Social Media für Musiker: Mythos Unnahbarkeit

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Social Media für Musiker

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Unnahbarkeit & Social Media für Musiker

Das Internet hat gesellschaftlich eine Menge Wirkung gezeigt und es hat damit auch die Musikindustrie nachhaltig verändert. Beispielsweise ist es in den letzten Jahren notwendig geworden, eine eigene Band-Webseite mit Informationen, Bildern, News und Tourterminen zu pflegen. Ohne eine solche bist Du in den Köpfen der jüngeren Musikfans praktisch nicht-existent. Dasselbe lässt sich natürlich auch für Künstler, Musiker, Tonstudios und Produzenten erweitern. Und dann kamen noch die Plattformen mit Social Media, eine weitere Herausforderung und Aufgabe für aufstrebende Künstler.

Es ist gar nicht allzu lange her, dass die Veröffentlichung von neuen Alben von einem gewissen Grad der Ungewissheit einher ging. Um die Künstler und Bands rankten sich Mythen, es wurden nicht-bestätigte Gerüchte kolportiert und niemand wusste so recht, wer sich hinter dem Image eines bekannten Musikers versteckte. Das alles führte zur Steigerung der Vorfreude vor den Veröffentlichungen und trug nicht selten dazu bei, einen Mythos um die Bands oder Musiker zu generieren.

Social Media für Musiker

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Zuviel Informationen durch Social Media?

Doch heute ist das gänzlich anders. Wer heute morgens sein Smartphone zur Hand nimmt oder einen Blick in seinen Computer wirft, wird förmlich erschlagen von den Updates auf Twitter, Facebook oder Google+. Es gibt neue Videos auf YouTube und auf Tumblr, Picasa oder Flickr sind die aktuellsten Fotos der eigenen Lieblingsband zu finden. Kurz: Wir sind jederzeit auf dem neuesten Stand, was das Leben der Prominenten angeht.

Heute Morgen kam mir die Frage, ob die Nähe zu den eigenen Fans nicht auch eine Schattenseite hat. Denkst Du, dass es für den Erfolg im Musikbusiness wirklich unabdingbar ist, mit den Fans in engem Kontakt zu stehen? Gibt es vielleicht einen Punkt, an dem eine Grenze in Sachen Nähe zu den Fans überschritten wird? Die Schwelle, hinter der der Glanz der Band oder des Künstlers verloren wird?

 

Schattenseite wirft Fragen auf…

Social Media für Musiker bedeutet einen kostenlosen Kanal zur Verfügung zu haben, über den Du deine Fans erreichen kannst. Musste früher noch Zeit bei TV oder Print teuer eingekauft oder eine Anzeige in den Printmedien geschaltet werden, um ein Interview geben zu dürfen, so stehen die neuen Plattformen jedem jederzeit kostenlos zur Verfügung. Durch eine stetige Präsenz auf diesen kannst Du dich immer wieder in die Erinnerung der potenziellen Fans rufen. Zudem bieten diese Kanäle einen großen Vorteil gegenüber traditionellen Medien: den Rückkanal. Niemals war es so einfach zu erfahren, was die Fans denken, fühlen und wünschen. Und nie zuvor war es so schnell möglich, die eigenen Informationen einmal um die Welt und wieder zurück zu senden.

Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, zu viel von sich und dem eigenen Leben preis zu geben. So stellt sich die Frage, ob es wirklich wichtig ist, den Fans zu zeigen, wie man im Fitness-Studio schwitzt, den Einkauf im Supermarkt verbringt oder das Gerümpel auf dem Speicher sortiert. Auch Musiker und Prominente sind nur Menschen und das kann für manche Fans etwas am Glamour-Effekt kratzen.

Was denkst Du? Einige Bands sind präsenter auf den Social Media Plattformen als andere. Hängt der Erfolg einer Band von diesem Engagement ab? Oder verkaufen sich deren Platten unabhängig der Medienpräsenz?

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Lesermeinungen (9)

zu 'Social Media für Musiker: Mythos Unnahbarkeit'

  • Funkers Tronic   27. Jun 2013   13:51 UhrAntworten

    Ich denke das hängt schwer davon ab welches Image man pflegt

  • Michael Beyer   27. Jun 2013   13:44 UhrAntworten

    Ich werde so oft mit band-news bombadiert, dass ich hin und wieder mein gefällt-mir wieder zurückziehen muss.

  • Felix Baarß   27. Jun 2013   13:49 UhrAntworten

    Das Artikelbild ist dezent verstörend. (Y)

  • DerHerr Maicher   27. Jun 2013   13:53 UhrAntworten

    Ohne Social Media fände doch eine großer Teil brillanter Musiker, Produzenten und Sänger niemals Gehör.

  • Tommi   27. Jun 2013   16:47 UhrAntworten

    „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“

    Paracelsus war schon ein cleveres Kerlchen... :)

  • Sogyra   27. Jun 2013   18:53 UhrAntworten

    Es KANN auch Schattenseiten haben, aber in der Regel ist dies selten der Fall.
    "Wir" sind doch die guten :)

  • Purist   27. Jun 2013   22:29 UhrAntworten

    Das einzige was zählt ist das Werk. Mich interessiert nicht was andere Musikschaffende den ganzen Tag so treiben. Feedback ist nett, aber es reicht eine kleine, repräsentative Anzahl an realen Menschen für eine Standortbestimmung. Da brauche ich nicht 1 Mio. virtuelle Senfabgeber. Ich als Musiker/Produzent würde sowieso niemals zulassen daß Social Networks mein Schaffen beeinflussen. Ich werde mir immer treu bleiben, unabhängig davon wieviel ich verkaufe.
    Ich mache Musik und will auch nur dafür beurteilt werden! (Videos, facebook, etc. lenken doch nur vom
    wesentlichen ab. Titten und Ärsche haben nichts mit meiner Musik zu tun...)

  • IrgendeinThomas   28. Jun 2013   14:43 UhrAntworten

    Meiner Meinung nach wird Social Media bzgl. Fanbetreuung viel zu sehr überbewertet. Das Wichtigste ist noch immer das die Musik für sich Qualität hat und ein gewisses Zielpublikum ansprechen kann, das man eine eigene Website hat wo man die wichtigsten Infos, News bereitstellt und man gute Verbindungen aufbaut (dafür finde ich gewisse Social-Media-Plattformen schon sinnvoller) Ich gehe mal von mir aus und Musiker, Bands die mich ständig mit uninteressanten News zuschütten gehen mir eher schnell auf die Nerven. Außerdem ist die Gefahr umso größer dass die wirklich relevanten News letztendlich untergehen je mehr man an belanglosen Infos posted Hartgesottene Fans denen sowas interessiert - insofern man sie überhaupt hat - befinden sich schließlich immer in der Minderheit der Rest wird damit gelangweilt und genervt.

  • sn / petula   02. Jul 2013   22:24 UhrAntworten

    Wohlinformiert, wohldurchdacht, bis in die kleinste Ecke durchanalysiert und auf Validität geprüft kommt hier meine Antwort: Kommt drauf an. Auf deinen allgemeinen Typ, deine Art der Nutzung, deine Musik, deine Texte, deine Ansagen, dein Engagement. Ich lese gern auch die persönlichen Tweets von Pinacks Rob Crow oder von Will Wiesenfeld aka Baths, weil sie zu den Menschen passen, die da auf der Bühne und auf der Platte sind. Nicht, dass die nicht auch ohne die Einblicke in den Alltag funktionieren würden, aber ich nehme die gern als kurzweilige Sekundarlektüre.

    Genau so imponiert mir aber auch die Schweigsamkeit von Bands wie GYBE. Und auch hier: Passt genauso. Wie absurd es wäre, wenn diese Prinzipienband plötzlich twittern würde.

    Am Ende ist es wichtig, dass du weißt, was du tust. Es nic nur irgendwie so machst, weil man's macht, sondern dir über Aufwände und Wikrungen im Klaren bist. Langfristig wird kein gelungener SoMe-Auftritt eine verkorkste Band und miese Konzerte retten, aber wenn du deinen Auftritt sinnvoll ins soziale Netz verlängern kannst: Nur zu.

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