilft mir das total! Ich konnte mir nichts besseres erträumen!

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