Spotify verkauft jetzt Nutzerdaten an Werbetreibende

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Soundcloud bald in Spotifys Händen? |

Soundcloud bald in Spotifys Händen? | Bild: Scott Beale [CC BY-NC-ND 2.0]

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Spotify öffnet Datenbanken

Der Musik-Streaming-Dienst gab in seinem Firmenblog bekannt, zukünftig Angaben wie Alter, Geschlecht sowie die Musikrichtung, die man gerne hört, zu Analysezwecken an Werbeunternehmen zu übermitteln. Die Zeiten, in denen lediglich Freunde und Familie Einblick in die persönlichen Playlists bekamen, sind damit vorbei.

Das Programm, das die Datenübermittlung ermöglicht, nennt Spotify »Programmatic Buying«. Insgesamt betrifft das neue Werbeprogramm 70 Millionen User verteilt auf 59 Länder, die die kostenfreie Version des Streaming-Anbieters verwenden. Durch die Möglichkeit, das Nutzerverhalten zu analysieren, wird es möglich sein, benutzerdefinierte und zielgerichtetere Werbung zu schalten.

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Spotify: Werbeeinnahmen steigern

Es ist bekannt, dass Spotify trotz hoher Nutzerzahlen seit jeher mit roten Zahlen zu kämpfen hat. Durch erhöhte Werbeeinnahmen, ließen sich die Finanzen besser in den Griff bekommen. Zudem plane das Unternehmen, 2017 an die Börse zu gehen. Als Werbepartner hat man sich drei der größten und etabliertesten Plattformen ins Boot geholt: »AppNexus«, »Rubicon Project« und »The Trade Desk«.

Ob es bei den erwähnten Daten bleibt, darf bezweifelt werden. Zuletzt machte Spotify 2015 mit neuen Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen auf sich aufmerksam. Damals räumte man sich das Recht ein, auf den Smartphones der Nutzer auf Kontakte, Mediendateien oder Fotos zuzugreifen. Ebenso interessant scheinen die Standortdaten und Informationen darüber, ob ein Nutzer geht, joggt oder im Nahverkehr unterwegs ist zu sein.

Ganz normale Geschäftspraxis oder Ausschnüffelei?

Was denkst Du darüber? Hast Du generell Bedenken, dass Informationen über dich zu Werbezwecken verhökert werden? Oder stehst Du dem gelassen gegenüber? Wir freuen uns auf dein Feedback, gleich hier unten in den Kommentaren.

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Lesermeinungen (6)

zu 'Spotify verkauft jetzt Nutzerdaten an Werbetreibende'

  • Maegz   27. Jul 2016   10:50 UhrAntworten

    Danke für die Info! Hab die App gerade gelöscht. Hatte sie sowieso nur noch wegen "Fest & Flauschig". Aber Alter, Geschlecht, Musikrichtung, Kontakte, Mediendateien, Fotos und Standortdaten gehen gar nicht als Preis für einen kostenlosen Podcast.
    Ich verstehe, dass die Geld verdienen müssen. Aber dann wäre es ehrlicher, ausschließlich auf Bezahlmodelle zu setzen. Es muss jeder selber wissen, wieiviel Daten er von sich preisgeben möchte. Aber wenn ich meine Musik offline höre, will niemand meine Fotos sehen oder meine Standortdaten abgreifen.

  • Robotron Sömmerda   27. Jul 2016   10:55 UhrAntworten

    Muss man nicht kommentieren;o) gibt ja nur zwei Positionen: 1. deswegen mache ich bei keiner Datenkrake/"sozialem" Netzwerk mit. 2. Ist nun mal heutzutage so.

    • Felix Baarß (delamar)   27. Jul 2016   14:40 UhrAntworten

      Auf den Punkt.

      Insofern besten Dank, dass Du trotzdem kommentiert hast. :)

      Gruß,
      Felix

  • Manuel   27. Jul 2016   11:06 UhrAntworten

    Jo, im Grunde ist das das Gleiche wie bei Facebook auch, oder? Da kann ja kein Werbekunde nachfragen, welche Musik der einzelne hört, sondern maximal so Dinge "Leute aus Berlin hören gerne Techno" und "Weibliche Leute zwischen 12-18 Jahren hören gerne Justin Bieber". Vielleicht so was wie "Meine Werbung wird oft von Metall-Hörern geklickt."

    Wenn das so ist, dann kann ich da nicht wirklich dagegen sein. Da geht es dann ja nicht mehr um das Ausspionieren einzelner Nutzer, sondern mehr um die Erkennung von werberelevanter Trends.

    Zudem hat Spotify nicht so krass sensible Daten, maximal wer wieder mal Justin Bieber gehört hat. Ich stehe zu der Musik, die ich höre. Denke mal das ist bei den Meisten hier so.

    +Bin nicht betroffen, weil Spotify Premium.

  • Pascal Lenz   27. Jul 2016   11:50 UhrAntworten

    Bin auch der Meinung. Wenn man umsonst die ganze Musik nutzen kann finde ich das als Preis dafür zu zahlen ok.

    • Robotron Sömmerda   28. Jul 2016   15:12 UhrAntworten

      Der Preis ist "nur" ein SoGutWie-Grundrecht: https://de.wikipedia.org/wiki/Informationelle_Selbstbestimmung.
      Junge Menschen können - naturgemäß! - die Weite ihres Handelns nicht abschätzen, da die (Lebens-) Erfahrung fehlt. Problematisch dann, wenn dadurch Tatsachen für alle geschaffen werden...

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