Kampfansage an YouTube: Taylor Swift fordert Reform des US-Urheberrechts

40
SHARES
Taylor Swift schließt sich offenem Brief an US-Kongress an.

Taylor Swift schließt sich offenem Brief an Kongress an. | Bild: Eva Rinaldi [Ausschnitt, CC BY-SA 2.0 ]

anzeige

Taylor Swift geht auf die Barrikaden

Die Unterzeichner des offenen Briefes beklagen vor allem, dass sie für die Verbreitung ihrer Werke im Internet keine ausreichende Vergütung erhalten. Immer mehr Musik werde online verbreitet, wovon aber hauptsächlich nur die Betreiber der Online-Plattformen profitieren. Künstler gehen zumeist leer aus.

Namentlich wird YouTube in dem offenen Brief an den Kongress zwar nicht genannt, leise Stimmen lassen aber verlauten, dass es größtenteils um den Google-Video-Dienst ginge.

Künstler wie Taylor Swift sehen in dieser Entwicklung eine starke Bedrohung ihrer Existenz und darüber hinaus sogar eine Gefährdung kommender Generationen. Die Wahl, als aufstrebender Künstler Musik machen zu dürfen oder genug zum Leben verdienen zu können, dürfe sich nicht ergeben.

Veraltetes Urheberrechtsgesetz »DMCA«

»DMCA« beziehungsweise der »Digital Millennium Copyright Act« aus dem Jahre 1998, sei veraltet und ließe sich auf die gegenwärtigen Gegebenheiten nicht mehr korrekt anwenden. Er trage zum Leid vieler Künstler bei. Es sei also höchste Zeit also, dass Musikindustrie und Künstler nun erneut Druck ausüben, heißt es.

Alles zielt auf eine Angleichung des Gesetzes ab: Speziell YouTube zahle für die Verwendung von Musikstücken keine entsprechenden Vergütungen und zusätzlich lasse man den Künstlern keine Wahl darüber, ob und inwiefern ihre Musik Verwendung findet.

YouTube hingegen argumentiert mit den Einnahmen, die beispielsweise Taylor Swift mit ihrem Kanal (fast 1,5 Millionen Abonnenten) macht. Gekontert hat YouTube außerdem damit, in der Vergangenheit immer wieder Milliarden an US-Dollar an Musikschaffende ausgeschüttet zu haben. Entsprechende Tools zur Kontrolle über die Verbreitung der Musikstücke stünden ebenfalls zur Verfügung.

Dauerthema auch in Deutschland

Ob das Herantreten an den Kongress letztlich Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Es bleibt auch in Deutschland ein Dauerthema – streiten sich doch hierzulande Künstler, Labels, GEMA und YouTube ebenso unermüdlich. Internationales, europäisches und deutsches Urheberrecht vertragen sich scheinbar nicht und prallen allzu gerne aufeinander.

Wie ist deine Meinung zu diesem aufreibenden Thema? Wird es aus deiner Sicht auch langsam Zeit, das leidige Thema Urheberrecht zu reformieren? Schreibe uns deine Meinung in die Kommentare!

Mehr zum Thema:
      


Lesermeinungen (7)

zu 'Kampfansage an YouTube: Taylor Swift fordert Reform des US-Urheberrechts'

  • robotron sömmerda   23. Jun 2016   21:37 UhrAntworten

    Merkwürdig, wenn die Plattenfirmen mitmachen geht es um was anderes, als eine Vernatürlichung des sogenannten Urheberrechts.

  • Maxwell   24. Jun 2016   08:56 UhrAntworten

    Eine DMCA- Reform ist hinsichtlich Wahrung und Schutz von Urheberrecht und Leistungsschutzrechten zwingend notwendig.
    Die Amerikaner halten sich mit dem DMCA für den Nabel des internationalen Urheberrechts und Gerichtbarkeit und hier entsteht ein massives Problem, von dem viele legitime Urheberrechtsinhaber außerhalb der USA betroffen sind.
    Ein Kernproblem mit dem DMCA ist da nämlich die Schutzrechtberühmung bezüglich Copyfraud.
    Bestes, bzw. schlechtes Beispiel: SoundCloud !

    Wenn Sie als Urheberrechtsinhaber ihre alten und bereits öffentlich publizierten Werke (außerhalb der USA) nun bei z.B. SoundCloud veröffentlichen möchten, werden Sie u.U. vielleicht fesstellen müssen, das ihnen ein ominöses Unternehmen zuvor gekommen ist, ihre Werke geklaut und selbst bei SoundCloud veröffentlicht hat.
    Nun stehen Sie vor dem Problem bezüglich unrechtmäßiger Urheberrechtsanfechtungen und jener Schutzrechtberühmung, ihre Legitimität als alleiniger Urheberrechtsinhaber erst einmal beweisen und nachweisen zu müssen, da das ominöse Unternehmen als Pro-Account Nutzer mit dem Hochladen der (geklauten) Werke, einen "legitimen" Schutz der DMCA erhält, bzw. SoundCloud sich unter den Mantel und Fuchtel der DMCA verschanzt !

    Wenn Sie ihre damals in z.B. Deutschland und Österreich nachweislich veröffentlichten und vertriebenen Werke nicht auch irgendwie bei der DMCA angemeldet haben- was man als europäischer Musiker eigentlich ja eher nicht macht und sich auf das internationale Recht des Urheberrechtsschutz und Eigentümerschaft verlässt- haben Sie ganz schlechte Karten bei einer reinen Gegendarstellung bezüglich DMCA und SoundCloud.

    Während Sie (wie in meinem Fall) erst einmal Anwalt und Gericht bemühen müssen, um eine Urheberrechtsklage mit internationaler Tragweite ins Rollen zu bringen (bei mir Deutschland, Italien, USA), schützt SoundCloud "Dieb (als Pro-User) und seine geklauten Uploads weiterhin "offiziell" bleiben (ihnen aber dadurch weiterhin wirtschaftlicher Schaden zufügt wird), während ihre Tracks als nachweislich rechtmäßiger Urheber (auf Grund der nachweislichen Publikationen) erst einmal gesperrt werden, bis der somit gerichtliche Nachweis erbracht wurde, das Sie tatsächlich der rechtmäßige Urheber und Eigentümer ihrer Werke sind.

    Das ist eines der wesentlichen Problematiken mit DMCA und Portalen wie insbesondere SoundCloud aber auch Youtube etc, die es sich da sehr sehr einfach machen, weil man sich hinter dem DMCA verschanzt (und auf z.B. deutsches Urheberrecht pfeift), massig Geld verdient (aber sich im Prinzip auch mit haftbar macht), weil man den "Dieb" schützt und dem rechtmäßigen Eigentümern schwere Steine, auf Grund der gerichtlichen aber insbesondere finanziellen Belastung, in den Weg legt.

    Daher muss dringen und zwingend eine DMCA-Reform her, weil die USA sich nicht das Recht und Ansicht herausnehmen kann, der alleinige Urheberrechtsbauchnabel der Welt zu sein.

  • robotron sömmerda   24. Jun 2016   21:10 UhrAntworten

    Soundcloud unterliegt aber nicht dem USA Recht.

    • Maxwell   24. Jun 2016   21:56 UhrAntworten

      Robotron:
      Nach insgesamt 27(!) Urheberrechtsanfechtungen, die ich als rechtmäßiger Urheberrechtsinhaber mit einem angeschlossen GmbH-Vertrieb gegen ein ominöses italienisches Label erhoben habe, das auch auf SoundCloud vertreten ist und ich eine Löschung der geklauten Tracks des ominösen Labels auf SoundCloud beantragte, durfte ich mich jedesmal mit SoundCloud-"USA" auseinander setzen- mit dem Hinweis von SoundCloud, das "deren legitime Rechtsgrundlage" sich auf das amerikanische DMCA bezöge, bzw. der ominöse "Italiener" die Werke bei der DMCA rechtmässig angemeldet hätte und er daher der gegenwärtig "legitime" Rechteinhaber sei, was ich mit etlichen Belegen und Nachweisen durch meine kommerziellen Publikationen jedoch unmissverständlich widerlegen konnte.

      Dennoch sperrte sich SoundCloud dagegen, einige der geklauten Werke des Users zu löschen, bzw. wegen Urheberrechtsverstöén in mind. 27 Fällen, diesen Nutzer komplett zu löschen... mit der stetigen Begründung, Hinweisen und Berufung des DMCA.
      Natürlich unterliegt SoundCloud nicht dem amerikanischen Recht- das weißt du, das weiß ich und jeder Andere... verschanzt sich aber unrechtmäßig hinter dem DMCA- und kassiert weiter Geld... und das ist das Problem, das mir irgendwann zu bunt wurde und sich nun die Anwälte um den ganzen Murks mit dem "Italiener" kümmern (der schon einmal durch meinen Vertrieb erfolgreich verklagt wurde), aber auch um SoundCloud, wegen Verstöße der Schutzrechtberühmung und daraus erfolgten Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht, da mir durch SoundCloud ebenfalls wirtschaftlicher Schaden entstand und weiterhin entsteht.

      • robotron sömmerda   27. Jun 2016   21:53 Uhr

        Interessanter Aspekt, den ich so nicht kannte. Sollte man mal (in ruhiger Darstellung:o) genauer beleuchten.

    • Maxwell   25. Jun 2016   10:32 UhrAntworten

      Das ist aber genau das Problem. Da SoundCloud nicht der amerikanischen Justiz unterliegt, verschanzt man sich aber hinter dem amerikanischen DMCA, da Urheberrechtsanfechtungen über SoundCloud stets mit Bezug auf das amerikanische DMCA laufen. (17 U.S.C. Section 512 (c) ("DMCA"), Los Angeles/California).
      Schon einmal die Problematik mit Urheberrechtsnachweisen mit SoundCloud gehabt ?
      (Und damit meine ich nicht, den SoundCloud-Button zu klicken und eine eventuelle Urheberrechtsverletzung zu melden).

      Man wird sich wundern, das ein Berliner Unternehmen mit der Juristei in London sich so vehement auf amerikanische Rechte beruft, bzw. verschanzt !

  • Slashgad   25. Jun 2016   12:26 UhrAntworten

    Das da was falsch läuft, das weiss wohl jeder - nur nicht genau was (ich zumindest kenne mich nicht so genau aus...).

    Irgendwie merkwürdig ist, ist dass hier Leute bzw. Stars und Firmen sich melden, deren Einkünfte ohnehin jenseits von gut und böse sind. Ich verstehe nicht ganz, was sie antreibt. Wollen sie einfach noch mehr verdienen? Viel wichtiger wäre es doch, dass kleine und mittlere Musiker und Bands auch noch was vom Kuchen abkriegen und wieder davon leben können!

Sag uns deine Meinung!

anzeige

EMPFEHLUNGEN