Selbstvermarktung: Muss ich als Musiker Angst vor Raubkopien haben?

Wenn ich mir die Webseiten von vielen Bands anschaue, sehe ich oft, dass die Musikindustrie und ihre Klagen die Angst vor Raubkopien und Piraterie geschürt haben, denn kaum eine Band bietet vollständige Downloads ihrer Musik an. Dabei wäre gerade das im Sinne der Musiker…

Selbstvermarktung: Muss ich als Musiker Angst vor Raubkopien haben?

Die Frage lässt sich eigentlich sehr schnell beantworten, denn der Schlüssel zum Erfolg im Music Business für alle Künstler und Bands liegt in der Distribution ihrer Musik. Je mehr Menschen eine Band erreicht, desto bekannter wird sie und desto wahrscheinlicher, dass sie von ihrer Musik wird leben können.

Und obwohl alle Bands im Grunde ihres Herzens ein möglichst großes Publikum erreichen wollen, wird dieses auf den Webseiten der Künstler mit kurzen Samples und Snippets ihrer Musik abgespeist.

Bevor man ob der vielen Diebe unglücklich wird, sollte man sich mal in Ruhe selbst klar machen, dass Musik schon immer kopiert und weitergegeben wurde. Das ist Teil unserer Welt und es gibt keine Möglichkeit, Menschen technisch oder durch erzieherische Maßnahmen davon abzuhalten.

Und wie ich weiter oben schon erwähnt habe, ist das Kopieren und Weitergeben von Musik eigentlich nur zum Vorteil des Künstlers:

  • Wenn jemand Musik weitergibt, dann doch nur, weil er sie als gut befunden hat und sie weiterempfehlen möchte.
  • Der Empfänger der Kopie wäre vielleicht nie auf die Band gekommen.
  • Der Großteil der Leute, die nicht authorisierte Kopien von Musik besitzen, würden die CD wahrscheinlich nie kaufen.
  • Aus den vielen Hörern von unlizensierten CDs können echte Fans werden, die auf Eure Konzerte kommen.
  • Und geht es beim Musikmachen nicht auch darum, ein Publikum zu finden?

Selbstvermarktung, Marketing, Musik verkaufen?
Natürlich sind dies alles Argumente aus dem Blickwinkel eines Musikers – die Musikindustrie denkt da natürlich ganz anders. Und wie ich mal irgendwo gelesen habe: der sicherste Weg, um Menschen daran zu hindern, Eure Musik zu kopieren und weiterzugeben ist es, keine Musik mehr zu machen!

 
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Lesermeinungen (28)

zu 'Selbstvermarktung: Muss ich als Musiker Angst vor Raubkopien haben?'

  • Christian
    18. Apr 2008 | 13:06 Uhr Antworten

    Im Prinzip sind deine Ausführungen richtig – deutlich schwieriger ist es allerdings für GEMA-Mitglieder oder Bands, die GEMA-geschützte Titel spielen. Nicht jeder kann es sich leisten, die GEMA-Gebühren für den Download zu übernehmen…

  • mic
    18. Apr 2008 | 14:39 Uhr Antworten

    auch musiker müssen von etwas leben – allein das gefühl das die leute deine sachen mögen macht dich nicht satt… der artikel ist etwas zu kurz gedacht….

  • carlos (delamar)
    18. Apr 2008 | 20:27 Uhr Antworten

    @Christian:
    Wenn sich die Band bei der GEMA angemeldet hat, dann doch hoffentlich, weil sie bereits so einiges an Airplay bekommt. Dann kommt ja auch wieder Geld rein über die GEMA.

    @Mic:
    Mich würde interessieren, an welcher Stelle ein Musiker (mehr) Geld verdient, wenn er seine Musik in Samples statt komplett anbietet.
    Oder anders gesagt: wo verdient der Musiker mehr Geld (und wird satt), wenn seine Musik nicht gehört wird?

  • klaus denker
    19. Apr 2008 | 20:24 Uhr Antworten

    Hi

    Dar kannst Du machen was Du willst – ob frei komplett angeboten oder
    als Fragment oder nur gegen Bezahlung.

    Wer will, zahlt und wer nicht zahlen will bekommt die Mucke auch irgendwie.

    Gruss, Klaus

  • carlos (delamar)
    20. Apr 2008 | 23:54 Uhr Antworten

    Tatsache.

  • H2G
    05. Aug 2008 | 09:21 Uhr Antworten

    Richtig Carlos, was den Punkt angeht das Downloads auch als Werbung fungieren hast du Recht. Neben den Hardcore Sharern die teilweise mit Sprüchen wie “Musik ist Kunst und Kunst muß jedem zugänglich gemacht werden” kommen, gibt es auch Downloader die neue Musik finden. Das ist positiv an Downloads.
    Was die Verfolgung von “illegalen” Downloads angeht, macht die den Künstler satt oder sorgst sicher für einen Verkauf?
    Ich denke nein und es macht auch wenig Sinn über das ankündigen von Strafen den Nutzern den Verkauf schmackhaft zumachen. Aggresive Verfolgung spricht sich sicher schnell rum und wäre so eher contraproduktiv.
    Der Weg zu zu Alternativen muß geschaffen werden, alternativ ist die legale Downloadportal Strategie in keinem Fall, nicht mit den Preisen. Darum kümmern sich aber die wenigsten Künstler weil sie dafür ihre Labels haben.

    Zu Klaus, das ist schon richtig, bleibt die Frage wer zahlen würde wenn man nicht soviel zahlen muß, denn ein legaler Download macht auch bei jetzigen Preisen keinen Künstler satt.

    Am Ende ist der Künstler derjenige der eigentlich immer am wenigsten von seiner Arbeit hat, gut einige können mit dem Krümel sehr gut leben, aber ich spreche mal eher für die kleineren Künstler.

    In diesem Sinne kann ich jedem Nutzer von Musik nur mit auf den Weg geben…
    Support your artist
    support your scene
    support the work
    and just give back what you receive

  • Heiko
    31. Okt 2008 | 17:55 Uhr Antworten

    Ich hätte viel mehr Angst davor, dass jemand die Musik kostenlos runterlädt und dann als seine eigene ausgibt und weiterverkauft.
    Als kleiner Künstler sind die Möglichkeiten, sich da zu wehren relativ klein – siehe die Geschichte um Timbaland. Da ist es dann auch wurscht, wenn man ein paar hundert Leute aufweisen kann, die die Originalität des eigenen Songs bezeugen.

    Das sind Raubkopien die richtig wehtun.

  • Sib
    31. Okt 2008 | 23:32 Uhr Antworten

    Ich wäre total froh, wenn die Leute meine Musik wie irre kopieren würden! :D

  • carlos (delamar)
    02. Nov 2008 | 11:25 Uhr Antworten

    Naja, den 100% Schutz gegen Ideenklau gibt es einfach nicht. Es ist eben schwer, ein geistiges Eigentum zu beziffern.

    @H2G
    Und was die Sache angeht, dass aktive Verfolgung von Raubkopieren kontraproduktiv ist: das glaube ich nicht wirklich, denn Metallica z.B. verkaufen Ihre Musik nach wie vor wie irre. Und die haben sich mehr als nur einen Fauxpas erlaubt…

  • e42b
    02. Nov 2008 | 21:44 Uhr Antworten

    Hi,

    eine günstige Möglichkeit, die Rechte an seiner Musik zu wahren, ist zumindest in der EG folgende Vorgehensweise:
    1. Song ordentlich (wiedererkennbar) aufnehmen.
    2. Song auf CD brennen.
    3. Text und (wenn möglich Noten) aufschreiben.
    4. Aufnahmeprotokoll erstellen und von allen Beteiligten (und evtl.) Zeugen unterschreiben lassen.
    5. das Ganze in einen Umschlag stecken, diesen so verschließen, dass eine Öffnung jederzeit festgestellt werden kann und
    6. Per Einschreiben an sich selbst schicken.
    7. den Umschlag und die Absendebestätigung verschlossen sorgfältig aufbewahren.

    Gibt nun jemand Dein Werk als seins aus, kann man ihn auf Schadenersatz verklagen und der Umschlag kann, wenn er gerichtlich oder notariell geöffnet wird, als Beweis der Urheberschaft dienen. Der Poststempel ist der Beweis fürs Datum und die Verschlossenheit derjenige für die Authentizität des Inhalts.

    Im besten Falle hat der Dieb schon einiges an Geld damit verdient, das dann dem Urheber zusteht plus einer Summe X. Wenn er den Prozess verliert, darf er auch die Gerichtskosten und Eure Anwaltskosten zahlen.

    Abendgrüße
    Elmar

  • ken park
    03. Nov 2008 | 11:47 Uhr Antworten

    …. und nicht vergessen, beim Bouncen des Projekts die Rollläden runter zu machen und die Masterbänder in drei verschiedenen Zeitzonen unter 1.33 m Rindenmulch zu verbuddeln.

    Mal ehrlich: Ich unterschreibe Carlos Beitrag (#9). Sobald ein Leak da ist, kann man sich auf den Kopf stellen. Bis auf offensichtlichen Ideenklau bzw. Sampling ist jegliche Nachforschung (z.B. bei im Netz unrechtmäßig veröffentlichten Alben) doch vergebene Liebesmühe. Damit muss man meiner Meinung nach heutzutage leben. So traurig das auch sein mag.

  • carlos (delamar)
    03. Nov 2008 | 16:01 Uhr Antworten

    Ich erinner’ mich noch gut daran, als meine Anwältin mir damals sagte, dass die Sicherung des Veröffentlichungsdatums einer Kassette, DAT, CD, Song, etc. nicht das eigentliche Problem sei.

    Das Problem besteht darin, zu beweisen, dass ein Ideenklau tatsächlich stattgefunden hat.

  • kenpark
    25. Nov 2008 | 12:47 Uhr Antworten

    @e42b

    Übrigens: Ich habe gehört, dass man sich Einschreiben auch unverschlossen zuschicken lassen kann. Also Einschreiben fertig machen, offen lassen, sich selbst zuschicken und je nach Bedarf irgendwas reinstecken. Man weisst wohl damit nur nach das man ETWAS verschickt hat, nicht aber genau was.

    Insofern solltest du deinen 7-Punkte-Plan überdenken.

  • carlos (delamar)
    25. Nov 2008 | 16:47 Uhr Antworten

    Ah, das ist interessant, vielleicht hältst Du uns mal auf dem Laufenden, wie es damit weitergeht. Das interessiert die Leser sicher!

  • Sib
    26. Nov 2008 | 03:01 Uhr Antworten

    Es ist halt immer noch einfacher und komfortabler, Musik zu klauen als zu kaufen. Selber schuld, Musikindustrie.

  • kenpark
    26. Nov 2008 | 11:58 Uhr Antworten

    @Sib: So ein Schwachsinn!

    1) Ich geh zu Amazon und bestelle mir regelmäßig Vinyls und CD’s mit maximal fünf Clicks. Bis ich mich durch die ganzen virenverseuchten Seiten geklickt habe, bis ich mal ein Album in akzeptabler Qualität gefunden habe, brauche ich wesentlich länger.

    2) Ich geh zum Flohmarkt einmal im Monat und komme jedesmal mit ungefähr 3-5 Scheiben zurück die ich nie im Netz finden würde.

    3) Wenn ich ein Album mobil brauche, lege ich es ins Laufwerk und rippe die CD in wenigen Minuten. Ein Download muss da auch nicht schneller sein.

    4) Wenn ich mir anhöre muss, wie Leute Diebstahl damit begründen, dass es ach so schwer ist CDs zu kaufen kommt mir das Frühstück hoch. Sicher hat die Musikindustrie schon Sachen verbockt, aber mein Auto bleibt auch manchmal liegen und muss zur Reperatur nur weil die Karre schlecht fabriziert ist. Darf ich deswegen das nächste Auto klauen?

    Gruß.

    PS: Ich arbeite nicht für die Musikindustrie und stehe dieser genauso kritisch gegenüber wie andere. Ich habe nur Leute satt die es nicht einsehen können, dass sie nichts anderes als Diebe sind.

  • carlos (delamar)
    26. Nov 2008 | 14:16 Uhr Antworten

    Musik kaufen ist heutzutage sicherlich kein Problem mehr. Es ist sehr einfach in iTunes oder dergleichen ein Album einzukaufen. Das darf kein Grund sein, um Musik zu klauen.

  • polyaural
    07. Dez 2008 | 23:42 Uhr Antworten

    Musik ist nicht erst seit dem Internet Freiwild. Kopieren der Tracks, Ideenklau und so weiter sind schon immer Bestandteil der Szene gewesen. Warum also darüber aufregen? Weil jemand mal errechnet hat, wie viele Alben kopiert werden und dann mit den Talern multipliziert hat, die das Album legal erworben reingebracht hat? Pillepalle. Kopierer sind immer auch Jäger und Sammler. Und 15 Euro sind ein Happen Geld, wenn ich sie mal auf gut Glück ausgeben muss. Früher habe ich Alben schon mal auf gut Glück gekauft und mich manchmal schwarz geärgert über die Musik. Heute kann ich hören was mir empfohlen wird und kaufen, wenn es mir gefällt. Tut nicht jeder, aber ändern lässt sich das nicht. Willkomen in der Welt.

    Was ist die Alternative? Musik machen. Live. Gutes altes Handwerk. Geht auf die Bühne. Verschenkt die Tracks digital und macht auf diese Weise Werbung für eure Events. Je mehr kopiert wird desto besser. Die Abendkasse sagt euch dann, wie gut ihr wirklich seid und welchen Hund ihr vor den Ofen gelockt habt. Tausende Bands haben das kapiert und touren durch die Clubs und Kneipen. Selbst Madonna hat ihrem Label gekündigt und bei einem Tourveranstalter angeheuert. Die hat’s kapiert. Die anderen jammern weiter über die bösen Musikhörer …

  • MartyK
    25. Jan 2009 | 02:05 Uhr Antworten

    Also, gerade im Zeitalter des Internet von Musik leben zu können – das halte ich für eine Illusion. Zumindest kann man den gewinnträchtigen Verkauf von Tonträgern abhaken. Mehr denn je ist heute Unrechtsbewusstsein verbreitet, was man ernüchternd feststellt, wenn man sich in Foren wie Teltarif.de begibt und dort mit den abstrusesten Argumenten konfrontiert wird, um illegales Verhalten schönzureden. Kohle kann man fürs Musik produzieren wohl nur noch bekommen, wenn man auf Tour geht.

  • Carlos (delamar)
    25. Jan 2009 | 10:50 Uhr Antworten

    @MartyK
    Das ist aber schon immer so gewesen. Vom Verkauf von Tonträgern muss man einfach zu viel an Label, Marketing und Vertrieb abgeben, als dass man allein davon reich würde.

    Erst Konzerte, Auftritte in den Medien und Merchandising helfen da zum Auskommen.

  • René
    25. Jan 2009 | 21:15 Uhr Antworten

    Du sprichst da etwas an, was mir seit Jahren völlig fremd ist. Größte Farce in diesem Zusammenhang war die Klage von Metallica gegen Napster – war Metallica doch eine Band, die nur deshalb seit ihrem ersten Konzert in vollen Hallen spielte, weil das Demotape der Band auf illegalem Wege weiterverbreitet wurde…

    Es gibt nach meinen Beobachtungen mehrere Möglichkeiten mit der Raubkopie-Problematik umzugehen:

    a) Attraktive Gestaltung der CD (alle Songtexte statt einseitigem Booklet, Extras wie Aufkleber Gewinnspiele oder ähnliche Beilagen, die nur in haptischer Form attraktiv sind)
    b) Anpassung des Preises der CD
    c) Umstellung des “Unternehmens Musik”: Die CD ist nicht mehr Einnahmequelle, sondern reines Promo-Material, um Fans zu Konzerten zu locken, Merchandising-Artikel zu verkaufen und an Airplays zu verdienen.

    Der große Fehler der Plattenfirmen war, den Absatzmarkt Internet zu verschlafen, zu einem Zeitpunkt, wo ein fließender Übergang vom haptischen Werk CD zur digitalen Form mp3 problemloser machbar gewesen wäre, weil sich auch Mp3-Player erst schleichend etablierten.

    Den Erfolg des größten Downloadportals für bezahlte Musik iTunes sehe ich vor Allem in der Bequemlichkeit begründet. Anhören, kaufen und auf den iPod, wirklich kinderleicht. Die CD muss erst gekauft/bestellt und dann kopiert werden – kein Problem für jemanden, der sich auskennt, aber ein ernsthaftes Problem für Leute, die sofort ihre Musik haben wollen oder keine Ahnung von Computern haben.

    Ich bin gespannt, wie sich das in Zukunft entwickeln wird. Hat man zukünftig seine komplette Musiksammlung auf einer 1TB Speicherkarte im Briefmarkenformat dabei oder entsteht in Zukunft dank UMTS/HSDPA und WLAN ein Markt für On Demand – Streaming oder personalisierte Radiostreams gegen Entgelt?

    Ich bin gespannt.

  • H2G
    26. Jan 2009 | 04:15 Uhr Antworten

    Man kann alles von 2 Seiten sehen. Ich teile die Meinung das die MI einfach das Medium Internet verschlafen hat. Wenn man da die Aussagen von manchen Labelchef lesen kann und auch seine “fachmännische” Meinung hierzu, dann gründe ich ein Label, weil so verpennen kann ich auch.

    Was mich tatsächlich an den Folgen der illegalen Downloads nervt ist ganz einfach das viele Bands die ich höre auf Single veröffentlichungen verzichten. Ganz einfach aus dem Grund weil sie damit ein Minusgeschäft machen.
    Klar kann man auch kostenlos seine Sachen anbieten, aber selbst dafür entstehen den Künstlern Kosten und wenn es nur 30€ für ein Mastering sind.

    Ich habe zum Spaß einen Song produziert der auf einem Sampler in Kleinauflage erschienen ist. Dort haben wir aber als Künstler uns erstmal selbst bezahlen müssen. Mir war es der Spaß auch wert, wenn du dann aber 350 Exemplare mit 30 Songs für 9,95€ verkaufst, danach feststellst das aber mind. 3000 illegale Downloads dem entgegen stehen, dann kommt einerseits Frust auf.

    Auf der anderen Seite muß ich trotz des Ärgers natürlich auch grinsen, weil ich es mir ziemlich bescheuert vorstelle einen Song illegal runter zuladen und da dann immer “Fuck off illegality” hören muß. Ganz dumme zahlen dafür sogar 0,12$ auf russischen Seiten.

    Wie geschrieben, man kann sowas auch von 2 Seiten betrachten ;-)

  • Carlos (delamar)
    27. Jan 2009 | 12:26 Uhr Antworten

    @Rene & @H2G
    Das Problem liegt vor allem daran, erst einmal die Ursache der Problematik zu erkennen. Die Musikindustrie versteift sich bisher aber darauf, an den Symptomen herumzudoktoren.

  • Packo Gualandris
    12. Apr 2009 | 18:58 Uhr Antworten

    Hallo liebe Delamar-Gemeinde :-) Erstmal ein riesen Lob und Danke an die Macher dieser Seite! Ech gut und informativ, macht nur so weiter :-)

    Mir kam vor kurzem die Idee meine Musik (grösstenteils elektronische Tanzmusik) als gratis Downloads zur Verfügung zu stellen .. nur dass ich zu einem “passenden” Augenblick einfach eine Stimme mit einbaue die meinen Künstlernamen mit der Homepage usw sagt.
    Und auf der Homepage kann man dann den Text finden dass, wenn man die Tracks kauft, da diese Stimme nicht mehr mit drauf ist. Da kann dann jeder selbst entscheiden ob er die Musik weiterhin mit dieser Stimme hören will, oder doch lieber den “reinen” Song kauft.

    Mich würde mal interessieren was ihr von dieser Idee haltet :-)

    Liebe Grüsse aus dem kleinen Luxemburg,

    Packo

  • Carlos (delamar)
    14. Apr 2009 | 11:08 Uhr Antworten

    Hallo Packo und danke für Dein Lob, so etwas hören wir hier natürlich sehr gerne.

    Zu Deiner Frage zur Selbstvermarktung Deiner Musik:
    Ich denke, dass es besser ist, die Musik frei herzugeben und die Leute nicht mit einer solchen Stimme zu nerven. Wichtig ist es dann im zweiten Schritt aber, dass Du deinen potenziellen Fans einen Grund gibst, Dir Geld zukommen zu lassen.

    Zum Beispiel über den Verkauf von Tonträger in Limited Edition, den Verkauf von T-Shirts, Konzerte etc.

    Wir werden diese Frage aber auch im heutigen Podcast aufgreifen und besprechen, vielleicht holst Du Dir dort auch mal einige Anregungen.

  • Otto
    06. Mai 2009 | 23:27 Uhr Antworten

    Hallo,

    ich hoffe jetzt nicht zu spät zur Diskussion gekommen zu sein, aber ein paar Gedankengänge würde ich gern loswerden:
    Wenn ich mir damals vor nicht all zu langer Zeit eine CD gekauft habe, ist die in meiner Mappe gelandet. Ausgewählte Titel wurden auf den Rechner gezogen, Mix-CDs an Freunde gegeben.
    In den inzwischen 3 riesigen Mappen befinden sich meine Schätze, die gut 25 Jahre Musikgeschichte meiner Wenigkeit darstellen – also einen gewissen Wert.

    Online wird versucht, den Wert künstlich zu erstellen – über den Preis.
    Wenn ich mir jetzt aus iTunes ein Lied geladen habe, für das ich die 99c bezahle plötzlich aus “Kopierschutzgründen” nicht an Freunde geben kann, bzw mit meiner Emailadresse freigeschaltet werden muss und das bei dieser wirklich absolut miesen Qualität, dann pulsiert meine Halsschlagader!
    Insbesondere das Problem mit dem Verschleiss lässt mich richtig sauer werden:
    CDs halten nicht ewig, aber meine haben die teilweise 25 Jahre bei pfleglicher Behandlung gut überstanden und werden mein Leben vermutlich überdauern.
    Festplatten sind absoluter Verschleissgegenstand. Zwei mal bereits habe ich ALLE Titel verloren, die ich teuer eingekauft hatte!
    Das Argument mit der Sicherheitskopie – kostet wieder Zeit und Geld, denn so günstig Festplatten auch werden, wer etwas Musik archivieren will, ist schnell gut und gern 100€ los – und die kommen einfach mal oben drauf.
    Abgesehen davon: Wer macht bitte direkt eine Kopie, nachdem er sich einen Titel online gekauft hat?

    Dass man es anders machen kann ist klar, aber die Relation stimmt hier hinten und vorne nicht! Ich will nicht die Songs entwerten, vor allem wenn man selbst Musik macht und davon leben muss,
    aber hier muss ganz klar der Preis angepasst werden – Zulasten der Musikindustrie, denn hier werden ja eben keine CD-Produktionskosten mehr fabriziert.
    Und wer verdient an der Verfolgung und Inhaftierung dieser “Verbrecher”, die böse Raubkopien erstellen – der Musiker?

    Ganz im Gegenteil – die Plattenindustrie räumt doppelt ab.

    Was ich damit sagen will ist, dass es ganz klar keinen Krieg zwischen Künstler und Konsument gibt.

    Es gibt ein stilles Schlachtfeld, auf dem die Industrie Künstler und Konsumenten gleichermassen abmetzelt – mit dem Finger groß auf den Konsumenten zeigend, schließlich will man von seinen Schandtaten ablenken – und wenn man sich manche Kommentare zu Gemüte führt, schaffen sie es wirklich erbärmlicher weise verdammt gut.

    Große Fremdscham!

  • Otto
    06. Mai 2009 | 23:34 Uhr Antworten

    By the way:

    Inzwischen habe ich meine Playlisten immer dabei, sofern Internet vorhanden – Zauberwort Deezer.com.

    Gefällt mir ein Song ausgesprochen gut, kaufe ich mir die CD.
    Für mich geht das Konzept hervorragend auf und meines Erachtens stellt es die korrekte Bereicherung durch das Internet dar.

    In diesem Sinne,

    Euer Otto ; )

  • Carlos (delamar)
    10. Mai 2009 | 10:37 Uhr Antworten

    Hallo Otto, danke für Deinen Kommentar und herzlich willkommen bei delamar.
    Glücklicherweise ist die Problematik mit Kopierschutz für CDs und DRM für Musikdownloads wieder auf dem Rückmarsch. Wie wir schon an diversen Stellen immer wieder besprochen haben, stellt die Musikindustrie hier einfach seltsame Milchmädchenrechnungen an und sieht nicht die Vorteile des Weitergebens.
    Im Übrigen sind Festplatten, die eine wirklich sichere Aufbewahrung für Daten – sofern man die Festplatten nicht 24 Stunden laufen lässt. Einfach bei Bedarf anschliessen und ansonsten in den Schrank stellen.
    Viele Grüße, Carlos

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