Spotify & Co. – Das Hartz IV unter den Vergütungsmodellen?

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Was bringen Streaming-Dienste den Musikern ein?

Um einen Streaming-Dienst zu ermöglichen, müssen zunächst einmal die Lizenzen an Songs erworben werden. In Deutschland müssen Anbieter solcher Dienste außerdem einen Rahmenvertrag mit der GEMA schließen. Das kostet eine Menge Geld und deshalb müssen die Anbieter solcher Services auch Tarife entwickeln, die das Geld wieder reinbringen, aber die User nicht verschrecken. So kann man mittlerweile für nur 5 Euro einen ganzen Monat lang auf 13 Millionen Songs zugreifen. Wer noch einen Fünfer drauflegt, kann die Songs auch im Offline-Modus hören.

SpotifyDass Urheber und Musiker von diesem geringen Betrag nie und nimmer leben können, kann man sich denken. Müsste ein Musiker alleine von den Einnahmen der Streams leben, könnte er in keinem Fall auch nur die Produktionskosten seiner Musik decken. Die Streams sind nicht einfach nur eine schlechte Verdienstmöglichkeit für Künstler, sondern hemmen auch das Kaufverhalten der Nutzer. Dass die Weiterentwicklung der Streaming-Dienste einen Mehrerlös für Musiker bedeuten könnte, kann auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass andere Vertriebskanäle schrumpfen oder gar verschwinden werden.

Jedoch könnten diese legalen Angebote, Musik herunterzuladen, zu einem weiteren Rückgang der illegalen Downloads führen. Wenn aber Musiker damit jährlich weniger als 100 Euro verdienen, fragt man sich zurecht, ob legal oder illegal noch einen Unterschied macht. Viele Produzenten ziehen daraus die Konsequenz, ihre Musik aus dem Angebot solcher Kanäle zu entfernen. Denn während die Musiker fast nichts an diesem Konzept verdienen, scheffeln Unternehmer mit ihren Werken einiges an Geld.

Wenn Du dich ein bisschen tiefgründiger mit dem Thema beschäftigen willst, sei dir der Artikel von unserem Kollegen Dirk Brünner bei Backstage PRO an´s Herz gelegt:

Sind Spotify und Co. das Hartz IV unter den Vergütungsmodellen?

 

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Lesermeinungen (37)

zu 'Spotify & Co. – Das Hartz IV unter den Vergütungsmodellen?'

  • Maurice   10. Mrz 2012   10:31 UhrAntworten

    Ich denke mal, der Titel soll lediglich provozieren. Mir persoenlich ist er deutlich zu provokant.

    Was bringt es mir als Musiker ueber einem Service wie Spotify zu motzen? Wie waere es, den Aerger bei den Personen auszulassen, die dafuer zustaendig sind, die eigene Musik zu vermarkten und zu verwirtschaften?

    Die Tatsache, dass die Labels/GEMA und alle anderen keine Probleme damit haben, solche Konditionen auszuhandeln, stoert wohl niemanden?

    Des Weiteren war Spotify in D nicht verfuegbar aufgrund sehr langer Verhandlungen mit der GEMA. Inhalte sind leider unbekannt, koennten aber sicherlich relevant fuer dieses Thema sein. Als Konsument war ich ueber Jahre veraergert, dass ein Grossteil der Welt schon in der Lage war, solche Dienste zu nutzen, hier das ganze aber tabuisiert wird.

    • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   10. Mrz 2012   18:50 UhrAntworten

      Hallo!

      "Wie waere es, den Aerger bei den Personen auszulassen, die dafuer zustaendig sind, die eigene Musik zu vermarkten und zu verwirtschaften?"

      Das bist im Endeffekt Du selbst, gerade heutzutage.

      Mit dem Vorwurf gegen Plattenfirmen oder gegen die GEMA werden bestenfalls die üblichen Feindbilder bedient.

      * * * * * *

      Ich bin Musiker. Ja, mich stört es, dass Aggregatoren heutzutage mehr Geld als jene verdienen, die den kreativen Inhalt bereitstellen.
      Ohne diesen Inhalt könnte kein Verteiler (spotify, Youtube, Myspace, Facebook, ...) irgendetwas anbieten - eine angemessene Wertschätzung der Urheber bleibt aber trotzdem aus.

    • Musiker   20. Jan 2013   21:53 UhrAntworten

      Spotify ist mehr als illegal...
      Seitdem es spotify gibt will man keine Musik mehr produzieren

  • Bleiplombe   10. Mrz 2012   13:18 UhrAntworten

    Wer hat eigentlich wo festgelegt, wie das Monetarisierungsmodell bei Musik sein soll?
    Ein Handwerker oder ein anderes Dienstleistungsunternehmen kommen doch auch erst auf Zuruf und verlangen nur einmal Geld. Nicht bei jeder Nutzung des neuen Parketts. Vielleicht müsst ihr Musiker eben mal drauf einstellen, nur Musik zu machen, wenn euch jemand dafür bezahlt. Wie Mozart & Co. Eben.

    • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   10. Mrz 2012   18:46 UhrAntworten

      Hallo!

      In edr Konsequenz bedeutet das, spotify, Youtube, Myspace und ähnliche Plattformen zu schließen.

      Du verlangst ja, dass Musiker sich darauf einstellen sollen, nur dann Musik zu machen, wenn sie Geld dafür bekommen.
      Auf spotify bekommt man als Urheber keine nennenswerten Beträge, auf Youtube in den vielen Fällen gar nichts - als dürfte es dort ja nach Deienr Argumentation keine Musik(er) geben. Habe ich Dich da richtig verstanden?

    • Frank   10. Mrz 2012   22:07 UhrAntworten

      Aha, Hofkomponisten!!! Freiheit und Kostenlos im Internet fordern und die Künstler zurück ins Mittelalter empfehlen, zur Staatskunst und in die Mäzenenabhängigkeit. Ich glaube das möchte sich niemand anhören und die Heuchelei solcher Überlegungen ist offensichtlich. Kunst muss in einer Zivilgesellschaft frei sein und das geht nur, wenn Künstler auch Einnahmen aus ihrem Schaffen generieren können.

    • Manfretti   13. Mrz 2012   09:50 UhrAntworten

      Na, ich kann verstehen, worum es hier gehen soll. Nur weil ein Bäcker 200 Brötchen backt, besteht noch keine Verpflichtung für die Öffentlichkeit, diese zu kaufen.

      @Frank: Warum "muss" Kunst frei sein? Die bekanntesten Musikstücke weltweit stammen noch aus einer Zeit, in der die Musik eben nicht frei geschaffen wurde. Klar, wir haben jetzt viel mehr Musik mit viel mehr Varianz. Aber ist die Musik deswegen auch besser geworden? Ist die Gesellschaft eine bessere geworden? Oder spricht aus dieser Idee nicht nur das elitäre Gedankgut Kreativer heraus?

      • Frank   14. Mrz 2012   00:00 Uhr

        Das möchte ich Dir gerne erklären: Mit der Erfindung des Buchdrucks wurde das geistige Eigentum als richtig erkannt, um Autoren durch die Verlage vergüten zu können. In der Folge wurden unzählige Romane geschrieben und so konnte zum Beispiel ein Fürst über das Leben einer Magdt lesen. Daraus entwickelte sich Emphathie, was zur bildung weiterer Naturrechte führte, bis hin zuletzt vor 60 Jahren zur Erklärung der Menschenrechte.
        Ich hoffe Du teilst meine Auffassung über die Bedeutung dieses jüngsten Zivilisationsprozesses und erkennst die rasante Entwicklung zu einer besseren Gesellschaft. Zu keiner Zeit lebten Menschen so frei wie wir heute und noch nie war die Wahrscheinlichkeit so gering einen gewaltsamen Tod zu erleiden. Eine solch freie Gesellschaft kann nur durch frei und selbstständig arbeitende Künstler gespiegelt werden, es gibt keine Instanz die das durch Auftragsarbeit leisten könnte.

        Und beachte bitte auch andere Gesellschaften: Bei den Talibanen ist Musik verboten, in muslimischen Gottesstaaten ist die gegenständliche Malerei verboten, nur Ornamentik erlaubt. Hier bei uns wurden unter Hitler akstrakte Maler und Jazzmusiker politisch verfolgt. Autoritäre Ideen kommen selten allein, es sind immer ganze Unterdrückungspackete.

        Der Nutzen von selbstständigen Künstlern geschaffener Werte, die in noch nie da gewesener Ausdrucksvielfalt unser Leben bereichern, liegt in der Weiterentwicklung unserer Individualgesellschaft. Der Hofnarr hat ausgedient und jeder Winkel wird heute von Kreativen reflektiert, kommentiert, inspiriert und emotionalisiert. Meines Erachtens ist das die beste Grundlage um weitere Verbesserungen vorantreiben zu können.

    • Bernd Stromberg   13. Mrz 2012   13:16 UhrAntworten

      @Bleiplombe:
      Ein selten dämlicher Vergleich. Es geht hier um enorme Summen, die ausgelegt werden müssen, bevor eine CD in den Handel kommt. Im Pop (á la Bohlen) spielt sich sowas locker ein, aber ein Jazzer oder Klassiker braucht ne Weile, um das Geld für die CD wieder einzuspielen. Wenn jetzt Spotify und Kollegen nur geringste Beträge an die Urheber zahlen, und den ganzen Rest selber in die Tasche stecken, dann werden die Jazz/und Klassikproduktionen entweder noch weiter zurückgehen, oder, wie ich hoffe, sich aus dem Streaming komplett zurückziehen. Interessanterweise findet sich bei Spotify zur Zeit vor allem Mainstreamklassik in Uraltaufnahmen... da macht keiner was falsch.

      Leute wie Bleiplombe erwarten wohl, das man alles geschenkt bekommt.

  • Marco   11. Mrz 2012   09:03 UhrAntworten

    Da hilft nur noch ein bedingungsloses Grundeinkommen! ;-)

  • Maurice   11. Mrz 2012   14:07 UhrAntworten

    Als Anlehnung vielleicht noch interessant:
    http://www.heise.de/tp/artikel/36/36517/1.html

    Musik als Auftragsarbeit.

  • Peter   11. Mrz 2012   15:37 UhrAntworten

    Ich kann zugegebenermaßen diese Art der Artikel nicht verstehen. Hier werden Behauptungen aufgestellt, die entweder schlicht und ergreifend nicht stimmen, oder sich jeglicher Logik entbähren.

    "Dass Urheber und Musiker von diesem geringen Betrag nie und nimmer leben können, kann man sich denken. Müsste ein Musiker alleine von den Einnahmen der Streams leben, könnte er in keinem Fall auch nur die Produktionskosten seiner Musik decken. Die Streams sind nicht einfach nur eine schlechte Verdienstmöglichkeit für Künstler, sondern hemmen auch das Kaufverhalten der Nutzer"

    --> das ist einfach nicht korrekt. Derzeit gibt der durchschnittliche Konsument ca. 60€ im Jahr für Musik aus. In einem Premium Streaming Service wird er 120€ ausgeben (ja, es gibt auch die Desktop Variante für 5€, diese nutzen weltweit aber gerade einmal 5%). Es steht also doppelt so viel Geld zur Verfügung wie durch herkömmliche Geschäftsmodelle. Und üblicherweise werden die Künstler anhand ihres Anteils an allen Streams vergütet, also absolut fair und genauso, wie in der "alten" Welt auch.

    Des Weiteren: Es wird andauernd gesagt, wie wenig man durch einen Stream verdient. Auch das ist nicht logisch! In der Streaming wird der Künstler für JEDEN Stream vergütet, bekommt also auf lange Sicht je nach Nutzung seiner Inhalte immer mehr. Bei der CD, die dann nicht mehr gelistet wird, oder sogar gar nicht mehr produziert wird, ist es eine einmalige Vergütung.

    Und: Hier passiert aktuell das gleiche, wie vor knapp 10 Jahren mit der digitalen Welt. Ja natürlich sind die Margen bei einer CD höher und damit auch die Vergütung für den Künstler - aber hätte die Industrie von Anfang an legale Downloadshops zur Verfügung gestellt, hätten wir nicht das Ausmaß an Illegalität (gibt es tausende Studien zu). Also macht jetzt nicht den gleichen Fehler wie damals und verteufelt jedes neue Geschäftsmodell.

    Mit der Bitte um zukünftig sinnvollere Artikel!

    • Felix Baarß (delamar)   11. Mrz 2012   17:07 UhrAntworten

      Ich glaube nicht, dass hier etwas verteufelt wird, weil es neu ist. Es wird nur konstatiert, wie wenig lukrativ einige Streaming-Portale für Musiker sind, obwohl sie eine sehr große Reichweite haben.

      Schau mal in den Quellenartikel von Dirk Brünner: » On3-Radio warf vor kurzem einen Blick auf die Verkaufserlöse der Berliner Band Bodi Bill, die im vergangenen Jahr viele Erfolge verzeichnen konnte und deren letzte Tour meist in ausverkauften Hallen stattfand. Die Einnahmen bewegten sich in einem mehr als überschaubaren Rahmen: Mit 5300 Streams im November 2011 über Simfy verdienten die Berliner ganze 6,20 Euro. Wer nun denkt, dieses Phänomen beziehe sich nur auf nationale Acts oder Newcomer, der liegt falsch. Selbst Lady Gaga scheint über Streaming-Angebote nicht wirklich nennenswerte Umsätze zu verzeichnen. Laut Informationen des Independent (April 2010) verdiente die Popdiva mit 1 Mio. Streams des Songs Pokerface innerhalb eines Jahres sage und schreibe 108 Pfund (129 Euro), also 0,000129 Euro pro Stream. «

      (sic!)

      Zudem gibt der Autor auch eine weitere Quelle mit Link (Digital Music News) für seine Behauptung an, dass Streaming-Angebote eine hemmende Wirkung auf das Kaufverhalten der User über andere Kanäle hat.

      • Carlos San Segundo (delamar)   12. Mrz 2012   08:27 Uhr

        Was mich nicht weiter wundern würde, denn warum sollte ich mir einen Song gleich zwei Mal kaufen?
        Das Problem sind doch im Gründe nicht die Streamingportale selbst, sondern die geringe Marktmacht der kleinen Musiker. Die meisten würden sich nämlich sehr wohl über die "geringen" Spotify-Einnahmen von Madonna freuen...

    • Jan G   14. Mrz 2012   13:27 UhrAntworten

      Du sagst, es würden 60 EUR im Monat für Musik ausgegeben, ohne eine Quelle zu nennen. Somit ist das nur eine Behauptung und nicht wissenschaftlich fundiert.

  • Die Seelen   12. Mrz 2012   11:27 UhrAntworten

    Tja, ich sag's ja immer wieder. CDs, Streams & Co. werden auf lange Sicht nur noch Werbematerial für Konzerte sein.

    Außerdem ist es doch vollkommen logisch, dass die Preise immer weiter sinken, je mehr Musik es gibt.

    Vergleicht man dies mit den Tonstudios sieht man es doch sehr deutlich. Heutzutage hat jeder Aldirechner mehr Rechenleistung als ein ganzes Tonstudio vor 20 Jahren.

    Darüber hinaus frage ich mich, wer den Musiker zwingt, seine Musik bei Spotify, iTunes und Co. anzubieten? Es kann doch jeder Musiker frei entscheiden, wie und wo und für wie viel er seine Musik anbietet, oder?

    @Felix: Ich gehe ganz stark davon aus, dass die Popdiva die Streams als Werbemaßnahme verbuchen wird und weiterhin vor ausverkauften Hütten ihr Pocerface aufsetzen wird... ;-)

    Die Musikindustrie (und auch viele Musiker) müssen langsam aber sicher umdenken.

    Gruß
    Torben

    • Manfretti   13. Mrz 2012   09:46 UhrAntworten

      Genau. Ein Künstler entscheidet sich entweder seinen eigenen Weg zu gehen (und hat damit in der Hand, wem er seine Musik zur Verfügung stellt) oder er legt seine Musik in die Hände von Majors/GEMA. Dann entscheiden diese, wer wann wie gespielt werden darf.

      • Frank   14. Mrz 2012   00:18 Uhr

        Die GEMA hat keine Zurückhaltungsrechte, sie ist ein Verein der ihr angeschlossenen Komponisten mit dem Auftrag Vergütungen zu verrechnen.

  • Markus Fiedler   12. Mrz 2012   23:36 UhrAntworten

    Hi Leute,
    ich kann den Artikel nur voll und ganz unterstützen.
    Wir Musiker bleiben bei der Onlinevergütung auf der Strecke, wenn das so weitergeht.

    In diesem Falle muss ich auch insgesamt der GEMA voll und ganz Recht geben, die beispielsweise im Falle von Googles Youtube nicht mit den geringen Tantiemen einverstanden ist, die Google so vorschweben.
    Youtube argumentiert mit der werbefinanzierten Bereitstellung von Videos und dass darüber nicht so viel Geld eingenommen werden kann, um Künstler nach althergebrachten Modellen zu vergüten. In diesem Falle frage ich mich dann aber doch, wie es Radiosender wie beispielsweise FFH, FFN und Antenne XYZ ebenfalls mit Werbefinanzierung schaffen, mit der GEMA gültige Vergütungsmodelle auszuhandeln.
    Das momentan zu erlebende GEMA Bashing ist in dieser Form über Youtube nicht mehr erträglich ("Das Video ist in Ihrem Land nicht verfügbar, weil blabla"). Und das sage ich als erklärter GEMA Kritiker.
    Die ganze Show wird uns nicht von der Gema sondern neben Youtube auch von großen Plattenfirmen aufgetischt, die selbstverständlich Youtube und co. als Promotionplattform nutzen wollen. Aber wer das will und GEMApflichtiges Liedgut zeigen will, muss auch bereit sein, die üblichen Entgelte zu zahlen.
    Es gibt bei realen Plattenverkäufen schon seit Ewigkeiten im Rahmen des Freistellungsantrags für eine CD-Herstellung die Möglichkeit, von der Gesamtproduktion einen gewissen Anteil an für einen vergünstigten Preis als Promotions-CDs anzumelden.

    Das gleiche Modell kann man sicher auch für Youtube anwenden. Beispielsweise die ersten 10.000 Views für einen vergünstigten Preis aber mindestens für xyz Euro und folgende Downloads als Abrechnung pro Download. Wem dann die Promotion zu teuer wird kann das Video ja offline nehmen.
    Aber die jetzige GEMA Hatz hat nur zur Folge, dass die Urheber insgesamt geschwächt werden.

    Ich hätte nichts dagegen, dass die GEMA beispielsweise ihre Satzung so ändert, dass kleine Urheber besser gestellt sind (Stichworte Jahresbeitrag auf 0,- Euro reduzieren, tendentiell bessere Ausschüttung bei kleinerem Geldvolumen, ein Ende dieser Nummer mit angeschlossenen, außerordentlichen und ordentlichen Mitgliedern und dieses peinlichen E-Musik und U-Musik Elitedenkens, was letztendlich zu einer nicht akzeptablen Zweiklassen-Gesellschaft in der Gema führt, mehr Geld für Livemusiker, die ihr eigenes Repertoire spielen). Das ist aber auch alles, was an der Gema zu kritisieren ist. Aber bestimmt nicht deren Vorgehen in Sachen Aggregatoren wie Youtube.

    Denn die GEMA handelt nach dem Urheberrechtswahrnehmungesetz und wird einen Teufel tun, sich nicht gesetzeskonform zu verhalten. Wenn aber dieses UrhWG durch massive Lobbyarbeit im Sinne der Majorlabels geändert wird, wird das sicher nicht besser für uns Normalmusiker. Denn das schwächt nicht nur Gemamitglieder sondern alle, die nicht in der Gema sind und trotzdem ihre Musik verkaufen wollen.

    Dann mal Gute N8 ;-)

    Liebe Grüße, Markus

    • Manfretti   13. Mrz 2012   09:44 UhrAntworten

      Kleine Künstler werden doch gar nicht groß gespielt auf YouTube? Das Thema sind doch immer noch die bekannten Künstler und die Major Labels: Diese sind bekannt und werden gerne abgerufen oder eben auch nicht in Deutschland. Und so richtig leidtragend sind doch jetzt die Musiker, die weder Geld bekommen noch abgespielt werden können.

    • Die Seelen   13. Mrz 2012   16:31 UhrAntworten

      Hm... Gerade bei YouTube frage ich mich, wozu ein Musiker ein Video dreht.
      Soweit ich weiß (Hörensagen) muß ich doch die Fernsehanstalten sogar bezahlen, damit die mein Video zeigen. Bei YouTube habe ich das kostenlos.
      Und werden Radiosender nicht auch von den Labels bezahlt, damit die die CD spielen?
      Oder liege ich da komplett falsch?

      Hier möchten Musiker + GEMA für kostenlose Promo auch noch selber Geld einfahren.
      Dabei haben große Bands schon gezeigt, wie man die nicht-mehr-ganz-so-neuen Medien für sich nutzt:

      Radiohead: http://www.youtube.com/watch?v=ukythkK4EPQ

      Nine Inch Nails stellt FullHD Live-Footage (über 400 GB) ins Torrent-Netzwerk, damit die Fans sich selber ihre Konzert-Videos schneiden können.

      Sorry, aber man muss als Künstler auch mal ein wenig über den Tellerrand gucken können. Und man muss sich so langsam bewusst werden, dass Musik heutzutage nicht mehr den Stellenwert hat, wie noch in den 70ern oder 80ern. Heute gibt es einfach zu viele andere "Berieselungsmöglichkeiten" (Playstation, Wii, Handy, iPad, ...), die auch an die Geldbörse wollen.
      Da muss man sich schon mal was einfallen lassen, damit jemand 15 Euro für eine CD ausgibt.

      Gruß
      Torben

      • Frank   14. Mrz 2012   00:39 Uhr

        Radiosender werden nicht von den Labels fürs spielen der Songs bezahlt. Die Radiosender zahlen an die GEMA.

        Die GEMA vertritt nur Komponisten, deren einzige Einnahmequelle die Hörbarkeit ihrer Komposition ist.
        Interpreten und andere Werkbeteiligte verzichten in der Regel zugunsten der Promotion auf Vergütung.

        Radiohead hat dieses Experiment nicht wiederholt, es hat sich als nicht erfolgreich herausgestellt.

        Bei uns wird derzeit mehr Musik konsumiert als jemals zuvor.

  • Audiobus   13. Mrz 2012   15:03 UhrAntworten

    Wer hat eigentlich behauptet, dass Spotify und Co zur Finanzierung der Musiker da sind? Stellt man seine Tracks auf soundcloud zur Verfügung, sieht man auch keinen Cent und keiner beschwert sich. Ach ja, das sind ja dann die Künstler, die angeblich nicht bei der GEMA sind. Schwachsinn!
    Es gibt tausende Künstler mit Mitgliedschaft bei BIEM, GEMA etc., die auf allen Kanälen unterwegs sind und die Promo nutzen.
    Und wenn gemeckert wird, dann bitte Konsequenz walten lassen. Lass ich mich auf die GEMA, ein Label und sein Geschäftsmodell ein, dann muss ich auch damit klar kommen, dass mein Label, die GEMA etc. in meinem Namen Verträge abschliessen. Und wenn denen die Konditionen für Spotify passen, dann haste halt Pech gehabt. Mit gefangen, mit gehangen. Was sind denn das für Kindergarten-Argumente?
    Alle Welt will die Promo und die Robots nutzen, die wie bei last.fm Vorschläge machen und die eigene Musik neben Größen wie David Guetta etc. platzieren und das alles einem Millionenpublikum zugänglich machen und dann kommt die große Jammerei. Na wenn das alles so furchtbar ungerecht und unverhältnismässig ist, dann bezahlt doch einfach mal ne Promoagentur, die das alles für Euch macht! Die Euch hier und da platziert etc. pp. Ach, das ist teuer und die haben auch nur begrenzte Möglichkeiten? Ja sowas, wie kann das denn nur sein?
    Oder überlasst das alles einem Label, ach so, stimmt, das fällt dann ja monetär wieder auf den armen Künstler zurück, denn wenn ein Label auch die Promo macht, dann gehen einige Prozentchen vom Endverkaufspreis direkt am Künstler vorbei zum Label.
    Und dann noch was, lest doch endlich mal ordentlich durch, was ihr da unterschreibt oder unterschreiben lasst, wenn ihr Eure Mucke auf derartigen Diensten einstellt. "Mit 5300 Streams im November 2011 über Simfy verdienten die Berliner ganze 6,20 Euro" Buhuhuuuu, wie böse ist das denn? Verdammt nochmal, ohne Spotify hätte man Euch eben mal nicht 5300 Mal gehört. Also nutzt die Aufmerksamkeit, organisiert mehr Gigs, habt ein gescheites Merch am Start und macht so Eure Kohle.
    Spotify macht Werbung für Euch und ist kein Label!
    Auf soundcloud zahlen die Künstler und die Labels Jahresbeiträge ab 75 Euro (für 12 Std Spielzeit), um die dortigen Tools und Promoeffekte nutzen zu können und da beschwert sich keiner!
    Ganz ehrlich, mir geht dieses Ganze Gejammer so was von auf die Nüsse. Buhhuuu, die GEMA is so scheisse für uns, ja dann tretet aus oder erst gar nicht ein! Mähähäää bei Spotify krieg ich kaum Geld, ja dann lasst es doch einfach! Mihihiiii, mein Video is auf youtube gesperrt, ja dann tritt halt aus der GEMA aus oder versuch den Verein zu ändern. Aber nein, ihr wollt GEMA-Einnahmen und gleichzeitig auch noch Geld von youtube, durch ne youtube-Partnerschaft.
    Wie gesagt, keiner zwingt Euch bei Spotify, der GEMA, einem Label etc. zu sein, wenn Ihr Euch aber für ein Modell entscheidet, dann verhaltet Euch wie Erwachsene, lest die Verträge und stellt mal ein paar Rechnungen auf.
    Bisher hab ich jedenfalls noch nichts von Lady Gaga gehört, die sich über 1 Millionen Streams beschwert hat.
    Get real!

    • Carlos San Segundo (delamar)   13. Mrz 2012   15:32 UhrAntworten

      Like+1

    • Die Seelen   13. Mrz 2012   16:32 UhrAntworten

      Von mir auch +1

    • Matthias   14. Mrz 2012   14:01 UhrAntworten

      Wäre schön wenn man auf Youtube Urheberrechtsverletzungen melden könnte und die Videos dann gesperrt werden könnten, wenn man das will! So schmücken sich die YoutubeChannel-Besitzer mit fremden Federn, was doch einfach die Regel ist.....

      http://youtu.be/-ZIasYdIBHA

      • Carlos San Segundo (delamar)   14. Mrz 2012   19:07 Uhr

        Matthias, genau das geht bereits auf YouTube. Wenn einer deine Musik unrechtmäßig nutzt, kannst Du YT eine Email mit einer Beschwerde schreiben und sie entfernen dann das Video.

        Die Musikindustrie selbst darf die Videos sogar eigenhändig sperren...

  • Matthias   14. Mrz 2012   12:01 UhrAntworten

    Meine Meinung zu Spotify:

    Für mich sind diese neuen Streaming-Dienste doch nur eine Augenwischerei. DIeser Unterschied zwischen Streaming (der jederzeit zur Verfügung steht) und einem Download auf die Festplatte einfach nur spitzfindig. Das soll also nun "legal" sein und der Konsument braucht nun kein schlechtes Gewissen mehr zu haben..... Also ich weiß ja nicht!

  • Jan G   14. Mrz 2012   13:45 UhrAntworten

    Die Rechnung ist ganz einfach: Vorausgesetzt, die 0,000129 EUR stimmen, dann muss ich den Song (pro User !!!) 7.674 x streamen, damit ich auf die 99ct komme, die man bei iTunes für den Titel zahlen müsste. Selbst wenn ich nur die iTunes Gebühr von 1/3 abziehen würde, komme ich immer noch auf die groteske Zahl von 5116 x streamen, bevor ich das Equivalent des Kaufpreises im Downloadshop habe.

    Daraus ersieht jeder, der nicht auf das Marketing Geblubber der Streaming-Firmen reinfällt, daß mit dieser Lösung auf Dauer nur einer reich wird: Die Anbieter der Streaming Dienste...

    • Carlos San Segundo (delamar)   14. Mrz 2012   19:03 UhrAntworten

      Wenn wir schon bei hinkenden Vergleichen sind: Wenn Du sonst nach Madonna gespielt werden möchtest, musst Du den ein oder anderen TV-Sender dafür bezahlen, den Slot vor oder nach der Live-Performance im SuperBowl zu bekommen. Und der kostet mal gleich einige Millionen. Bei Streaming-Diensten bekommst Du sogar Geld dafür.

      Dir steht natürlich auch einfach frei, den Streamingdiensten deinen Song vorzuenthalten. Dann werden wenigstens beide Seiten nicht reich ;)

  • Steve   14. Mrz 2012   17:30 UhrAntworten

    Ui, welch eine Diskussion. So manch einer hat hier aber auch einen leicht erhöhten Puls. ;)

    Meine Meinung zu diesem Thema:

    Musik unterteilt sich für mich in die Kategorie: A, B und C.

    Kategorie A (super, Bombe, spitzen-geil; kommt von einem eher unbekannten oder echten Sparten-Künstler/-Label) kaufe ich bei iTunes, Beatport oder im Plattenladen.

    Für Kategorie B (klingt ganz gut, hörbar, passabel, Gefahr eines schnell einsetzenden Überhörfaktors ist vorhanden) und Kategorie C (klingt wirklich super, ist aber eine sehr bekannte Band und kommt von einem Major-Label) nutze ich Napster bzw. Streamingdienste.

    Begründung:

    Es gibt nur eine begrenzte Summe an Geld zu verteilen. Dem gegenüber steht ein Massenangebot, welches man – gerade im elektronischen Bereich – kaum noch überblicken kann.

    Kategorie C verdient durch Fernsehauftritte, Rechteverwertungen, Radiotantiemen und Konzerte genug.

    Kategorie B ist einfach so umfangreich, dass mein Einkommen nicht im Ansatz dazu ausreicht, wirklich alles zu kaufen. Zudem hat Kategorie B in meinem Bewertungsmaßstab jederzeit die Möglichkeit, im die Kategorie A aufzusteigen.

    Ja und Kategorie A – hat mein Geld einfach am meisten verdient. 8-)

    • Rock on!   15. Mrz 2012   01:00 UhrAntworten

      Du hast Kategorie D vergessen:
      Künstler, die fleißig Musik produzieren, die keiner hören möchte und sich nicht verkauft, dann zufälligerweise 5.000 Plays in einem Streaming-Dienst bekommen und sich beschweren, nicht eine Million verdient zu haben.

    • Audiobus   15. Mrz 2012   17:28 UhrAntworten

      WORD! Und like+1

  • Günnie   15. Mrz 2012   12:58 UhrAntworten

    Für mich kann ich nur sagen, daß ich die Musik meiner Band aus Streaming-Diensten wieder entfernt habe. Das ist ein Witz, was man da verdient. Das lohnt den Verwaltungsaufwand nicht. 90 Sekunden vorhören ist OK, aber ein komplettes Album anhören lassen, war für uns keine Option mehr.
    Als Konsument schneide ich nämlich - das gebe ich auch durchaus zu - den Stream einfach mit und habe dann legal und für äußerst günstiges Geld das Album als Datei auf meiner Platte.

    • Audiobus   15. Mrz 2012   15:56 UhrAntworten

      Is schon unglaublich, wie hier die essentiellen Begriffe der Marktwirtschaft sinnlos durcheinander geworfen werden. "Als Konsument schneide ich den Stream mit". Wenn Du mit schneidest, bist Du de facto kein Konsument, sondern ein Ripper. Wenn Du selbst schon nicht die Band supportest, von der Du gute Musik hörst, in dem Du danach deren Tracks kaufst, dann ist nicht das Portal das Problem sondern Du mit deiner Taker-Mentalität!
      Und wenn Deine Tracks einmal beim Radio laufen, vielleicht sogar via Stream, dann kann dort auch jeder mit schneiden und Du bekommst grad einmal ne Gema Auszahlung.
      Aber Deine Argumentation schlägt dem Fass echt den Boden aus. Ich verdiene nichts mit dem Stream und rippe zu dem selbst. Das Problem bist Du und Deine Geisteshaltung: Alles haben wollen wollen und selbst nichts geben. Auch hier: Get real!

      • Jan G   21. Mrz 2012   10:19 Uhr

        Ohje... das geht doch hier in die Richtung "guns don't kill people - people do!".

        Im PC Sektor gibt es doch schon seit langem "Webradio Anhör Programme", die gesuchte Lieder vollautomatisch mitschneiden und in die iTunes Library einfügen.

        Die Vergangenheit zeigte (aus meiner Sicht):
        Wenn etwas ohne viel Aufwand rip-bar ist, wird es auch gemacht.

        Die Mentalitätsfrage stellt sich gar nicht mehr, spätestens seitdem die letzten 2 Generationen damit aufgewachsen sind, daß Musik nicht von CDs kommt, sondern aus Tauschbörsen und Zippyshare Plattformen...

        Ein CEO der Plattenfirma hatte das vor Jahren mal mit einer passenden Metapher beschrieben: "Wenn bei ihnen zu Hause Coka Cola aus'm Wasserhahn kommt - was zahlen Sie dann noch für ne Dose Coca Cola?"

  • tom   19. Mrz 2012   17:34 UhrAntworten

    wer sagt den eigentlich, dass Spotify einen Deal mit der GEMA geschlossen hat? Ist es nicht eher so, dass die in Deutschland gestartet sind um Druck auf die Konditionen der GEMA auszuüben?Carlos: Lässt sich das recherchieren?

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