Taylor Swift: Kreuzritterin der Plattenindustrie?

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Taylor Swift spricht auf der Google-Veranstaltung »YouTube Presents«

Taylor Swift spricht auf der Google-Veranstaltung »YouTube Presents« | Bild: Marcin Wichary [Ausschnitt, CC BY 2.0 ]

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Künstlerische Kontrolle, keine Fügung

Ihre Haltung nahm Taylor Swift schon in frühen Jahren ein. Mit 14 besuchte sie die »Music City USA« in Nashville, eine eher konservative Umgebung für jemanden, der bereits zu der Zeit eigene Texte schrieb und sich gegen Produzenten, aber auch Plattenbosse auflehnte.

Schnell wurde klar, dass die ungeschriebenen Gesetzte der Musikindustrie an ihr keine Anwendung finden werden. Anstatt sich ohne Widerspruch der Branche zu fügen, begann ein Kampf, den sie letztlich gewann. Die Gewalt über ihre künstlerischen Arbeiten sollte nur ihr zustehen.

Zurecht ließ sie stolz über ihr Erfolgsalbum »1989« verkünden: „Dieses Album ist komplett und allein nach meinen Vorstellungen entstanden, keine anderen Meinungen, keine fremde Agenda sind eingeflossen.“ Eine Tatsache, die weiß Gott nicht jeder Künstler von sich behaupten kann.

Neuer Status für Künstler

Swift hat den Weg für viele nachfolgende, junge Künstler geebnet. Nahezu grundlegend sorgte sie dafür, dass sich die Produktionsbedingungen verbesserten. Viele, die es ihr gleich machten, bekamen Plattenverträge, die es erlaubten, eigene Texte zu schreiben und damit auch maßgeblich an den Tantiemen beteiligt zu werden.

American Music Awards - Taylor Swift

Taylor Swift bei den American Music Awards: Auch auf allen anderen Events der Branche erntet sie regelmäßig ihre Lorbeeren. | Foto: Disney | ABC Television Group

Von den Auseinandersetzungen mit den Streaming-Diensten Spotify und Apple-Music mal abgesehen, ist die Einflussnahme darauf, wie Musiker für ihre Arbeit entlohnt werden, enorm und mehr als dankenswert. Die ausgelöste Debatte schlägt weitaus höhere Wellen als üblich und eben nicht nur Profiteure der Musikbranche diskutieren, sondern gerade die Fans hinterfragen die Art und Weise, wie sie Musik konsumieren.

Taylor Swift stärkt die Urheber

Die Gegner stehen Fest: Neben Spotify und Apple, wurde unlängst auch harsche Kritik an YouTubes Geschäftsmodell geübt. Während Spotify etwa zwei Drittel der Umsätze an die Rechteinhaber ausschüttet, bleibt YouTube für Urheber weiterhin ziemlich undurchschaubar. Der Gewinn, der durch die wohl größte Streaming-Plattform an Künstler verteilt wird, ist verschwindend gering.

Eine Einigung zwischen den Streaming-Anbietern und den großen Plattenfirmen wurde schnell gefunden. Die eigentlichen Urheber sehen sich jedoch weiterhin in einer misslichen Lage. Auf lange Sicht bleibt aber die Hoffnung, dass die Stellung der Künstler, im Vergleich zu der der Verwerter, gestärkt wird.

Selbstbestimmtes Image

Mit ihrer Haltung avancierte sich der Megastar Taylor Swift zu einem wahren Schwergewicht in der amerikanischen Musikindustrie. In Europa wird sie für ihr Handeln gegenüber Streaming-Diensten zurecht gefeiert. Taylor Swift beweist, dass die eigene Meinung zählt, und ganz offenbar hat ihre Gewicht. Niemand sollte sich vor den Karren der Musikindustrie, mit all den alten Geschäftsmodellen, spannen lassen.

Wie ist deine Sicht der Dinge? Wärst Du der große Weltstar, wie würdest Du versuchen, die Übermacht der Musikindustrie zu beeinflussen? Ist es ein guter Ansatz, was Taylor Swift macht, oder bleibt es am Ende doch ein Kampf gegen Windmühlen?

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Lesermeinungen (1)

zu 'Taylor Swift: Kreuzritterin der Plattenindustrie?'

  • Marc   13. Jul 2016   13:57 UhrAntworten

    Naja, Taylor Swift hat aber auch das Pferd nicht von hinten aufgezäumt, wie es bei vielen anderen Künstlern der Fall war. Je mehr Rechte ich für mich als Künstler sichere, desto größer die Ausschüttung. Keine Co-Songwriter bedeutet, kein Teilen mit diesen. Kein 360 Grad Deal bedeutet, mehr Einfluss und Einnahmequellen für den Künstler. Dann gibt es auch bei Spotify mehr vom Kuchen, denn sonst kassiert das Label nach altem physischem Vertriebsmuster den Löwenanteil. Und was das "böse" Youtube betrifft, darf man nicht vergessen, dass zum Beispiel "Happy" von Pharrell Williams, laut seinen eigenen Aussagen erst durch die unzähligen "random dance"-Videos bekannt wurde, die vor einigen Jahren durch das Netz fluteten und er dann sehr gut dadurch verdient hat.

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